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Aktuelle Themen Heute vor 20 Jahren: Tschernobyl. Was hat die Welt gelernt?

karl
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Administrator

Re: Heute vor 20 Jahren: Tschernobyl. Was hat die Welt gelernt?
geschrieben von karl
als Antwort auf silhouette vom 27.04.2008, 19:36:04
Wie transportiert denn Grennpeace seinen Ökostrom zu dir? Per Schiff, LKW oder im Flugzeug?

Greenpeace gibt bei seiner Kalkulation doch genau an, welchen Anteil die Netznutzungsgebühr beträgt:

Netznutzungsgebühren der Netzbetreiber 5,50 ct
Konzessionsabgabe (je nach Gemeindegröße) 1,70 ct
Strom 6,40 ct
Stromsteuer (Ökosteuer) 2,05 ct
EEG-Umlage 0,70 ct
KWK-Abgabe 0,29 ct
zzgl. 19 % Mehrwertsteuer
3,16 ct
Summe pro Kilowattstunde 19,80 ct
geschrieben von greenpeace


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karl
darklady
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Re: Heute vor 20 Jahren: Tschernobyl. Was hat die Welt gelernt?
geschrieben von darklady
als Antwort auf silhouette vom 27.04.2008, 19:36:04

Schlichtweg unsachlich.
darklady
silhouette
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Mitglied

Re: Heute vor 20 Jahren: Tschernobyl. Was hat die Welt gelernt?
geschrieben von silhouette
als Antwort auf karl vom 27.04.2008, 22:59:04
Das war nicht der Witz!

Es gibt Stromerzeuger, es gibt ein Verteilungsnetz, und es gibt Stromverkäufer. Und alle 3 können durchaus unterschiedliche Firmen sein.

Es gibt allerdings nur EIN Verteilungsnetz, und darüber wird aller produzierter Strom transportiert. In dieses Netz speisen die unterschiedlichsten Kraftwerksarten unterschiedliche Mengen ein. Die Eigentümer dieses Netzes, das längst kein nationales Netz mehr ist (ein Umstand, dem wir in Europa das Ausbleiben größerer Stromausfälle aufgrund von lokalen Störungen wie z.B. Unwettern zu verdanken haben), lassen sich die Benutzung dieser Stromautobahnen durch Dritte, d.h. Vertriebsunternehmer (Beispiel: flexstrom) oder Kleinerzeuger (Beispiel regional operierende Stadtwerke) vergüten, was letztere wieder an ihre Kunden weitergeben.

Der derzeitige hohe Strompreis ist nicht nur den gierigen 5 Großkonzernen zu verdanken, sondern mindestens ebenso auch den Brokern, die ihr Kontigent an der Börse von diesen Konzernen "ersteigern", um es dann weiterzuverkaufen. Den Konzernen ist das recht, dem Staat nicht minder, weil er an den Steuern kräftig mitkassiert.

In diesem besagten Netz werden sämtliche Anlieferungen von Strom zusammengemanscht. Greenpeace müsste sich also das europäische Verbundnetz jeden Tag ein paar Sekunden oder Minuten freihalten lassen, um seinen 100%-igen Ökostrom unverschmischt durchzuleiten, zu Verbrauchern, die ihn dann auf Riesen-Akkus laden, damit der Vorrat 24 Stunden lang reicht.

Langer Rede kurzer Sinn: Die Behauptung, reinen Ökostrom zu liefern, ist Etikettenschwindel, weil technisch nicht machbar. Oder eben auf dem LKW oderwieoderwas.

Einzige mir bekannte Ausnahme: Elektrizitätswerke Schönau/Schwarzwald, die auch das städtische Netz gekauft haben, in das genau der Strom fließt, der von ihnen produziert wird. Aber der ist bis jetzt noch nicht gerade preisgünstig und wirklich nur im Einzugsbereich von Schönau zu bekommen.

Wer sich auf diesem Gebiet besser auskennt, sollte vielleicht mal ein paar Takte dazu sagen. Ich diskutiere lieber über den Stand der deutschen Kerntechnik, als es sie noch geben durfte.

Und ich komme gerne nochmal auf den Vergleich mit den Katastrophen von Bhopal und Seveso zurück (von wegen des Themas und so).
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silhouette

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silhouette
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Re: Heute vor 20 Jahren: Tschernobyl. Was hat die Welt gelernt?
geschrieben von silhouette
als Antwort auf silhouette vom 27.04.2008, 23:34:55
Was bin ich blöd, mich hier abzustrampeln, wo man doch im Internet alles auf dem silbernen Tablett serviert bekommt.

