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Aktuelle Themen Kein Sitzenbleiben mehr - eine gute Idee?

schorsch
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Re: Kein Sitzenbleiben mehr - eine gute Idee?
geschrieben von schorsch
Gestern in den Medien gehört: In einem arabischen Staat wurden die Verantwortlichen in einer Schule vom Richter gebüsst -, weil einige Sprösslinge der arabischen Elite schlechte Noten heimbrachten.....

Das Resultat davon wird sein, dass inskünftig kein Lehrer mehr sich getraut, schlechten und/oder faulen Schülern schlechte Noten zu verteilen!
digi
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Re: Schüler sind für's Sitzenbleiben
geschrieben von digi
als Antwort auf vom 07.03.2013, 09:41:54
An meine Schulzeit und Ausbildung kann ich mich noch gut erinnern.
Ohne 'Konkurrenz' und ohne Erfolgserlebnis geht wenig bis gar nichts.

Ich bin sogar mal sitzen geblieben. Zu Recht.
Denn nach dem Krieg wurde ich damals in Beeskow eingeschult.
Und wir 'durften' die russische Schreibweise erlernen.
Nun stelle man sich vor, mit ost-brandenburgischem Sprachgebrauch an den plattdeutsch-sprechenden Niederrhein verpflanzt zu werden.
Ich hab einfach gar nix mitgekriegt. Ich musste während der Stunde mal 'pullern'; Herr des Himmels, da wusste kein Mensch was das heisst. Die haben mich ausgefragt und konnten nix mit mir anfangen. Bis einer die Idee hatte, ich müsse wohl mal 'austreten'. Na damit konnte ich doch wieder nix anfangen; austreten - wie ein Pferd?

Also war nur Sitzenbleiben möglich, und angebracht.
Hat auch nix geschadet; denn ein Jahr später sprach man dort dann 'deutsch'. Und ich war bald Klassensprecher. Später hab ich dann ein Jahr übersprungen. Geht doch, kaum macht man's richtig - schon funktioniert's.
Man stelle sich nur mal vor, die hätten mich als Dummbatz weiter durchgeschleift... das Gespött des Dorfes. (Bin dann zu dessen Schrecken mutiert).
Dazu hatte meine größere Schwester (16 Jahre älter) allerdings den zündenden Funken, die mir die 'Flötentöne' in einer 'speziellen Session' beigebracht hatte. Ihr bin ich bis in die nächste Steinzeit dankbar, obwohl mir die Session damals so gar nicht gefallen hat.

Sitzenbleiben ist allerdings (gerade auf einem Kaff) nicht die erste Wahl.
Es gibt allerdings 'Dummbatzen' (sorry), die einfach gar nix schnallen.
Die kann man doch nicht in einer Klasse zügig Fortschreitender mit durchzergeln. Da würden die Klugen doch bald die Augen rollen und aufgeben. Das Ergebnis wäre bald kontraproduktiv zur Absicht.
Genau zu diesem Zweck haben wir doch das mehrstufige Bildungssystem.
Nämlich damit auch Dummbatzen mit ihren erworbenen Fähigkeiten sich durchs Leben bewegen können, was durchaus kein Nachteil sein muss (Merke: Die dümmsten Bauern haben die dicksten Kartoffeln).
Aber die 'Streber' kommen dann woanders zügig weiter; in der heutigen Zeit eigentlich ein Muss.

Aus 'Mitleid' oder 'Gnade' jemanden dauerhaft mitzuschleifen halte ich für keine so brilliante Idee.
Den Strebern würde dabei auch nicht genügend Stoff geboten, um sie bei der Lernstange zu halten.
Folge: das gesamte Niveau würde abgleiten; genau das Gegenteil von dem was erwartet wird.
Das Leben ist doch durchaus als Konkurrenz zu verstehen; nur so? macht es doch auch Freude.

Ich finde es daher angebracht, die Abstufungen so zu belassen wie sie sind. Spätzündern ist damit auch gedient.

Zugegeben etwas krass ausgedrückt, aber ich wollte den Kern herauskehren.
Klare Ansage, klares Ergebnis.

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