Forum Allgemeine Themen Aktuelle Themen Hinweis auf einen Kommentar von Norbert Blüm

Aktuelle Themen Hinweis auf einen Kommentar von Norbert Blüm

Re: Eine kleine Antwort ....
geschrieben von klaus
als Antwort auf dutchweepee vom 30.09.2008, 04:23:09
@dutchweepee,
"p.p.p.s.: warum berichtet eigentlich kein sender merklich über das wahlfiasko der CDU in brandenburg?"

Kommunalwahlen sind nun mal völlig anders, als Landtagswahlen.

"am letzten sonntag habe ich mit gewissem erfolg meine drei kreuze für DIE LINKEN in Wittstock/Brandenburg gemacht. am 15ten 10ten ziehe ich um nach NRW zur "lehmie" - dort sind auch bald wahlen. *lol*"

Das ist ja DIE Lösung !!! Immer rechtzeitig zu neuen Wahlen umziehen, um seiner Partei Stimmen zu beschaffen. Nur - wenn das alle machen, gibt es eine furchtbare Völkerwanderung und die Auswirkungen auf das Wahlergebnis wäre gleich 0 !

ÜBRIGENS - Wittstock kenne ich sehr gut, da meine Frau aus der Ecke stammt. Hübsche kleine Stadt mit schön renovierten alten Gebäuden. Nicht mehr zu vergleichen mit dem Zustand von vor der Wende. Wirst du sicher nicht kennen, da du wohl noch nicht sehr lange in Wittstock bist.

--
klaus
stange
stange
Mitglied

Re: Eine kleine Antwort ....
geschrieben von stange
als Antwort auf klaus vom 30.09.2008, 09:42:31
Lieber Klaus, es muss Dir nach all den Stellungnahmen, die bisher zur Philosophie von Marx geschrieben wurden, ein Licht aufgegangen sein und auch mal eingestehen müsstest, dass Du einsiehst, dass die bisherige Politik der Stalins, Bresjnews, Ulbrichts, Honneckers und Co die marxistische Philosophie nur Mittel zum Zweck waren um ihre Machtposition zu halten und danach hatten sie ihre eigene Philosophie nur mit dem Deckmantel der marxistischen Philosophie auch ausgelegt.
Auch ich bin diesen Rattenfängern auf den Leim gegangen, mache daraus auch keinen Hehl. Aber deshalb kenne ich nach wie vor die auf der Grundlage des Materialismus bestehende Philosophie von Marx an, und die Richtigkeit beweist sich auch heute, wenn man das Wirken des Kapitals mit den richtigen Augen bewertet. Auch die Philosophen Hegel und Feuerstein waren auf dem gleichen Weg, nur hat Marx deren Theorie vom Kopf auf die Füße gestellt.
Ich hoffe Klaus, dass Du bestimmt auch fähig bist, das noch einmal neu zu bewerten.

--
stange
Re: Eine kleine Antwort ....
geschrieben von klaus
als Antwort auf stange vom 30.09.2008, 10:35:27
@stange,
"Auch ich bin diesen Rattenfängern auf den Leim gegangen. Aber deshalb kenne ich nach wie vor die auf der Grundlage des Materialismus bestehende Philosophie von Marx an..."

Es gab viele Leute, die den Rattenfängern, wie du schreibst, auf den Leim gegangen sind, obwohl sie doch hätten sehen müssen, dass die Praxis völlig anders aussah, als die täglich propagierte Theorie.
Dieses- von dir erwähnte Licht vom Widerspruch von Theorie und Praxis ist mir eigentlich ziemlich zeitig aufgegangen, ohne allerdings dagegen was tun zu können, denn das war ohne Gefahr für die eigene Existenz in der Gesellschaftsordnung der Marxisten nicht möglich, wie du weißt.

