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Aktuelle Themen Sturzflug des Fernsehens?

Sturzflug des Fernsehens?
geschrieben von ehemaliges Mitglied

Es war sicher nicht alles "Blödsinn", was es auf der Gala zu sehen gab.
Aber daß eine Sendung wie "Deutschland sucht den Superstar" mit dem
Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet wurde, ist Blödsinn.

Überall diese Köche und diese selbsternannten Comedians.
Da kann man schon mal nachdenklich werden, wenn das eine Bereicherung
des Fernsehens sein soll.

Man kann nur hoffen, daß die öffentliche Kritik von MRR die Verantwortlichen
ein wenig aufrüttelt.
Aber es ist zu befürchten, daß das bei denjenigen, die es angeht, keinen
wirksamen Eindruck hinterlässt.

Wieviel Verblödung, Schwachsinn und Gehirnamputation ist noch nötig, um Zuschauer
dazu zu bringen, den Fernseher einfach abzuschalten?

Lange, unerträgliche Reden, Selbstbeweihräucherung und immer gleiche oder ähnliche,
langweilige Veranstaltungen -
braucht es wirklich einen 88-jährigen Literaturkritiker, um das zu bemerken?
Das müsste eigentlich jedem der gesunde Menschenverstand sagen.


karin2
karl
karl
Administrator

Re: Sturzflug des Fernsehens?
geschrieben von karl
als Antwort auf vom 18.10.2008, 08:24:02
Hallo Karin,


ich bevorzuge seit langem den ST, auch wenn hier nicht alles Gold ist, was glänzt, so ist er zumindest tatsächlich "interaktiv"! Das Fernsehen verwende ich nur noch zur Unterhaltung, wenn ich auf dem Hometrainer schwitze. Man braucht schon eine Entschuldigung, um diesen Kasten überhaupt einzuschalten. Manche der beim Zappen aufgerufenen Programme sind schon eine arge Beleidigung mündiger Bürger, wobei ich die Befürchtung teile, dass es viele unmündige gibt. Leider fehlt den Fernsehmachern jegliches "Sendungsbewusstsein", es gibt keine "Missionstatements" außer "Kohle, Kohle, Kohle". Am ekelhaftesten sind dann die Selbstbeweihräucherungen, das sich gegenseitige Einladen in die jeweiligen Talkshows, die Preisverleihungen etc. Hier feiert sich eine Kaste, die die Volksverdummung in Kauf nimmt, weil sie sich bereichern will.
--
karl
Re: Sturzflug des Fernsehens?
geschrieben von klaus
als Antwort auf karl vom 18.10.2008, 08:35:11
@karl,
deine Einschätzung des Fernsehens ist zwar sehr hart -oder besser niederschmetternd - aber sie ist leider richtig.
Die Suche nach ordentlichen Programmen ist schweißtreibend und führt trotz ( oder wegen) dreistelliger Senderanzahlen selten zum Erfolg.
Bestimmte Sendungen sind nur unter Alkoholeinfluss zu ertragen.
Es gibt aber immer noch Ausnahmen. So lassen sich besonders in den 3. Programmen technisch wunderbar gestaltete Natursendungen und Reportagen "herausfischen", die zwar nicht immer zur "richtigen" Zeit laufen, aber ja aufgenommen werden können.

Was mich irritiert, sind die hohen Einschaltquoten der "Highlights" des schlechten Geschmacks.

--
klaus

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angelottchen
angelottchen
Mitglied

Re: Sturzflug des Fernsehens?
geschrieben von angelottchen
als Antwort auf vom 18.10.2008, 08:24:02
das Erschreckende ist aber, dass all diese peinlichen Sendungen und all diese oberpeinlichen sogenannten Comedians sehr viel Publikum haben - und die Leute können nicht alle doof sein. Domian, der Nachtquatscher, sagte das gestern nacht in einem Telefonat sehr treffend - er fände zB Florian Silbereisen usw furchtbar, aber seine heiss geliebte Tante liebt diese Sendungen, deshalb akzeptiert er diese Art der Musik, denn seine Tante würde seine Musik auchnicht mögen.

So lange dieser in unseren Augen Schwachsinn so einen Zulauf hat, muss man ihn wohl dulden, darf ihn für sich aber als Schwachsinn abtun und einfach ausschalten.

