Aktuelle Themen Musik als Waffe

Musik als Waffe
geschrieben von lara
Gestern Abend sah ich auf Phönix die Sendung – Musik als Waffe-. Habe mich dann heute im Internet etwas schlauer gemacht und stellte dann fest dass diese Dokumentation schon im Jahre 2010 veröffentlich wurde, und später dann mit dem Internationalen Emmy ausgezeichnet wurde.

Wie kann der Mensch Musik nur so missbrauchen? Wozu sind auch heute noch Menschen fähig? Wie perfide kann der Mensch sein.

Ich werde jetzt einen längeren Spaziergang mit meinen Tieren machen um den Kopf etwas frei zu bekommen.

Ich habe vorher gesucht ob diese Doku schon hier diskutiert wurde, aber nichts gefunden.

Diese Dokumentation beschäftigt mich sehr, und ich würde gerne dazu Eure sachliche Meinung lesen.
mane
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Re: Musik als Waffe
geschrieben von mane
als Antwort auf lara vom 29.08.2014, 09:04:47
Hallo Lara,

es gibt u.a. in der Politik, beim Militär (zum Glück nicht in Deutschland) Menschen, die solche wahnsinnigen Ideen planen, anordnen und ausführen, wie z.B. die Folter mit Musik.

Meine Überlegung: Sind diese Menschen krank? Ich gehe davon aus, dass es keine Anlagen gibt, die Menschen z.B. zu Folterknechten werden lassen.
Re: Musik als Waffe
geschrieben von lara
als Antwort auf mane vom 29.08.2014, 12:42:25
Ich weiß nicht ob diese Menschen krank sind.

Aber es hat mich entsetzt, dass auch heute noch Mediziner für solche Foltermethoden sich hergeben. Besonders empörend fand ich eine Medizinerin die genau erklärte was in dem Gehirn des Menschen der gefoltert wurde passiert.

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mane
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Re: Musik als Waffe
geschrieben von mane
als Antwort auf lara vom 29.08.2014, 12:55:51
Ich habe die Dokumentation gestern nicht gesehen. Auf Youtube habe ich sie gefunden:



Jetzt, nachdem ich mir das Video angeschaut habe, verstehe ich, was Du beim Anschauen der Dokumentation empfunden hast. Es war manchmal kaum auszuhalten.

Als Christopher Cerf, Komponist von Liedern der Kindersendung "Sesamstraße", erfährt, dass seine Musik für Kriegszwecke missbraucht wird, will er vor Ort erfahren, was seine Lieder und andere Musik mit Gewalt, Folter und Tod zu tun haben.
Sie wird als Aufputschdroge für Sodaten, als Folterwerkzeug und als akkustische Artillerie genutzt.

Er trifft den ehemaligen Verhörspezialisten Mike Ritz der US Armee, der heute als Regierungsberater arbeitet. Dieser erklärt und demostriert an Christopher Cerf, den Ablauf einer Musikfolter.
Re: Musik als Waffe
geschrieben von lara
als Antwort auf mane vom 29.08.2014, 18:05:54
Ich habe die Dokumentation gestern nicht gesehen. Auf Youtube habe ich sie gefunden:



Jetzt, nachdem ich mir das Video angeschaut habe, verstehe ich, was Du beim Anschauen der Dokumentation empfunden hast. Es war manchmal kaum auszuhalten.
geschrieben von mane

Hallo mane, ich danke Dir sehr für den Link zu Youtube. Ich bin nicht auf die Idee gekommen dort zu suchen.
Stimmt mane es war manches Mal nicht auszuhalten. Leider werden diese Sendungen immer spät abends gebracht
Bei Musik kann ich mich entspannen, mich in eine andere Welt versetzen und einfach nur die Musik genießen. Ich wäre nie auf die Idee gekommen das Menschen Musik so missbrauchen können
mane
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Re: Musik als Waffe
geschrieben von mane
als Antwort auf lara vom 29.08.2014, 18:34:53
Bitteschön, liebe Lara.

Auch in der NS-Zeit wurde Musik zu Manipulationszwecken gezielt eingesetzt. Sie sollte die Kriegslust des Volkes zusätzlich schüren. Panzerlieder dienten dazu, die Durchhaltekraft der Truppe zu stärken.

Gruß Mane.

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geli
geli
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Re: Musik als Waffe
geschrieben von geli
als Antwort auf mane vom 30.08.2014, 10:29:43
Bitteschön, liebe Lara.

