Aktuelle Themen Roman Polanski

Re: Roman Polanski
geschrieben von lara
als Antwort auf miriam vom 28.09.2009, 11:18:05
Hallo Miriam,
ich kann deine Einstellung nicht nachvollziehen. Es geht doch nicht darum wer wann unbedingt in die Öffentlichkeit wollte.
Fakt ist das Polanski ein damals 13 Jähriges Mädchen mit Alkohol und Drogen gefügig gemacht hat. Das wird für das minderjährige Mädchen ein großer Einschnitt in ihrem Leben gewesen sein. Hast du auch einmal versucht dich in die Schuhe des damals 13 jährigen Mädchens zu stellen.


Zitat Miriam:

Polanski hat die Mitarbeit am Film verweigert, aber sein Opfer, Samantha Geimer, damals 13 Jahre alt, spricht - eine kluge, stolze Frau ohne Rachsucht, die sehr nüchtern erklärt, weshalb es sie keineswegs wundert, dass Polanski damals abgehauen ist, statt seine Verurteilung abzuwarten.


Ich kann allerdings auch das Opfer wenn sie solch eine Aussage tätigt nicht verstehen. Mir kommt es so vor, als wenn es absprachen zwischen dem Opfer und dem Anwalt von Polanski gegeben hätte.

Wenn ich in der Presse lese wie „ der arme Polanski“ jetzt dargestellt wird, bleibt bei mir ein Unverständnis zurück

--
lara
miriam
miriam
Mitglied

Re: Roman Polanski
geschrieben von miriam
als Antwort auf lara vom 28.09.2009, 12:08:27
@all

Anwalt fordert Polanskis Freilassung
News vom Montag, 28.09.2009


Die Anwälte von Roman Polanski fordern von der Schweiz die Freilassung des in einem Sittenverfahren auf amerikanischen Antrag festgenommenen Regisseurs. Es scheine sich ein "Problem der Verjährung" zu stellen, sagte Polanskis Anwalt Hervé Temime der Pariser Zeitung "Le Figaro". Zudem gehe es um einen "Fall, in dem das mutmaßliche Opfer des Vergehens seit Jahren seine Klage zurückgezogen" habe.
Roman Polanski stelle "absolut keine Gefahr für die öffentliche Ordnung" dar, sagte Temime. "Die menschlichen Schäden dieser Festnahme sind beträchtlich. Es erscheint mir menschlich unerträglich, dass ein 76-jähriger Mann mehr als 30 Jahre nach der Tat [...] auch nur einen Tag Gefängnis erleiden soll." Er wundere sich über die Festnahme, zumal Polanski "seit vielen Jahren sehr regelmäßig" in die Schweiz fahre, wo er in Gstaad ein Haus besitze.

"Falle" für Polanski*

Der französische Kulturminister Frédéric Mitterrand hatte am 27. September 2009 von einer "Falle" gesprochen, die Polanski gestellt worden sei. "Man kennt die Bedingungen, unter denen das passiert ist. Und genauso, wie es ein großzügiges Amerika gibt, das wir lieben, gibt es auch ein gewisses Amerika, dass Angst macht. Und dieses Amerika hat uns heute sein Gesicht gezeigt", sagte Mitterrand.

Derweil unterzeichneten zahlreiche internationale Künstler sowie das Filmfestival Cannes eine Petition zur Freilassung Polanskis. Darunter sind nach französischen Presseberichten Costa-Gavras und Tony Gatlif, Wong Kar-Wai, Fanny Ardant, Ettore Scola, Michele Placido, Giuseppe Tornatore, Monica Bellucci, Gilles Jacob und Bertrand Tavernier. Die Künstler nannten es "unannehmbar, dass eine internationale Kulturveranstaltung zur Ehrung eines der größten Zeitgenössischen Cineasten in eine Polizeifalle verwandelt" werden könne.

25.09.2009 / Kulturzeit mit Material von dpa

*Die Entscheidung Roman Polanski bei seiner Einreise in die Schweiz zu verhaften, wurde schon vor einer Woche zwischen den zuständigen USA-Behörden und diejenigen der Schweiz getroffen.
--
miriam
myrja
myrja
Mitglied

Re: Roman Polanski
geschrieben von myrja
als Antwort auf miriam vom 28.09.2009, 12:59:29
"Roman Polanski stelle "absolut keine Gefahr für die öffentliche Ordnung" dar"

Es geht doch nicht um die Gefahr, die von diesem Mann ausgeht. Es geht um die Strafe, die er verdient hat, weil er ein Kind missbraucht hat. Dass sein Anwalt so daherredet, ist doch klar. Schließlich ist er SEIN Anwalt.

"Der französische Kulturminister Frédéric Mitterrand hatte am 27. September 2009 von einer "Falle" gesprochen, die Polanski gestellt worden sei."

Warum auch nicht. Fallestellen finde ich in Ordnung. Schließlich war Herr Polanski ja aus Amiland entflohen. Bei jedem anderen Verbrecher würde man nichts sagen, wenn er mittels einer Falle gestellt werden könnte.

"Derweil unterzeichneten zahlreiche internationale Künstler sowie das Filmfestival Cannes eine Petition zur Freilassung Polanskis. Darunter sind nach französischen Presseberichten Costa-Gavras und Tony Gatlif, Wong Kar-Wai, Fanny Ardant, Ettore Scola, Michele Placido, Giuseppe Tornatore, Monica Bellucci, Gilles Jacob und Bertrand Tavernier."