Die Frage ist nun. ist das TV Programm Spiegel unserer Gesellschaft oder manipuliert es die Massen?
--
angelottchen
Re: Sturzflug des Fernsehens?
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf klaus vom 18.10.2008, 09:55:36
Dem kann ich nur zustimmen.
Es ist schade, daß man die dritten Programme aller Bundesländer nicht überall
sehen kann.
Jedenfalls nicht per DVB-T.
Da gäbe es noch eine Auswahl an Sendungen, die man sehen möchte.
Aber es muß ja einen Markt geben für das Gebotene,
sonst würde es nicht produziert.
Vielleicht darf man nicht von sich auf die "Breite Masse" schließen.
Außerdem muß man im Auge behalten, daß sich Fernsehgewohnheiten mit dem Alter auch verändern.
Schade ist es schon.
Ich würde es für mich begrüßen, könnte man die Gebühren weglassen und sich die einzelnen Sender
"anmieten".
So in der Art, wie es mit den Bezahlsendern ist.
Ob das eine Lösung wäre ?
Oder wird es dann noch schlechter, weil die dann nicht genügend nachgefragt werden ?
--
clabauterman
Re: Sturzflug des Fernsehens?
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf angelottchen vom 18.10.2008, 10:03:03
Diese Frage ist berechtigt:
Wer hat Wen zu diesem Massenkonsum angestiftet?
Angebot oder Nachfrage?

Solange die Einschaltquote stimmt, wird mit Sicherheit immer mehr
Schwachsinn verzapft.

Wenn Ätherverschmutzung unter das Emissionsgesetz fiele oder Volksverdummung
ein Straftatbestand wäre, dann hätten die Privatsender längst schließen müssen.

Es muss ja nicht immer Literatur sein, Fernsehen könnte auch niveauvoll unterhalten,
wenn die Nachfrage größer wäre?

Sehen nur die Älteren gerne "anspruchsvollere" Sendungen?
Lassen sich die Jüngeren
lieber eher berieseln, weil sie einfach nur den Kopf ausschalten?
Geben die ihr Gehirn, falls vorhanden, an der Garderobe ab?


karin2

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susannchen
susannchen
Mitglied

Re: Sturzflug des Fernsehens?
geschrieben von susannchen
als Antwort auf vom 18.10.2008, 10:06:42
Wirklich wahr, die Dritten bieten immer etwas, leider nicht überall zu empfangen.
Bezahlfernsehen wäre eine Alternative, da müsste schon etwas geboten werden damit die Zuschauer es auch auswählen und bezahlen.

Wenn ich auch nur ansatzweise in die Privaten wie RTL,SAT1 usw reinschaue, bekomme ich das Grausen und frage mich wie die zu diesen Einschaltquoten kommen, oder ist es wirklich der Spiegel unserer Gesellschaft, ich mag nicht dran glauben.
--
susannchen
baerliner
baerliner
Mitglied

Re: Sturzflug des Fernsehens?
geschrieben von baerliner
als Antwort auf vom 18.10.2008, 10:06:42
Dem kann ich nur zustimmen.
Es ist schade, daß man die dritten Programme aller Bundesländer nicht überall
sehen kann.
Jedenfalls nicht per DVB-T.
geschrieben von clabauterman


Ja, leider kann man in Berlin BR3 z.B. nicht empfangen.


Da gäbe es noch eine Auswahl an Sendungen, die man sehen möchte.
Aber es muß ja einen Markt geben für das Gebotene,
sonst würde es nicht produziert.
Vielleicht darf man nicht von sich auf die "Breite Masse" schließen.
Außerdem muß man im Auge behalten, daß sich Fernsehgewohnheiten mit dem Alter auch verändern.
Schade ist es schon.
geschrieben von clabauterman


Ich finde auch, dass bei der derzeitigen Finanzierungsstruktur eben auch die "Breite Masse" bedacht werden muss, z.B. eben die Liebhaber des "Musikantenstadl" oder auch von DSDF. Jeder soll doch nach seiner Facon selig werden und hat ein Recht, auch das zu konsumieren, was 10% abscheulich finden. Für die bleiben ja immer noch arte, 3sat, dritte Programme. Natürlich braucht man oft den Videorecorder, weil die Sendeplätze oft ein Sehen zur Sendezeit je nach Schlafgewohnheit unmöglich machen.


