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Aktuelle Themen Krankenhäuser lehnen Behandlung einer vergewaltigten Frau ab

Re: Krankenhäuser lehnen Behandlung einer vergewaltigten Frau ab
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf marina vom 03.02.2013, 12:52:46
Ein großer Schritt für die katholische Kirche ist es nicht. Ein großer Schritt und obendrein logisch wäre es jetzt, wenn sie auch die Pille davor zulassen würde, denn die hat den gleichen Effekt wie die Pille danach: dass „ein Präparat, dessen Wirkprinzip die Verhinderung einer Zeugung ist, mit der Absicht eingesetzt wird, die Befruchtung zu verhindern.“
Fett von mir.

@Alle, die auf meinen 3-Zeiler antworteten

Meine Ansicht ist: Jede Frau muss über ihren eigenen Bauch bestimmen können. Kaum eine Frau wird diesbezüglich leichtfertig und ohne inneren Gefühlsstreit entscheiden. Falls die Frau zu einer (für ihre Situation) vernünftigen Entscheidung kommt, sollte Niemand sie hindern, das zu tun, was sie für richtig hält.***

Viele Wege führen nach Rom, und jeder Weg nach Rom beginnt mit zumeist zaghaften kleinen Schrittchen.
Dass die Pille, die Millionen/Milliarden von katholischen Frauen nehmen, immer noch nicht gestattet ist, ist sowas von verbohrt.

Die Gründe die zu Meisners Erklärung/Entscheidung führten, sind unerhört. Ich hoffe, sie wird in allen katholischen Krankenhäusern greifen.
Wichtiger noch ist mir aber, dass die verbohrte römische Front nun endlich ein ganz klein wenig angebohrt worden ist.

MargArit

***Ausnahme: Irgendein Mann schrieb hier über das Erschleichen von Schwangerschaften, um einen über ihre Absichten nicht informierten Mann zu halten oder für sich zu gewinnen usw., was ich hier beantworten möchte:
Hier hört das Allein-Entscheidungsrecht der Frau auf.
Das ist aber ein ganz anderes Thema.
clara
clara
Mitglied

Re: Krankenhäuser lehnen Behandlung einer vergewaltigten Frau ab
geschrieben von clara
als Antwort auf marina vom 03.02.2013, 12:52:46
Durch die Missbrauchsdebatte hat sie schon so viele Schäfchen verloren, dass hier unbedingt Rettungsmaßnahmen erforderlich waren, um jetzt nicht noch mehr von ihnen zu verlieren.

Zu den - wahrscheinlich erfolglosen - Rettungsmaßnahmen gehört dann auch, was Erzbischof Gerhard Ludwig Müller als eine Pogromstimmung gegen seine Kirche bejammert. Im Interview
kritisiert er zugleich, Zitat, " den innerkirchlichen Dialogprozess, wie er derzeit in Deutschland zwischen den Bischöfen und kritischen Laien-Gruppen geführt wird: 'Dialogprozess ist gut. Aber man muss auch über das Wesentliche reden und nicht die gleichen Probleme immer wieder neu auftischen', sagt Müller." Also weiterhin haben Laien in der kath. Kirche nichts zu sagen und Probleme sollen unter den Teppich gekehrt werden. Keinen Deut Abweichung von Dogmen und verkrusteten Denkmustern.

Clara
hisun
hisun
Mitglied

Re: Krankenhäuser lehnen Behandlung einer vergewaltigten Frau ab
geschrieben von hisun
als Antwort auf clara vom 03.02.2013, 16:29:57
Ja Clara, es ist leider so ..

.. ich finde Pogromstimmung (dein Link: interview ) gegen Priester doch ein hartes Wort, denn nicht die Priester werden global (verbal) angegriffen, sondern das Dogma der römisch katholischen Kirche (was auch seitens einiger katholischer Priester geschieht) und somit der Papst, der in keinster Art und Weise bereit ist für Veränderungen bzw. Anpassungen ans 20.jh. – warum ist mir schon klar: diese Kirche erhebt den Anspruch, als die „allein wahre“ Kirche für alle Zeit zu sein. Ich bin streng katholisch aufgewachsen, ohne Bibel, nur mit dem kleinen Katechismus der römisch katholischen Kirche in der Schweiz. Mittlerweile wird sich einiges geändert haben, da bin ich aber nicht mehr „up to date“, da ich aus der katholischen Kirche ausgetreten bin. Aber das ist eine andere Geschichte..

Hinsichtlich Sexualität scheint aber noch immer die gleiche Moral (sechstes Gebot) zu gelten (das Zölibat existiert noch), und privat ist sie nur verheirateten Paaren erlaubt, wenn sie Kinder wollen. Verhütung gilt als Sünde, die Pille ist verboten .. und das predigt der Papst auch in Drittweltländern .. man stelle sich das vor !? .. im heutigen Zeitalter, wo die Welt (besonders die Dritte) überbevölkert ist !?

