Aktuelle Themen Schießbefehl

hans10
hans10
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Re: Schießbefehl
geschrieben von hans10
als Antwort auf klaus vom 18.11.2009, 14:21:17
Endlich mal ein Beitrag, der das sachlich auf den Punkt bringt. Jawohl, auch mich hat das nur ange..., sodaß man sich seine Nische zum Überleben suchte.
Danke für deine Zusammenfassung.
--
hans10
Re: Schießbefehl
geschrieben von klaus
als Antwort auf mulde22 vom 18.11.2009, 16:10:46
"Nein es hat mich nichts ausgemacht.
!Meinst Du allen ernstes wir kannten das nicht? Das wiR zusehen bekamen in Leuna / Wolfen...
Ich ging und gehe nur nicht damit hausieren um mich Liebkind zu machen-das unterscheidet uns!"
...Ich war mit dem Staat und mit meinem Leben zufrieden."



Ich glaube schon, dass ich verstehe, was du mit deinen Zeilen sagen willst.

Du hast zwar alles mitbekommen, was sich abgespielt hat - aber das war immer noch besser, als das, was du vor 1945 erleben musstest.
Da gebe ich dir in vollem Umfang Recht.

Mir ist außer dem Hungern in den ersten Nachkriegsjahren vieles erspart geblieben - an die Bombardierungen, Vertreibung und das Erschießen meines 10-jährigen Bruders durch sowj. Soldaten im Herbst 1945 kann ich mich nicht direkt erinnern. Muss mein kleinkindliches Gehirn wohl "gestrichen" haben.

Wieso du meinst, dass ich persönlich mich mit dem Nennen der Tatsachen Liebkind machen könnte, ist mir allerdings schleierhaft, weil ich mich frage, bei wem das wäre und was ich davon hätte.

Ich vermute mal, dass diese Annahme damit im Zusammenhang steht, dass du selbst nicht klarkommst
mit den Meinungen einiger "Wessis", denen du automatisch die Fähigkeit absprichst, über die Zustände in der DDR etwas Negatives zu schreiben.
Deine Reaktion ist dann die totale Abschottung von solchen Meinungen und die "Flucht nach vorn".

Du solltest aber auch akzeptieren, dass eine Gegenmeinung nicht gleich "Verrat" an der DDR ist, denn die gibt es nicht mehr.

ÜBRIGENS - das dir all das nichts ausgemacht hat, was du und ich gesehen haben oder wussten - glaube ich dir nicht.

Einen schönen Abend noch --
--
klaus
hugo
hugo
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Re: Schießbefehl
geschrieben von hugo
als Antwort auf klaus vom 18.11.2009, 14:21:17

hm klaus,,,einiges hat mir etwas ausgemacht, anderes weniger und wieder anderes gar nichts bzw hat mich sogar erfreut

mir kommts so vor als ob Du genau weißt wer Der oder die Schuldigen an Deinem Unglück, Deiner Unzufriedenheit waren, leider kannst Du sie nicht gezielt benennen (ebensowenig wie es derzeit kein ordentliches Gericht schafft, sie zur Verantwortung zu ziehen )

Nun kann sich Jeder nach Gutdünken aussuchen wen er für den Schuldigen hält,
-waren es die aus Moskau kommenden Befehle?
-wars die Partei (eine sehr vage Vorstellung)
-wars die von Dir und mir gewählte Regierung?(romantische Vorstellung)
-wars die Stasi (eigentlich nur eine beauftragte Stütze)
-waren es ausschließlich ostdeutsche Befindlichkeiten?
-wars das System insgesamt (auch sehr nebulös)
oder war es ein Mischmasch, eine Verquikung, eine Sammelsurium vieler Erscheinungen, Situationen, Sachverhalte, Zusammenhänge.

Ok Du kannst es Dir vereinfachen (du bist da ja auch ein Verfechter dieser Variante) und ausschließlich einen selbst ausgesuchten oder von den Medien oder Politikern übernommenen Begriff z.B Unrechtssystem aussuchen und stets in unseren Diskussionen verwenden und mal so und mal so unterlegen und zuordnen.

Damit hast Du einen Buhmann der nicht greifbar ist, der alles auf sich nimmt, dem alles aufgehalst wird was sich nicht zuordnen läßt, bzw was Du der Bequemlichkeit halber (oder warum auch immer) nicht zuordnen willst.
schließlich kann und wird er sich ja nicht mehr wehren,,ist das nicht verlockend ??