Auch in der NS-Zeit wurde Musik zu Manipulationszwecken gezielt eingesetzt. Sie sollte die Kriegslust des Volkes zusätzlich schüren. Panzerlieder dienten dazu, die Durchhaltekraft der Truppe zu stärken.

Gruß Mane.
geschrieben von mane


Hallo Mane,

nicht erst in dieser Zeit wurde Musik für Kriegszwecke eingesetzt: Musik für den "Krieg" ist wohl so alt wie der Krieg selbst:

Militärmusik

Schon von den Kelten ist bekannt, dass sie ihre Krieger durch Musik zum Kampf anfeuerten.

Allerdings ist die Verwendung von Musik als Folter wohl eine andere Sache (aber vielleicht nicht ohne das "Vorbild" der Militärmusik für Kriegszwecke entstanden).

Ein friedvolles Wochenende wünscht Geli
mane
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Re: Musik als Waffe
geschrieben von mane
als Antwort auf geli vom 30.08.2014, 11:35:22
Hallo Geli,

Du hast recht, Kriege wurden wahrscheinlich schon immer von Musik begleitet. Entweder um die Kämpfer zu motivieren/zu unterhalten oder sie in einen Blutrausch zu versetzen oder um Gegner zu zermürben.

Hier ein Spiegelartikel zu dem Thema.

Ein Psychologe des SERE-Programms war es auch, der im Winter 2001 von der CIA beauftragt wurde, Verhörmethoden für den "War on Terror" zu entwickeln. Im Sommer 2002 autorisierte George W. Bush diese "speziellen Verhörmethoden". Den Gefangenen über lange Zeiträume mit lauter Musik zu beschallen, oft in Kombination mit anderen Qualen - unbequemen Fesselungen, extremen Temperaturen oder Lichteffekten -, ist ein wichtiger Teil. Die Methode wird auch "no-touch torture" genannt. Sie hinterlässt keine sichtbaren Spuren.


Dir auch ein schönes Wochenende,
Mane.
geli
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Re: Musik als Waffe
geschrieben von geli
als Antwort auf mane vom 30.08.2014, 13:24:41
Ja, in der Erfindung von Foltermethoden waren die Menschen schon immer sehr kreativ! Aus der Geschichte sind ja zahlreiche Beispiele bekannt. Folter durch (laute) Musik ist nur eine unter vielen perfiden Methoden.

Zur kriegs- und schlachtenunterstützenden Musik fiel mir gleich die sog. "Janitscharenmusik" ein:

"... Ostasiatische, auf dem Weg über die Seidenstraße in den Vorderen Orient gelangte Praktiken der „musikunterstützten“ Kriegsführung wurden im Abendland von türkischen Truppen erstmals im 12. Jh. mit Erfolg eingesetzt: als Kreuzfahrer mit türkischen Heeren zusammenprallten. Dass es sich dabei um eine „neue“, bislang im Abendland nicht in dieser Form übliche Nutzung von Musik handelte, wird aus dem Bericht von Geoffrey de Vinsauf deutlich, der als Teilnehmer am Kreuzzug Richards I. in das Heilige Land 1188 den „horrid clang“ der Trompeten und Schlaginstrumente beschreibt, der in seiner ungewohnten Lautstärke und Klangfarbe die christlichen Truppen vor Angst erschaudern ließ. Bei der Belagerung von Konstantinopel (1191) wurde der Klang der Alarmglocken in der Stadt von der tagelang vor dem Angriff bereits den Verteidigern zugespielten „Musik“ der Angreifer überlagert. Musik wurde so in der psychologischen Kriegsführung der Türken zu einer Waffe von besonderer Wirksamkeit. ..."

Später allerdings verwendeten auch viele abendländische Komponisten diesen Musikstil:

"... In der Folgezeit finden sog. „Türkische Märsche“ (...) Eingang in die abendländische Kunstmusik, werden sogar in Symphonien und Opern verwendet. An der Mode der türkischen Kompositionen beteiligten sich alle größeren und kleineren Meister, von Ch. W. Gluck über J. und M. Haydn sowie W. A. Mozart bis zu L. v. Beethoven. Es handelt sich dabei um stilisierte Formen des „Angst machenden“ Urbilds ..."


"Janitscharenmusik"

Ich wünsche allen ein schönes Wochenende in Harmonie!
Geli

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