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Aktuelle Themen Staatsverschuldung der USA

hafel
hafel
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Re: Staatsverschuldung der USA
geschrieben von hafel
Oft kann auch ein Schock heilsam sein. Die Herabstufung der größten Volkswirtschaft der Welt hat die Finanzmärkte in Aufruhr versetzt. Ob es tatsächlich zu einem weltweiten Kollaps kommt, wie viele Pessimisten unken, darf m. E. jedoch bezweifelt werden. Dieser Kollaps ist der Uralttraum der "Möchtegerne-Kommunisten" und Gegner freiheitlicher Ordnungen.

Zwar müssen die USA künftig mehr Zinsen für ihre Kredite bezahlen und der Dollar wird weiter unter Druck geraten. Aber, auf der anderen Seite wird die Regierung Obamas jetzt endlich gezwungen, mit dem Defizitabbau ernst zu machen. Diese Ratingagentur-Botschaft könnte ein heilsamer Schock sein!

Es sind einfach die überquellenden Schulden, die das Vertrauen in die Wirtschaft der USA und einiger europäischer Länder stark unterhöhlen. Da können Rettungsfonts bestenfalls Panikaktionen etwas eindämmen. Das Grundübel der Finanzpolitik muss geändert werden: Schulden abbauen.

Nur wenn die Regierungen in Washington, wie ebenso in Athen, Dublin, Lissabon, Rom und Madrid glaubhaft machen, dass sie trotz innerer Widerstände an ihrem Sparprogramm festhalten, wird verlorenes Vertrauen zurück gewonnen.

Die größten Gläubiger der USA wie China und Japan werden auch nach der Herabstufung amerikanische Staatspapiere kaufen. Denn erstens gibt es hier keine sinnvollen Alternativen und zweitens gilt gerade die amerikanische Wirtschaft als flexibel und dynamisch.

Gefährlich war hier im amerikanischen Finanzdebakel das gegenseitige Blockieren von Republikanern und Demokraten. Es reicht eben nicht, wenn die Wirtschaft Reformwillen zeigt, die Politik muss es auch tun.

Hafel
olga64
olga64
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Re: Staatsverschuldung der USA
geschrieben von olga64
als Antwort auf hafel vom 08.08.2011, 13:47:16
Schon seit Reagan`s Zeiten scheint es unmöglich, die Reichen in den USA steuerlich angemessen zu belasten. Zusammen mit den immensen Kriegsausgaben der letzten 10 Jahre und der destraströsen Lage der Wirtschaft hat Obama sein Wahlversprechen - Change - in die andere Richtung bestens erfüllt.
Jetzt treiben die obskuren Mitglieder der Tea Party alle vor sich her - erinnert ein wenig an die Linke in ihren besten (Lafontaine)-Zeiten, die dies ja auch einige Zeit mit ihrem Wahlprogramm schaffte.
Die Rechnung in den USA werden die Alten, die Kranken und die Arbeitslosen und hier die Niedrigqualifizierten bezahlen - und zwar ohne Äquivalent eines Hartz IV, so wie dies bei uns dann ist oder wäre. Olga
Carla21
Carla21
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Re: Staatsverschuldung der USA
geschrieben von Carla21
als Antwort auf ullahawaii vom 07.08.2011, 20:33:48
Das Ende kommt, wenn wir nicht lernfähig sind.


Stimmt, es ist ein perfides ausgeklügeltes System bei dem kaum einer durchblickt... [font=comic sans ms]


Liebe Ullahawaii,

mensch muss nicht immer alles völlig durchblicken können (obwohl das am besten wäre), um es beurteilen zu können.

Ob und wann der Kollaps des Kapitalismus kommt, ist ungewiss. Deshalb auch immer das Siegesgeheul der Neoliberalen, wenn exakt vorausgesagte Unheilsprognosen nicht eintreffen.

Was aber unbestreitbar - und für jeden erkennbar - für diese Gesellschaft feststeht, ist die gelungene Überwälzung der Risiken für den Erwerb von Ramschpapieren auf die Allgemeinheit (bei gleichzeitiger Privatisierung der Gewinne), das Verkommen der EZB zu einer „bad bank“ durch das im Übrigen gesetzwidrige Aufkaufen von Ramschpapieren von EU-Ländern durch die EZB, ist die Entlohnung der Arbeitnehmer durch die Allgemeinheit statt durch die Arbeitgeber selbst aufgrund der Übernahme der Lohn-und Gehaltsaufstockungsbeträge in schlechten Zeiten (damit die Betriebe weiter existieren können (Erhalt des Reichtums für die Besitzer und damit die Gewinne bei einer Erholung der Wirtschaft sofort wieder eingestrichen werden können). Dass das Ganze als Hilfe für die Arbeitnehmer verkauft wird, ändert an der eigentlichen Qualität der Maßnahme nichts.