Damit wirst Du bei und unter den Wessis relativ schnell auf eine breite Zustimmung treffen,,bei einigen Ossis auch, aber bei einigen Menschen eben nicht.

Denn damit sind alle anderen "Ungereimtheiten, Verdächtigen, Hintergründler, Mitschuldigen Mitverursacher,, die mit Sicherheit innere und äußere Einflüsse auf das Gebaren dieses von Dir kritisierte System hatten, ja die es sogar installierten aufbauten und erst möglich machten,,,,urplötzlich völlig aus dem Schneider, komplett bei den Guten gelandet und stehen alle wie ein Mann hinter Dir.
Sie werden, ob Du es nun tatsächlich so geplant hast oder nicht, aus dem Blickfeld geräumt und jeglicher-auch dringend nötiger- Kritik, entzogen.

es ist nicht allein meine Denke zu behaupten, das das Ungemach welches das Deutsche Volk zwischen 1945 und 1989 würgte,,keine Erfindung des von Dir gerügten Systems ist, nicht mal seine Ziele und Urvorstellungen gingen in diese Richtung,,
ich geh da sogar noch weiter und behaupte das wir gerade diesem Zustand 1949 und den äußeren Bedingungen denen Deutschland ausgesetzt, ja sogar völlig hilflos ausgeliefert war, es zu verdanken haben,
das wie vieles -im Verhältnis zu unseren jeweiligen Nachbarländern- an Vorteilen, Vergünstigungen, Besserstellungen zugeteilt, verordnet, aufgebrummt, bekamen.

Ich kann mich an kein einziges Jahr der DDR-Zeit erinnern wo es den Russen den Polen den Bulgaren usw auch nur einen Deut besser ergangen wäre als uns Ossis.
(ich bin fast der Meinung das es den BRD-Deutschen beim Blick gen Westen und Süden auf ihre Nachbarländer ähnlich erging und natürlich noch zusätzlich beim Blick gen Osten)

aber wem sollte ich dafür dankbar sein ? Ich weiss es, ich weiss wer für uns gehungert gefroren, gelitten hat ,,es waren die Menschen, der Völker, die zwar den Krieg letztendlich mitgewonnen aber dramatischer gelitten haben als wir,,

,,und nicht mal die von Dir so ungeheuer verachteten Verantwortlichen, die sich der mühsamen Aufbauverantwortung unterzogen, die sicher anfänglich viel hehrere Ziele im Auge hatten als sie später in der Lage waren zu realisieren und die dem Zeitgeist geschuldet -und ihrer eigenen Unerfahrenheit, Untüchtigkeit, Erfolgsschwäche und zunehmender Arroganz, (zu viel Macht macht maßlos,,) geschuldet, zu dem Wurden was wir hier nun nachträglich bewerten,,

Kein Ulbricht, keine Stasi, keine SED kamen mit der POST oder aus heiterem Himmel über uns,,kein Honecker schnippste mit den Fingern und peng ,,,fanden wir uns in einem Unrechtsstaat wieder,,

deswegen meine Meinung vonwegen der Unschuldslämmer,,wir alle sollten mal ein wenig in den Spiegel gucken (auch wenns uns nicht angenehm ist) wir waren willig, wir waren geduldig, wir waren gefügig (auch wenn heute immer mehr behaupten ,,aber: mit der Faust in der Tasche) wir haben mitgeholfen, mitgezogen, dieses System materiell gefestigt und über Jahrzehnte im Sattel gehalten,,nee Helden und Kämpfer gegen das Unrecht waren wir sicher nicht,,

und nun haben wir keine ausreichende Entschuldigung sondern nur mangelhafte Ausreden und das missfällt uns und genau deshalb suchen wir überall -nur nicht bei uns selber- nach den schlimmen bösen Buben,,

heute ist jeder glücklich (und viele von uns auch vorlaut) der nie in die Lage kam, damals Verantwortung tragen zu müssen, jeder froh, der nicht als IM angeworben wurde und viele sogar stolz diesem Staat Schaden zugefügt oder ihm zumindest den Rücken gekehrt zu haben..

