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Aktuelle Themen Krankenhäuser lehnen Behandlung einer vergewaltigten Frau ab

FrauOberschlau
FrauOberschlau
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Re: Krankenhäuser lehnen Behandlung einer vergewaltigten Frau ab
geschrieben von FrauOberschlau
als Antwort auf Felide1 vom 18.01.2013, 14:07:16
Der Eid des Hippokrates wird in seiner klassischen Form heute nicht mehr von Ärzten geleistet und hat keine Rechtswirkung, hat aber gleichwohl immer noch Einfluss auf die Formulierung moderner Alternativen. Er enthält mehrere Elemente, die auch heute noch Bestandteil ärztlicher Ethik sind (Gebot, Kranken nicht zu schaden, Schweigepflicht, Verbot sexueller Handlungen an Patienten etc.).

das habe ich bei wiki gefunden... und das meinte ich mit meinem beitrag den kranken nicht zu schaden...
Re: Krankenhäuser lehnen Behandlung einer vergewaltigten Frau ab
geschrieben von meli
als Antwort auf Mareike vom 18.01.2013, 14:26:37
Ja, wie es aus dem Link zu ersehen bzw. zu hören ist, haben die Cellitinnen diesbezüglich ein Richtlinie gehabt.
Und das ist einfach ein Unding.
Ich bin der Meinung, dass dies eine brutale Verweigerung von ärztlicher Hilfeleistung ist und habe als Krankenschwester für diese Klinikhaltung keinerlei Verständnis.

Meli
Felide1
Felide1
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Re: Krankenhäuser lehnen Behandlung einer vergewaltigten Frau ab
geschrieben von Felide1
als Antwort auf FrauOberschlau vom 18.01.2013, 14:28:13
Frau Oberschlau,

stimmt, das steht auch in der Deklaration.


Die Gesundheit meines Patienten soll oberstes Gebot meines Handelns sein; Ich werde die mir anvertrauten Geheimnisse auch über den Tod des Patienten hinaus wahren;
geschrieben von Aus pflegewiki


LG Felide

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Mareike
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Re: Krankenhäuser lehnen Behandlung einer vergewaltigten Frau ab
geschrieben von Mareike
als Antwort auf meli vom 18.01.2013, 14:31:13
Nach Aussage der einweisenden Notärztin, hat die junge Krankenhausärztin am Telefon gesagt, sie möchte ihren Job nicht gefährden, eine Kollegin wäre wegen nicht beachten der Vorschriften entlassen worden.

Mareike
pilli †
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Re: Krankenhäuser lehnen Behandlung einer vergewaltigten Frau ab
geschrieben von pilli †
als Antwort auf marina vom 18.01.2013, 13:55:36
natürlich hat es "himmelweite" unterschiede, marina

bei den interviews der betroffenen in der aktuellen stunde des wdr wurden diese unterschiede klar benannt:

beide, unter katholischer leitung geführte krankenhäuser der Cellitinnen, lehnen die verabreichung der "pilli danach" zur verhinderung einer schwangerschaft auch für die opfer von vergewaltigungen kategorisch ab. behandlung und dokumentation für die behörden würden angeboten aber nicht die pille danach! es wird sich nun auf ein missvertändnis berufen zu einer ethik-anweisung, die von den ärzten wohl falsch interpretiert worden sei...

sie drehen und wenden sich, wie so oft aber was nutzt der frau die dokumentation ohne abgabe der schwangerschaft verhütenden "pille danach"? das ist und bleibt doch fakt und da stimme ich dir zu, sowatt ist nur bei uns katholen vorstellbar und auch weiter zu befürchten. link führt zum video:

KStA

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pilli
Mareike
Mareike
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Re: Krankenhäuser lehnen Behandlung einer vergewaltigten Frau ab
geschrieben von Mareike
als Antwort auf pilli † vom 18.01.2013, 14:37:43
Wenn ich gestern die behandelnde Notärztin richtig verstanden habe, war die Pille danach nicht der Grund für die Einweisung, dazu wäre die "Hilfe" des Krankenhauses nicht nötig gewesen.

Mareike

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pilli †
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Re: Krankenhäuser lehnen Behandlung einer vergewaltigten Frau ab
geschrieben von pilli †
als Antwort auf Mareike vom 18.01.2013, 14:43:46
darum Mareike schrieb ich ja von der dokumentation die von den krankenhäusern nach gutachterlichen regeln erfolgt.

die einweisung in ein krankenhaus ist bei vergewaltigten frauen, Mareike

für den fall...auch einer späteren anzeige...immer erforderlich, das geschehen ärztlich dokumentieren zu lassen. auch das gab die behandelnde gynäkologin im interview an und dank ihrer initiative und dem einsatz der polizei wurde diese massnahme ja später sichergestellt.


