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Aktuelle Themen Verdammt, wo sind denn die Atombomben geblieben?

carlos1
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Mitglied

Verdammt, wo sind denn die Atombomben geblieben?
geschrieben von carlos1
In den höchsten Rängen der US-Luftwaffe ist kräftig aufgeräumt worden. Stabschef, General Mosley wurde gefeuert, ebenso sein Chef, Staatssekretär Michael Wynne. Nein, keine Routine. Ernste Angelegenheit. Viel schlimmer noch: Ein Albtraum hat den Wechsel ausgelöst. Im August 2007 startete ein B-52 Bomber von South Dakota nach Louisana. An Bord hatten die Piloten sechs harmlose Übungsbomben. Da waren sie sich absolut sicher, schließlich stand das auf ihren Ladungspapieren. Zur selben Zeit begann die Air Force fieberhaft nach einem halben Dutzend dieser hochexplosiven Knallkörper zu suchen. Könnte da nicht - Osama ist überall - nicht jemand seine Hand danach ausstrecken? Wir ahnen es jetzt. Die Piloten wussten nicht, dass sie diese gefährliche Fracht an Bord hatten, wussten es auch nach der Landung nicht. Zum Glück waren die Bomben nicht scharf.
Anderer Schauplatz: Taiwan. Einige Monate vorher. Das dortige Militär erwartet eine Sendung Batterien für Hubschrauber. Bei der Öffnung des Paketes großes Staunen. Statt der erhofften Batterien erhielt das Militär dort vier streng geheime Zünder für nukleare Raketensprengköpfe. Es dauert 17 Monate, bis die Panne schließlich bemerkt wird. Immerhin wollte Taiwan einmal selber eine Bombe bauen und Spannungen zwischen den USA und China bestehen in der Taiwanfrage.

Immerhin ist es auch das erste Mal in der Geschichte der USA, dass der Verteidigungsminister die zivile und militärische Führungsspitze Knall auf Fall auswechselt. Auf einer Pressekonferenz hieß es es habe "festgefahrene Muster unzureichender Standards" bei der Luftwaffe gegeben. Mit dieser ebenso poetisch wie bürokratische anmutenden Formulierung werde ich daran erinnert, auch bei mir nicht unzureichende Standards einreißen zu lassen etwa nach dem Motto: "Verflixt nochmal, wo ist die Rechnung geblieben, die ich bezahlen wollte."
c.

karl
karl
Administrator

Re: Verdammt, wo sind denn die Atombomben geblieben?
geschrieben von karl
als Antwort auf carlos1 vom 08.06.2008, 10:18:12
Hallo Carlos1,


wo kann ich dies nachlesen? Es ist erschreckend, von diesen "Dingern" (Atombomben) gibt es weltweit ja immer mehr. Es könnte ein trügerisches Gefühl der Sicherheit sein, in dem wir uns wiegen.
--
karl
adam
adam
Mitglied

Re: Verdammt, wo sind denn die Atombomben geblieben?
geschrieben von adam
als Antwort auf carlos1 vom 08.06.2008, 10:18:12
Grüß Dich carlos,

aus Zeiten des Kalten Krieges bin ich gewöhnt, Gedanken an derartige "Pannen" und deren mögliche Folgen zu verdrängen.
Nach 1990 atmete die Welt auf, da die Gefahr eines Atomkrieges zwischen den Weltmächten gebannt schien. Dazu bestand kein Grund, wie man schon wenig später feststellen mußte, denn das furchterregende Waffenarsenal drohte und droht in falsche Hände zu gelangen. Als Beispiel seien nur unterbezahlte oder nicht weiterbeschäftigte, sowjetische Wissenschaftler genannt, die Knowhow oder Material weitergeben könnten oder es tatsächlich getan haben.
Die Informationen darüber, daß die Amerikaner Atombomben spazierenfliegen und brisante Teile versehentlich an Taiwan liefern, verdanken wir der amerikanischen Presse und kann nicht zur Beruhigung des Nervenkostüms beitragen. Noch stärkeres Nervenflattern bereitet der Gedanke, was alles Ähnliches tagtäglich passiert, von dem wir nichts erfahren!
Ein ordentlicher Schreibtisch wird mir da auch nicht helfen und selbst ein Tranquilizer bekämpft nur meine Symptome und nicht die Ursache.

