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Aktuelle Themen Heute vor 20 Jahren: Tschernobyl. Was hat die Welt gelernt?

luchs35
luchs35
Mitglied

Heute vor 20 Jahren: Tschernobyl. Was hat die Welt gelernt?
geschrieben von luchs35
Heute vor 20 Jahren schreckte uns die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl hoch. Den meisten kam sie wie ein kleiner Weltuntergang vor.

Bis heute herrscht Unklarheit über das genaue Ausmass der Folgeschäden.


(Zitat: Noch immer seien hunderte Orte um die Unglücksstelle herum verseucht und für die Gesundheit der Menschen gefährlich, sagte Zivilschutzminister Wladimir Schandra heute in Kiew. Allein in etwa 500 bewohnten Orten liege die Belastung von Lebensmitteln mit dem radioaktiven Cäsium über den zulässigen Grenzwerten.(Quelle sda))


Tausende von Toten, chronisch Schwerkranke, missgebildete Babies und ein auf Generationen hinaus verseuchter Landstrich sind die Folgen des tragischen Unglücks in der Ukraine.

Hat die Welt daraus gelernt?

Mit dem Bau der AKWs hat sich unsere Gesellschaft in eine gefährliche Abhängigkeit begeben.Probleme mit der Atommüllentsorgung sind noch immer ungelöst, Uranvorräte sind zudem begrenzt.

Der weltweite Schock hat sich längst gelegt, und es wird gewaltig elektronisch aufgerüstet, nicht nur in Industrie und Verwaltung, sondern auch in Schulen, Privathaushalten. Heimcomputer, Unterhaltungselektronik, Handys etc. sind zu vermeintlich lebensnotwendigen Dingen mutiert.

Der Strombedarf steigt immer weiter, also müsssen neue Atomkraftwerke her, auch in erdbebengefährdeten Ländern. Der Lebensraum Planet Erde wird mit immer mehr tickenden Zeitbomben bestückt.

Laut einer wissenschaftlichen Studie verbraucht allein das Internet soviel Engergie wie der gesamte weltweite Flugverkehr. Die globale Computeranwendung verbraucht Strom von beinahe 100 AKW.

Wenn irgendwann die Schwellen-und Entwicklungsländer nachziehen, genügen diese bei weitem nicht mehr.

Das nächste Tschernobyl kommt mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit, es ist nur eine Frage des Wo und Wann. Vielleicht haben "wir" Glück, dass es beim nächsten GAU einen anderen Kontinent "erwischt."

Allerdings haben die Europäer das dichteste AKW-Netz!

Luchsi

Re: Heute vor 20 Jahren: Tschernobyl. Was hat die Welt gelernt?
geschrieben von roseluise
als Antwort auf luchs35 vom 26.04.2008, 17:59:05
Das ist ein weites Feld luchsi,

aber der Mensch hat meiner Meinung nach noch nie wirklich etwas aus einem Ereignis gelernt,
wenn es Veränderung gab, dann doch nur, weil eben wieder "Vorteile" erwartet wurden,
obwohl sich oft herausgestellt hat, dass nicht zuende gedacht wurde und sich wieder neue Probleme ergaben,

ich überlege nur, ob es überhaupt möglich wäre, dass der Mensch "etwas lernt",
oder ob er sich nicht einfach so entwickelt hat, wie er eben ist,
zwar mit der Möglichkeit zu denken, aber im Grunde doch auf sich selbst bezogen und auf seinen persönlichen Vorteil bedacht,

und während ich dies hier schreibe, benutze ich das zitierte Internet, im TV läuft Sportschau, nur das Handy ist momentan aus
--
luise
adam
adam
Mitglied

Re: Heute vor 20 Jahren: Tschernobyl. Was hat die Welt gelernt?
geschrieben von adam
als Antwort auf luchs35 vom 26.04.2008, 17:59:05
Das Schlimme ist das Gefühl des Ausgeliefertseins. Ich wohne etwa 50 km entfernt von Neckarwestheim. Im Falle eines Gaus sitze ich also direkt auf dem Pulverfass.

Nach dem Tschernobyl-Desaster wurde die mangelnde Information der Bevölkerung kritisiert. Aber selbst wenn ich nach einer Katastrophe in Neckarwestheim sofort informiert werde: Wo soll ich hin? Und selbst, wenn ich wüßte wohin: Bin ich schnell genug? Und was soll ich tun? Die Aktentasche über den Kopf halten?

Alles Lernen aus der Katastrophe hilft nichts, wenn die nächste Katastrophe schon programmiert ist. Jodtabletten sollen ja gut sein, duschen und frische Lebensmittel sofort verzehren.

Aber diese Tipps sind so wertvoll wie eine Vorschrift, den Wasserhydranten zwei Stunden vor dem Brand zu überprüfen!