Was nutzt mir die Theorie, die ich auch kenne, wenn ich der Meinung bin, dass sie bei der Unterschiedlichkeit der menschlichen Einstellungen wahrscheinlich nicht anwendbar ist und nicht funktioniert.
Dass sie nicht funktioniert, hat sich in jahrzehntelangen "Versuchen" in unterschiedlichsten Regionen ziemlich deutlich gezeigt. Ich werde mich sicher nicht von den Füßen auf den Kopf stellen lassen. Das überlasse ich den Theoretikern, die nach wie vor nicht in der Lage sind, die gemachten Erfahrungen anzuerkennen.

--
klaus

Anzeige

stange
stange
Mitglied

Re: Eine kleine Antwort ....
geschrieben von stange
als Antwort auf klaus vom 30.09.2008, 11:07:47
Philosophie ist nun mal die Theorie über die Möglichkeit der Erkennbarkeit der Welt. Die Praxis ist immer mit einer subjektiven Auslegung verbunden. Das hat die Geschichte bewiesen. Marx behandelt auch in seiner Theorie die objektiven Gesetze über die Entwicklung einer Gesellschaft und das diese Entwicklung immer zu etwas Höherem strebt. (Gesetz der Negation der Negation) um nur eines der von Marx bezeichneten Entwicklungsgesetze zu nennen. Dass die höhere Entwicklung der Sozialismus Leninscher Prägung ist, hat Marx nie behauptet, das ist wiederum die subjektive Auslegung der Marxschen Theorie. Er hat auch keinen Zeitpunkt genannt, nur das die bestehenden gesellschaftlichen objektiven, also vom Menschen nicht beeinflussbaren Widersprüche, sich immer mehr verschärfen, und somit unweigerlich zu einer neuen Gesellschaftsordnung führen wird. Ehe das allerdings Wirklichkeit werden kann, und da gebe ich Dir Recht, wird noch viel Zeit ins Land gehen müssen, und die Menschheit wird noch viel Schlechtes ertragen müssen, ehe sich vor allen Dingen in den Köpfen etwas ändert.
Das komunistische Manifest, wo er behauptet, das der Arbeiter nichts zu verlieren hat, als seine Ketten, ist in der Zeit des Manchester-Kapitalismus, also in dessen Entstehungszeit von Marx und Engels,nebenbei bemerkt von einem Kapitalsten, aufgeschrieben worden, und hat an Aktualität nicht verloren.
--
stange
stange
stange
Mitglied

Re: Eine kleine Antwort ....
geschrieben von stange
als Antwort auf stange vom 30.09.2008, 11:52:23
Ich habe noch eine Ergänzung zu machen.
Z.B. was die Widersprüche unserer jetzigen Gesellschaft betrifft. Marx sagt in seiner Philosophie, dass der Arbeiter oder wie er sich ausdrückt, das Proletariat seine Arbeitskraft verkaufen muss. Somit ist die Arbeitskraft eine Ware. Angebot und Nachfrage regelt den Preis. Nun sind wir alle für den technischen Fortschritt, auf Messen und sonstigen Ausstellungen, die wir besuchen, sind wir stolz darauf, was unsere intelligenten Menschen wieder entwickelt und zustande gebracht haben. Auch diese Entwicklung schreitet mit immer größerer Geschwindigkeit voran. Das ist nicht aufzuhalten, wollen wir auch nicht, hat aber immer auch zwei Seiten. Mit dem Fortschritt schreitet auch die Automatisierung immer mehr voran, und das bedeutet, es werden für die eigentliche Produktion immer weniger Menschen daran beteiligt sein. Ergebnis dessen ist, dass immer mehr Menschen auf den Markt drängen, die ihre Arbeitskraft anbieten. Das Ergebnis ist, der Preis der Arbeitskraft wird immer mehr sinken, und das spüren wir doch von Tag zu Tag. Immer mehr Menschen sind um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, auf zusätzliche Stütze angewiesen, obwohl sie Tag für Tag fleißig arbeiten. Am gleichen Band arbeiten mit gleicher Tätigkeit, Menschen mit unterschiedlichen Einkommen, und die Zahl nimmt immer mehr zu. Dies führt unweigerlich zu Spannungen.
In der globalisierten Welt sind auch die Manager großer Konzerne Arbeiter die ihre Arbeitskraft zu verkaufen haben, aber zurzeit noch mit einem Preis, den man mit dem Preis eines Arbeiters nicht vergleichen kann. Ich prophezeie aber, dass auch die Anzahl der Manager weniger werden, die Mehrzahl in den Kreis der geringer verdienenden Arbeiter aufgenommen werden und der kleiner werdende Teil zu Einkommen aufsteigt, wo das Einkommen von Bankmanager Ackermann heute zu den geringen Einkommen zählt.
Das sind die Widersprüche unserer heutigen Zeit.

