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Aktuelle Themen Themenrunde "Sterbehilfe"

pilli †
pilli †
Mitglied

Re: Geschäft mit dem Tod?
geschrieben von pilli †
als Antwort auf vom 19.06.2007, 08:30:52
hier der dazugehörige link zur sendung des SWR
mit den hintergründen zur sendung, aus dem ich zitiere:

"Hier gehen Menschen in den Tod, denen noch geholfen werden könnte. Ich wollte diesen Missbrauch nicht länger mit ansehen." Wenn Soraya Wernli von ihren Erfahrungen bei der Schweizer Sterbehilfeorganisation spricht, beginnt ihre Stimme leicht zu zittern. Nach mehr als zwei Jahren Mitarbeit bei DIGNITAS stieg sie aus. Sie kann nicht verstehen, dass DIGNITAS bis heute weiter Menschen in den Tod begleiten kann - trotz massiver Vorwürfe an die Adresse des Vereins."


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pilli
enigma
enigma
Mitglied

Re: Themenrunde -Sterbehilfe
geschrieben von enigma
als Antwort auf musikerin vom 18.06.2007, 13:51:03
@musikerin

Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich sie weiterhin begleiten werde.

Eine andere Freundin arbeitet ebenfalls in der Hospiz-Arbeit und ist auch der Meinung, dass man viel zurückbekommt, an Gefühlen und neuen Einsichten.



Ebenfalls herzliche Grüße
Enigma


chris
chris
Mitglied

Re: Themenrunde -Sterbehilfe
geschrieben von chris
als Antwort auf musikerin vom 18.06.2007, 13:51:03


Aber man wächst, wenn man krank ist, wenn man Schmerzen hat, wenn man einen schmerzlichen Verlust entgegennehmen muß. Man wächst, wenn man nicht seinen Kopf in den Sand steckt, sondern wenn man den Schmerz annimmt und ihn zu begreifen sucht, und zwar nicht als einen Fluch oder eine Bestrafung, sondern als Geschenk für sich, um damit einen ganz bestimmten Zweck zu erfüllen.
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Musikerin,

dem Text von Kübler-Ross kann ich nur zustimmen. Wer den Schmerz um den Verlust eines
Menschen annimmt, der kann auch anderen Menschen beistehen in ihren letzten Stunden
und sie begleiten.

Und der wird auch verstehen, dass Sterbebegleitung und Hilfe wertvoll sein können.


chris

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luchs35
luchs35
Mitglied

Re: Geschäft mit dem Tod?
geschrieben von luchs35
als Antwort auf vom 19.06.2007, 08:30:52
Hallo Karin, bin erst heute zurückgekommen und habe erst mal nachgelesen. Die TV- Doku im SWR habe ich allerdings schon vor längerer Zeit im Schweizer TV gesehen. Und gerade heute las ich im St.Galler Tagblatt, dass mehr Kontrolle über die inzwischen legalisierte Sterbehilfe verlangt wird. Und das mit Recht. "Dignitas" ist seit längerem schon im Zwielicht, es gab immer wieder schwere Vorwürfe, um die man sich auf höherer Ebene zu wenig gekümmert hat.
Vor der Legalisierung gab es eine stillschweigende Zustimmung der verantwortlichen Politiker, nach der gesetzlichen Verankerung wurde weiterhin die Kontrolle vernachlässigt, sodass auch Missbräuche "durchgeschlüpft" sein können- das wird die Aufarbeitung wohl noch genauer an den Tag bringen.
Für mich persönlich allerdings steht fest, ohne genaue Kontrolle wird dem Missbrauch Tür und Tor geöffnet. Das hat allerdings weniger mit der Einführung der Legalität zu tun, sondern mit dem menschlichen Versagen und der damit verbundenen mangelhaften Kontrolle. Was und wie man kontrolliert, muss unumstösslich verankert sein und einzig und allein dem "Sterbewilligen" dienen.

Laut Justizminister Christof Blocher findet in der Schweiz die Sterbehilfe nicht mehr in rechtsfreiem Raum statt, denn es gibt rechtliche Schranken wie das absolute Tötungsverbot und auch genügend Kontroll- und Interventionsmöglichkeiten, um Missbrauch zu verhindern. Allerdings seien -laut Blocher- die Möglichkeiten in der Vergangenheit nicht voll ausgeschöpft worden.

Nun werden in der Schweiz neue gesetzliche Grundlagen für die Aufsicht über Sterbehilfeorganisationen geschaffen, aber ein Rest von Misstrauen wird wohl immer bleiben.
Sollte man in Deutschland Sterbehilfe legalisieren, wird man wohl auch aus den Fehlern oder Lücken der Länder lernen, in denen die Hilfe zum Suizid bereits gesetzlich geregelt ist.

Aber der Weg dahin ist noch sehr,sehr lang.

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luchsi35
arno
arno
Mitglied

Re: Geschäft mit dem Tod?
geschrieben von arno
als Antwort auf pilli † vom 19.06.2007, 11:08:40
Hallo, pilli,

die andere Seite der Sterbehilfe ist doch die Geburtshilfe!

Wenn man Menschen auf die Erde hilft, warum soll man dann nicht auch Menschen beim Abtreten helfen dürfen?

Die Geburtshilfe kostet Geld und die Sterbehilfe
ebenso!
Beides sind ganz normale Hilfeleistungen, die allen Menschen zur Verfügung stehen müssen!!!!!!!

Viele Grüße
Arno

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