nee, so schweinisch schlimm inhuman, wie die ausgesuchten Beispiele und die vielen Beweise menschenunwürdiger Behandlung auch sind,,so war der Alltag mit Sicherheit nicht, da war auch noch sehr sehr viel Normalität, menschliche Nähe und all das was auch in anderen Ländern das Leben lebenswert machen und dies nicht zu knapp, im Gegenteil,,,ich wünschte (und nicht nur ich) das von diesen Erfahrungen ins Jetzt einiges mehr hinübergerettet werden könnte.
--
hugo

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seewolf
seewolf
Mitglied

Re: Schießbefehl
geschrieben von seewolf
als Antwort auf hugo vom 18.11.2009, 21:25:50
... auch der Aufstand am 17. Juni 1953 und die Bruderhilfe in der CSSR 1968?
--
seewolf
hafel
hafel
Mitglied

Re: Schießbefehl
geschrieben von hafel
als Antwort auf seewolf vom 18.11.2009, 21:39:55
Es bringt nichts Bernd. Schenke Dir ein schönes Bier ein und genieße den Abend. Da hast Du mehr davon.
--
hafel
seewolf
seewolf
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Re: Schießbefehl
geschrieben von seewolf
als Antwort auf hafel vom 18.11.2009, 21:51:24
Danke - Hafel .... hab ich längst gemacht. Aber ich sehe doch so gern den "Schwarzen Kanal"
--
seewolf

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ursula_j
ursula_j
Mitglied

Re: Schießbefehl
geschrieben von ursula_j
als Antwort auf seewolf vom 18.11.2009, 21:59:23
Hugo, du kannst schreiben was du willst, dir Mühe geben verstanden zu werden, es wird nie richtig sein.
Ich bewundere deine Ausdauer und staune immer wieder über die Antworten, die du bekommst.
--
ursula_j
margrit
margrit
Mitglied

Re: Schießbefehl
geschrieben von margrit
als Antwort auf hafel vom 18.11.2009, 21:51:24
Müßt Ihr Euch hier so zoffen?
--
margrit
Re: Schießbefehl
geschrieben von klaus
als Antwort auf hugo vom 18.11.2009, 21:25:50
"Nun kann sich Jeder nach Gutdünken aussuchen wen er für den Schuldigen hält,
-waren es die aus Moskau kommenden Befehle?
-wars die Partei (eine sehr vage Vorstellung)
-wars die von Dir und mir gewählte Regierung?(romantische Vorstellung)..."
geschrieben von hugo


Ich frage mich, welche Bedeutung deine für mich ziemlich sinnlosen Bemerkungen( sehr vage Vorstellung, romantische Vorstellung, nebulös...) zu den Schuldigen haben sollen.
Ich gehe mal davon aus - du weißt es auch nicht.

Die Schuldigen an dem politischen, wirtschaftlichen ... Niedergang der DDR sind doch eindeutig klar!
Du hast es auch selbst erkannt, als du die beiden ersten "Schuldigen" aufgelistet hast.
( Bemerkung 3 - "wars die von Dir und mir gewählte Regierung?(romantische Vorstellung)"- lass ich mal außen vor, da du sie sicher als Witz gemeint hast - allein schon wegen dem Wort "gewählt").

Es war die vom Volk nie gewählte Führung des Staates, die einer Partei angehörte, die nicht mal davor zurückschreckte, ihren dauerhaften Führungsanspruch in die Verfassung zu schreiben(Art.1).
Damit wurde eine Diktatur installiert, die -in Demokratien übliche Gewaltenteilung- außer Kraft gesetzt und der Grundrechteschutz einzelner Bürger in wesentlichen Teilen aufgehoben.

Das alles wurde unter Anleitung und Kontrolle der damaligen Beatzungsmacht UDSSR installiert und mit dieser Besatzungsmacht am Leben erhalten.


Da braucht man keinen Buhmann, wie du schreibst, keine wortreichen Ausflüchte, kein Zereden von Tatsachen, sondern den gesunden Menschenverstand.


"kein Honecker schnippste mit den Fingern und peng ,,,fanden wir uns in einem Unrechtsstaat wieder,,"
geschrieben von hugo


Stimmt ! Als Honecker so richtig an die Macht kam, hatten wir den Unrechtsstaat schon - aber daran mitgearbeitet hatte er schon.


