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Aktuelle Themen Heute vor 20 Jahren: Tschernobyl. Was hat die Welt gelernt?

darklady
darklady
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Re: Heute vor 20 Jahren: Tschernobyl. Was hat die Welt gelernt?
geschrieben von darklady
als Antwort auf silhouette vom 28.04.2008, 00:30:34

Okay letzter Versuch.
Die Energieriesen, die ja mal das Monopol hatten, sind verpflichtet allen Strom den Ökoerzeuger verkaufen( so zum Beispiel an Darklady )einzuspeisen und weiterzuleiten.Mit dem Strompool bezeichnet man die Menge Strom die Deutschland täglich verbraucht.Bevor es Ökostromanbieter gab, wurde dieser Bedarf alleinig (also zu 100 %)von den Stromriesen gedeckt.Durch jede Kilowattstunde die ich Ökostrom kaufe, verringert sich der Anteil der Stromriesen, genau um meine Menge die ich mir bei meinem Anbieter kaufe.Wenn jetzt also 10 % aller deutschen Haushalte Ökostrom einkaufen würden, dann wäre der Anteil der ehemaligen Strommonopolisten(hier gehört der Atomstrom dazu) nur noch 90 %.Also ne einfache Rechnung je mehr Kunden umsteigen, desto mehr kann man den Atomstrom verdrängen. Besonders dann wenn Ökostrom billiger ist als der Atomstrom oder zumindest gleichviel kostet,sollten die Leute wechseln.
Vorsicht aber: Die Enegieriesen haben hier natürlich auch Lunte gerochen und bieten Goldstrom oder Naturstrom an. Hier kann es aber vorkommen, dass die Unternehmen selbst gar keinen Ökostrom herstellen oder einspeisen, sondern vom Erlös zum Beispiel Forschungsprojekte fördern oder ähnliches.So verhindern sie dass tatsächlich Ökostrom durch die Leitungen fließt. Deswegen vor einem Wechsel sich genau informieren.
Im übrigen muss sich niemand Gedanken machen, dass es zu Versorgungsproblemen kommt wenn zum Beispiel ein Ökostromlieferant pleite macht. Denn der örtliche Versorger muss einfach weiterliefern ohne Lücke.

darklady
hugo
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Re: Heute vor 20 Jahren: Tschernobyl. Was hat die Welt gelernt?
geschrieben von hugo
als Antwort auf darklady vom 28.04.2008, 01:51:13
im Moment ist es doch wohl so das derjenige der viel Strom verbraucht auch sehr viel für die Ökostromanbieter tut, egal ob er direkt dessen Strom bestellt hat oder nicht.

Da z.B. die Solarstromanbieter oder Windenergielieferer den doppelten bis dreifachen Preis -vom Staat reglementiert- erhalten, als der konservative Strom kosten würde,
und diese erhöhten Zuwendungen (die einer marktwirtschaftlichen Vorgehensweise entgegenstehen und eine schnelle kostendeckende Herstellung solcher Alternativenergie um Jahrzehnte verzögern) von den Stromriesen auf uns alle umgelegt werden, zahlen wir auch alle noch für die Unfähigkeit der "Alternativen", preisgünstigen Strom auf den Markt zu bringen.

Die ursprüngliche Idee mit diesen Steuererleichterungen und künstlichen Höchstpreisen den Alternativstrom aus der Taufe zu heben und auf die Beine zu helfen, hat sich wohl längst zu einer eigenständigem Gewinnschöpfung ungeahnten Ausmaßes entwickelt und wer verdient hauptsächlich daran ?? wieder die 4 bis 5 Großkonzerne, denn die sind es, welche sich z.B die Rechte zum Bau gewaltiger Offshoreanlagen sichern,,,

Von dem Moment an, da es sich für die "Großen" weniger lohnt Atomstrom oder Braunkohlestrom usw auf den Markt zu bringen (die ja auch mal gewaltig gefördert wurden) werden sie auch spontan und auf den neuen gewinnbringernden Strom umzustellen.

jetzt genießen sie die Vorteile der staatlichen Förderung und haben auch keine Bedenken und Probleme die Forderung des Staates nach Freigabe der Durchleitung des Konkurrenzstromes zu erfüllen,,,,,es werden die entstehenden Kosten ja doch auf die Verbraucher umgelegt (natürlich mit dem Ausdruck des Bedauerns ) *g*

ein wenig lachhaft sind die Versuche uns Verbraucher in die Irre zu führen ja doch,,,
und um dies effektiver tun zu können werden immer neue Wortschöpfungen erfunden,,
Ökostrom, Alternativstrom, Regenerative Energie, Erneuerbare Energie, Natursrom
Grüner strom, Biostrom, Greenpeace energy,,,,

wer arm ist wird lebenslang teuren Strom kaufen müssen und wer es sich leisten kann gleicht diese Kosten durch den Erwerb entsprechender Stromaktien aus, oder läßt sich eine von dem Rest der Bevölkerung gesponsorten Solaranalage aufs Dach bauen, oder beteilig sich a Windkraftanlagen usw,,,


