Forum Allgemeine Themen Aktuelle Themen Warum schützt niemand Walter Jens vor seinem Sohn?

Aktuelle Themen Warum schützt niemand Walter Jens vor seinem Sohn?

longtime
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Re: Streitgespräch mit dem STERN: Trauerarbeit oder Vatermord?
geschrieben von longtime
als Antwort auf vom 07.03.2009, 12:12:42
Zu Ursulas Beitrag:

Ich biete hier auch noch zwei Nachträge:

1.

Wiederaufgeführt: ein Stück von Walter Jens: "Der tödliche Schlag".
Odysseus, der Griechenfürst, räumt auf nach dem Fall Trojas.

Im Theaterstück "Der tödliche Schlag" von Walter Jens schafft der "Listenreiche" das auf spezielle Weise:
Scheinheilig betend kippt er die Leiche seines pazifistischen Kameraden Philoktet gewaltsam von der Bahre. Den hat er kurz zuvor umgebracht, den Mord der Gegenseite angelastet und so den Kampf gewonnen.

"Wir wollten zeigen, wie selbst Gegner des Krieges von ihm instrumentalisiert werden", erläuterte Regisseur Axel Krauße.

Ob wer da in TÜ oder DE noch eine andere Interpretation bei der Neuaufführung erfasste…?

http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/feuilleton/1686109_Urauffuehrung-Walter-Jens-Fokus-auf-die-Sprache.html
*
Zum Buch: Die literarischen Arbeiten von W.J. sind fast alle weg vom Fenster (des Buchmarkts), schade:

W. J.: Die Verschwörung. Der tödliche Schlag. Zwei Fernsehspiele. (= Serie Piper 111). Piper, München.



2. Leserbrief-Meinungen zu der Kritik der Iris Radisch zu T.J.s Buch „Demenz“, in der ZEIT:

„Armer Walter Jens!“
Leserbriefe gestern in ZEIT (Nr. 11/2009. S. 54) zu:
Iris Radisch: »Der Mann seines Lebens« Nr. 9

Tilman Jens hat sämtliche Schlachten verloren. Walter Jens war ihm immer überlegen. Der Knabe, der irgendwann erwachsen wird, gibt den Kampf so lange nicht auf, bis er einmal die Übermacht besiegt. Der Knabe, der nie erwachsen wird, verdrängt und wartet auf den Augenblick, in dem der ewige Gegner wehrlos wird. Dann schlägt er zu. Der Erwachsene kann einem Wehrlosen vergeben. Ein Kind nicht.
Karl Mauck, Kelkheim/Taunus

Danke für Iris Radischs fundierte Kritik am geschäftstüchtigen Tilman Jens. Sie machen es aber nicht viel besser, indem Sie einen ungewöhnlichen, zusammenhanglosen Augenausschnitt des »linksintellektuellen Gewissens der alten Bundesrepublik« bringen. Die Darstellung altersgemäßer Veränderungen im rechten Augenwinkel, der Altersflecken und der Pupillendifferenz spricht auch nicht gerade für Ihre Achtung vor dem Alter. Sie wollen doch nicht an den Blick eines Primaten erinnern? Das könnte man aber meinen.
Dr. Claus Richter-Haffelder. Heidelberg

**

Wiederholter TIPP:
Radischs Rezension zu „T:J.: Demenz“:


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longtime
Re: Streitgespräch mit dem STERN: Trauerarbeit oder Vatermord?
geschrieben von ehemaliges Mitglied_84475
als Antwort auf vom 07.03.2009, 12:12:42
@plumpudding,

"Mami" zum einen deshalb, weil Tilman Jens sein Buch ja auch "für Mami" geschrieben hat und weil er bei seiner Lesung in Tübingen der Gegenwart seiner Mutter sehr dringend bedurft hatte: Wie in kaum einer anderen Stadt wird Walter Jens so verehrt wie in Tübingen, und entsprechend groß war dort die Empörung über das Buch und über dessen Verfasser.
Tilman Jens hat natürlich gehofft, dass der Skandal, den er für diesen Abend befürchten musste, mit Rücksicht auf Inge Jens ausbleiben würde - was dann ja auch der Fall war...

