Aktuelle Themen Schießbefehl

hugo
hugo
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Re: Schießbefehl
geschrieben von hugo
als Antwort auf adam vom 17.11.2009, 11:06:47
adam,,,Deine Frage nach dem Umgang mit dem Recht, der Verfassungstreue usw schlicht und einfach mit sehr gut, gut, schlecht, sehr schlecht zu beantworten, wäre verantwortungslos,,und das will ich mir nicht nachsagen lassen..

vielleicht einigen wir uns -zumindest teilweise- das im folgendem Link sehr verständlich und zeitbezogen und zumeist sehr dicht an der Wahrheit, vieles beleuchtet und erklärt wird was mit DDR-Recht zusammenhing.

ich muss aber hinzufügen das dieses -derart behandelte und abgehandelte Thema- sicher nicht Jedermanns Geschmack (hier im Forum)
entsprechen dürfte, da mit Beweismitteln gearbeitet und die hier allseits so beliebten und bevorzugten Emotionen unberücksichtigt blieben bzw wohl etwas zu kurz kommen,,,,aber so mag ich es eben,
--
übrigens hatte ich gerade ein Gespräch bezüglich öffentliches Leben und Alltagserscheinungen,,,da tauchte u.a der Satz auf: Das gabs früher aber nicht,,soo viel Vandalismus soo viel Kriminalität, soo viel Betrug,,,,
nun denk ich das auch viele Wessis einer solchen Einschätzung zustimmen können,,ohne dabei an die DDR denken zu müssen.
ich hab nicht drauf geantwortet, aber auch nicht mit dem Kopf geschüttelt,*g*

hugo
Re: Schießbefehl
geschrieben von klaus
als Antwort auf hugo vom 17.11.2009, 12:03:10
"vielleicht einigen wir uns -zumindest teilweise- das im folgendem Link sehr verständlich und zeitbezogen und zumeist sehr dicht an der Wahrheit, vieles beleuchtet und erklärt wird was mit DDR-Recht zusammenhing."
geschrieben von hugo


Dass du diesen Link einstellst, freut mich außerordentlich.
Ich kenne dieses Papier(Aufsatz) - habe mir es mir vor einiger Zeit auch ausgedruckt.
Ich freue mich, dass der Wahrheitsgehalt auch von dir positiv gesehen wird.

Wobei ich mich wundere, dass du bei solchen Fragen, wie:

- War die DDR eine Demokratie - dann müsste "das Volk die Regierung in freier und geheimer Wahl gewählt haben"?
- Oder - war "die DDR- ein Unrechtsstaat? " - was hier eindeutig bejaht wird --

zustimmen kannst.
"nun denk ich das auch viele Wessis einer solchen Einschätzung zustimmen können,,ohne dabei an die DDR denken zu müssen."
geschrieben von hugo


Wie soll das bei dem Thema des Aufsatzes, das sich mit dem Thema: "Recht und Justiz in der DDR." befasst, funktionieren?


--
klaus
mulde22
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Re: Schießbefehl
geschrieben von mulde22
als Antwort auf klaus vom 17.11.2009, 11:50:07
Warum verdrehst du nun wieder die Wahrheit?
Warum gibst Du zu diesen Fakten sie sind nun mal nicht
aus der Welt zu reden?
Die NVA war doch nichts anderes wie die Bundesarmee oder Britische Rheinarmee
sie war nach dem Vökerrecht eine Armee ihres Staates!
Wenn man Dich so wörtlich nehmen würde wie Du Dich hier darstellst müßtest entgegen den Lehrplänen des Ministriums für Volksbildung bewusst den Schülern was falsches Beigebracht haben
Klaus oh nein auch Du hast brav die Anweisungen Deines Direktor oder Schulrates befolgt!
Beruhige Dich, nicht nur Du Kennst ein Lehrerzimmer von Innen kurz bevor der Genosse Schulrat kam.
also was sollen diese unqualifizierten Meinungen!
Wer war denn zur Weiterbildung ?
Sage jetzt nicht das ihr dort über den Unrechtstaat
gesprochen habt!
Nicht Aufregen schadet Deinem Teint nur mal in den Spiegel sehen!
--
mulde22

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benny
benny
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Re: Schießbefehl
geschrieben von benny
als Antwort auf mulde22 vom 17.11.2009, 13:53:17
Die NVA war doch nichts anderes wie die Bundesarmee oder Britische Rheinarmee
sie war nach dem Vökerrecht eine Armee ihres Staates!


Mit dem klitze kleinen Unterschied dass sie auf die eigenen Menschen schiessen mussten,durften,sollten,je nach Regimetreue.
Die Vopos wurden schon möglichst so eingeteilt dass wenigstens ein harter Hund(Regimegetreuer) dabei ist.
Die haben sich untereinander nicht über den Weg getraut!
--
benny
Re: Schießbefehl
geschrieben von klaus
als Antwort auf mulde22 vom 17.11.2009, 13:53:17
"Warum verdrehst du nun wieder die Wahrheit?...Die NVA war doch nichts anderes wie die Bundesarmee oder Britische Rheinarmee
sie war nach dem Vökerrecht eine Armee ihres Staates!"