--

adam

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carlos1
carlos1
Mitglied

Re: Verdammt, wo sind denn die Atombomben geblieben?
geschrieben von carlos1
als Antwort auf karl vom 08.06.2008, 10:38:49
Hallo Carl,
ich habe die Nachricht aus der Stuttgarter Zeitung vom 7.6.2008. Die Links von Adam sind aber noch informativer. Was nicht vergessen werden darf: Die B-52 ist ein Flugzeugtyp aus den 50er Jahren. Es sind aufgemöbelte alte Schrottkisten. Das trifft nun auch für die alten Raketen zu, auf denen die Sprengköpfe montiert gewesen sein sollen. Die ganze Wahrheit werden wir nicht erfahren.
Ich bin wie du auch beunruhigt, wenn ich solche Nachrichten vernehme. Irgendwann geht wegen menschlicher Fahrlässigkeit einer dieser Sprengköpfe verloren oder landet an einem nicht vorherbestimmten Ort. Es gab eine Reihe von Situationen während des Kalten Krieges, die einem noch nachträglich einen Schauer über den Rücken laufen lassen. Atomkrieg aus Versehen ist jederzeit möglich.
Die Wahrscheinlichkeit, dass in diesem Jahrhundert Atombomben zum Einsatz kommen werden ist sehr hoch. Wir sollten uns keine Illusionen machen.
c.
floravonbistram
floravonbistram
Mitglied

Re: Verdammt, wo sind denn die Atombomben geblieben?
geschrieben von floravonbistram
als Antwort auf carlos1 vom 09.06.2008, 18:09:28

--
Dr. Peter Montague, Mitbegründer und Direktor der Umwelt-Forschungs-Anstalt in Annapolis, Maryland ist der Auffassung, dass Bush´s nukleare Verbreitungspolitik wohl in einem flammenden Armageddon enden wird.

Seine agressive Kriegsführung, wie zum Beispiel im Irak, und seine bewusste Folterpolitik scheinen auch dazu bestimmt zu sein, mehr Hass zu schüren und Widerstand zu schaffen.
Wenn nur irgend eine Gruppe, entstanden durch zunehmende Gewalt und Hass in den Besitz von nuklearen Waffen kommt, schreckt diese nicht davor zurück, sie auch einzusetzen.

Aber sollen wir uns deshalb jetzt schon mal einen Bunker bauen??? Und wozu? Wenn alles zerstört und verseucht wird, möchte ich nicht zu den wenigen Überlebenden gehören

carlos1
carlos1
Mitglied

Re: Verdammt, wo sind denn die Atombomben geblieben?
geschrieben von carlos1
als Antwort auf floravonbistram vom 09.06.2008, 18:32:55
@floravonbistram
Alles könnte in einem Armageddon enden. So sieht es auch der Chef der Internationalen Atomenergiebehöre El Baradei, der vor längerem die Meinung vertrat, dass die Gefahr einer nuklearen Auseinandersetzung noc hnie so groß war wie heute. Ein Grund in Fataqlismus zu verfallen sehe ich nicht. Es ist richtig, dass der Hass die Ursache, Anlass von Krieg und Aggression ist. Wo Hass ist, wird es auch die Waffen geben, die geeignet sind den Gegner zu treffen. Mit der Entdeckung der Kernspaltung lag die Entwicklung einer Kernwaffe mit ihrer großen Sprengwirkung nahe. Sie ist in der Welt und wir werden saie nicht mehr los. Je mehr Staaten im Besitz dieser Mittel sind, desto gefährlicher. Wäre die A-Bombe nicht in den 40er Jahren entwickelt worden, wäre sie später gebaut worden.
"Das Problem ist nicht die Atombombe, sondern das Herz des Menschen." (Einstein)

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