Übrigens: Tilman Jens ist 54 Jahre alt und sollte doch erwachsen genug sein, sich einer solchen Situation auch ohne den Schutz seiner Mutter zu stellen.
Dass T.J. aber alles andere als erwachsen ist, darauf hat ja schon Margarete Mitschelich in ihrem Gespräch mit 3Sat nachdrücklich hingewiesen und dies auch näher erläutert...
--
ursula
pea
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Re: Streitgespräch mit dem STERN: Trauerarbeit oder Vatermord?
geschrieben von pea
als Antwort auf ehemaliges Mitglied_84475 vom 07.03.2009, 13:35:01
Und auch die Pflegerin wurde in der ersten Reihe plaziert!

Folglich erhob sich in den Medien die Frage,
wer denn in der Zeit bei WJ gewesen sei...

Und nun noch die Leichenfledderei bei Johnson.
Es ist einfach nur noch degoutant.

Das alles ist keine Trauerarbeit
sondern ein Trauerspiel.


--
pea

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longtime
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Tilman J. liest weiter von der poliitischen und hirnphysilogischen Unmoral seines Vaters
geschrieben von longtime
als Antwort auf pea vom 07.03.2009, 13:46:37
Joachim Güntner in der NZZ.
S. TIPP:


Wieder ein Bericht über eine Tilman-Lesung, diesmal in Zürich, bei der der schreibende Zuhörer Güntner sich in den einfachsten psychischen Gesetzen nicht auskennt – aber auch wohl das Gefühl hat, dass er bald zu den – besonders im männlichen Hirn-Mark Getroffenen zählen könnte.

Auch hier wird wieder – durch journalistische Sorgfaltsmängel) das Märchen verbreitet, das Walter Jens sich nicht mit der aufgefundenen Karteikarte zum NS-Studentenbund und dem kurios aufgetauchten TM-Aufsätzchen auseinandergesetzt habe.

Bei 3sat.de-Kulturzeit lagert die Dokumentation, in der alte Jens ehrbarer wirkt als der jung Schwätzende. (Sendezeit nach eine Erinnerung Frühjahr/Frühsommer 2008. Warum der Film nicht mehr gesendet wird, habe ich bei „Kulturzeit“ angefragt. – Wahrscheinlich: © T.J.!)

In seinem „Demenz“-Büchlein T.J. hat T.J. auch keine Dokumentation mit bibliografischen Angaben zu seiner politischen Wutarbeit gegen seinen Vater (samt den öffentlichen Aufschreien dagegen [ja, Plural!] untergebracht. Wg. ... Teildemenz?

Wenn heuer über die schon 1,1 Mill. Alzheimer nur 1000 Bücher geschrieben werden – und über die zu erwartenden 5 Mill. in zehn/fünfzehn Jahren noch – kleingerecht – fünfmal so viel, wird es bald keine Leser mehr für den Konsum der Fallbeschreibungen geben.

Das wäwre optimale Markwirtschaft:
Wo keine Nachfrage mehr, da keine Produktion.
Dann müssten die Alzheimerischen sich selber befreien ... und/oder die 250 nichtsnutzigen Bücher studieren (die Karl über den amazon-shop eingestellt hatte) – oder in Patientengruppen den nichtdementen Besuchern und Pflegern vorlesen. Z.B. Söhnen, die ihr Geschäft betreiben, aber die Eltern nicht pflegen können wollen, weil sie arbeiten müssen und am Unglück des Vaters schmarotzen. - Aber so viele verdiente Intellektuelle wird es nicht geben. (S. Wehner ...) - die anderen Mill. sind unbekannt, uninteressant - und vegetieren einsam dahin.

Vielleicht gibt es dann - oh Wunder - irgendwann die selbstheilende, selbsterprobte Medizin der Betroffenen!

--
longtime

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