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Aktuelle Themen Krankenhäuser lehnen Behandlung einer vergewaltigten Frau ab

karl
karl
Administrator

Re: Krankenhäuser lehnen Behandlung einer vergewaltigten Frau ab
geschrieben von karl
als Antwort auf Mareike vom 19.01.2013, 09:34:56
Liebe Mareike,

die meisten Menschen gehen wohl davon aus, dass Kirchen Wohltäter sind und sie mit ihrer Kirchensteuer mithelfen, dass soziale Aufgaben wahrgenommen werden. Dem ist aber nicht so.

"Ihre Annahme, daß Kirchensteuermittel in die Finanzierung dieses Krankenhauses fließen, ist nicht richtig" (Landeskirche Anhalts); "Die Diözese Augsburg gibt für Bau und Betrieb von Krankenhäusern aus Kirchensteuern keine Mittel aus."; "... in der Tat wäre es äußerst problematisch, wenn die Kirche Kirchensteuern in den laufenden Betrieb kirchlicher Krankenhäuser einbringen und sie damit Bereichen subventionieren würde, in dem diese im Wettbewerb mit anderen Häusern stehen. Das geschieht auch nicht." (Ev. Kirche Baden); "...gibt keine Kirchensteuern für kirchliche Krankenhäuser aus" (Erzbistum Berlin); "Der Betrieb der Krankenhäuser muß mit den Einnahmen aus den verhandelten Krankenhauspflegesätzen finanziert werden." (Bistum Dresden-Meißen); "Die Antwort fällt kurz aus: Das Bistum Erfurt gibt 0,0% der Kirchensteuer für die Krankenhäuser aus. Die Krankenhäuser ... finanzieren sich ohne Zuschüsse des Bistums."; "Im Bistum Essen besteht der Grundsatz, dass keine Kirchensteuermittel für kirchliche Krankenhäuser eingesetzt werden."(Das Bistum schreibt allerdings auf seiner Homepage: "Durch die Kirchensteuer "erfüllen sie zahlreiche Aufgaben, die sonst der Staat übernehmen müßte: in Kindergärten und Schulen, Krankenhäusern und Altenheimen." [4]); "Aus dem Haushalt des Bistums werden ... keine in ... kirchlicher Trägerschaft stehenden Krankenhäuser finanziert." (Bistum Fulda); "zur Zeit werden die katholischen Krankenhäuser ... nicht aus Kirchensteuermitteln mitfinanziert." (Erzbistum Hamburg); "...finanzieren ihre Betriebs- und Investitionskosten genauso wie alle anderen Krankenhäuser. Mittel der Landeskirche werden für diese Bereiche nicht zur Verfügung gestellt." (Landeskirche Hannover); "keinerlei Kirchensteuermittel" (Landeskirche Hessen-Nassau); "nicht bestätigen, dass kirchliche Krankenhäuser aus Kirchensteuermitteln finanziert werden." (Bistum Hildesheim); "Zuschüsse aus Kirchensteuermitteln ... werden regelmäßig nicht gewährt." (Landeskirche Kurhessen-Waldeck); "...kann Sie mit der Information beruhigen, dass ... keinerlei Kirchensteuermittel fließen." (Bistum Mainz); "in der Regel keine Kirchensteuermittel" (Bistum Münster); "lt. Auskunft des Kirchenpräsidenten fließen in der Regel keine Kirchensteuern in die Finanzierung" (Ev. Kirche Pfalz); "im Haushalt der Diözese ... keinerlei Mittel vorgesehen" (Bistum Regensburg); "...,dass die Finanzierung der Krankenhäuser in kirchlicher Trägerschaft nicht über die Kirchensteuer läuft." (Ev. Kirche Rheinland); "Finanzierung der Krankenhäuser in kirchlicher Trägerschaft erfolgt keinesfalls über die Kirchensteuern." (Landeskirche Sachsen); "Vielmehr müssen die Pflegesätze ausreichen." (Landeskirche Schaumburg-Lippe); "keine Kirchensteuermittel" (Bistum Speyer); "kirchliche Krankenhäuser bekommen keine Kirchensteuermittel - nicht für die Regelfinanzierung und auch sonst nicht." (Ev. Landeskirche Württemberg). Quelle
geschrieben von Quelle


Die Kirchen kosten auch den normalen Steuerzahler die Zuschüsse, die staatliche Krankenhäuser (gilt auch für Kindergärten) erhalten. Allerdings, obwohl die Kirchen ihre öffentlichen Einrichtungen nicht finanzieren, können sie das staatliche Recht wie z. B. Kündigungsschutz für Mitarbeiter etc. aushebeln. Mir stinkt es, dass die Kirchen sich als soziale Einrichtungen feiern lassen, diese aber nur als Gelddruckmaschinen nutzen und gleichzeitig bei Vergewaltigungen aktiven Täterschutz durch Verweigerung der Beweisaufnahme betreiben dürfen.