Zwei Krankenhäuser lehnten die Untersuchung ab

Bei der Ärztin bestätigte sich der Verdacht, dass die junge Frau mit K.o.-Tropfen betäubt und anschließend vergewaltigt worden sein musste. Darüber sprach sie mit ihrer Patientin - auch über eine mögliche Schwangerschaft. Sie verschrieb ihr die "Pille danach" und wandte sich an zwei Krankenhäuser in der Nähe, um das Opfer gynäkologisch untersuchen zu lassen und Spuren zu sichern. Doch sowohl das angrenzende St. Vinzenz-Hospital in Köln-Nippes als auch das Heilig-Geist-Krankenhaus im Nachbarbezirk lehnten eine Untersuchung ab. Begründet wurde die Ablehnung gegenüber Irmgard Maiworm jeweils mit der gleichen Argumentation: Bei einer solchen Untersuchung müsste auch über die "Pille danach" aufgeklärt und ein entsprechendes Rezept ausgehändigt werden. Das sei aber nicht vereinbar mit dem christlichen Gedankengut. "Mit dem Hinweis auf Moral wird einer Frau, die wahrscheinlich mehrfach traumatisiert ist, Hilfe verweigert. Welche Moral ist das?", fragt sich die Notäztin. Irmgard Maiworm kritisiert, das Verhalten der katholischen Krankenhäuser habe die junge Frau erneut zum Opfer gemacht: "Ich finde das menschlich sehr befremdlich. Es enttäuscht mich sehr."

Untersuchung erst in evangelischer Klinik möglich

Die Kölner Polizei bestätigt den Fall: "Wir wissen, dass die Geschädigte abgewiesen worden ist", sagte Pressesprecherin Dorothee Göbel. Die Beamten hatten die Anzeige der jungen Frau in der Notarztpraxis aufgenommen. "Wir sind mit ihr zusammen dann ins evangelische Krankenhaus nach Köln-Kalk gefahren." Dort seien dann alle Untersuchungen durchgeführt worden, die die Polizei für ein Strafverfahren benötige.
geschrieben von wdr


wdr

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pilli
Mareike
Mareike
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Re: Krankenhäuser lehnen Behandlung einer vergewaltigten Frau ab
geschrieben von Mareike
als Antwort auf pilli † vom 18.01.2013, 14:57:04
Eben! Untersuchung und Dokumentation waren Grund für die Einweisung.
Vollständigkeitshalber: Dom-Radio

Mareike
pilli †
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Re: Krankenhäuser lehnen Behandlung einer vergewaltigten Frau ab
geschrieben von pilli †
als Antwort auf Mareike vom 18.01.2013, 15:01:05
liest sich gut, Mareike

der nachrichtentext des Dom-Radios verbunden mit der entschuldigung aufgrund des ja von mir schon genannten "Missverständnisses":

Sonstige: Stiftung der Cellitinnen entschuldigt sich (17.01.2013)
Die Stiftung der Cellitinnen hat sich dafür entschuldigt, dass ihre Kliniken die Behandlung einer vergewaltigten Frau verweigert haben. Die diensthabenden Ärzten hätten eine Handlungsempfehlung missverstanden, so ein Sprecher.
geschrieben von DOM Radio


die dort angestellten ärzte werden sich meiner meinung nach hüten, dem zu widersprechen...

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pilli
Re: Krankenhäuser lehnen Behandlung einer vergewaltigten Frau ab
geschrieben von meli
als Antwort auf Mareike vom 18.01.2013, 15:01:05
Eben! Untersuchung und Dokumentation waren Grund für die Einweisung.


Nein Mareike,

ohne spitzfindig sein zu wollen. Der Grund für eine notwendige Untersuchung mit anschließender Dokumentation war eine mehrfache Vergewaltigung und, wovon man ausgehen kann bei einer Massenvergewaltigung, entsprechenden Verletzungen.

Ich weiß nicht, ob Du schon einmal direkten Kontakt mit Vergewaltigungsopfern hattest. Ich hatte das mehrfach in meinem Berufsleben und ich weiß, warum ich derartig wütend bin.

Die Dunkelziffer der vergewaltigten Frauen ist immer noch sehr hoch, weil viele den Weg an die Öffentlichkeit scheuen.

Und hier wird eine junge Frau zum Opfer und dann noch in dieser grauenhaften Situation allein gelassen - von Menschen, die christlich sein wollen und sich Helfen als "Berufung" auf ihre Fahne schreiben.

Da kann ich nur sagen, pfui Teufel.

Ich weiß, dass das sehr emotional ist - aber das gestehe ich mir zu.

Meli

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