--
stange
Re: Eine kleine Antwort ....
geschrieben von klaus
als Antwort auf stange vom 30.09.2008, 13:03:52
@stange,
So einfach ist die Angelegenheit ?

Mit Marx lässt sich alles erklären. Das hat man uns jahrzehntelang vorgeführt.
So musste man nur einige Marx-Passagen weglassen, andere umdeuten, um z.B. zu erklären, dass trotz der steigenden Automatisierung z.B. in den 70-igern Löhne und Gehälter in der BRD weit stärker stiegen, als die Lebenshaltungskosten. Ich erinnere mich an diese verlogenen Argumentationen.
Vielleicht kannst du dir vorstellen, dass auch fast 20 Jahre nach der Wende mir deine parteilehrjahrähnlichen Ausführungen Schwierigkeiten bereiten.

Nun hatten wir doch diese neue Gesellschaftsordnung in den sozialistischen Ländern schon.
Die DDR- Bürger z.B. mussten ihre Arbeitskraft nicht verkaufen. Es gab keine Kapitalisten, die sich an der Arbeitskraft bereichern konnten. So gut wie alles war Volkseigentum. Es gab keine Manager, die ein Vielfaches verdienten, wie die Arbeiter - u.s.w.
Wir hatten ähnliche Verhältnisse, wie in der riesigen Sowjetunion mit ihren unerschöpflichen Bodenschätzen, riesigen fruchtbaren Feldern ... Ideale Bedingungen?

Wie eigentlich konnte sich unter diesen idealen Bedingungen - und über die hat auch Marx gesprochen - eine solche Misswirtschaft entwickeln, die sich u.a. in einer sehr niedrigen Arbeitsproduktivität, einer enormen Mangelwirtschaft, immer größer werdenden Rückständen zum Wohlstand in den kapitalistischen Staaten, einem Verfall der Infrastruktur und der Bausubstanz, einer immer größer werdenden Unzufriedenheit der Bevölkerung... ausdrückte ?

Meinst du nicht auch, dass es sein könnte, dass das System der sozialistischen( o. komm.) Planwirtschaft nur dann funktioniert, wenn die "Gehirne" aller Menschen "gleichgeschaltet" werden.
Du schreibst ja darüber, dass sich in den Köpfen was ändern muss, ohne genauer darauf einzugehen.
Und - wenn das nicht auf freiwilliger Basis passiert- muss da "etwas" nachgeholfen werden.( Einschränkung der eigenen Meinung, Grenzziehung zu Staaten, die noch "nicht so fortgeschritten" sind, Einschränkung der Kommunikation mit solchen Staaten, ...)
Ist das vielleicht die einzige Möglichkeit diesen Sprung in die neue Gesellschaftsordnung zu schaffen ?



