Forum Allgemeine Themen Aktuelle Themen Obama hält "linke" Antrittsrede !!

Aktuelle Themen Obama hält "linke" Antrittsrede !!

lotte
lotte
Mitglied

Re: Obama ist nicht kleinkariert
geschrieben von lotte
als Antwort auf mart1 vom 22.01.2009, 09:19:02

Dem kann ich mich anschließen.

vor allem in dieser Passage hat Obama - mMn - AUCH für alle Menschen gesprochen




..Es gibt Indikatoren für die Krise, Daten und Statistiken. Weniger messbar, aber nicht weniger wichtig ist der Verlust an Vertrauen im ganzen Land - die nagende Angst das Amerikas Untergang nicht mehr aufzuhalten ist und die nächste Generation ihre Erwartungen zurück nehmen muss.


Unsere Herausforderungen sind real. Sie sind ernsthaft und es sind viele. Wir werden sie nicht einfach und nicht in kurzer Zeit bewältigen. Aber Amerika weiß es, wir werden sie annehmen.
geschrieben von Barack Obama


Wir wissen das hier in Europa auch !
Re: Obama ist nicht kleinkariert
geschrieben von mart1
als Antwort auf Medea vom 22.01.2009, 09:21:03
Umso besser, dass auch die Nichtgläubigen angesprochen wurden. Das kommt nun wirklich sehr, sehr selten vor. In den USA betrachten sie sich eher als "verfolgte" Minderheit.

...Wir sind eine Nation aus Christen und Muslimen, Juden und Hindus – und Atheisten.
--
mart1
Medea
Medea
Mitglied

Re: Obama ist nicht kleinkariert
geschrieben von Medea
als Antwort auf mart1 vom 22.01.2009, 10:13:30
Ja Mart
- das fand ich außerordentlich klug und weltmännisch -
an ihm soll es nicht liegen, er wird auf die Leute zugehen,
und spannend dann zu sehen, was daraus entsteht.

M.


Anzeige

Re: Obama ist nicht kleinkariert
geschrieben von mart1
als Antwort auf Medea vom 22.01.2009, 10:23:03
Interessant ist auch der "Tonausfall" in der Übertragung der Rede in China!
--
mart1
sammy
sammy
Mitglied

Re: Obama ist nicht kleinkariert
geschrieben von sammy
als Antwort auf carlos1 vom 22.01.2009, 09:06:52
Hallo Carlos1,
wenn ich auch fast ausschließlich nur noch als "Lesender" am St-Leben" teilnehme, so freue ich mich besonders über deine Beiträge. Heben sie sich doch, durch "Präzision und Sachlichkeit", von vielen anderen Beiträgen in bemerkenswerter Weise oftmals ab.


sammy
silhouette
silhouette
Mitglied

Re: Obama ist nicht kleinkariert
geschrieben von silhouette
als Antwort auf mart1 vom 22.01.2009, 10:28:10
Die neuerdings verschärfte chinesische Pressezensur (konkret: im Internet) erstreckt sich laut offiziellen Begründungen auf "vulgäre Inhalte". Also halten die Chinesen das Wort "Kommunismus" vielleicht auch für vulgär? Oder wie oder was?
--
silhouette

Anzeige

cecile
cecile
Mitglied

Re: Obama ist nicht kleinkariert
geschrieben von cecile
als Antwort auf carlos1 vom 22.01.2009, 09:06:52
Es stimmt, Carlos, man muß die Obama-Rede in der Originalfassung betrachten, um sie so zu beurteilen, wie du es getan hast.

Die "europäischen" Übersetzungen kamen weltlicher, politischer herüber.

Als ich, unvorsichtig wie ich bin, sagte, das sei keine politische Rede gewesen, sondern die moderne amerikanische Form der Bergpredigt - da wurde mir von "Flöhe husten hören" über "einäugige Betrachtung" und "nervige Fixierung" so ziemlich alles vorgeworfen.

Dabei war es nicht mal abfällig gemeint.
Ich halte viel von den Aussagen der Bergpredigt. Und ich glaube auch, daß Obama ein Mensch mit Visionen ist, der von sozialer Gerechtigkeit und Frieden auf der ganzen Welt träumt.

Ob und wie er die hohen Erwartungen, die in ihn gesetzt sind, erfüllen kann - geben wir ihm Zeit.

....

Gerade habe ich gelesen, daß der portugiesische Schriftsteller José Saramago gestern in seinem Blog über Obama geschrieben hat: "Was dieser Mann uns zu verstehen gibt,das ist die Botschaft, daß eine andere Welt möglich ist.
Viele unter uns haben das schon gesagt. Vielleicht ist jetzt die Gelegenheit gekommen, sich zu verständigen über die Art und Weise, diese andere Welt möglich zu machen. Als Anfang..."


