Aktuelle Themen Karstadt Insolvenz

gila
gila
Mitglied

Re: Karstadt Insolvenz
geschrieben von gila
als Antwort auf eleonore vom 10.06.2009, 07:49:27
Sorry,
da haben wieder mal hochbezahlte Manager versagt.
Ich frag mich, warum man nicht die nicht endlich zur Verantwortung zieht.
Herzlichst
--
gila
P.S.:
Ich bin der Meinung, daß nicht die Allgemeinheit geradestehen muß für das Versagen von sog. "hochqualifizierten" Kräften
luchs35
luchs35
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Re: Karstadt Insolvenz
geschrieben von luchs35
als Antwort auf gila vom 10.06.2009, 22:05:13

Das waren nicht nur hochbezahlte "Manager" , da haben die
Eigner/ Grossaktionäre kräftig mitgemischt und haben nun die Chuzpe, bei der Regierung anzukopfen, um ihre Misswirtschaft durch Steuergelder finanzieren zu lassen.



In die Kritik geriet die Sal.Oppenheim-Bank durch die drohende Insolvenz der Arcandor-Gruppe, deren Immobilien- und Geschäftspolitik Sal. Oppenheim zusammen mit der Großaktionärin und Sal. Oppenheim-Kundin Madeleine Schickedanz sowie deren ehemaligen Geschäftsführer Thomas Middelhoff steuerte.

--
luchs35


arno
arno
Mitglied

Re: Karstadt Insolvenz
geschrieben von arno
als Antwort auf eleonore vom 10.06.2009, 07:49:27
Hallo, eleonore,

gibt es nicht auch Profiteure bei der inszenierten Karstadt - Insolvenz???

Viele Grüße
--
arno

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EehemaligesMitglied58
EehemaligesMitglied58
Mitglied

Re: Eigentum vernichtet (Hinweis auf den Leitartikel der SZ vom 10.06.2009)
geschrieben von EehemaligesMitglied58
als Antwort auf hugo vom 10.06.2009, 20:04:36
Jeder der hier schreibt, hat anscheinend alles besser gewußt.
Nun gibt es leider oder glücklicherweise in der wirtschaft und im handel immer wieder mal umbrüche, die neues hervorbringen und altes, auch bewährtes, untergehen lassen.
So haben die supermärkte die "tante-emma Läden" verdrängt, die einkaufszentren auf der grünen wiese vielen fachgeschäften in stadtzentren den garaus gemacht.
Kann man deshalb den besitzern der fachgeschäfte und kleinen läden den vorwurf machen, managementfehler gemacht zu haben?
Anscheinend hat sich der verdrängungswettbewerb im Handel jetzt zu gunsten der neuen einkaufszentren entwickelt und den warenhäusern bekannter prägung geschadet.
Ob nun in jedem fall die manager der warenhäuser schuld sind, wenn der umsatz stagniert oder rückläufig ist, oder ob andere handelseinrichtungen einfach zeitgemäßer oder vom kunden besser angenommen werden, wie der internethandel sich letztendlich auf umsätze in stadtzentren auswirkt,kann keiner zu 100% voraussehen.
Sonst hätten wir ja das system der fehlerfreien arbeit, daß mal ein russe noch im tiefen sozi erfunden hat, diesen aber auch nicht vorm untergang gerettet hat.
Nun eignet sich auch nicht jedes warenhaus für tolle modernisierungen und umstrukturierungen.
Wir werden daher sicherlich mit einer veränderung in der handelslandschaft der innenstädte rechnen müssen.



--
gram
Re: Eigentum vernichtet (Hinweis auf den Leitartikel der SZ vom 10.06.2009)
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf EehemaligesMitglied58 vom 11.06.2009, 12:23:04
ich bin davon überzeugt, dass wir uns nur noch gesund schrumpfen können. fachgeschäfte haben bedauerlicherweise in vielen städten zugemacht. der konkurrenz der center und kaufhäuser waren die kleineren geschäfte nicht gewachsen. hinzu kommt, dass viele der fachgeschäfte keine nachfolger haben oder diese sich die damit verbundene arbeit nicht über den buckel ziehen wollen.

ich persönlich finde die entwicklung sehr bedauerlich, da m.m. nach die individualität immer mehr verloren geht.

mein mitleid mit den konzernen hält sich sehr in grenzen. die entscheidung kartstadt in die involvenz gehen zu lassen, finde ich sehr richtig, zumal die eigentümer (schickedanz) anscheinend kein interesse am fortbestand des imperiums haben, denn schweigen ist ja wohl eine der lautesten sprache überhaupt.

ich habe in den letzten wochen ein paar dieser entsetzlichen center aufgesucht. unabhängig mal von der tatsache, dass in jedem dieser center das gleiche angebot vorhanden ist (eins gesehen, alle gesehen), waren die leute an zwei händen abzuzählen, die sich dort aufhielten. der leerstand an ladenlokalen, selbst im bereich der 1a lagen ist enorm. die mieten sind auf dem sehr hohen niveau nicht mehr zu erzielen – und das ist auch gut so. die zeit der reinen abzocke in diesem segment scheint vorbei.

