Aktuelle Themen Sexismus und Werbung

WoSchi
WoSchi
Mitglied

RE: Sexismus und Werbung
geschrieben von WoSchi
als Antwort auf mane vom 18.08.2017, 21:30:18
 
Hallo Wolkenschieber,

wenn du den Thread gelesen hast, müsste dir eigentlich aufgefallen sein, dass hier zwischen Sexismus und Erotik differenziert wurde. Gegen Erotik in der Werbung wurde, soweit ich mich erinnere, nicht geschrieben.

Die TV-Werbespots haben sich in den letzten 30 Jahren verändert und sind nicht mehr vergleichbar mit den von dir gezeigten. Einen Coca Cola trinkenden Mann, dessen Oberkörper vor Schweiß glänzt, gibt es zwar immer noch, doch 2017 wird er nicht mehr von leicht beschränkt dargestellten Frauen angehimmelt, sondern von einer jungen Frau und ihrem offensichtlich schwulen Bruder. Um den attraktiven "Pool Boy" mit Cola zu versorgen, liefern die beiden sich einen erbitterten Kampf - doch am Ende macht jemand anderes das Rennen: Die Mama. emoji_grinning Witzig!

Muss man Feministin sein, um gegen sexistische Werbung gegenüber Frauen und Männern zu sein? Besonders unangenehm finde ich Werbekampagnen, die auf sexuelle Gewalt hindeuten, z.B. habe ich bereits einen Link zu Werbung von Dolce und Gabbana eingestellt - hier ist ein Plakat von Calvin Klein. Diese Szene impliziert eine kollektive Vergewaltigung und verharmlost sexuelle Gewalt gegen Frauen:
Calvin Klein

emoji_winkZum Glück muss sich heute niemand mehr wegen Frauengold-Spots gruseln.
Mane
 
geschrieben von mane


Mane, vielleicht ha be ich mich nicht richti ausgedrückt. Ich wollte mit dem Einstellen dieser uralten Clips zeigen, dass die Werbeclips in den 60ern und 70ern zwar nicht erotisch aber oft sehr frauenfeindlich warren. Da rege ich mich doch über so überzogene und witzige Clips wie den aus China nicht auf :-)


 
Monja_moin
Monja_moin
Mitglied

RE: Sexismus und Werbung
geschrieben von Monja_moin

Hier etwas zum Schmunzeln :-)
 

mane
mane
Mitglied

RE: Sexismus und Werbung
geschrieben von mane
als Antwort auf Edita vom 01.09.2017, 08:29:01

Mane - ich kenne Dich so gar nicht!

Edita, wie meinst du das?
Gruß Mane

Anzeige

Edita
Edita
Mitglied

RE: Sexismus und Werbung
geschrieben von Edita
als Antwort auf mane vom 01.09.2017, 23:07:21
Mane - ich kenne Dich so gar nicht!
Edita, wie meinst du das?
Gruß Mane
geschrieben von mane
Weil ich den Eindruck habe, daß Du die These von Sielert einfach übernommen hast, denn Du hast geschrieben, daß Du die Proteste der Eltern verstehen könntest, aber die Umsetzung der " Wünsche " des Herrn Sielert waren nie Gegenstand des neuen Bildungsplanes.

Edita
mane
mane
Mitglied

RE: Sexismus und Werbung
geschrieben von mane
als Antwort auf Edita vom 02.09.2017, 10:14:10
. Der von Tuider vorgeschlagene Lehrplan hat Proteste in der Öffentlichkeit ausgelöst,
Diese Proteste kann ich verstehen. Solche Übungen führen, meiner Meinung nach, ebenso zur Verwirrung von Jugendlichen, wie die pornografischen (nicht erotischen) Inhalte im Internet, auf die sie oft, ohne es zu wollen, stoßen.
Gruß Mane
Hallo Edita,

das war meine Antwort auf die Übungen, die Tuider und Sielert u.a. entwickelt hatten.

Hier schreibt Uwe Sielert einen Artikel über Sexualkunde-Frühsexualisierung, dem ich nicht ganz, doch in einigen Punkten zustimmen kann.
Mane
mane
mane
Mitglied

RE: Sexismus und Werbung
geschrieben von mane
als Antwort auf olga64 vom 31.08.2017, 13:44:58
Liebe Mane,

ich sah gestern ABend einen sehr vestörenden Film inder ARD von sog. Lover-Boys, die sehr junge, pubertierende Mädchen zur Prostitution abrichten (ich schilderte den Film teilweise unter der Rubrik Fernsehen in diesem Forum).
Diese Mädchen kommen meist aus gutbürgerlichen Familien und die Eltern erheben auch den Anspruch an sich, überlegt und liberal sich pädagogisch zu betätigen.
ABer irgendwann sind die Kinder nicht mehr erreichbar, weil der Einfluss von aussen stärker wird und die Eltern dann machtlos gegenüber stehen.
In diesem Film kam das sehr gut zum Ausdruck, der übrigens den bezeichnenden Titel "ich gehöre ihm" hatte. Olga
Liebe Olga,

ich habe den Film und die Doku nicht gesehen, erinnere mich aber, dass wir das Thema bereits einmal besprochen haben, als ein ähnlicher Film im Fernsehen lief.
Da er noch eine Weile in der Mediathek zu sehen ist, werde ich ihn mir noch anschauen.