Feststeht das Sinken der Löhne und Gehälter im eh schon niedrigen Bereich um 20% im letzten Jahrzehnt und das zunehmende Auseinanderdriften der Schere zwischen Arm um Reich. Die gezielte Lohndrückerei durch billige und nicht hoch qualifizierte Einwanderer, für deren Integration die Masse der Steuerzahler zusätzlich aufkommen muss.

Schon die Höchst-Besteuerung der Arbeitseinkommen = 45% und des arbeitslosen Einkommens aus arbeitslosem Geld- oder sonstigem Vermögen = 25%, zeigt die einseitige Politik des Staates zu Gunsten von Reichen und müsste jedem Normalbürger die Augen öffnen (ohne hinter die letzten Geheimnisse des Banksystems gekommen zu sein).

Bezeichnend ist das kürzlich erlassene befristete Verbot von Leerverkäufen in Frankreich, Belgien und Spanien, um die Spekulation auf einen fallenden Euro zumindest zeitweise zu unterbinden. Diese Leerverkäufe werden jetzt in anderen Ländern getätigt. Hinter mehr als 90 % aller Geldgeschäfte in der Welt stehen gar keine Produkte mehr, die verkauft bzw. gekauft werden, sondern reine Spekulationsgeschäfte. Und was tut Deutschland? Nichts. Weshalb die angesprochenen Leerverkäufe nicht überall generell verboten werden, müsste von den Medien der Bevölkerung viel ehrlicher vermittelt werden.

Und das alles durch oder mit Billigung der SPD. Leider ist der Kommunismus prinzipiell zu unfähig/ungeeignet, um eine bessere Alternative anzubieten. Wie andere Länder prosperieren bzw. ihren Wohlstand halten und dabei noch die Freiheit aller vermehren, diese Beobachtung hilft hier weiter – wenn Deutschland selbst die Probleme schon nicht stemmen kann.

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wolfgang
wolfgang
Mitglied

Re: Staatsverschuldung der USA
geschrieben von wolfgang
rache

das us-justizministerium hat ermittlungen gegen standard & poor's (s&p) eingeleitet (linktipp).

s&p hatte vor wochen der obama-administration das begehrte triple a entzogen. laut obama war das ein fehler und überhaupt ein unbotmäßiges verhalten. offensichtlich sollen rating-agenturen, die letzten mahner und warner vor überbordender verschuldung, eingeschüchtert werden.

--
Wolfgang
hugo
hugo
Mitglied

Re: Staatsverschuldung der USA
geschrieben von hugo
als Antwort auf karl vom 07.08.2011, 20:47:37
Ich denke immer öfters ähnlich. Das exponentielle Wachstum bei Zins und Zinseszins ist das große Problem unseres Wirtschaftssystems, was von Zeit zu Zeit einen Schuldenschnitt und eine Umverteilung notwendig macht.
geschrieben von karl


hm karl, da könnten wir doch alle zusammen sehr froh sein, das es einige Wenige gibt die sehr schnell steinreich werden.
Die tun dann doch eigentlich nix anderes als das gesamte Geld und Wertsachen und Bodenschätze usw zusammen zu ramschen und somit diesen Schuldenschnitt zu vereinfachen -so er denn kommt-.

Stell ich mir unmöglich oder zumindest praktisch kaum realisierbar vor wenn eine Milliarde Menschen enteignet angezapft zur Umverteilung verdonnert werden müssten.

Aber ein paar, die nun fast alles haben, fast alles besitzen, zur Herausgabe,,äh Umverteilung, ihres Angehäuften zu bewegen, das sollte der Mehrheit doch gelingen, so sie es denn will.
Nur blöd das dies noch so lange dauert und wir es wohl kaum noch erleben,,,da sollte doch ein wenig nachgeholfen und dieser ereignisreiche Moment vorverlegt werden *g*

hugo





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