Forum Allgemeine Themen Aktuelle Themen Umstellungen im Alter

Aktuelle Themen Umstellungen im Alter

miriam
miriam
Mitglied

Umstellungen im Alter
geschrieben von miriam
Dieses Thema hier anzusprechen, war ein sehr schnell gefasster Entschluss - in der Folge eines kurzen Gedankenaustausches mit Nordstern, im Rahmen einer ganz anderen Diskussion.

Es sind ja vielfältige Umstellungen die im Alter stattfinden - manche werden uns durch äußerliche Umstände aufgezwungen, andere geschehen spontan, ohne dass man einen direkten Zusammenhang feststellen kann zwischen einer konkreten Ursache und die Änderungen die wir plötzlich feststellen.

Ich gebe zu, dass ich diese Art von Veränderungen mit einer gewissen Neugierde bei mir feststelle.
Ich habe das Wort beobachte vermieden, denn ich bin nicht gerade der Tipp Mensch der sich viel selbst beobachtet.
In diesem Zusammenhang eine meiner Feststellungen in meinem hohen Alter: das Interesse oder die Neugierde auf die Welt bzw. der Gedankenwelt, lässt nicht nach.

Manchmal kommt man auch zurück auf Gedankengänge die man längst ad acta gelegt hatte - und geht den Weg erneut - kommt dabei auch ganz woanders an.

Genug. Eigentlich wollte ich ja nur dieses Thema hier vorschlagen.
Es geht mir natürlich in diesem Zusammenhang auch um die körperlichen Gebrechen - die ja leider unvermeidlich sind - und um die Frage wie wir damit umgehen.

Miriam
karl
karl
Administrator

Re: Umstellungen im Alter
geschrieben von karl
als Antwort auf miriam vom 23.02.2013, 11:57:59
Liebe Miriam,

Gewohnheiten erleichtern das Leben und sparen Energie. Meine Mutter konnte sich im Alter über 90 darüber aufregen, wenn Vater ihre Pantoffeln nicht am richtigen Ort hingestellt hatte oder diese aus irgendwelchen anderen Gründen verstellt waren.

Feste Gewohnheiten kompensieren ein wenig das Nachlassen der Kräfte und ich finde deshalb sollten gewohnte Pfade, die erprobter Weise nicht durch "Feindesland" führen, sinnvollerweise benutzt werden.

Übrigens - da wir diese Diskussion gerade auch hier im Seniorentreff wegen einer technischen Umstellung geführt haben - es ist mir als Webmaster bewusst, dass wir sehr behutsam mit Veränderungen auf unserer Webseite umzugehen haben.

Herzliche Grüße nach Köln, Karl
Re: Umstellungen im Alter
geschrieben von mart1
als Antwort auf karl vom 23.02.2013, 12:40:55
Ich weiß, wie behutsam Printmedien vorgehen (müssen), wenn sie das Logo oder das Outlay für ihre Zeitung ändern wollen. Das wird in einzelnen, kleinen Schritten gemacht, um die Leser nicht zu verschrecken.

LG mart

Anzeige

schorsch
schorsch
Mitglied

Re: Umstellungen im Alter
geschrieben von schorsch
als Antwort auf miriam vom 23.02.2013, 11:57:59
Ich brauchte gar nichts umzustellen: es stellte von selber um )(
miriam
miriam
Mitglied

Re: Umstellungen im Alter
geschrieben von miriam
Danke Euch allen für Eure Antworten.

Natürlich wird es bei einer so komplexen Fragestellung wie das Altern und die damit verbundenen Umstellungen, nicht nur eine Antwort geben – Karl.

Eines ist aber sicher: wir sind im hohen Alter wesentlich mehr determiniert, als in jüngeren Jahren. Und dieses Determiniert-Sein - hat auch viele Facetten.
Inwiefern sind wir noch frei, wenn sich sogar unsere Innere Uhr altersbedingt umstellt?