"nee, so schweinisch schlimm inhuman, wie die ausgesuchten Beispiele und die vielen Beweise menschenunwürdiger Behandlung auch sind,,so war der Alltag mit Sicherheit nicht, da war auch noch sehr sehr viel Normalität,menschliche Nähe ..."
geschrieben von hugo


LETZTMALIG !
Diese immer wieder vorgebrachte Rechtfertigung für Diktaturen - du hast sie bestimmt schon 100 X gebracht - ist uralt und lässt sich mit dem berühmten Satz: "Es war doch nicht alles schlecht" umschreiben.
Ich hätte dir so viel Primitivität - entschuldige, mir fällt dazu nichts Besseres mehr ein- nicht zugetraut.

Grobe Menschenrechtsverletzungen lassen sich nicht durch Dinge, wie "menschliche Nähe...kleine Brötchenpreise..." gegenrechnen. Es bleiben Menschenrechtsverletzungen.

Solche Versuche gab es nach allen Diktaturen.

Lass es einfach!

--
klaus
hugo
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Re: Schießbefehl
geschrieben von hugo
als Antwort auf ursula_j vom 19.11.2009, 09:18:40

ja ursula,,sie helfen mir leider nicht, mein Bild vom überheblichem Wessi abzubauen oder gar zu Grabe zu tragen. Sie feilen weiter an diesem Image und haben ihren Spass dabei,,was will ich, was wollen wir, mehr?

eigentlich dürfte ich gar nicht mitreden, bezüglich sämtlicher deutsch-deutscher -besonders ostdeutscher- Themen, die sind alle schon von und durch Wessis vieeel besser besetzt und kommen der Wahrheit vieeel näher als es jeder Exossi könnte, weil,,naja weil Ossis eben nicht nur träger dümmer unreifer sondern vor allem ungeübter im Argumentieren sind.
ich gebs ja gerne zu,,die Wessis sind da eben besser drauf und das nicht nur beim Übertreiben, Lügen, Verdrehen usw, ich will da gar nicht immerzu Erster sein.

vor Allem sind wir heute noch lange nicht soweit das wir uns bezüglich bestimmter Vorstellungen angenähert haben.
z.B werden wir noch gewaltige Differenzen erkennen wenn es um die Frage des Preises geht.
Es ist ein verhältnismäßig kleiner Preis den die Ossis für den Erhalt der Freiheit bezahlt haben.!?

ok wenn mir die Arbeitslosigkeit nichts ausmacht, ich der Existenzangst nicht ins Auge blicken muss, kann ich große Töne spucken
oder wenn mir das Angebot an Bananen und die rein theoretische Reisefreiheit ungeheuer viel Wert sind ??

für die Freiheit muss man eben Opfer bringen,,also stell ich mich mit großer Begeisterung bei der Tafel an, erzähle allen Nachbarn und Freunden (vonwegen der Redefreiheit)freudestrahlend, das ich gerade auf dem Weg zum Sozialkaufhaus bin und auf dem Rückweg (vonwegen der Bewegungsfreiheit) an der Suppenküche halt machen werde, ehe ich mich bei meinem Berater/Betreuer der Arge melden muss wegen der Rückzahlung des Kindergeldes das ich neulich überwiesen bekam usw,,
ach ja und unterwegs pfeife ich das fröhliche Hohelied der großen Freiheit,,"ich wahr noch niehmals in nef jorg, ich wahr noch niehmals im parriß"

X: Was geht mich das Elend fremder Ossis an? wobei: der Osten war soo arm, das er sich nicht mal Bettler leisten konnte,,
wie gesagt: so lange diese Herren all meine stereotypen Vorstellungen und Vorurteile in allerbester Qualität so prompt bedienen, werd ich mich entsprechend dankbar und mittels der erwarteten Gegenreaktion, erkenntlich zeigen. *g*

margit,,,,es gibt Schlimmeres als zoffen,,ich kann das ab, zumal bei seewolf ab und zu solch ein kleiner netter, verschmitzter -wenn auch nicht immer treffender- Seitenhieb, erkennbar wird,,

hm klaus, ok, Moskau wars,,und wir Deutschen haben das Rad der Geschichte blöderweise so hingedreht, das Moskau seit 1945 in Pankow das schlimme Sagen hatte,,, da ist was dran,,ich überleg noch,,

--
hugo

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