Ob sich da mal was ändert ?! Das wird wohl ein längeres Projekt mit ungewissem Ausgang !!

hisun
.*.

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Edita
Edita
Mitglied

Re: Krankenhäuser lehnen Behandlung einer vergewaltigten Frau ab
geschrieben von Edita
als Antwort auf hisun vom 03.02.2013, 19:45:49
Bei Günter Jauch wird der Fall aus Köln behandelt!

Edita
eka231246
eka231246
Mitglied

Re: Gestern bei Jauch
geschrieben von eka231246
als Antwort auf Edita vom 03.02.2013, 21:48:30
Gestern bei Jauch hat sich die Katholische Kirche als größter Arbeitgeber Deutschlands in ihrer ganzen Verstrickung und Verlogenheit offenbahrt. Wir waren entsetzt über Doppelmoral und Rechtfertigungsversuche der Repräsentanten einer Institution, deren Einrichtungen (wie ich in der Sendung gelernt habe)zu 90-100% von Steuergeldern subventioniert wird. Die Erklärung von Kardinal Meisner muss in Schall und Rauch verpuffen, wenn ein 80 jähriger Mann in einer Erklärung die Wirkung eines Medikamentes beschreibt, was der Markt in Deutschland überhaupt nicht anbietet. Das als Entschuldigung ist für Betroffene Frauen nicht besonders hilfreich.

Besonders infam erschien mir das Argument von einem der Diskutanten: Frauen hätten einen freien Willen und könnten schließlich schon im Vorfeld selbst durch Enthaltsamkeit entscheiden -bitte, wie das bei Vergewaltigung und möglichen unfreiwilligen Befruchtung-.Das war eines von vielen fast dümmlichen Argumenten und zwingt Frauen im aufgeklärten 21. Jahrhundert zurück in die Fremdbestimmung und wieder weg von dem mühsamen erreichten Status eigenverantwortlich über ihre persönlichen Belange entscheiden zu können.

Moral und christliche Wertesystheme gehören für ich nach wie vor zu den wichtigsten Elementen einer funktionierenden Gesellschaft, aber verlogen und heuschlerisch - NEIN....

Eka
Edita
Edita
Mitglied

Re: Gestern bei Jauch
geschrieben von Edita
als Antwort auf eka231246 vom 04.02.2013, 09:49:03


Besonders infam erschien mir das Argument von einem der Diskutanten: Frauen hätten einen freien Willen und könnten schließlich schon im Vorfeld selbst durch Enthaltsamkeit entscheiden -bitte, wie das bei Vergewaltigung und möglichen unfreiwilligen Befruchtung-.
Eka


Ja das war Martin Lohmann, Leiter des privaten Senders K-TV! Boah.... und wie der rumgeeiert hat, als Jauch ihn gefragt hat, wie er denn, im Falle seiner Tochter würde das passieren, entscheiden würde! " Er hofft, daß er und seine Frau in so einem Falle richtig entscheiden würden,jedenfalls würden sie ihrer Tochter immer gut beistehen "! Aber, es sah so aus, oder man hatte das Gefühl, zu entscheiden hat sie nichts! Einfach ekelhaft! Dem Jauch hat er noch vorgeworfen, es sei unfair ihm solch eine Frage zu stellen !

Edita

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pippa
pippa
Mitglied

Re: Gestern bei Jauch
geschrieben von pippa
als Antwort auf Edita vom 04.02.2013, 10:13:59
Ich finde in diesen Diskussionsrunden den Applaus des Publikums oft sehr störend.

Als jedoch gestern bei Jauch die Menschen verachtenden Aussagen des Herrn L. mit schallendem Gelächterbegleitet wurden, empfand ich das wohltuend.

Dieser Mann verkörpert in hervorragender Weise die Verlogenheit der katholischen Kirche.

Wann endlich wacht die Politik auf und und entzieht den kirchlichen Einrichtungen JEDER Konfession die Sonderrechte.

Die absurde Unsicherheit der Arbeitnehmer, ob sie in ihrem Handeln evtl. gegen kirchliche Bestimmungen verstoßen, muss endlich aufhören.

Pippa
eka231246
eka231246
Mitglied

Re: Gestern bei Jauch
geschrieben von eka231246
als Antwort auf pippa vom 04.02.2013, 11:09:07
Pippa, ich bin ganz Deiner Meinung, würde aber noch weiter gehen.

