Aktuelle Themen Roman Polanski

Re: Roman Polanski
geschrieben von ashara
als Antwort auf lara vom 27.09.2009, 14:40:40
Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf verteidigte die Festnahme als rechtsstaatlich einzig gangbaren Weg. Von den USA sei kein Druck ausgeübt worden. Diese fahndeten seit 2005 weltweit nach Polanski. Auf die Frage, weshalb Polanski nicht bereits bei früheren Besuchen in der Schweiz verhaftet wurde, erklärte Widmer-Schlumpf, die Behörden seien damals nicht im Voraus informiert gewesen. Diesmal sei der Besuch angekündigt worden. Polanski müsse sich der Risiken bewusst gewesen sein. Zudem gehe es um den schweren Straftatbestand der Vergewaltigung.Balmer bestätigte, die Verhaftung stehe im Zusammenhang mit sexuellen Handlungen mit einem 13-jährigen Mädchen in Los Angeles von 1977. Polanski hatte sich damals vor einem US-Gericht schuldig erklärt. Im Februar 1978 flüchtete er aus den USA, nachdem der Richter ihm eine höhere Gefängnisstrafe androhte als vereinbart. Seither lebte er in Frankreich. In der Verjährungsfrage gilt laut Balmer das Recht des ersuchenden Staates.

NZZ vom 27.09.2009

In der USA verjährt eine solche Straftat nie!!

Ich finde jeder soll für eine solche Straftat büssen, er hat sich feige davon gemacht, statt sich zu stellen!!
Irgendwie tut er mir trotzdem leid, er hat ja selber auch viel durchgemacht, seine hochschwangere Frau Sharon Tate wurde von einem Sektenführer 1969 ermordet, das entschuldigt aber nicht die vergewaltigung eines 13 jährigen Mädchens!!



Re: Roman Polanski
geschrieben von lara
als Antwort auf ashara vom 28.09.2009, 06:39:45
Guten Morgen Ashara,
ja, Polanski hat in seinem Leben viel schweres durchgemacht.
Aber er hat eine 13 jährige unter Alkohol und Drogen gesetzt und sie dann sexuell missbraucht. Diese Straftat muss gesühnt werden, ich denke da sind wir einer Meinung. Aber Polanski hat auch unter anderem in Deutschland gearbeitet, warum wurde er da nicht verhaftet.

Dass das Opfer mit der Tat abschließen möchte, kann ich verstehen. Sie hat diese Tat ein Leben lang begleitet.
--
lara
Re: Roman Polanski
geschrieben von meli
als Antwort auf lara vom 28.09.2009, 07:30:50
Und diese Tat wird auch weiterhin ihr Leben bestimmen. Ich weiß, dass gerade im Alter solche Dinge wieder hochkommen.
Männer beginnen über furchtbare Kriegserlebnisse zu sprechen, Frauen von sexuellen Mißbrauchsgeschichten.
Es hat vielleicht damit zu tun, dass man diese Dinge nicht mit hinüber nehmen möchte.
Aber ich bin mir sicher, dass ein solches Erlebnis den Ablauf eines ganzen Lebens verändert.
Und bei dem "Verzeihen" einer solchen Tat bin ich sehr skeptisch.

Polanski hat Schlimmes erlebt, das steht außer Frage, aber das rechtfertigt in keinem Fall sein Vorgehen bei einem K i n d ! Und würde es auch nicht bei einer erwachsenen Frau!

Da frage ich mich doch, was liegt da für eine Primärpersönlichkeit vor.
Leider gibt es immer noch Menschen, die meinen eine Vergewaltigung, na ja, das geht alles vorbei und die Zeit heilt die Wunden.
Ich weiß aus meiner Arbeit, dass das nicht stimmt.
--
meli

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schorsch
schorsch
Mitglied

Re: Roman Polanski
geschrieben von schorsch
als Antwort auf lara vom 27.09.2009, 14:50:46
1.) Roman Polansky wurde in der Schweiz aufgrund eines internationalen Haftbefehls von Schweizer Polizisten verhaftet.

2.) Er war vorher schon mehrmals in der Schweiz. Laut Politisches Parlament in Bern waren seine Besuche aber (wohlweislich?) nicht vorher angesagt worden. Dieses Mal aber passierte ein "Fehler": Der Besuch - zwecks Abholung einer Auszeichnung - war nicht zu verheimlichen; die Behörden mussten also handeln und zugreifen.

3.) Polansky hat - wie alle Verhafteten in der Schweiz - die Möglichkeit, gegen seine Verhaftung den gesetzlichen Weg zu beschreiten. Wenn er resp. sein Anwalt dies clever macht, können Jahre bis zu seiner Auslieferung an die USA verfliessen.