--

adam

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Re: Heute vor 20 Jahren: Tschernobyl. Was hat die Welt gelernt?
geschrieben von roseluise
als Antwort auf adam vom 26.04.2008, 18:54:20
Und was soll ich tun? Die Aktentasche über den Kopf halten?

adam, obwohl ich das hier sehr ernst nehme, hat mich dein Satz an ein Video erinnert

--
luise
mulde1
mulde1
Mitglied

Re: Heute vor 20 Jahren: Tschernobyl. Was hat die Welt gelernt?
geschrieben von mulde1
als Antwort auf roseluise vom 26.04.2008, 18:57:26
Zu diesem Zeitpunkt befand ich mich etwa 120 km südlich
davon auf einer Baustelle in der Ukraine.
wir haben das erst mit 2-3 tägiger Verspätung erfahren
Durch Urlaubsrückkehrer und deutschen Zeitungen die alle
ganz normal 2 Tage später immer kamen.
wollten das eigentlich kaum realisieren.
Es war ja SO WEIT WEG-die Auswirkungen merkten wir erst
später als dringend benötigter Zement nicht mehr bei uns ankam sondern nach Tschernobyl umgeleitet wurde.
Bei dem dann stattgefunden Sicherheitsuntersuchungen wurde uns bestätigt das wir selber nichts abbekommen haben!
--
mulde
adam
adam
Mitglied

Re: Heute vor 20 Jahren: Tschernobyl. Was hat die Welt gelernt?
geschrieben von adam
als Antwort auf roseluise vom 26.04.2008, 18:57:26
@luise,

in der Hilflosigkeit verfällt man schon mal in Sarkasmus

Das Video kenne ich, es verharmlost geradezu volksverdummend. Im Ernstfall bitte ich um einen Volltreffer!

--

adam

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Re: Heute vor 20 Jahren: Tschernobyl. Was hat die Welt gelernt?
geschrieben von roseluise
als Antwort auf adam vom 26.04.2008, 19:26:03
Ja adam, ich sehe das genauso,
und doch irgendwie typisch amerikanisch (also das ist meine Privatmeinung)
--
luise
ehemaligesMitglied57
ehemaligesMitglied57
Mitglied

Re: Heute vor 20 Jahren: Tschernobyl. Was hat die Welt gelernt?
geschrieben von ehemaligesMitglied57
als Antwort auf roseluise vom 26.04.2008, 19:28:04
Ja, was haben wir aus Tschernobyl gelernt?
Für mich persnölich:
Atomkraftwerk + russische Dispatcher + Wodka = unverträglich, und kann wie erlebt zum GAU führen.
Ansonsten ist Atomstrom doch immer noch `ne echte Alternative zum Öl samt der Abhängigkeit davon. Das allerbeste wäre natürlich eine funktionierende Umsetzung der Kernfusion. Aber da klemmt`s eben noch bissel.
--
gerald
Re: Heute vor 20 Jahren: Tschernobyl. Was hat die Welt gelernt?
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf adam vom 26.04.2008, 18:54:20
adam, du hättest doch dann glück, wenn du mittendrin bist. bei denen die weiter weg sind dauerst wesentlich länger - und das dürfte wohl kaum erstrebenswert sein.

ich glaub auch nicht, dass die welt viel aus diesem unfall gelernt hat, denn wenn wieder was passiert - egal wo auch immer - erst mal werden die leute verarscht.


--
plumpudding
dutchweepee
dutchweepee
Mitglied

Re: Heute vor 20 Jahren: Tschernobyl. Was hat die Welt gelernt?
geschrieben von dutchweepee
als Antwort auf ehemaligesMitglied57 vom 26.04.2008, 19:58:41
ich denke, daß die menschen in der tat aus der katastrophe von Tschernobyl gelernt haben. der GAU entwickelte sich seinerzeit, weil mit dem reaktor in unverantwortlicher weise experimentiert wurde. heute wird der störfaktor mensch durch ausgeklügelte meß- und automatisierungssyteme in schach gehalten.

der grösste fehler war in meinen augen, der deutsche ausstieg aus der kernernergie. das war ein technologiezweig, in dem wir spitze waren und der durch die grünen "strickpullover angsthasen" abgewürgt wurde. da wird der deutschen wirtschaft ein friedlicher hochtechnologie-industriezweig künstlich abgeschnitten.

nachdem die ersten staudämme gebrochen waren, haben die menschen auch nicht aufgehört die wasserkraft zu nutzen, um heute solch gigantische wasserkraftwerke bauen zu können wie assuan, oder den hoover-damm. man sollte techniken, die noch nicht vollkommen sind verbessern, und nicht abschaffen, meint

dutchweepee

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