Karl
Mareike
Mareike
Mitglied

Re: Krankenhäuser lehnen Behandlung einer vergewaltigten Frau ab
geschrieben von Mareike
als Antwort auf wandersmann_1 vom 18.01.2013, 20:31:37
Ich meine, dass die Notärztin, die die Erstbehandlung der jungen Frau durchführte, ein bissel mehr Übersicht hätte zeigen können. Die weiß doch genau, dass katholische Krankenhäuser sich in solchen Fällen zickig verhalten.
Ich weiß nicht, wieviele Kliniken es in Köln gibt. 20? 30? Da sind sicher auch ganz normale drunter. Man hätte dieses ganze Desaster mit der Einweisung in ein human handelndes Krankenhaus umgehen können.


Hier kannst Du mal suchen: Kliniksuche
Mareike
schorsch
schorsch
Mitglied

Re: Krankenhäuser lehnen Behandlung einer vergewaltigten Frau ab
geschrieben von schorsch
als Antwort auf karl vom 18.01.2013, 21:27:08
Ich denke, dass in diesen religiös geführten Krankenhäusern der christliche Gedanke weniger eine Rolle spielt, als der Gedanke, dass vermögende Sterbende in letzter Minute ihr Testament zugunsten der Kirche ändern werden....

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Mareike
Mareike
Mitglied

Re: Krankenhäuser lehnen Behandlung einer vergewaltigten Frau ab
geschrieben von Mareike
als Antwort auf karl vom 19.01.2013, 09:57:24
Liebe Mareike,

die meisten Menschen gehen wohl davon aus, dass Kirchen Wohltäter sind und sie mit ihrer Kirchensteuer mithelfen, dass soziale Aufgaben wahrgenommen werden.

Die Kirchen kosten auch den normalen Steuerzahler die Zuschüsse, die staatliche Krankenhäuser (gilt auch für Kindergärten) erhalten. Allerdings, obwohl die Kirchen ihre öffentlichen Einrichtungen nicht finanzieren, können sie das staatliche Recht wie z. B. Kündigungsschutz für Mitarbeiter etc. aushebeln. Mir stinkt es, dass die Kirchen sich als soziale Einrichtungen feiern lassen, diese aber nur als Gelddruckmaschinen nutzen und gleichzeitig bei Vergewaltigungen aktiven Täterschutz durch Verweigerung der Beweisaufnahme betreiben dürfen.

Karl
geschrieben von karl


Es stellt sich doch die Frage, was wir hier diskutieren wollen.
Wollen wir pauschal kirchliche Einrichtungen verunglimpfen, oder wollen wir der Frage nachgehen, wieso es möglich ist, dass kirchliche Einrichtungen "staatliche Recht wie z. B. Kündigungsschutz für Mitarbeiter etc." aushebeln können oder
" bei Vergewaltigungen aktiven Täterschutz durch Verweigerung der Beweisaufnahme betreiben dürfen"?

Ich habe schon darauf hingewiesen: Es ist ein GRUNDRECHT verankert im Grundgesetz.

Im Übrigen denke ich persönlich nicht an Kirche oder Trägerschaft, wenn ich eine geeignete Klinik suche, Ich muss nur wissen wo ich adequat geholfen werde.

Mareike
ingo
ingo
Mitglied

Wollte Notärztin provozieren?
geschrieben von ingo
Nachdem ich heute in unserer Tageszeitung gelesen habe, daß es in Hannover sowas wie in Köln nciht geben könnte, weil Vergewaltigungsopfer stets in die MHH überwiesen werden, habe ich mal geblättert, wie das in der Köln aussieht.
Ergebnis: Die Uniklink Köln ist auf solche Verbrechen spezialisiert und garantiert anonyme Untersuchungen von Vergewaltigungsopfern und eine perfekte Beweissicherung rund um die Uhr. Und nun frage ich mich, warum die Notärztin nicht dorthin überwiesen hat? Ich halte es sogar für verantwortungslos, daß sie das nicht getan hat.
Dieser Fall wird uns ja noch länger beschäftigen und ich hoffe, daß sich mein Verdacht, der nicht in den Bereich der Fabel verwiesen werden kann, nicht bestätigt. Eine genaue Beschreibung des Verfahrens in der Uniklinik findet Ihr im Link.
webmaster
webmaster
Administrator

Re: Krankenhäuser lehnen Behandlung einer vergewaltigten Frau ab
geschrieben von webmaster
als Antwort auf Mareike vom 19.01.2013, 09:58:33
@ mareike,

ich habe ausschließlich Fakten erwähnt, allerdings aus meiner Sicht auch deutlich gemacht, dass diese Fakten mich ärgern.

karl

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Mareike
Mareike
Mitglied

Re: Krankenhäuser lehnen Behandlung einer vergewaltigten Frau ab
geschrieben von Mareike
als Antwort auf webmaster vom 19.01.2013, 11:34:46
" bei Vergewaltigungen aktiven Täterschutz durch Verweigerung der Beweisaufnahme betreiben dürfen?"

