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Aktuelle Themen Hinein in eine neue Normalität?

werderanerin
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RE: Hinein in eine neue Normalität?
geschrieben von werderanerin
als Antwort auf aixois vom 01.10.2020, 11:14:26
Diese Lehmhäuser sehen ja echt gut aus und wenn sie auch noch in warmen Gebieten gut bewohnbar sind, toll. Hab eh das Gefühl, dass gerade auch auf dem Wohnungsbaumarkt schon seit einiger Zeit viel passiert..., soll heißen, man macht sich um Nachhaltigkeit in jede Richtung viel Gedanken und setzt sie auch um.

Sehen kann man das auch an neuen Einfamilienhäusern..., hier gibt es der weile eine ganze Reihe von innovativen Firmen...aber ob sie halt auch Bestand haben können, keine Ahnung...

Wichtig ist auch, vor allem Großstädte im Grunde ganz anders vom Gedanken her zu konzipieren.
Allein der Verkehr gehört für die Zukunft (denke ich), nicht mehr in eine Großstadt, allenfalls muss dieser drum rum geführt werden oder unter die Erde verlegt werden, wie auch jetzt schon U-Bahnen.

Die innere Gestaltung von Großstädten aber wird für die Zukunft eine wirkliche Herausforderung, denn eines ist sicher, es muss auch zukünftig bezahlbare und gute Wohnungen geben. 

Könnte mir aber auch vorstellen, dass zukünftig die ländlichen Bereiche, die heute ja mehr gemieden werden, viel mehr in den Focus rücken werden.
Wenn ich letztlich überall, mithilfe der Technik arbeiten kann, muss ich ja nicht mehr an einem, festen Standort leben/wohnen.
Es würde und wird vieles somit entzerren und sicherlich auch andere, derzeit noch "öde" Gebiete wieder lukrativ machen (können).


Kristine
olga64
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RE: Hinein in eine neue Normalität?
geschrieben von olga64
als Antwort auf werderanerin vom 01.10.2020, 15:49:20

DEr Bau von Häusern und auch Wohnungen setzt ja immer eine Grundvoraussetzung fest: es muss Grund vorhanden sein und der wird in einem dicht besiedelten Land wie Deutschland immer weniger.
Wenn nun eine Landflucht einsetzen sollte,bedeutet dies natürlich auch, dass die Bauern ihre immer wertvolleren Äcker für viel Geld als Grund verkaufen.
Wir erleben dies in Bayern seit Jahren mit und dann wird wieder dicht besiedelt, Grossmärkte ziehen in die Nähe usw.usw. und irgendwann unterscheidet nichts mehr vom Stadtleben.
Dazu kommt, dass die Menschen dort ja nur wohnen und schlafen und anderswo arbeiten, also mobil sein müssen. Seit Corona geht auchder Trend wieder zum einen Auto, weil öffentliche Verkehrsmittel nach wie vor aufgrund der Infektionsgefahr gemieden werden.
Und wenn wirklich der Focus mehr auf Heimarbeit gelegt wird, ist dies natürlich für die ArbeitnehmerInnen sehr zu überdenken: sie verlieren den Draht in ihre Firmen, weren vermutlich auch von guten Jobs, die sich für die Karriere eignen, abgetrennt und werden in ihren sog. Home-Offices doch wieder mehr Hausarbeit usw. erledigen als es partnerschaftlich mit dem Mann getan werden sollte.
Das hätte aber auch den Vorteil,dass es inden Städten grössere Bürohäuser nicht mehr bräuchte und man aus diesen Wohnhäuser machen könnte (siehe oben: die stehen ja schon auf einem Grund) - aber dafür braucht es dann Investoren, die das bezahlen wollen.... Olga

aixois
aixois
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RE: Hinein in eine neue Normalität?
geschrieben von aixois
als Antwort auf werderanerin vom 01.10.2020, 15:49:20

Dem kann man nur zustimmen: " ... eines ist sicher, es muss auch zukünftig bezahlbare und gute Wohnungen geben". 