--
klaus

Anzeige

stange
stange
Mitglied

Re: Eine kleine Antwort ....
geschrieben von stange
als Antwort auf klaus vom 30.09.2008, 14:48:14
Ach Klaus, Du hast zurecht Deine aufgeworfenen Probleme jeweils mit einem Fragezeichen versehen. Auf diese Fragen kann Dir wahrscheinlich noch niemand eine Antwort geben. Wer weiß heute schon wie sich das alles entwickelt. Wer darauf eine Antwort hat und die auch in der Praxis ect funktioniert und dabei der Menschheit hilft seine Probleme zu lösen, hat zu recht den Nobelpreis verdient. Dabei möchte ich allerdings Deinen letzten Abschnitt außen vorlassen, da sind wir doch bestimmt einer Meinung, dass wir froh sind, dies überwunden zu haben.
Mit dem Kopf meine ich allerdings den hauptsächlich bestehenden Egoismus des Menschen, und wie der aus den Köpfen rauszukriegen ist weiß ich auch nicht, daran wird die Marxsche Theorie zumindest in der Zeit die wir zukünftig überblicken können, in erster Linie scheitern.
--
stange
hugo
hugo
Mitglied

Re: Eine kleine Antwort ....
geschrieben von hugo
als Antwort auf klaus vom 30.09.2008, 14:48:14
neee klaus, so wie ich Marx verstanden habe, ist der günstigste Zeitpunkt, sind die besten Voraussetzungen für seine neue Gesellschaftsordnung erst dann gegeben, wenn der Kapitalismus auf seinem Höhepunkt ist, wenn es modernste Pm gibt und der Kopf so richtig zu stinken beginnt,,,,,
und so gesehen liegst Du völlig daneben vonwegen ideale Bedingungen in der SU.

Aus dem zaristisch, feudalem Rußland (also den denkbar miserabelsten Bedingungen) heraus begann Lenin sein marxistisches Experiment,,,noch dazu mit ungeheuer miesen äußerlichem Umfeld ( ein reiches, militärisch saustarkes kapitalistisches Ausland mit böswilligen Absichten im Nacken)

Marx selbst merkte an, dass das Gelingen seines theoretischen Vorhabens erst nach einer weltweiten Revolution möglich sei.

aber wie gesagt,,,,nur mit Lügen, mit Halbwahrheiten, mit Verdrehungen, falschen Behauptungen läßt sich trefflich gegen Marx und für Murks argumentieren,,

hmm,, ideale Voraussetzungen in der SU,,,,kopfschüttel,,,haste mal wieder nicht richtig aufgepasst im Parteilehrjahr, hast vom VW Käfer geträumt und einer satten Arbeitslosenstütze ? *g*


--
hugo
Re: Eine kleine Antwort ....
geschrieben von klaus
als Antwort auf stange vom 30.09.2008, 15:49:41
@stange,
"Mit dem Kopf meine ich allerdings den hauptsächlich bestehenden Egoismus des Menschen, und wie der aus den Köpfen rauszukriegen ist weiß ich auch nicht, daran wird die Marxsche Theorie zumindest in der Zeit die wir zukünftig überblicken können, in erster Linie scheitern. "

Da sind wir einer Meinung.
--
klaus
ehemaligesMitglied451
ehemaligesMitglied451
Mitglied

Re: Eine kleine Antwort ....
geschrieben von ehemaligesMitglied451
als Antwort auf stange vom 30.09.2008, 15:49:41
Es ist zwar ehrenwert,wenn sich Leute aus den Nebuläs mit ihrer Vergangenheitsbewältigung befassen. Schade nur, dass fast jedes Thema so endet.

Die Diskrepanz zwischen der marxschen theorie und dem ehemals real existierenden sozialismus ist.. entschuldigung .. für altgediente "Wessis" ein alter hut.

Eine Diskussion um marxistische theorien im Zusammnehang mit heutigen Problemen,
kommt mir vor, wie ein Diskussion in einem Raumschiff auf dem Weg zum Andromdarnebel um Frage, wie oft auf der Erde die Blumen gegossen werden müssen, damit sie bei der Rückkehr nicht vertrocknet sind.


donaldd

Anzeige