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Aktuelle Themen Integration mal ganz anders

Bruny
Bruny
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Integration mal ganz anders
geschrieben von Bruny
Bei RTL Extra wurde heute Abend auch einmal ein netter Beitrag über und mit syrischen Flüchtlingen im tiefsten Bayern gezeigt. Vielleicht kennt der eine oder andere noch das Kultpaar aus Bauer sucht Frau, Josef und Narumol. Der gläubige Bauer und seine thailändische Frau haben im März diesen Jahres 10 syrische Flüchtlinge, alles junge Männer, aufgenommen. Heute wurde ein wenig Einsicht in das Leben der "Großfamilie" gebracht und man kann mit fug und recht sagen, das ist multi-kulti und so funktioniert Integration. Das Wort Integration wurde Narumol übrigens von einem der syrischen Männer beigebracht.
Ich fand den Bericht äußerst erfrischend und Josef und Narumol überaus menschlich.
Bruny
old_go
old_go
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Re: Integration mal ganz anders
geschrieben von old_go
als Antwort auf Bruny vom 31.10.2016, 22:45:14
Moin,Moin,

Bruny

hab den Film -leider-nicht gesehen,dank dir aber für diese Mitteilung!

Ja,es ist bewundernswert,was diese Beiden initiiert haben!

Gudrun
Tina1
Tina1
Mitglied

Re: Integration mal ganz anders
geschrieben von Tina1
als Antwort auf Bruny vom 31.10.2016, 22:45:14
Bruny ein gutes Beispiel, wie man Flüchtlingen helfen kann. Ich denke es gibt viele solcher Beispiele. Ich finde die Aktion von Josef und Narumol auch sehr menschlich.
Hier wird genau das gezeigt, wie man Flüchtlingen helfen kann, sich zu integrieren. Denn es ist wichtig, dass die Flüchtlinge mit den Einheimischen in Kontakt kommen, mit ihnen zusammenleben u. nicht unter sich bleiben. Genau das wurde bei türkischen Migranten verpasst, viele blieben unter sich.

Nuray Çesme, die in der Türkei geboren ist und in Deutschland aufgewachsen, erzählt in dem Bericht warum u. wie sie es geschafft hat sich zu integrieren u. warum es manche nicht geschafft haben. Solche Geschichten zeigen, auf was man bei der Integration jetzt achten muss, damit es nicht wieder in die falsche Richtung läuft.
Tina

Linktipp: „Misch Dich bloß unter die Deutschen“
Nuray Çeme ist in der Türkei geboren und in Deutschland aufgewachsen. Sie fühlt sich komplett hier angekommen – aber glaubt dennoch, dass die Integration an sich gescheitert ist.

Denn sie erzählt darin, wie sie schon vor Jahren aus der Türkei hierher nach Norddeutschland kam und hier aufwuchs. Wie sie dabei anfangs in einer türkischen Parallelgesellschaft lebte. „Ich war wirklich nur mit Türken zusammen“, sagt sie, „ich habe türkisch gegessen, gesprochen, gedacht.“ Sie berichtet, wie sie sich dann doch noch aus dieser Parallelgesellschaft löste, als eine von wenigen – und warum sie die Integration ihrer Landsleute an sich für gescheitert hält, gerade wegen ihrer eigenen Geschichte: Sie selbst kam schon als Baby hierher.

Sie landeten in Neumünster, wo viele türkische Gastarbeiter untergebracht waren – und die kleine Stadt ziemlich beeinflussten: Es gab türkische Waren, türkische Läden, türkisches Essen, es wurde Türkisch gesprochen.

„Ich bin dort sehr gut aufgewachsen, habe mich nie fremd gefühlt“, sagt Çesme, „denn ich hatte das Gefühl, als ob wir in einem türkischen Dorf lebten.“ Sie lernte ausschließlich die türkische Sprache, spielte nur mit türkischen Kindern, richtete sich nach den aus dem Heimatland mitgebrachten Traditionen. Als sie mit sechs Jahren in die Schule kam, hielt sie sich an die türkischen Mitschüler. Sie dachte gar nicht drüber nach, nicht eine Sekunde, es war für sie klar, dass sie mit ihnen zusammen sein würde.