Ich hab's geahnt - du hast es wieder nicht kapiert - oder du willst es nicht verstehen!

Mulde - letzter Versuch!

Ich hab doch nichts über oder gegen die NVA geschrieben, obwohl man da einiges schreiben könnte.

Ich wiederhole noch 1X meinen Text und ersetze die NVA durch ein anderes Beispiel.

---------------------------------------------
"Woher willst du wissen, dass adam nicht auf die Straße gegangen ist, um zu protestieren.
Die Möglichkeit dazu hatte er, da er in einer Demokratie lebte.

Im Gegensatz dazu durftest du auf der Straße nicht protestieren z.B. gegen die Mauer - oder was es noch so an Protestpotential gab. Das hätte nämlich schwerwiegende Folgen für dich gehabt.


Wann endlich wirst du diesen Unterschied begreifen?
-------------------------------------------
Jetzt klar, worum es hier ging?


Wenn nicht - auch gut !

--
klaus
hugo
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Re: Schießbefehl
geschrieben von hugo
als Antwort auf klaus vom 17.11.2009, 13:34:35
Wie soll das bei dem Thema des Aufsatzes, das sich mit dem Thema: "Recht und Justiz in der DDR." befasst, funktionieren? (klaus)

Der Satz: "nun denk ich das auch viele Wessis einer solchen Einschätzung zustimmen können,,ohne dabei an die DDR denken zu müssen."
bezog sich auf den vorhergehenden Satz: "übrigens hatte ich gerade ein Gespräch bezüglich öffentliches Leben und Alltagserscheinungen,,,da tauchte u.a der Satz auf: Das gabs früher aber nicht,,soo viel Vandalismus soo viel Kriminalität, soo viel Betrug,,,,"


aber Deine Frage animiert mich, mal zu fragen wie das alles überhaupt funktionieren soll ?

hier kannste sehr gut beobachten wie DDR kritische Bemerkungen unterschiedlich aufgenommen, übernommen, sogar noch verstärkt oder auch abgelehnt werden,,soweit, so gut,

Nun ist hier wohl Keiner der fehlerlos die Stellen richtig zuordnet, welche eine berechtigte bzw eine unberechtigte (um nicht unter-, oder überkritisch sagen zu müssen) Kritik anführen.

Da man ja sich zumeist nicht völlig neutral solchen Themen nähert oder daran beteiligt,
(die eigene Vorgeschichte, die eigene Beugsamkeit, die eigene Alt-,Neu-, oder Umorientierung lassen das nicht zu,,)
wird eben oft schon anfänglich die Leitlinie verlassen, brauchts nur eines kleinen Inputs eines geringen Anstoßes und die Emotionen, Gefühle, Erinnerungen übermalen das sich entwickelnde Bild

,,naja und da der jeweilige Maler sowieso schon in einer bestimmten Ecke abgelegt ist,,reicht schon der Nick welcher unter einem Text steht, um mit großem Unbehagen oder sehr Verständnisvoll darauf zu reagieren.

So bin ich sofort begeistert wenn mal wieder ein BRD-kritischer Beitrag hier auftaucht (was neuerdings immer öfter zu beobachten ist) weil ich dann nur noch zu Wetten brauch, na wer wird als Erster darauf reagieren und wer springt alles mit auf dessen Zug und wer nicht,,
Das dann sehr schnell aus dem Thema heraus Angriffe oder Verteidigungen des Urhebers entstehen, ist zwar sehr unschön,,,hat aber leider auch eine lange und festgeformte Tradition und wird sich schwerlich ändern lassen.

man muss politisch schon sehr unterentwickelt, sprich uninteressiert sein, bzw nicht sehr einseitig/Parteiergreifend (wie das nun mal ziemlich normal ist) um nicht in eine Richtung unausgewogene Kritik zu verbreiten und aus der Gegenrichtung berechtigte Kritik zu maßregeln.

und schließlich kommt es stets darauf an wie hoch man die Glocke der Beanstandung hängt und womit man ihren Klang vergleicht,,und da werden DDR-Recht, DDR-Gerichtsbarkeit, DDR-Prozessführung usw oft mit anderer Elle gemessen.

wusstest Du das Der Bundestag mal ein sog. Gesetz über die Freistellung von der deutschen Gerichtsbarkeit verabschiedete, um Parlamentariern aus der DDR, die am Redneraustausch mit der SPD teilnehmen wollten, freies Geleit zuzusichern ?
gefunden unter: (http://www.chroniknet.de/)
mit den Blockflöten aus DDR-Altbeständen haben Kohl und Co kein solches Aufhebens gemacht, die wurden brüderlich vereinnahmt und Stillschweigen vereinbart.*g*


--
hugo

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miriam
miriam
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Re: Schießbefehl
geschrieben von miriam
als Antwort auf adam vom 17.11.2009, 11:06:47
Danke dir für den Link zu Jürgen Fuchs, Adam.