Ich würde es für mich begrüßen, könnte man die Gebühren weglassen und sich die einzelnen Sender
"anmieten".
So in der Art, wie es mit den Bezahlsendern ist.
Ob das eine Lösung wäre ?
Oder wird es dann noch schlechter, weil die dann nicht genügend nachgefragt werden ?
--
clabauterman
geschrieben von clabauterman


Ich glaube, dass das Bezahltfernsehen schon eine Chance hätte, wenn die GEZ-Gebühren abgeschafft werden würden. Dabei würde man ja auch nicht einen Sender anmieten, sondern genau für die Sendung bezahlen, für die man sich interessiert. Die Technik dafür ist ja vorhanden, nur die Intendanten der öffentlich-rechtlichen Anstalten scheuen das Bezahltfernsehen wie der Teufel das Weihwasser.

--
baerliner
Re: Sturzflug des Fernsehens?
geschrieben von klaus
als Antwort auf susannchen vom 18.10.2008, 10:17:21
@susannchen,
"oder ist es wirklich der Spiegel unserer Gesellschaft, ich mag nicht dran glauben."

Ja - du magst nicht daran glauben, ich eigentlich auch nicht. Ich meine aber, es ist leider "der Spiegel unserer Gesellschaft".
Natürlich mit Einschränkungen.

Was aber sollen z. B. Menschen mit naturwissenschaftlichen Sendungen oder geschichtlich-geografischen oder mit kulturellen Sendungen anderer Art anfangen, wenn durch Familie, Schule ... kein Interesse geweckt wurde und sie solche Sendungen überhaupt nicht verstehen können.

Die Mehrzahl der junge Leute, aber immer mehr "älteren Datums" , gehen doch den Weg des geringen Widerstandes und bemühen sich nicht darum, ihren Horizont zu erweitern, wenn woanders "niveaulose Lachnummern" geboten werden, bei denen man nicht mal die Pointen verstehen muss, weil das Lachen gleich mitgeliefert wird.

Besonders die öff. rechtlichen Sender hätten die Aufgabe, diesen kulturellen Prozess in die richtige Richtung zu steuern. Dieser Aufgabe werden sie allerdings zunehmend schlechter gerecht, weil immer mehr die finanzielle Seite die Oberhand gewinnt.
Wenn man allerdings berücksichtigt, was einige Moderatoren und andere "Macher" für ihre "Leistungen" verlangen, muss man feststellen, dass sie inzwischen mit den Einkünften von Top-Managern mithalten können.

Letztendlich glaube ich schon, dass der Runfunkrat, der ja die gesetzlich festgelegte Aufgabe hat,die Intendanten der öff. rechtlichen Sender zu beraten und zu kontrollieren und schließlich Mitglieder aus allen Bereichen des öff. Lebens hat, die Probleme kennt - aber in der berühmten Zwickmühle steckt.
--
klaus
EehemaligesMitglied58
EehemaligesMitglied58
Mitglied

Re: Sturzflug des Fernsehens?
geschrieben von EehemaligesMitglied58
als Antwort auf karl vom 18.10.2008, 08:35:11
Na karl, das fernsehen sendet ja nur noch nach quote.
Wenn also diese seichten sendungen massenhaft ausgestrahlt werden, bedeutet das doch, daß sie auch massenhaft gesehen werden.
Frage ist doch, ist das fernsehen so mies oder ist der geschmack des publikums eben so niveaulos?
Altes sprichwort:
Jedes volk bekommt die regierung die es verdient und jeder fernsehsender die zuschauer die er verdient.
Ich hab hier schon mal an anderer stelle bemerkt, daß im ST oft auf hohem, manchmal schon abstraktem teoretischem niveau dikutiert und gestritten wird, die praktische realität in D aber oft ganz anders ist.
Die allgemeinbildung und das geschmacksniveau insgesamt in D befindet sich aber ebenso auf talfahrt wie der DAX.
Es gibt schon noch sendungen, die sehenswert sind, siehe den beitrag von klaus, alles andere mußte ja nicht sehen.
Was aber soll das FS machen, wenns die breite masse so primitiv gerade will?
--
gram

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