Sie änderte dann allerdings doch etwas. Nicht, weil sie plötzlich eine Einsicht gehabt hätte – sondern weil ihre Eltern es für sie beschlossen. Die hatten mittlerweile entschieden, in der Bundesrepublik zu bleiben und wollten nun gern, dass sich ihre Tochter so gut wie möglich in die hiesige Gesellschaft einfügte. „Mein Vater hat immer gesagt: Misch dich unter die Deutschen, misch dich bloß unter die Deutschen.“ Damit sei er allerdings einer der ganz wenigen gewesen, die das befürwortet hätten, vielleicht sogar der Einzige.

Sie wechselte also nach der Grundschule auf eine andere Schule, kam in die neue Klasse und hatte dort praktisch keine türkischen Mitschüler mehr. „Ich stand da, mit meiner kleinen Schultasche in der Hand, und es war mir alles so unangenehm, ich hatte das Gefühl, dass mich alle anguckten.“ Sie setzte sich neben eines der deutschen Mädchen. Und sie verstand sich sofort erstaunlich gut mit ihrer neuen Sitznachbarin, freundete sich tatsächlich mit ihr an. „Und ich habe durch diese tolle Freundschaft die deutsche Sprache komplett gelernt, nicht nur die Bruchstücke, die ich vorher mal aufgeschnappt hatte. Ich habe deutsche Sitten und Gebräuche verstanden, und später dann auch immer mehr andere Deutsche kennengelernt.

Und genau deshalb will sie nun davor warnen, dass dieses berufliche und private Ankommen zwar bei ihr geklappt hat – aber nur, weil ihre Eltern sie mehr oder weniger dazu gebracht hätten, und weil sie es später dann auch selber wollte, sich anstrengte.

Aber sie schätzt, dass sich gerade einmal 40 Prozent so angepasst hätten wie sie, 60 Prozent dagegen seien kaum oder gar nicht integriert – und deren Zahl steige immer weiter an. „Das ist doch klar: Es war damals schon nicht notwendig für uns, sich hier wirklich anzupassen. Es gab türkische Geschäfte und türkische Waren, mit denen wir uns wie in der Heimat fühlen konnten.“ Das habe sich seitdem noch mal deutlich verstärkt. Mittlerweile gebe es nicht mehr nur ein paar kleine Lädchen, sondern ganze türkische Straßenzüge, „mit Moscheen, Reisebüros, Banken, Kinos, Bäckern, Restaurants.“ Es sei alles da, was man sich nur wünschen könne – und noch mehr.

„Das bewirkt zwar, dass sich die Menschen wohler und immer mehr wie zu Hause fühlen.“ Doch es verhindere auch, dass sie sich anpassten, sie hätten es ja schlicht nicht mehr nötig. Und diese Entwicklung werde sich noch verstärken: Es lebten immer mehr Menschen mit einem Migrationshintergrund in der Bundesrepublik, dazu kämen nun aktuell noch die vielen Flüchtlinge: „Die haben furchtbare Dinge erlebt und werden zuerst einmal darin Zuflucht suchen, was sie kennen. Genau so würde ich es selbst machen.“
geschrieben von Sophie Lübbert

PS: Sorry, es ist leider etwas viel geworden. Aber es gehört alles zusammen, man kann es kaum trennen, wenn man von Zitaten den Inhalt wiedergeben will.