Frauen müssen vielleicht noch mehr lernen, ihre Positionen, auch in Extremsituationen besser zu vertreten. Z.B. haben Krankenhäuser neben den Ärzten, die sich mit ihrem Eid verpflichten Hilfe zu leisten, grundsätzlich immer einen Versorgungsauftrag. Es kann nicht sein, dass eine junge Frau aus ideologischen Gründen nach einem traumatischen Erlebnis weggeschickt wird. Da frage ich mich: Wo sind sie denn die christlichen Grundwerte, wenn es darum geht das Leben zu schützen. Was ist denn mit den Frauen?

Eka
Re: Gestern bei Jauch
geschrieben von marina
als Antwort auf pippa vom 04.02.2013, 11:09:07
Pippa, mir ging es ganz genauso wie dir, ich habe mich immer gefreut, wenn die Leute den Lohmann ausgelacht haben, der Mann war ja nicht zu ertragen, päpstlicher als der Papst, und das im wahrsten Sinne des Wortes, furchtbar.
Und dabei finde ich die christliche Ethik im Großen und Ganzen eigentlich immer noch gut und denke, dass die Welt ohne sie keineswegs besser wäre, sondern eher schlechter, weil dann auch gewisse positive Wertvorstellungen wegfielen, die im Christentum noch hochgehalten werden. Es ist deshalb schlimm, dass solche erzkonservativen Tugendwächter die Kirche diskredieren und die Leute noch mehr von ihr wegtreiben, damit tun diese scheinheiligen Moralapostel sich und der Kirche keinen Gefallen.

Im Übrigen haben mir ganz wichtige Fragen, die Herr Jauch nicht gestellt hat, gefehlt: Z. B an die anwesende Notärztin, die der Frau ja bereits die Pille danach verschrieben hatte, warum sie die Frau überhaupt in diese Krankenhäuser geschickt hat, wenn sie weiß, wie die ticken. Und warum die Krankenhäuser sich weigerten, sie zu untersuchen, wenn die Geschichte mit der Pille danach, auf die sie sich in ihrer ablehnenden Begründung berufen haben, bereits erledigt war.

Und eine andere, m. E. besonders wichtige Problemstellung wurde gar nicht diskutiert: Nämlich die Frage, die in ethischen Kommissionen über Abtreibungsfragen immer diskutiert wird: ab wann es sich bei entstehendem Leben überhaupt um eine "Person" (dieser Begriff wurde von Lohmann in die Debatte geworfen) handelt. Bereits bei einer befruchteten Eizelle? Oder erst bei der Ausbildung eines Embryos? Oder erst mit der Geburt? Alles das sind Fragen, die diskutiert werden müssten, wenn man wie Lohmann immer von lebenden "Personen" spricht, die in so einem Fall getötet werden. Das ist ja keineswegs gesichertes Erkenntnisgut, sondern höchst umstritten.
Aber so ist es halt bei Talkshows, besonders bei Jauch: sie sind fast immer oberflächlich und damit unbefriedigend. Schade eigentlich, es könnte auch mal anders sein. Maischberger beispielsweise geht viel mehr in die Tiefe, bei ihr wäre es sicher interessanter geworden.
Re: Gestern bei Jauch
geschrieben von Mareike
als Antwort auf marina vom 04.02.2013, 13:47:55
Im Übrigen haben mir ganz wichtige Fragen, die Herr Jauch nicht gestellt hat, gefehlt: Z. B an die anwesende Notärztin, die der Frau ja bereits die Pille danach verschrieben hatte, warum sie die Frau überhaupt in diese Krankenhäuser geschickt hat, wenn sie weiß, wie die ticken. Und warum die Krankenhäuser sich weigerten, sie zu untersuchen, wenn die Geschichte mit der Pille danach, auf die sie sich in ihrer ablehnenden Begründung berufen haben, bereits erledigt war.


Lohman erwähnte anfangs: Die Kath. Kliniken seien vor einigen Monaten von den städtischen Kliniken aus dem Notfallprogramm "Beweissicherung bei Vergewaltigung" "rausgekickt" worden.
Niemand hat nachgefragt.

Steffens erwähnte: Es gäbe viele juristische Hürden, auch abrechnungstechnisch!
Niemand hat nachgefragt.

Wie Du schon sagst Marina:"Oberflächlich und damit unbefriedigend".

Wir brauchen in Notfallambulanzen ein standardisiertes Vorgehen bei der Behandlung von Vergewaltigungsopfern – egal, ob katholisches Haus oder nicht.

Die Spurensicherung und die Dokumentation müssen gewissen Standards entsprechen, sonst haben sie vor Gericht keinen Bestand.

Der Gesetzgeber muss in die Pflicht genommen werden und für klare Verhältnisse sorgen.

Mareike

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