Seit der Liberalisierung des Strommarktes kann jeder Verbraucher frei entscheiden, woher er seinen Strom bezieht. Entscheidet er sich für Ökostrom, wechselt er in der Regel seinen Stromanbieter. Hierbei verpflichtet sich der Anbieter, genauso viel Ökostrom in das Stromnetz einzuspeisen, wie seine Kunden entnehmen. Weil alle Verbraucher Strom aus demselben Verbundnetz beziehen und Strom physikalisch immer gleich ist, hat der Bezug von Ökostrom keine direkte Auswirkung auf den beim einzelnen Kunden gelieferten Strom, sondern auf den Strommix insgesamt.

http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96kostrom

Unter Strommix versteht man die prozentuelle Aufteilung der Energieträger, aus denen der Strom erzeugt wurde, den der Anbieter an den Verbraucher verkauft hat.

http://de.wikipedia.org/wiki/Strommix

Zufrieden, Karl?
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silhouette
karl
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Re: Heute vor 20 Jahren: Tschernobyl. Was hat die Welt gelernt?
geschrieben von karl
als Antwort auf silhouette vom 27.04.2008, 23:34:55
Wenn ich 1000 kWh Ökostrom kaufe, werden diese 1000 kWh Ökostrom ins Netz eingeleitet. Würden alle Ökostrom kaufen wollen, würde kein Atomstrom und Kohlestrom mehr eingeleitet. Zugegeben, zur Zeit würden die Kapazitäten nicht ausreichen, alle Verbraucher zu bedienen, aber was ist schlecht daran, damit anzufangen, Ökostrom zu verlangen?

Wenn die Verbraucher Ökostrom wollen, werden sie ihn auch kriegen! Es zählt nur Input und Output, es ist nicht wichtig, ob sich im Netz die Elektronen mischen oder nicht.
--
karl
silhouette
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Re: Heute vor 20 Jahren: Tschernobyl. Was hat die Welt gelernt?
geschrieben von silhouette
als Antwort auf karl vom 27.04.2008, 23:47:02

Würden alle Ökostrom kaufen wollen, würde kein Atomstrom und Kohlestrom mehr eingeleitet
geschrieben von Karl

Dann hätten wir eine gewaltige Stromknappheit mit Preisen, die kein Normalsterblicher mehr bezahlen kann.

aber was ist schlecht daran, damit anzufangen, Ökostrom zu verlangen?
geschrieben von Karl

Absolut nichts. Schlecht ist nur zu glauben, man hätte 100% Ökostrom in seiner Steckdose.
Wenn die Verbraucher Ökostrom wollen, werden sie ihn auch kriegen! Es zählt nur Input und Output, es ist nicht wichtig, ob sich im Netz die Elektronen mischen oder nicht.
geschrieben von Karl

Das habe ich eben zu widerlegen versucht, und auch mit dem Heiligen Sankt Wiki scheint das nicht gelungen zu sein.

Trotzdem eine gute und erholsame Nacht!
Silhouette

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gutgelaunt
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Re: Heute vor 20 Jahren: Tschernobyl. Was hat die Welt gelernt?
geschrieben von gutgelaunt
als Antwort auf silhouette vom 27.04.2008, 23:59:55
Entscheidet er sich für Ökostrom, wechselt er in der Regel seinen Stromanbieter. Hierbei verpflichtet sich der Anbieter, genauso viel Ökostrom in das Stromnetz einzuspeisen, wie seine Kunden entnehmen.

Schlecht ist nur zu glauben, man hätte 100% Ökostrom in seiner Steckdose.




..na´ "silhouette" wenn du beide Zitate noch mal überdenkst, dann bemerkst du auch deinen Widerspruch..,gell?
darklady
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Re: Heute vor 20 Jahren: Tschernobyl. Was hat die Welt gelernt?
geschrieben von darklady
als Antwort auf silhouette vom 27.04.2008, 23:59:55

Dass Du das nicht verstehen willst. Je mehr Leute den Tarif für Ökostrom bezahlen,desto mehr Ökostrom müssen die Energiekonzerne einspeisen.
Somit werden die Anteile im Strompool verändert.Natürlich sind das nur kleine Schritte, aber eben auch kein stillstand auf dem Weg, irgendwann diese leidigen Atomkraftwerke abzuschalten.
Und Ökostrom zu beziehen ist eben meine Art zu dokumentieren "Nai hämmer gsait" !!!
darklady

silhouette
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Re: Heute vor 20 Jahren: Tschernobyl. Was hat die Welt gelernt?
geschrieben von silhouette
als Antwort auf gutgelaunt vom 28.04.2008, 00:18:32
Nein, Gutgelaunt, ich sehe gut gelaunt darin keinen Widerspruch.
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silhouette
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Re: Heute vor 20 Jahren: Tschernobyl. Was hat die Welt gelernt?
geschrieben von silhouette
als Antwort auf darklady vom 28.04.2008, 00:19:32

Dass Du das nicht verstehen willst. Je mehr Leute den Tarif für Ökostrom bezahlen,desto mehr Ökostrom müssen die Energiekonzerne einspeisen.
Somit werden die Anteile im Strompool verändert.Natürlich sind das nur kleine Schritte, aber eben auch kein stillstand auf dem Weg, irgendwann diese leidigen Atomkraftwerke abzuschalten.
Und Ökostrom zu beziehen ist eben meine Art zu dokumentieren "Nai hämmer gsait" !!!
darklady


Du darfst den gerne bezahlen. Die Energiekonzerne werden einspeisen, was sie haben. Der Anteil der vorhandenen Energieträger dürfte dabei eine gewisse Rolle spielen. Im Pool können die Anteile nur verändert werden, wenn der Energieträger existiert. Dass der gemachte Anfang richtig ist, habe ich nie bestritten.

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silhouette

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