Karl – ich wäre dir dankbar, wenn du uns manches dazu sagen würdest.

Zurück kommend auf die Problematik die ich hier erst geschildert habe: mich versetzt es immer wieder ins Staunen, dieses erneute Durchschreiten der Pfade, die ich schon früher gegangen bin.
Und natürlich auch die Neugierde darauf, was ich nun dabei als Neu entdecke.
Denn manchmal hat sich meine Optik im Laufe der Zeit, völlig geändert.

Nun versuche ich mal eine etwas einfache Antwort auf die Hauptfrage dieses Themas zu geben: Tatsache ist, dass wir im Laufe der Zeit, viel einsamer geworden sind.
Die Kinder sind Erwachsene geworden, deren Kinder suchen uns (mich) ganz anders auf, als damals, als sie noch richtig klein waren.

Und vielleicht die Ereignisse die mich persönlich am meisten getroffen haben: einige der besten Freunde sind tot.
Auch damit muss man lernen umzugehen – wobei mir persönlich dies auch als ein längerer Lernprozess vorkommt.

Viel gravierender erscheint mir aber die Tatsache, dass manche der Freunde verstummt sind – fast nicht mehr erreichbar in ihrer Demenz.

Miriam
JuergenS
JuergenS
Mitglied

Re: Umstellungen im Alter
geschrieben von JuergenS
Dazu fällt mir spontan ein, dass bei mir die Planungs-Sicherheit immer schwieriger wird.
Kaum was geplant, so stellt ein neues unerwünschtes Ereignis dasselbe immer häufiger infrage:

*einem (älteren)Bekannten oder Verwandten geht es auf einmal schlechter, das kann unsere "Planungen" gefährden.

*eine Unpässlichkeit tritt auf einmal ein, man muß sich hinlegen, schonen oder absagen

*desgleichen Krankheiten, die Zahl nimmt zu

*desgleichen, man macht mehr Fehler, übersieht was, die Korrektur ist anstrengend, aufregend, anders als früher.

*Irgendwas in unserer heilen PC-Welt, macht auf einmal Probleme:
Der PC hängt, der Stick spinnt, das Netz ist instabil, jemand im Forum legt sich mit einem an, man bringt eine Grafik nicht zustande, weil man vergessen hat, wie es geht, wird wütend auf sich selbst und und und...................

Anzeige

Re: Umstellungen im Alter
geschrieben von mart1
als Antwort auf JuergenS vom 23.02.2013, 14:10:47
Umstellungen, das heißt Veränderungen.... begleiteten uns seit Beginn unseres individuellen Lebens.

Leben IST Veränderung.
Veränderung des Körpers, des Geistes, der Lebensumstände, der Einstellungen, der Gefühle.

Stillstand bedeutet Tod, phychischen und psychischen Tod.
Und nicht nur bei Lebewesen, sondern auch in der nichtbelebten Natur. (Was heißt denn absolute Nullpunkt? - "Absoluter Tod" des Universums!)

Alles fließt! hat vor einigen 1000 Jahren ein Grieche gesagt.

Veränderungen zu erkennen, zu akzeptieren und darauf zu reagieren (so wie es mir gut tut), geht nur ohne Klammern an den Status quo.

LG mart
old_go
old_go
Mitglied

Re: Umstellungen im Alter
geschrieben von old_go
als Antwort auf mart1 vom 23.02.2013, 15:19:55
Meine Überlegungen zu diesem Thema sind ähnlich,wie die von Mart!

Kein Mensch kann sich den Veränderungen verschliessen,die das Älterwerden uns aufzwingt!

Meiner Meinung nach ist es sinnlos,erst darüber nachzudenken,wenn wir schon im sehr fortgeschrittenen Alter sind!

Alterungsprozesse sollten wir ganz selbstverständlich "annehmen",
ohne zu klagen!

Ganz natürlich werden uns Grenzen gesetzt,auch durch Erkrankungen
oder Filfsbedürftigkeit.
Aber,wir sollten uns nie "fallen" lassen und resignieren!

