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Aktuelle Themen Krankenhäuser lehnen Behandlung einer vergewaltigten Frau ab

Wie lebensnah ist die Kirche?"
geschrieben von Mareike
als Antwort auf pilli † vom 09.02.2013, 02:33:26
Wie lebensnah ist die Kirche?"

Diese Diskussion gab es in den Niederlanden wesentlich früher.
Die Zeit des Zweiten Vatikanischen Konzils war in den Niederlanden mit einer enormen Aufbruchstimmung verbunden.
Allerorts wurde diskutiert, verändert, neu belebt ..
Sehr viele junge Menschen waren engagiert dabei.
Das war Mitte der 60.Jahre.

So manches neue Gedankengut war nicht im Sinne von Rom.
So nach und nach wurden zu progressive Bischhöfe durch erzkonservative ersetzt.

Und nicht nur Rom. Vielen Ordenspriestern wie auch vielen Katholiken war der Umbruch zu radikal.

Die Krise

Papst Paul VI. hat ein einziges Mal in freier Rede von einer Selbstzerstörung der Kirche gesprochen.[14] Ein Bericht über eine Ansprache vor dem Lombardischen Seminar am 7. Dezember 1968 (cfr. Insegnamenti, Bd. VI (1968, S. 1187–1189 (1188)) notiert:

[Der Papst gelangte zu einer weiteren Betrachtung:] «Che cosa vedete nel Papa?»„Was seht Ihr im Papst?“ Er antwortet: Signum contradictionis: Ein Zeichen des Widerspruchs. Die Kirche geht heute durch einen Moment der Unruhe. Manche üben sich in der „Selbstkritik“, man könnte sogar sagen, in der „Selbstzerstörung“. Man dachte an eine Blüte, an eine frohe Ausdehnung der in der großen Konzilsversammlung gereiften Konzepte. Und es gibt auch diesen Aspekt in der Kirche, es gibt die Blüte.


Was immer mit in Betracht zu ziehen ist, ist das Verhältnis von Staat und Kirche, die gewachsene Kultur und wie stark die Konfession eingebunden ist.

Aufschlussreich:
http://www.explizit.net/Kirchen/Katholiken-in-den-Niederlanden
"Was in Deutschland jedoch kaum wahrgenommen wurde, war die noch stärkere Wandlung in der calvinistisch geprägten Konfessionen Hollands. Die moralische Rigidität und soziale Kontrolle in protestantischen Gebieten kannten die Katholiken nicht in dem Maße.

Die Hälfte der Holländer ist konfessionslos

Auch wenn die religiöse Praxis der Katholiken einbrach, der Rückgang in den calvinistisch geprägten Kirchen war noch viel stärker. Heute gehören 44% und wahrscheinlich noch mehr der Holländer keiner Konfession an."

Die Entwicklung in Deutschland ist anders.
Es wäre interessant dies näher auszuloten.


Mareike
Re: Wie lebensnah ist die Kirche?"
geschrieben von mart1
als Antwort auf Mareike vom 09.02.2013, 10:35:16
Als gelernte Katholikin (immerhin 15 Jahre in kath. Privatschule) weiß ich, dass viele Katholiken das übernehmen, was so manche offizielle Vertreter des Katholizismus vorleben.

....Heuchelei ..... und überdies gibt es doch diese alles wieder ins rechte Lot bringende Beichte und Absolution.
Das mag im Calvinismus anders sein.

Ich wüßte nicht, dass hierzulande Katholiken im Schnitt mehr Kinder haben als Nichkatholiken..... Schlußfolgerung?

LG mart
Re:hoffen und harren...
geschrieben von marina
als Antwort auf pilli † vom 09.02.2013, 02:33:26
Danke, Pilli, für den Hinweis auf die neue Talkshow zum Thema, auf die ich gespannt bin.
Herrn Schneider habe ich die Ehre persönlich zu kennen, das ist ein sehr vernünftiger Mann mit gleichfalls sehr vernünftigen Ansichten. Ich weiß jetzt schon, wie er sich zu diesem Thema verhalten wird, da wird die Evangelische Kirche jedenfalls besser dastehen als die katholische, wetten?
So ein unsägliches Geschwafel wie Herr Lohmann würde er nie über die Lippen bringen, zumal er nicht nur theoretische Dogmen runterleiert, sondern sehr menschlich-praktisch denkt.
Ein von Hause aus Linker, der sich mal für die Kumpel im Ruhrgebiet eingesetzt hat, als es um ihre Arbeitsplätze ging.

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Re: Wie lebensnah ist die Kirche?"
geschrieben von Mareike
als Antwort auf mart1 vom 09.02.2013, 11:17:00


....Heuchelei ..... Schlußfolgerung?

LG mart


Heuchelei im ursprünglichen Sinne von Ducken, nicht öffentlich widersprechen - da kann ich zustimmen.

Heuchelei „um Mächtigen zu gefallen“ und „davon Gewinn zu haben“ mag in gewissen Kreisen gelten, dies aber gewiss nicht nur im kirchlichen Umfeld.

Ich bin in einem katholischen Umfeld großgeworden.
Der Glaube und die Gemeinschaft, ebenso die Liturgie hatten einen hohen Stellenwert und bedeuten für mich rückblickend "Heimat" (ua).
Allerdings war die Haltung zur Institution und zur Lehre der Kirche immer sehr kritisch, nicht nur in meinem Elternhaus. Diese kritische Haltung wurde auch nach außen hin gelebt und zur Sprache gebracht.

Nun lebe ich schon 45 Jahr in NRW. So nach und nach habe ich mich immer mehr von der Kirche entfernt. Sie bietet keine Heimat, sie ist nicht "beseelt".
Mein Eindruck hier im Dürener Land: Es ist ein Festhalten an Traditionen, nicht mehr aber auch nicht weniger.

Manchmal bin ich verwundert, dass niemand für die Kirche Stellung bezieht, sind wir doch in einem Seniorenforum, da gibt es doch bestimmt praktizierende Katholiken.

Zum zur Debatte stehende Thema: Es hätte nicht dieses abstoßende Geschwafel eines "erzkatholen Lohmanns" gebraucht um etwas Wesentliches zu thematisieren: Die Abwägung zwischen dem Recht der Frau und dem Recht eines ungeborenen Kindes.
Die Entscheidung liegt immer bei der Frau ...

Mareike

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