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olga64
olga64
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Re: Integration mal ganz anders
geschrieben von olga64
als Antwort auf Bruny vom 31.10.2016, 22:45:14
WEnn es sich wirklich so verhält, ist es natürlich gut und noch besser wäre es, wenn damit die Zielgruppe von RTL 2 sich angesprochen fühlen würde, dies nachzumachen. Allerdings bin ich immer skeptisch, wenn A - C-Promis solche guten Taten einer Öffentlichkeit kundtun und denke, oft steckt der Sender dahinter, der damit seine A-C-Promis in bestem Licht erscheinen lassen möchte.
In diesem Zusammenhang fällt mir jetzt wieder der A-Promi Til SChweiger ein, der mit einem Riesentheater vor nicht allzu langer Zeit seine Projekte der Flüchtlingshilfe überall bekanntmachte, natürlich verbunden, wie es so seine Art ist, mit Politiker- und Journalistenbeschimpfung.
Aber rausgekommen ist hier anscheinend nicht viel, obwohl er doch auch weitere A-Promis vor seinen PR-Karren spannte.
DA sind mir die vielen, vielen freiwilligen Helfer, die keiner ausser dem persönlichen Umfeld kennt und die auch kein TV brauchen, um über ihre guten Taten zu sprechen, viel lieber und ich habe grosse Hochachtung vor diesen, weil sie nach wie vor unermüdlich einfach helfen (auch wenn sie mittlerweile von anderen beschimpft werden, die das nicht verstehen). Olga
Edita
Edita
Mitglied

Re: Integration mal ganz anders
geschrieben von Edita
als Antwort auf olga64 vom 01.11.2016, 16:42:50

In diesem Zusammenhang fällt mir jetzt wieder der A-Promi Til SChweiger ein, der mit einem Riesentheater vor nicht allzu langer Zeit seine Projekte der Flüchtlingshilfe überall bekanntmachte, natürlich verbunden, wie es so seine Art ist, mit Politiker- und Journalistenbeschimpfung.
Aber rausgekommen ist hier anscheinend nicht viel, obwohl er doch auch weitere A-Promis vor seinen PR-Karren spannte.
Olga


Was verstehen Sie in diesem zusammenhang unter Riesentheater?

Til Schweiger zieht Bilanz

Edita
olga64
olga64
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Re: Integration mal ganz anders
geschrieben von olga64
als Antwort auf Edita vom 01.11.2016, 16:59:39
DAnke Edita. Die Bilanz endet ja Ende 2015 - zu 2016 heisst es nur, dass es Super angelaufen sei. Jetzt ist das Jahr 2016 bald zu Ende und ich bin gespannt, ob er immer noch so euphorisch klingt. Wollen wir es hoffen nach dem Riesentheater. Olga

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anjeli
anjeli
Mitglied

Re: Integration mal ganz anders
geschrieben von anjeli
Bruny,

ich habe den Bericht auch gesehen... und ich finde, dass er sehr authentisch war...
Narumol kann es doch gut nachvollziehen, wie ein Flüchtling sich fühlen muss in einem fremden Land mit fremder Sprache und mit fremden Sitten und Gebräuchen... und...

ich glaube nicht, dass da irgendwas gestellt war fürs Fernsehen oder dass es nur eine Aktion fürs Fernsehen sein könnte...
Narumol und Josef sind das Kultpaar... sie machen Werbung, haben noch andere Aufträge... sind auf dem Teppich geblieben...
Frau Olga... warum sollten sie sich sowas ans Bein binden und dann auch noch zehn Personen aufnehmen...?

Ein Vergleich mit Till Schweiger finde ich nicht angemessen... sie sind vor Ort mit ihren "Flüchtingen" und machen... lassen nicht machen... und sie übernehmen Verantwortung...

Grüßle von anjeli
Tina1
Tina1
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Re: Integration mal ganz anders
geschrieben von Tina1
als Antwort auf anjeli vom 03.11.2016, 16:23:08
Anjeli, das sind auch meine Gedanken.
Tina
schorsch
schorsch
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Re: Integration mal ganz anders
geschrieben von schorsch
Ehrlich gesagt gab ich Narumol und Josef keine Chance; Josef war - immer meiner Meinung nach - ein verklemmter, eifriger Kirchgänger, Narumol eine "Importierte", die schon mal mit einem deutschen Manne schlechte Erfahrungen gesammelt hatte. Inzwischen ist aus Josef ein weltoffener Zeitgenosse geworden, der Freude am Leben und seiner Familie hat. Und Narumol ist zu 100 % integriert in die für sie noch vor wenigen Jahren fremde Welt.

Schäfer Heinrich und sein "Gleichgeselle" sind mir da schon eher etwas suspekt.

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