--
plumpudding
rello
rello
Mitglied

Re: Eigentum vernichtet (Hinweis auf den Leitartikel der SZ vom 10.06.2009)
geschrieben von rello
als Antwort auf EehemaligesMitglied58 vom 11.06.2009, 12:23:04
Anscheinend haben die Arcandor Manager doch etwas verpennt. Der Kaufhof hat da wohl mit seinem Galeria Konzept den besseren Riecher gehabt und gedenkt jetzt, Karstadt zu übernehmen.
--
rello

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rello
rello
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Re: Eigentum vernichtet (Hinweis auf den Leitartikel der SZ vom 10.06.2009)
geschrieben von rello
als Antwort auf vom 11.06.2009, 12:45:26
ich habe in den letzten wochen ein paar dieser entsetzlichen center aufgesucht. unabhängig mal von der tatsache, dass in jedem dieser center das gleiche angebot vorhanden ist (eins gesehen, alle gesehen), waren die leute an zwei händen abzuzählen, die sich dort aufhielten.

Dann mußt Du mal den Ruhrpark in Bochum oder das Centro in Oberhausen besuchen, wenn Du da einen Parkplatz ergatterst!
--
rello
ehemaligesMitglied451
ehemaligesMitglied451
Mitglied

Re: Karstadt Insolvenz
geschrieben von ehemaligesMitglied451
als Antwort auf arno vom 11.06.2009, 10:13:01

ein typisches Beispiel für ein unseriöses "in-sich" Geschäft.
Die Acandor Insolvenz ist nichts anderes als der Zusammenbruch eines perpetuum mobile:

Arcandor hat Immobilien für 4,5 Milliarden an ein Immobilien-Konsortium verkauft um diese dann zu Markt unüblich überhöhten Mieten (9% vom Umsatz) zurückzumieten. Üblich ist die Hälfte. Die höhe der Miete ist aber Ausgangspunkt der Bewertung dieser Imoblie:

Hier sieht man im Einzelfall wie die geplatzte Seifenblase des aufgeblähten Finanzmarktes funktioniert hat: Durch überhöhte Mieten entsteht ein großer, real nicht existenter Imobilienwert. Man verdoppelt sein Vermögen durch Luftverträge, da offensichtlich Karstadt bereits bei Vertragsabschluss mittelfristig überhaupt nicht in der Lage war, diese Mieten zu erwirtschaften. Leider greift hier das Insolvenzrecht und das Straferecht zu kurz, um diese offenkundigen Machenschaften zu durchkreuzen. Daher aber auch zu Recht kein Pfennig vom Staat für diese betrügerische Konstruktion, damit nicht entgegen der Naturgesetze das perpetuum mobile doch noch funktioniert.
donaldd
Re: Eigentum vernichtet (Hinweis auf den Leitartikel der SZ vom 10.06.2009)
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf rello vom 11.06.2009, 13:00:21
rello, diese dinger sind mir auch bekannt, da ich beruflich mit centern zu tun hatte. ich finde diese center genauso ätzend wie jedes andere auch. das angebot ist in jedem center gleich ob ich nun auf die grüne wiese nach kleinkleckersdorf fahre oder in eine sogenannte grossstadt.
--
plumpudding
dutchweepee
dutchweepee
Mitglied

Re: Eigentum vernichtet (Hinweis auf den Leitartikel der SZ vom 10.06.2009)
geschrieben von dutchweepee
als Antwort auf rello vom 11.06.2009, 13:00:21
@rello

In Holland sind diese Einkaufszentren außerhalb der Innenstadt verboten. Dort werden sie von der Stadtverwaltung einfach nicht genehmigt. Das hat zur Folge, daß auch die großen Ketten, wie Saturn und Mediamarkt im Stadtzentrum zu finden sind und die historischen Kaufhäuser wie zum Beispiel "De Bijenkorf" rappelvoll.

In Den Haag und Amsterdam macht es noch Spaß im Zentrum zu bummeln, während es in vielen deutschen Städten gar kein lebendiges "Down Town" mehr gibt, weil das Stadtzentrum auf der grünen Wiese erbaut wurde.

Also haben wohl doch nicht nur die Manager, sondern umsatzsteuergeile Kommunal-Politiker versagt?

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