Es gibt sie ja diese Wohnungen, selbst zu qm Preisen von 15-20 oder mehr EUR/m2 reissen sich Mieter darum , sie mieten zu dürfen, d.h. sie können sich solche Wohnungen leisten. Mir ist von keinem Leerstand in den Innenstädten der begehrten cities bekannt, und seien die Mieten auch noch so teuer.

Wohin mit den anderen, den Normalverdienern ? Da sie zu wenig  Rendite bringen, haben sie in der Innenstadt keinen Platz. Also raus aufs Land, noch mehr Zersiedlung, noch mehr Pendlerverkehr (denn als Arbeitskräfte/Konsumenten werden diese 'nicht-leistungsfähigen' Mieter ja im Stadtbereich gebraucht, noch mehr Verlust an Lebenszeit ? 

Mehr Sozialwohnungen, konsequente Wahrnehmung des Vorkaufsrechts der Kommunen, ein neues Bodenrecht, mehr Baugenossenschaften, progressive Besteuerung hoher Mieten oder Bodenwertsteigerungen ... ?


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werderanerin
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RE: Hinein in eine neue Normalität?
geschrieben von werderanerin
als Antwort auf aixois vom 01.10.2020, 16:10:22
Ich denke immer, dass man sich heute so manches nicht richtig vorstellen kann, denn die "alten" Systeme, ob beim Bauen o.a. werden meiner Meinung nach zukünftig keinen Bestand haben können, weil heute schon die Gr0ßstädte übervoll sind aber vor allem unbezahlbar.
Das kann nicht die Zukunft sein...welche "Wohnmodelle" es geben könnte, wird ja schon erforscht und das ist auch gut so.

Wer weiß heute schon, ob das "heutige Wohnen" überhaupt noch so praktiziert wird...? Auch da könnte es durchaus ganz andere, vielleicht sogar mobilere Varianten geben - warum muss man 40 Jahre und mehr in einem Haus leben...vielleicht wird ja später mehr getauscht oder oder oder ...?

Kristine

 
JuergenS
JuergenS
Mitglied

RE: Hinein in eine neue Normalität?
geschrieben von JuergenS

weil ich unterwegs war, in Schwabing, in der Münchner Freiheit auch, komm ich erst jetzt dazu meinen Senf dazu zu geben:

Bei dieser Überschrift ist auch bei mir etwas angesprungen.

Als ich in den 90er Jahren umgeben war von jungen Kollegen, die sich irgendwie in der Firma einen DOS-PC ertrotzt hatten und auf der anderen Seite Vorgesetzte, die entsetzt waren, dass man nun auf Computertechnik umsteigen sollte, denn Vorgesetzte waren älter, hatten Null Ahnung von Digitaltechnik und Sinn von Computern.

Ja sie hatten sogar Angst vor den Computern.

Damals also glaubte ich den jungen Kollegen, setzte mich wo es möglich war, für diese ein, weil mir, ebenfalls Computer-Niete damals, klar war, dass das die ZUkunft ist, es ging um Investitionen von hunderttausenden von DEMARK, die erkämpft werden mußten.

Konstrukteure zum Beispiel torpedierten jede Veränderung in Richtung CAD(computergestütztes Design=Konstruktion) massiv.

Für mich war das die neue Normalität.

Unmittelbar nach dem Ende meines Berufslebens gründete ich einen Club für Senioren am PC, jetzt kommts erst, ohne viel Kenntnisse!
Meine These war, wenn ich Partner finde, die noch! weniger konnten als ich, würden sich auch welche anschließen, die mehr konnten.

Es funktionierte.
 