Leben zu dürfen,ist so kostbar!

Man kann auch als alter und (oder auch )kranker Mensch mit der richtigen Einstellung Freude am Leben haben!

Wenn Vieles nicht mehr so schnell zu erledigen ist,wie in jüngeren Jahren,ist das doch kein Grund zum Jammern!
Dann dauert es eben etwas länger,bis etwas erledigt ist

Ich denke,es ist seht wichtig,nicht nur so vor sich hin zu vegetieren,
sondern sich seine Tage sinnvoll einzuplanen.

Leider ist der Verlust durch den Tod von vielen langjährigen vertrauten Freunden sehr schwer!
Wenn da -fast-niemand mehr lebt,zu dem man sagen kann:
weisst du noch....

Solange wir aber noch denken,reden,schreiben,lesen und hören können,
kann auch dann das Leben schön und angemessen sinnvoll gestaltet werden.

Gudrun
Re: Umstellungen im Alter
geschrieben von mart1
als Antwort auf old_go vom 23.02.2013, 16:41:37
Passen hier nicht auch die in einem anderen Thread erwähnten Zeilen?

Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen,
die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern,
die ich ändern kann,
und die Weisheit,
das eine vom anderen zu unterscheiden.


geschrieben von Gelassenheitsspruch


Wem das Wort "Gott" stört, kann es ja individuell verändern.

"Gelassenheit" beinhaltet das Lassen, das Loslassen, das Akzeptieren... m.M.n. die richtige Einstellung für ein befriedigendes Leben auch im Alter.

LG mart
miriam
miriam
Mitglied

Re: Umstellungen im Alter
geschrieben von miriam
als Antwort auf mart1 vom 23.02.2013, 17:00:22
Wieder begeistert mich die Vielfallt in der Ihr über diese Thema nachdenkt - bzw. schreibt.

Nun - ich wage einen Schritt in eine ganz andere Richtung - und stelle Euch und mir die Frage: was ist aber eigentlich dieser Prozess des Alterns?

(Ich schreibe diese Zeilen und blicke zugleich zur Liste der Anwesenden – natürlich zu Karl - und dies nicht wegen seines weißen Bartes, sondern weil er diese Frage viel besser beantworten könnte...)

Unter vielen anderen, hat sich der russische Wissenschaftler Vladimir Skulachev mit dem Prozess des Alterns befasst – bzw. mit den Möglichkeiten diesen zu verzögern.
Seine Forschungen zielten darauf, freie Radikale von Zellen, denen er ein präpariertes Molekül eingesetzt hatte, aufzufangen.

Interessant ist Skulakows Schlussfolgerung:
"Ob wir Menschen es überhaupt brauchen, wesentlich länger zu leben - das ist die große Frage.
Dass wir aber sehr gerne möglichst lange jung, kräftig und gesund bleiben wollen, das ist klar. Wir haben uns daran gewöhnt, dass das Älterwerden unvermeidlich ist.

Dabei kennt die Wissenschaft längst Tiere, die nicht altern. Das heißt, es ist biologisch möglich, zu leben und nicht zu altern. Ein erstaunliches Beispiel ist der Nacktmull."

Tatsächlich: der Nachtmull lebt sogar 30 Jahre und wird nicht alt.

Weiter sagt Skulakow: "Er bekommt weder Diabetes noch Krebs, keine Herzkrankheiten und Altersschwäche. Er lebt ohne zu altern, bis er irgendwann vielleicht gefressen wird.
Wir sehen unsere Aufgabe darin, das gleiche auch dem Mensch zu ermöglichen."

Ende des Zitats.

Ich weiß nicht wie es Euch ergeht, wenn Ihr diese Zeilen ließt. Mir macht eine solche Aussicht regelrecht Angst.

Ich erlaube mir auch - hinzuzufügen: Macht erst etwas gegen die große Altersarmut in Eurem Land, Russland!

Miriam

Anzeige