Neee, unsere deutsche Energiepolitik ist meiner Meinung nach noch nicht der Weisheit letzter Schluss, da liegt noch Vieles im Argen,,aber mit dem Abschluss eines Verbrauchervertrages mit einem sich Ökostromanbieter nennendem Großhändler, kann man sich soo schön die Augen verkleistern und ein ruhiges Gewissen erkaufen.

ach ja und diese Pillen ,,,wer möchte sich die schon schlechtreden lassen ? *g*




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hugo
karl
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Administrator

Re: Heute vor 20 Jahren: Tschernobyl. Was hat die Welt gelernt?
geschrieben von karl
als Antwort auf hugo vom 28.04.2008, 08:54:09
Hallo Hugo,


dass das Energieeinspeisegesetz die kostengünstige Einführung von Ökostrom verzögert, ist mir neu. Das Gegenteil ist natürlich der Fall. Die Solarunternehmen wissen z. B. genau wie und wo sie investieren müssen, um in Zukunft bestehen zu können. Deutschland ist doch nicht umsonst das Spitzenland bei der Solarenergie geworden. Wir haben es hier geschafft Technologieführer zu werden. Unternehmen wie Q-Cells oder Solarworld sind global führende Spieler auf diesem Markt geworden.

Ich denke, dass silhouette und du, aus was für Gründen auch immer, falsch liegen.
--
karl

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hugo
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Re: Heute vor 20 Jahren: Tschernobyl. Was hat die Welt gelernt?
geschrieben von hugo
als Antwort auf karl vom 28.04.2008, 09:05:55
hallo karl, mag ja sein das da der Wunsch ja sogar der Wille einiger gutgläubigen Politiker (voran einige Grüne) dahinterstand -Einspeisegesetze- aber so richtig bin ich von dieser Politik nicht überzeugt denn:

EnBW, E.ON, RWE, Vattenfall und andere Energieversorgungsunternehmen haben für die nächsten Jahre Kraftwerksneubauten mit insgesamt 40.000 Megawatt Leistung angekündigt. In 22 neuen Kraftwerken soll dabei Braunkohle oder Steinkohle verbrannt werden,,
(so beim BUND Regionalverband südlicher Oberrhein zu lesen)

und solange die Energieriesen unsere Braunkohle -die ja eigentlich der gesamten Bevölkerung gehören sollte- wie einen Privatbesitz zum Nulltarif (bis auf die Förder-, und Nachfolgekosten) ausbeuten können, werden sie auch kaum wettbewerbsmäßig von anderen Energieanbietern angreifbar werden,,,,da wird wohl noch lange der Staat steuerumverteilend eingreifen müssen
und wenns darum geht wer demnächst für die zu erwartenden Zuwächse an Alternativstrom den großen Reibach machen wird, da kannste Gift drauf nehme,,es werden wieder diese Großen sein.

Erinnerst Du Dich vielleicht noch an unsere Diskussionen mit dem Ökofreak wolfgang der eine Dezentralisierung vorhersagte (Jeder mit eigener oder lokaler Energieversorgung) und dadurch das Ende der Schlagkraft der Großen ?

Die waren noch nie so stark, so leistungsfähig, so reich,,,,guck mal in deren Berichte der gegenwärtigen Hauptversammlungen rein,,,trotz Energieeinspeisegesetz,,,
--
hugo
Re: Heute vor 20 Jahren: Tschernobyl. Was hat die Welt gelernt?
geschrieben von klaus
als Antwort auf darklady vom 28.04.2008, 00:19:32
@darklady,
"Dass Du das nicht verstehen willst. Je mehr Leute den Tarif für Ökostrom bezahlen,desto mehr Ökostrom müssen die Energiekonzerne einspeisen."

Auch das stimmt so nicht !

Die Stromkonzerne sind sogar gesetzlich verpflichtet, den Ökostrom abzunehmen und das vor Atom- und Kohlestrom. (2004 - Novellierung im Erneuerbare-Energien-Gesetz "Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien").
Das geschieht unabhängig von der Anzahl der Leute, die den "Ökostrom bezahlen.

In keinem anderen Land werden erneuerbare Energien so stark ausgebaut und gefördert, wie in Deutschland. Dabei sind die natürlichen Bedingungen dafür in Deutschland nicht unbedingt günstig.
Und trotzdem - der Weg ist noch weit !