Ich werde mir heute abend seinen Blog näher anschauen.
Saramago ist ein sehr weiser Mann....


--
cecile
schorsch
schorsch
Mitglied

Re: Obama ist nicht kleinkariert
geschrieben von schorsch
als Antwort auf cecile vom 22.01.2009, 10:56:10
Um die Nöte uns Sorgen eines Volkes zu verstehen, muss man selber aus und unter diesem Volk sein. Obama ist ein Schwarzer. ER hat am eigenen Leibe erfahren, was Ausgrenzung ist - wenn er das auch nicht an die grosse Glocke hängt.

Bush war und ist ein verwöhntes Bürschchen aus der High Society, hatte nie wirkliche Sorgen - ausser denen, die er sich selber eingebrockt hat, wie z.B. der Alkoholismus.

--
schorsch
hema
hema
Mitglied

Re: Obama ist nicht kleinkariert
geschrieben von hema
als Antwort auf cecile vom 22.01.2009, 10:56:10
Gerade habe ich gelesen, daß der portugiesische Schriftsteller José Saramago gestern in seinem Blog über Obama geschrieben hat: "Was dieser Mann uns zu verstehen gibt,das ist die Botschaft, daß eine andere Welt möglich ist.


Im Standard steht:

Obama muss kein Messias sein
Es reicht, wenn der Präsident einen neuen Aufbruch in den Köpfen zustande bringt.

Dieser Meinung bin ich auch.





--
hema
carlos1
carlos1
Mitglied

Re: Obama ist nicht kleinkariert
geschrieben von carlos1
als Antwort auf hema vom 22.01.2009, 11:54:33
"Die "europäischen" Übersetzungen kamen weltlicher, politischer herüber." cecile


Ja, ein enrsthaftes Problem, die Übersetzungen. Ich las eine Übersetzung in meiner Zeitung und dachte, hier ist jemand aus einem gymnasialen Leistungskurs am Werk, in dem Sprachverständnis ein Fremdwort geblieben ist.

"Mir ist der starke Gottesbezug auch aufgefallen.
Das liegt wohl auch in der Tradition amerikanischer Präsidenten." medea


Es liegt vor allem an der Geschichte dieses Landes. Die ersten Kolonien in den Neuenglandstaaten waren von Auswanderern gegründet worden, die ihres Glaubens wegen ihre Heimat verließen. Die Puritaner spielten dabe eine große Rolle, wirkten prägend. Connecticut, Rhode Island waren so etwas wie christliche Republiken. Der Covenant, die Gemeindeversammlung war das Verfassungsorgan dieser Gemeinden, mit demokratischen Abstimmungsritualen. Zwar der britischen Krone untertan, aber mit Selbstverwaltungsbefugnissen ausgestattet, wurden diese Kolonien Keimzellen der amerikanischen Demokratie. So habe jedenfalls ich es in Erinnerung. Die Pilgerväter, die 1620 an der Küste von Cape Cod landeten, verfassten unterwegs auf ihrem Schiff Mayflower ein Dokument, den Mayflower Compact, die Gründungsurkunde ihres Gemeinwesens. Ausdrücklich wird dabei auf Gott Bezug genommen. Formell auch auf den englischen König, dessentwegen sie ja überhaupt auswandern mussten, weil er sie als Puritaner verfolgte.

Vieles ist Psychologie in der Rede Obamas. Damit soll der Neuanfang vermittelt werden. Er will der Anfang einer neuen Ära sein. Ein neues Zeitalter des Friedens soll mit ihm beginnen. Ein neues Zeitalter der Verantwortung. Ich gebe zu, das sind große Worte. Mit großen Worten kann er seine Anhänger und auch die Amerikaner hinter sich scharen. Ob er die Welt hinter sich scharen kann - wie sonst könnte es Frieden geben? - das muss sich noch zeigen. Auch heroische Untertöne - die Erinnerung an den Vater der Nation mit dem Bild am eisigen Flusse im tiefen Winter in hoffnungsloser Lage, und die Versicherung, dass aus Hoffnung und Tugend die Kraft zur Bewältigung der Gefahr entstehe - diese heroischen Töne der Ermutigung, sind eine herbe Kritik an seinem Vorgänger. Gleichzeitig kündigen sie aber auch schwer einlösbare Ziele an und Verheißungen, die kaum einzulösen sind. Ein neue Ära wurde auc hvon J.F Kennedy angekündigt.

c.


Anzeige