Ich bezweifle, ob dies ein Fakt ist.

Täterschutz???

Möglicherweise müsste es so definiert werden: Untersuchungen zur Beweisaufnahme im Falle einer Vergewaltigung" sind nicht im Leistungskatalog des jeweiligen Krankenhauses enthalten.

Ich weiß nl immer noch nicht, ob solche Untersuchungen überall durchgeführt werden können und sollen.

Mareike
Mary-Lou
Mary-Lou
Mitglied

Re: Krankenhäuser lehnen Behandlung einer vergewaltigten Frau ab
geschrieben von Mary-Lou
als Antwort auf schorsch vom 19.01.2013, 10:28:25
...dass vermögende Sterbende in letzter Minute ihr Testament zugunsten der Kirche ändern werden....


Ich finde, dies ist eine äußerst unqualifizierte Unterstellung und eine Beleidigung für jene, die in diesen Krankenhäusern arbeiten.

Sterbende - ob vermögend oder nicht - sind oft in den Palliativstationen. Und wer einmal erlebt hat, wie auf diesen Stationen - ob kirchlich oder nicht - für die Kranken gesorgt wird, der kann einschätzen, so wie ich, wie diese unmögliche Bemerkung zu werten ist.

Einzelfälle zu verallgemeinern ist keine Diskussionskultur.
Wenn hier auf diesem Niveau diskutiert wird, dann schäme ich mich für den ST!
justus39 †
justus39 †
Mitglied

Re: Wollte Notärztin provozieren?
geschrieben von justus39 †
als Antwort auf ingo vom 19.01.2013, 10:55:00
Die Uniklink Köln ist auf solche Verbrechen spezialisiert und garantiert anonyme Untersuchungen von Vergewaltigungsopfern und eine perfekte Beweissicherung rund um die Uhr. Und nun frage ich mich, warum die Notärztin nicht dorthin überwiesen hat? Ich halte es sogar für verantwortungslos, daß sie das nicht getan hat.


Genau, diese ganze Geschichte ist für mich auch mehr als rätselhaft.

Eine Frau wird offensichtlich mit Drogen in eine hilflose Situation gebracht und dann vergewaltigt. Daraufhin wird sie von einer Notärztin versorgt.
Jetzt hätte doch eigentlich eine Anzeige erfolgen und die Staatsanwaltschaft ermitteln müssen. Ich habe auch keine Informationen gefunden, dass die Notärztin eine Überweisung an einen Facharzt oder die Untersuchung in einem Krankenhaus veranlasst hätte.
Stattdessen pilgert das Opfer von Krankenhaus zu Krankenhaus um wichtige Täterspuren sichern lassen.
Ich kann mir vorstellen, dass auch die Aufnahme des Krankenhauses irritiert war, und vielleicht befürchtete, dass hier Journalisten oder kirchliche Institutionen testen wollten, wie ein katholisches Krankenhaus in einem solchen Fall reagieren wird.

Ich denke, hier gibt es noch einiges aufzuklären.

justus
FrauOberschlau
FrauOberschlau
Mitglied

Re: Krankenhäuser lehnen Behandlung einer vergewaltigten Frau ab
geschrieben von FrauOberschlau
als Antwort auf weserstern vom 18.01.2013, 22:54:36
Dem Wildwuchs der religiösen Krankenhäuser müsste ein Riegel vorgeschoben werden. Schon deshalb, weil sie im Wesentlichen öffentlich finanziert werden, die Kirchen versuchen damit noch Geld zu verdienen. Karl


Oh Karl,

das möchte ich nicht so verallgemeinern...
es gibt hier in der Nähe ein ganz einfühlsames Haus... bestimmt auch in vielen anderen Orten, das ganz hervorragende Arbeit leistet...

Hospiz Anselma

weserstern
geschrieben von karl

in ein sterbehospitz werden aber keine vergewaltigungsopfer eingewiesen, das müsstest du doch wissen das mag ja ein gutes hospiz sein, aber für diesen aktuellen fall eben nicht geeignet...

karl meinte bestimmt die krankenhäuser mit der allgemeinen versorgungssituation, die von der katholischen kirche geführt werden...

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