Neulich wurde eine Aufnahme des Konzertes von Wolf Biermann gesendet - es war ein legendäres Konzert, welches er in Dezember 1989 in Leipzig gab.

Die Eröffnungsrede hielt Jürgen Fuchs - ich habe sie heute im Internet wiedergefunden - siehe Link.

Ich hätte natürlich lieber eine Videoaufnahme gehabt - hatte nicht genug Zeit um weiter zu suchen.

--

miriam
adam
adam
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Re: Schießbefehl
geschrieben von adam
als Antwort auf miriam vom 17.11.2009, 18:40:26
Miriam,

ich habe die Rede von Jürgen Fuchs gelesen und mir, auf die Gegenwart bezogen, mit einigen Zitaten daraus, ein paar Gedanken gemacht:

In der DDR ist nicht wiedergutzumachendes Unrecht geschehen durch ein Regime, das die Ideale verraten hat, die sie den Bürgern predigte und befahl. Das Unrecht bestand aus Tod, Gefangenschaft, geknebelten Geistern und vorenthaltenem Leben.

Die Wahrheit ist milde. Sie ist gewaltfrei, sie ist radikal, aber auch fähig zum Kompromiss: Und zum Verzeihen. Gerechtigkeit und Verzeihen sind allerdings nicht möglich vor oder außerhalb der Wahrheit. Die Wahrheit wäre milde gegenüber der Unwahrheit, die das nicht wiedergutzumachende Unrecht verschleiern, uneingestanden und ungesühnt vergessen machen will.

So wird also das Unrecht fortgesetzt. Deshalb erschrecken noch heute Menschen, wenn sie ein Gesicht wiedersehen, das ihnen jahrelange Albträume bereitet hat.

Was für bittere Jahre für viele, denen als Trost und Beruhigung nicht einmal das Vergessen zugestanden wird.

--

adam
carlos1
carlos1
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Re: Schießbefehl
geschrieben von carlos1
als Antwort auf mulde22 vom 17.11.2009, 10:53:11

"Erklär mir mal bitte warum wird der ganz normale Alltag nie hier von euch angesprochen!" mulde22

"In der DDR ist nicht wiedergutzumachendes Unrecht geschehen durch ein Regime, das die [i]Ideale verraten
hat (kursiv von mir, carlos1), die sie den Bürgern predigte und befahl." adam[/indent]

@mulde,
Der ganz normale Alltag ist einer von 17 Mio Alltagen und jeder dürfte anders sein. Ich wundere mich nicht, dass der Alltag als normiertes Etwas ausgewiesen wird. Das konkrete Leben ist doch nur das gewesen, was durch die bestehenden Produkionsverhältnisse geprägt ist. Mir scheint es eher so zu sein, dass hier eher zu viel Privates ausgebreitet wird.

Das Bild, das die DDR bietet ist voller Widersprüche. Auf der einen Seite die Verfassung vom 7.10.1974 mit Formulierungen mit direktem Bezug auf Menschenrechte (Grundrechte) mit humanen Zielsetzungen wie dem schöpferischen sozialistischen Menschen ...etc - Adam spricht von Idealen. Der Schießbefehl steht in Widerspruch zu diesen Idealen. Deshalb war der Schießbefehl, von dem jeder wusste, dass es ihn in irgendeiner Form gab, ein Dilemma. Er deckte die Widersprüche zwischen Theorie und Praxis auf (die es aber auch vor dem Mauerbau schon gab). Ich spreche niemand die Berechtigung ab an schöne Worte zu glauben. Aber nur immer erzählen, wie schön es doch ganz privat war, reicht nicht.

Es gab Menschenrechte/Grundrechte in der DDR. Die Menschenrechte waren jedoch etwas anderes als die Grundrechte im Westen. Hier sind es individuelle Freiheitsrechte, Schutzrechte gegenüber dem Staat. Das lehnte die DDR ab. Für sie waren Grundrechte nur eine Ideologie zur Begründung der Sicherung des Privateigentums an Produktionmsmitteln. Grundrechte waren gekoppelt in der DDR an Pflichten, wozu auch die Sicherung des Friedens und der Errungenschaften des Sozialismus gehörte. Wer die DDR verließ, verstieß gegen diese Einheit von Rechten und Pflichten und verstieß gegen die Gesetze der sozialistischen Gesellschaft. Republikflucht war deshalb strafbar. An der Grenze dürfte deshalb geschossen werden.

c.
hugo
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Re: Schießbefehl
geschrieben von hugo
als Antwort auf carlos1 vom 17.11.2009, 22:33:54

„Ein Ereignis von einem Menschen erzählt, ist sein Schicksal
- von vielen Menschen erzählt, ist es bereits Geschichte.
Das ist das Schwierigste: zwei Wahrheiten, die persönliche und die allgemeine Wahrheit miteinander zu verbinden.
Und der Mensch von heute steht an der Bruchstelle zweier Epochen. ...

das fand ich sehr treffend formuliert in einer Dissertation "Zwischen Altbau und Platte"
von Margarete Meggle




--
hugo

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