Ob diese Künstler auch die Petition unterzeichnet hätten, wenn es sich um ihre Töchter gehandelt hätte?
--
myrja

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Re: Roman Polanski
geschrieben von mart1
als Antwort auf miriam vom 28.09.2009, 12:59:29
Ich habe hier nicht alles gelesen, möchte aber zwei Punkte (vielleicht nochmals) herausstreichen.

P. ist rechtsgültig verurteilt worden. Polanski hat die 13-Jährige gegen ihren Willen zu oral-, vaginal-, und Analsex gezwungen. Es handelt sich um ein Offizialdelikt, das ist eine strafbare Handlung, die von Amts wegen, also ohne Rücksicht auf den Willen des Verletzten verfolgt wird.

Es besteht seit 30 Jahren ein internationaler Strafbefehl gegen P., dem er sich durch Flucht bzw. durch seine französische Staatsbürgerschaft entzogen hat.

Der Beruf eines Verurteilten (oder eines Verdächtigten) darf keinen Einfluß auf die Rechtssprechung oder auf die Strafverfolgung haben. Vor dem Recht zumindest sollten alle Menschen gleich sein.


Es ist eine Schande, dass hier für zweierlei Recht (eines für den Kulturschaffenden und eines für einen normal Sterblichen XY.) argumentiert wird!

Es ist ebenfalls eine Schande, dass hier die offensichtlich abscheuliche Vergewaltigung eines Kindes als Kavaliersdelikt angesehen wird und eine rechtmäßige Verurteilung durch ein ordentliches Gericht vom Tisch gewischt wird.

Aber ich finde es ebenfalls erbärmlich und erstaunlich, dass offensichtlich eine Reihe von Staaten 30 Jahre lang die drei Affen spielten, die nicht wissen, nichts sehen und nichts hören.
--
mart1



old_go
old_go
Mitglied

Re: Roman Polanski
geschrieben von old_go
als Antwort auf mart1 vom 28.09.2009, 13:28:36
Mart

bin ganz deiner Meinung!

Gudrun
olga64
olga64
Mitglied

Re: Roman Polanski
geschrieben von olga64
als Antwort auf mart1 vom 28.09.2009, 13:28:36
Warum wurde dieser Strafbefehl in den letzten Jahrzehnten nie vollzogen, wenn Herr P. zum Skifahren nach Gstaad fuhr oder in sein Schweizer Chalet?
Die heute Argumentation lautete: er hatte seinen Besuch diese vielen Male nie angekündigt.
Das Mädchen, welches Herr P. damals vergewaltigt haben soll, ist heute ja eine erwachsene Frau und hat ihm längst verziehen. Vermutlich auch, weil einiges an Schmerzensgeld geflossen war.
Da hätte man Michael Jackson ja ebenfalls nie in Europa einreisen lassen dürfen - in der Schweiz war er vermutlich nie, nicht genügend Konzergäste vorhanden?
--
olga64

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silhouette
silhouette
Mitglied

Re: Roman Polanski
geschrieben von silhouette
als Antwort auf mart1 vom 28.09.2009, 13:28:36


P. ist rechtsgültig verurteilt worden.

Es besteht seit 30 Jahren ein internationaler Strafbefehl


Verurteilt? Sicher?

Das Ding heißt internationaler Haftbefehl. Eine Strafe setzt einen Prozess und ein Urteil voraus. Zu beiden ist es noch nicht gekommen.

Er war nie mehr in den USA, und wundern tut mich nur die Handlungsweise der Franzosen, die ihm sogar einen Pass gegeben haben. Offenbar gibt es da auch keine Zusammenarbeit zwischen den Gerichten, sonst wäre die Auslieferung vor 30 Jahren das normalste Ding der Welt gewesen.

Ich finde das Ganze ein übles Theater, bei dem mehrere Seiten nicht gut wegkommen. Und wieder einmal glaube ich, dass mehr dahinter steht als das, was die Presse rauslässt.

--
silhouette
olga64
olga64
Mitglied

Re: Roman Polanski
geschrieben von olga64
als Antwort auf silhouette vom 28.09.2009, 16:03:37
Auch hier sind Sie anscheinend nur unzureichend informiert: es gab einen Prozess, Polanski floh vor der Urteilsverkündigung nach Frankreich, wo "man ihm den Pass gab". Merke: die Bürger Frankreichs sind in vielem anders, z.B. wenn sie fremde Autos anzünden, um zu demonstieren. Dies wird ja meist mit Hochachtung vom staunenden, deutschen Bürger beobachtet und gewünscht, dass es auch bei uns so wäre.
Und ausserdem gibt es in Frankreich besseres Essen und die Sprache ist auch schöner und teilweise auch die Menschen, die dort leben.
--
olga64
sissismam
sissismam
Mitglied

Re: Roman Polanski
geschrieben von sissismam
als Antwort auf olga64 vom 28.09.2009, 16:45:12
häng mich hier nur dran

habe heute im fernseh einen freund von ihm sagen hören, dass er nicht versteht, wieso r.p. wegen so einer "kleinigkeit" verhaftet wurde! er sei schliesslich ein grosser künstler.
interessant wäre zu wissen, ob das opfer das auch so sieht.
lg
--
sissismam
olga64
olga64
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Re: Roman Polanski
geschrieben von olga64
als Antwort auf sissismam vom 28.09.2009, 17:04:39
Sie sollten sich evtl. nicht nur "im Fernseh" informieren, sondern auch mal eine gute Zeitung lesen? Das Opfer hat verziehen - hat sicher Schmerzensgeld erhalten und dies jetzt nochmals bekräftig. Das Opfer ist ja mittlerweile eine gstandene Frau und konnte die vergangenen Jahrzehnte wohl überleben.
--
olga64

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