RE: Hinein in eine neue Normalität?
geschrieben von Bruny
als Antwort auf olga64 vom 01.10.2020, 15:59:22

Adobe Häuser (so werden Lehmhäuser genannt) findet man in Pueblos der American Natives und seit etlichen Jahren sind sie auch bei reichen weißen Amerikanern  sehr beliebt. Diese Häuser sind jedoch keine Innovation und auch nur geeignet in warmen trockenen Gegenden. 
Bruny


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schorsch
schorsch
Mitglied

RE: Hinein in eine neue Normalität?
geschrieben von schorsch
als Antwort auf JuergenS vom 01.10.2020, 16:56:13

Als mal in den Anfängerjahren der PC-Anwendung in unserer Firma ein interner illegaler Zugriff auf das "Zentralnervensystem" war, da kam auch ich in Verdacht. Als ich fragte, warum dies, antwortete der Technische Direktor: "Ja wissen Sie, Herr S, wir haben vernommen, dass Sie zuhause einen Computer haben. Und es kommen doch nur solche in Verdacht, die sich zuhause mit so etwas beschäftigen!"

Bias
Bias
Mitglied

RE: Hinein in eine neue Normalität?
geschrieben von Bias
als Antwort auf Bruny vom 30.09.2020, 12:31:02
 ". . wünschte ich mir manchmal noch 20 Jahre jünger zu sein, nur um die technischen Fortschritte begleiten oder zumindest begutachten zu können. "

Ein Fortschritt, den die allgegenwärtigen Apokalyptiker regelmäßig nicht in ihre düsteren Prognosen einbeziehen mögen, Bruny.

Bei der Gelegenheit: Hier Erich Kästners themenbezogene Betrachtung aus dem Jahr 1932.

Einst haben die Kerls auf den Bäumen gehockt,
behaart und mit böser Visage.
Dann hat man sie aus dem Urwald gelockt
und die Welt asphaltiert und aufgestockt,
bis zur dreißigsten Etage.

Da saßen sie nun, den Flöhen entflohn,
in zentralgeheizten Räumen.
Da sitzen sie nun am Telefon.
Und es herrscht noch genau derselbe Ton
wie seinerzeit auf den Bäumen.

Sie hören weit. Sie sehen fern.
Sie sind mit dem Weltall in Fühlung.
Sie putzen die Zähne. Sie atmen modern.
Die Erde ist ein gebildeter Stern
mit sehr viel Wasserspülung.

Sie schießen die Briefschaften durch ein Rohr.
Sie jagen und züchten Mikroben.
Sie versehn die Natur mit allem Komfort.
Sie fliegen steil in den Himmel empor
und bleiben zwei Wochen oben.

Was ihre Verdauung übrig läßt,
das verarbeiten sie zu Watte.
Sie spalten Atome. Sie heilen Inzest.
Und sie stellen durch Stiluntersuchungen fest,
daß Cäsar Plattfüße hatte.

So haben sie mit dem Kopf und dem Mund
Den Fortschritt der Menschheit geschaffen.
Doch davon mal abgesehen und
bei Lichte betrachtet sind sie im Grund
noch immer die alten Affen.

 
Michiko
Michiko
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RE: Hinein in eine neue Normalität?
geschrieben von Michiko
Als ich die Verse von Erich Kästner las, musste ich lachen. Dazu habe ich eine passende Zeichnung gefunden, auf fotocommunity.de..... inzwischen haben sich die Kerl's aber auch für Hemd und Hose entschieden😆....  evolution.jpg
Bias
Bias
Mitglied

RE: Hinein in eine neue Normalität?
geschrieben von Bias
als Antwort auf Michiko vom 01.10.2020, 20:03:32
". . inzwischen haben sich die Kerl's aber auch für Hemd und Hose entschieden"
Die Mädels auch, Michiko;.

Alles Tarnung, auch wenn ihnen derzeit beigebracht wird wie sie gefälligst mit Sprache und der Betrachtung der Geschlechter umzugehen haben.

Von welchen dazu Berufenen außerhalb ihrer gleichen Artengemeinschaft eigentlich?

 

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