--
schorsch
luchs35
luchs35
Mitglied

Re: Roman Polanski
geschrieben von luchs35
als Antwort auf lara vom 28.09.2009, 07:30:50

die vergangenheit hat roman polansky eingeholt, nicht mehr und nicht weniger. Und ich bedauere das in keinster weise.

merkwürdig am zeitpunkt seiner verhaftung ist jedoch, dass polansky seit jahren ein chalet in gstaad besitzt und sich dort auch immer wieder über längere zeit aufhielt - was auch pressemässig ausgeschlachtet wurde und der schweizer justiz sehr wohl bekannt gewesen sein dürfte.
seit 2005 war polansky weltweit auf betreiben der usa durch interpol ausgeschrieben, aber jetzt erst - nachdem die schweiz mit den amerikanern betreffs steuerflucht in verhandlungen stand - wurde er plötzlich verhaftet.

und da stinkt der fisch vom kopf her! war es eine politische geste gegenüber der usa? ich nehme an, dass es das ist, denn über 30 jahre lebte polansky geehrt und gerühmt in europa, war seit der interpolausschreibung 2005 viele male in der schweiz in seinem chalet.

man darf gespannt sein, wie diese geschichte ausgeht. Auslieferung an die usa?

--
luchs35
fritz_the_cat
fritz_the_cat
Mitglied

Re: Roman Polanski
geschrieben von fritz_the_cat
als Antwort auf ashara vom 28.09.2009, 06:39:45
In der Verjährungsfrage gilt laut Balmer das Recht des ersuchenden Staates.
In der USA verjährt eine solche Straftat nie!!

Guten Morgen ashara,
Balmer wird es wohl wissen. Ich will hier Polanski nicht rechtfertigen oder verteidigen, aber wenn ein Gangsterboß sein Geld in der Schweiz reinwäscht (nur als Beispiel) und von einem anderen Staat gesucht wird, verweisen die Schweizer Behörden auf ihr Strafrecht, nachdem diese Tat in der Schweiz nicht strafbar ist. Also passiert nichts. Nach meinem Empfingen müßten jetzt die Schweizer Behörden sagen: Sorry, nach unserem Strafrecht ist die Tat verjährt, wir kümmern uns nicht darum, was ihr Amerikaner wollt.
Und ich glaube auch, wenn irgend jemand anders diese Straftat begangen hätte, würde nie ein internationaler Fahnungsbefehl ausgestellt worden. Hier ist wohl ein rachsüchtiger Richter/Staatsanwalt am Werk, der berühmt werden will. Außerdem hat die Schweiz bei den Amerikanern sich wohl beliebt zu machen, da kommt Polanski gerade recht.
--
fritz_the_cat

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miriam
miriam
Mitglied

Re: Roman Polanski
geschrieben von miriam
als Antwort auf fritz_the_cat vom 28.09.2009, 08:47:11
Um diese Vergangenheit die Roman Polanski eingeholt haben soll richtig zu verstehen, sollte man eigentlich mehr Hintergrundinformationen haben und sich bemühem die ganzen Rahmenbedingungen mit zu berücksichtigen.

Wer hatte seinerzeit so ein Interesse diesen Fall dermaßen aufzubauschen? Wer wollte dadurch endlich mal an die Öffentlichkeit gelangen? Wer sah darin die Gelegenheit die eigene Profilneurose zu pflegen?

Ein bemerkenswerter Film hat diese nur anscheinend Nebenfakten analysiert - er scheint mir hier unbekannt zu sein.

Hier ein Artikel aus der SZ vom 18.07.08:


"Es werden ziemlich erstaunliche Dinge gesagt in dem Dokumentarfilm "Roman Polanski: Wanted and Desired" von Marina Zenovich. Es geht um den Prozess gegen Polanski, der 1977 wegen Vergewaltigung festgenommen wurde und sich schließlich der Unzucht mit Minderjährigen schuldig bekannte.

Polanski hat die Mitarbeit am Film verweigert, aber sein Opfer, Samantha Geimer, damals 13 Jahre alt, spricht - eine kluge, stolze Frau ohne Rachsucht, die sehr nüchtern erklärt, weshalb es sie keineswegs wundert, dass Polanski damals abgehauen ist, statt seine Verurteilung abzuwarten.

Und das, was David Wells, damals am Gericht angestellt, sagt, findet vor allem Polanskis Anwalt erstaunlich - er will eine Einstellung des Verfahrens wegen Fehlverhaltens beantragen. Es geht um das, was Geimer, mit ihrem Verständnis für die Flucht, meint - ihr wurde ihr Recht versagt und Polanski ein fairer Prozess.

Polanski war 1978 am Vorabend seiner Verurteilung aus den USA geflohen, und er entzog sich vor allem der großen öffentlichen Inszenierung, die der Richter Lawrence Rittenband aus dem Prozess gemacht hatte. Er sei nicht wirklich süchtig nach der Gesellschaft von Prominenten gewesen, sagt eine seiner Mitarbeiterinnen im Film über Rittenband.