Bekannt wurde das Phänomen "Loverboy" (welch ein verharmlosender Begriff, das sind ganz brutale Zuhälter) um die Jahrhundertwende zunächst in den Niederlanden. Verändert hat sich, dass die Mädchen immer jünger werden und oft mitten in der Pubertät stecken. Ich denke, dass diese von den jungen Zuhältern bewusst gewählt werden, weil sie besonders leicht zu manipulieren sind. Im Besonderen, wenn sie in einer Krise stecken. Das können Schulprobleme, Streit mit den Eltern, normale Probleme mit der Pubertät oder auch mangelndes Selbstwertgefühl sein.

Als wichtigste Kontaktbörse nutzen diese Männer vor allem das Internet und die sozialen Netzwerke. Dort finden sie am leichtesten ihre Opfer, die Mädchen glauben anonym und sicher zu sein. Sie geben vieles von sich preis, oft auch Fotos -  was der Täter sofort nutzen kann, wenn es zum Kontakt kommt.

Der Augsburger Kommissar Helmut Sporer hält dieses Geschehen für eine Folge des deutschen (das niederländische ist ebenfals sehr liberal) Prostitutionsgesetzes: "Durch die Liberalisierung gibt es einen neuen Freiertypus, der Prostitution für eine normale Dienstleistung hält", sagt er. "Viele Freier suchen sehr, sehr junge Frauen - und dem kommt der Markt letztendlich nach."

Gruß Mane

Anzeige

WoSchi
WoSchi
Mitglied

RE: Sexismus und Werbung
geschrieben von WoSchi
als Antwort auf WoSchi vom 01.09.2017, 10:37:31

bereits zum dritten Mal verleiht TERRE DES FEMMES e.V. im September 2017 den Negativ-Preis „Der Zornige Kaktus" für besonders frauenfeindliche Werbung.
 
Fast 4000 TeilnehmerInnen haben sich an unserer Initiative beteiligt – sei es, dass sie uns auf sexistische Werbeanzeigen hingewiesen oder sich an der Abstimmung beteiligt haben.
 
Diesjährige Preisträgerin der Negativ-Auszeichnung ist das Hamburger Fitnessstudio fitness & friends Deutschland GmbH. Das Unternehmen wirbt mit einer an einem Lebensmittel lutschenden Frau und dem Spruch „Heiss, heiss, Baby!“ auf einer Anzeige. Von insgesamt 3720 TeilnehmerInnen der TDF-Onlineabstimmung befanden 2235 diese Anzeige als die frauenfeindlichste unter den drei Finalisten. Auf Platz 2 mit 839 Stimmen kam eine Anzeige der Kölner Firma MKR Rothenbücher und auf Platz 3 mit 646 Stimmen die von Garten- und Landschaftsbau Borgmann aus dem niedersächsischen Ankum.
 
Den Gewinner und die Finalistinnen sind unter diesem Link zu finden

TERRE DES FEMMES vergibt Negativ-Preis der „Zornige Kaktus“ für für besonders frauenfeindliche Werbung. für

mane
mane
Mitglied

RE: Sexismus und Werbung
geschrieben von mane
als Antwort auf WoSchi vom 08.09.2017, 16:27:01

Hallo Wolkenschieber,

hier ist eine Liste der zur Abstimmung eingeschickten Anzeigen:

Der zornige Kaktus

Der "Sieger" des Negativpreises nimmt die Anti-Auszeichnung für ihre Werbekampagne, die auch großformatige Plakate und Print-Anzeigen umfasste, gelassen. Geschäftsführer Nico Herzog: "Grundsätzlich fühlen wir uns geehrt, dass wir schon wider in aller Munde sind." Er hält die Werbung nicht für anrüchig.

Was haltet Ihr von diesem Spot, der ebenfalls von Terre des Femmes gerügt wurde?


Müllermilch macht Werbung für Schläge als Erziehungsmaßnahme

In dem Werbespot wird eine konservative Familie gezeigt, bei der die Tochter des Hauses aus der ihr vorgegebenen Rolle ausschert und ihren eigenen Weg geht. Wir freuen uns über das moderne Rollenbild der Tochter, die sich gegen die häuslichen Konventionen stellt. Unsere Freude schlägt jedoch schnell in Entsetzen um, als die Mutter der Tochter verdeutlicht, dass ihre Entscheidung sich tätowieren zu lassen vom Vater mit Schläge sanktioniert werden wird.


Mane

Anzeige