Anteil Ökostrom an der Gesamtstrommenge - Deutschland.
---------------------------------------
* Windenergie: 6,4%
* Wasserkraft: 3,3%
* Biomasse: 3,2%
* Müll (erneuerbarer Anteil): 0,7%
* Photovoltaik / Solarenergie: 0,5%
Dabei sind der Wasserkraft und Biomasse schon jetzt natürliche Grenzen gesetzt.
Auch bei der Erweiterung der Windkraftanlagen gibt es immer mehr Schwierigkeiten.
Die Windenergie, oft als umweltfreundliche Form der Stromerzeugung gepriesen, stößt an ihre Grenzen. Mehrere Gerichte haben schon oft die spargelförmigen Anlagen gestoppt, weil Anwohner gegen "Lärmterror, Landschaftsverschandelung und Lichteffekte" angehen.

Es gibt verschiedene Forschungsrichtungen, weitere Möglichkeiten zum notwendigen Ersatz der fossilen Brennstoffe zu finden.
Ob die Kernkraft allerdings in der Zukunft keine Rolle mehr spielen wird, wage ich zu bezweifeln.


--
klaus
schorsch
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Re: Heute vor 20 Jahren: Tschernobyl. Was hat die Welt gelernt?
geschrieben von schorsch
als Antwort auf darklady vom 28.04.2008, 01:51:13
Angenommen: Ein Stromproduzent kauft Ökostrom ein, der für 1 Million Haushalte reicht. Nun wollen aber 2 Millionen Haushalte Ökostrom. Was glaubt ihr nun, was der Stromproduzent macht?

- Er teilt der anderen Million Interessenten mit, sie könnten keinen Ökostrom beziehen, weil zu wenig vorhanden?

- Er versucht, von anderswo her das Manko zu beziehen?

- Er tut alles um selber die fehlende Menge zu erzeugen?

- Er kauft für 1 Million Haushalte ein, verkauft aber der anderen Million normalen Strom, für den er aber den Preis für Ökostrom verlangt?

Also meine Meinung ist: Letzteres!!!

Und dann lachen sich die Aktionäre den Buckel kaputt, der dummen und naiven Strombezüger wegen!!!!!

--
schorsch

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darklady
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Mitglied

Re: Heute vor 20 Jahren: Tschernobyl. Was hat die Welt gelernt?
geschrieben von darklady
als Antwort auf schorsch vom 28.04.2008, 10:42:32

Mannoman, manche sind wirklich beratungsresistent !
Schorsch Du musst mal genau mitlesen.
Es ist wichtig sich über den Stromlieferanten kundig zu machen.
Du solltest also vorher wissen, ob Dein anvisierter Stromverkäufer selber der Produzent ist oder nur selber einkauft.
Deinen geschilderten Fall habe ich im Vorfeld schon angemahnt.
Und Ihr könnt Euch noch so sehr winden, wenn sich an den Zuständen nichts ändert, dann liegt das unter anderem mit daran, dass die Leute zu bequem sind, etwas an ihrem Verhalten zu ändern. Sei es durch einen Anbieterwechsel, durch sparen beim Energieverbrauch,Nutzung neuester Technik und so weiter.
Also sollte das Motto lauten : Nicht jammern und Ausreden suchen, sondern jeder nach seinen Möglichkeiten vorgehen und aktiv werden.
Und sich zu informieren kostet allensfalls Zeit.
darklady
Re: Heute vor 20 Jahren: Tschernobyl. Was hat die Welt gelernt?
geschrieben von klaus
als Antwort auf darklady vom 28.04.2008, 13:12:54
@darklady,
"Du solltest also vorher wissen, ob Dein anvisierter Stromverkäufer selber der Produzent ist oder nur selber einkauft."

Auch diese Aussage sollte man mit Vorsicht genießen.

Es gibt in Deutschland etwa 330 Anbieter von Ökostrom.
Einer der größeren Anbieter ist "Greenpeace ENERGY".
Dieser Anbieter gehört zu denjenigen, die nicht selber produzieren, sondern "nur selber einkaufen". Der Anbieter war im vorigen Jahr Testsieger.
Greenpeace hat viele Partner- vorrangig in Österreich.

Ich gehe mal davon aus, dass du nicht vor diesem Anbieter warnen willst, wie du das oben leider andeutest?
So einfach ist das nämlich leider nicht mit der Auswahl der Ökostromanbieter.

--
klaus
schorsch
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Re: Heute vor 20 Jahren: Tschernobyl. Was hat die Welt gelernt?
geschrieben von schorsch
als Antwort auf darklady vom 28.04.2008, 13:12:54
Zur Verdeutlichung: Bei uns in der Schweiz ist es Privaten (noch) nicht möglich, den Strom-Anbieter zu wechseln resp. zu wählen.

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schorsch
silhouette
silhouette
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Re: Heute vor 20 Jahren: Tschernobyl. Was hat die Welt gelernt?
geschrieben von silhouette
als Antwort auf klaus vom 28.04.2008, 16:07:00
Noch eine Pikanterie am Rande, Klaus: dieser Stromverkäufer ist ein Gemeinnütziger Verein und genießt in dieser Eigenschaft erkleckliche Steuerprivilegien, allein beim Einkassieren von Spenden. So läuft's Bissniss, gell?
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silhouette

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