War er aber wohl doch - um den Polanski-Fall hatte er sich beworben, wie auch um die Scheidung von Elvis und um Brandos Sorgerechtsstreit, er sonnte sich auch privat gern im Glanz seiner berühmten Nachbarn in Los Angeles - man nannte ihn "Judge of the Stars".

Den Prozess führte er entsprechend - zerrte so viel ans Licht der Öffentlichkeit wie möglich, warf Absprachen über den Haufen, weil er um seine gute Presse fürchtete und schaffte es schließlich, dass Staatsanwalt und Verteidiger gemeinsam versuchten, ihm das Handwerk zu legen.


Es geht in "Wanted and Desired" nicht darum, was Polanski angestellt hat - nur unter dieser Voraussetzung hat Geimer bei dem Film mitgemacht; was vorgefallen ist, sei nur noch eine Sache zwischen ihr und Polanski, sagt sie. Es geht um das Recht, und darum, dass keine Gerechtigkeit zustande kommt, wenn man es beugt, egal in welche Richtung.

Der Gerichtsangestellte Wells war für den Polanski-Fall gar nicht zuständig und gibt im Film voller Furor zum Besten, wie er auf den Richter eingeredet habe, Polanski in den Knast zu schicken, ihn auf veröffentlichte Fotos aufmerksam machte, die Polanski beim Oktoberfest in München zeigten, als der Richter ihm eine Europareise zum Drehen gestattet hatte: "Richter, sagte ich, schauen Sie sich das an. Das ist eine Beleidigung."

Einige Wochen Haft hat Polanski damals abgesessen, er kann nicht mehr in die USA einreisen, für Geimer Strafe genug - sie findet ohnehin, so wie die Dinge gelaufen sind, "ist es lebenslänglich für uns beide".

Eine Show, seine Show, habe Rittenband aus dem Prozess gemacht, "und in der wollte ich nicht mehr mitspielen". Es wäre übrigens schon der zweite Versuch, die Sache zu einem Ende zu bringen seit dem Tod des Richters Rittenband 1993 - der erste, damit endet "Wanted and Desired", scheiterte an seinem Nachfolger. Der bestand darauf, die Verhandlung im Fernsehen übertragen zu lassen -
Geimer und Polanski haben darauf verzichtet, ihm diesen Auftritt zu verschaffen."

--
miriam
fritz_the_cat
fritz_the_cat
Mitglied

Re: Roman Polanski
geschrieben von fritz_the_cat
als Antwort auf miriam vom 28.09.2009, 11:18:05
Ich finde es toll, was du da rausgegraben hast, ohne die Tat von Polanski damit zu verteidigen. Es geht hier um das ganze Drum und Dran, und das ist beschämend, finde ich. Wenn auch das Opfer Ruhe haben will, sollte man es ruhen lassen.
Wenn ich diesen Spektakel sehe, kann sich der Lüneburger Schuljunge, wie hieß er noch gerade, ja froh schätzen, daß er Urlaub in der Türkei machte und nicht in den USA.
--
fritz_the_cat
nasti
nasti
Mitglied

Re: Roman Polanski
geschrieben von nasti
als Antwort auf schorsch vom 28.09.2009, 08:44:35
Ich staune nur, wie ist das möglich nach so viele Jahre und Verjährungs Jahre wieder diesen Fall aufrollen, trozt das Opfer hat für Polanski schon lange verzeihen.
Finde ich das sehr richtig, die Promis haben auch keine Vorrechte so schweinereien anstellen, die Strafe hat Ihn eingeholt.

Nasti
old_go
old_go
Mitglied

Re: Roman Polanski
geschrieben von old_go
als Antwort auf miriam vom 28.09.2009, 11:18:05
Meine Meinung?

Grundsätzlich ist es verachtenswert und unverzeihlich,wenn ein Mensch sich der Vergewaltigung schuldig macht!
Ganz besonders an Kindern oder Jugendlichen!

Dieses Trauma wird meistens nie vorbei gehen!

Und,ganz gleich,ob dieser Mensch etwas Besonderes vollbracht oder künstlerisch geleistet hat:
er hat eine große Schuld auf sich geladen!

Daß er vor dem 1. Gerichtstermin geflohen ist,zeigt,wie wenig Charakter oder Gewissen er haben muß!

Anders zu beurteilen ist natürlich die jetzige Festnahme in der Schweiz,nachdem er Jahre zuvor offensichtlich gerne sein Geld dort lassen durfte!

Daß ein Opfer ihm -wie angegeben- verziehen haben soll und,wie es dazu kam,weiß ich nicht,
mir ist auch nicht bekannt,ob es zu einer Entschuldigung seitens Polansky kam.

Ihn wegen der jetzigen Festnahme zu bedauern,kommt mir nicht in den Sinn!

Er war bei seiner Tat ein reifer Mann,der sich nicht schämte,sich ein 13-jähriges Mädchen gefügig zu machen!

Er sollte verantwortungsvoll genug sein,die Strafe für sein Tun anzunehmen!


Gudrun


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