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Aktuelle Themen Warum sind die deutschen immer so negativ?

niederrhein
niederrhein
Mitglied

Soll ich oder soll ich nicht ...
geschrieben von niederrhein
als Antwort auf dutchweepee vom 16.07.2007, 05:23:32
Soll ich oder soll ich nicht ...

es ist an sich nicht mein Thema und auch nicht mein Problem, dennoch bin ich immer wieder erstaunt, immer wieder verblüfft ... – ich darf also einige Fragen stellen.

Was konkret sind denn nun Nationalismus, nationale Identität, Nationalgefühl, Patriotismus konkret? Worin soll denn das große Solidaritäts- und Zusammengehörigkeitsgefühl bestehen?

Braucht das der Mensch? Warum, wofür? Will das der einzelne Mensch? Oder wer und warum wünscht den Patriotismus und dessen Varianten; möchte, daß die Bevölkerung irgendwie sich diesem wie immer auch immer gearteten Gefühl hingibt?

Wann immer wurde der Nationalismus, das nationale Gefühl etc. geweckt und gewünscht? Welche innen- und außenpolitische Funktion war damit verknüpft?

Da wird auf diese Fußballweltmeisterschaft hingewiesen und die folkloristischen Bemalungen, Gesänge etc. – offenbar aller beteiligen nationalen Gruppen. Was habe ich – durch von mir nicht verfügte Umstände im Besitz eines deutschen Passes und einer deutschen Staatsangehörigkeit – mit diesem Spektakel zu schaffen? Sind diese hochbezahlten Spieler unter der einen Flagge erfolgreich – es ist nicht mein Sache, nicht mein Verdienst und auch nicht Verdienst des Landes, unter dessen Flagge sie zufällig antreten. (Deswegen kann sich durchaus jemand über diese sportliche Leistung freuen und die Spieler deswegen "bewundern".)
(Allenfalls vermutlich letztlich eine Frage der Bezahlung.)

Ich habe hier schon einmal – in einem anderen Zusammenhang – darauf hingewiesen: Der Nationalstaat, wie vermutlich die meisten ihn mehr oder weniger verstehen, existiert eigentlich erst seit dem 19. Jh. – Reflex und Antwort auf das Geschehen in Frankreich 1789 und vor allem die Besetzung (halb) Europas durch Napoleon.
Nach moderner Staatstheorie definiert sich heute ein Staat durch ein Staatsterritorium, ein Staatsvolk und durch ein „Staatsgesetz“ (also Verfassung, Rechtsapparat, Verwaltung etc.) Also eine mehr oder weniger reine Verwaltungsangelegenheit. Da benötige zumindest ich keine Gefühle irgendeiner vaterländischen Art.

Vor dem 19. Jh. wurde auf die sprachliche, kulturelle und ethnische Herkunft der Bewohner eines „Staatsgebietes“ (soweit es überhaupt im strengen Sinne territorial definiert werden konnte ..) überhaupt keine Rücksicht genommen. Preußen, Österreich waren doch keine „deutschen“ Staaten, da ersterer etliches von Polen beanspruchte, Österreich als Vielvölkerstaat bekannt war.
Wo gibt es in Europa Staaten mit einer „reinen“ sprachlich-kulturell homogenen Bevölkerung?

(Es gibt noch vieles zu fragen und anzumerken; jetzt warte ich erst einmal auf Antworten und Reaktionen.)

Die Bertha
vom Niederrhein
abdu
abdu
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Re: Soll ich oder soll ich nicht ...
geschrieben von abdu
als Antwort auf niederrhein vom 16.07.2007, 20:58:28
dein beitreag hier ist hervorragend..und..fuer mich:sehr wichtig.
--
abdu
simba
simba
Mitglied

Re: Soll ich oder soll ich nicht ...
geschrieben von simba
als Antwort auf niederrhein vom 16.07.2007, 20:58:28
Ich würd mal sagen - Island und Malta, aber sicher bin ich mir da nicht.....
--
simba

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niederrhein
niederrhein
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Danke ...
geschrieben von niederrhein
als Antwort auf simba vom 16.07.2007, 22:28:56
Danke ...

und prompt habe ich im Fischer Weltalmanach 2000 nachgeschaut (der 2007er ist verliehen), aber die Zahlen dürften sich zumindest in Island nicht so sehr geändert haben:
93,9 % Isländer, 1,3 Dänen, 0,7 US-Amerikaner, 0,35 Schweden, 0,4 Deutsche, 3,2 sonstige ...

Und Malta (bei rund 375.000 Einwohner); nicht weiter differenziert, nur eine Bevökerungsgruppe "Malteser" genannt.

Mal sehen, wie aktuell und differenzierter Wikipedia ist.

B.

P.S. Die einzelnen Botschaften geben zwar auch etliches an Informationen bekannt; aber einigen afrikanischen Staaten werden diese Angaben je nach politischer Interessenlage gefiltert etc.


Gerade aus Wikipedia entnommen:
"Im Gegensatz zu vielen anderen westlichen Staaten hat sich die Bevölkerungszahl auf Island in den letzten Jahren kontinuierlich erhöht und in den letzten 5 Jahren beschleunigte sich diese Entwicklung sogar noch. Unterstützt wird dieser Trend auch durch einen Anstieg des Ausländeranteils, der sich von durchschnittlich circa 1,5 % in den Jahren 1950–1990 auf 3,5 % im Jahr 2003 erhöhte. Unter den Ausländern haben Polen (18,2 %) den größten Anteil, gefolgt von Dänen (8,6 %), Philippinern (6,0 %) und Deutschen (5,4 %)."
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Island#Bev.C3.B6lkerung

Zu Malta:
"Rund vier Prozent der auf Malta lebenden Menschen sind nicht maltesischer Nationalität, davon etwa die Hälfte Briten, also auf die Gesamtbevölkerung gerechnet zwei Prozent."
Quelle:
http://de.wikipedia.org/wiki/Malta#Bev.C3.B6lkerung
abdu
abdu
Mitglied

Re: Warum sind die deutschen immer so negativ?
geschrieben von abdu
als Antwort auf angelottchen vom 16.07.2007, 17:35:51
der mann schreibt so schlecht!
ein scheiss journalist ist das!
DEN lasse ich nicht in meiner zeitung.
er kann nicht journalistisch schreiben.
er bisitzt nicht den sinn fuer schach spiele.
und ueberblickt nicht wie wichtig gerade LIBYEN fuer die deutsche auslandspolitik ist.
diese wichtigkeit wird dem deutschen volk verschwiegen.
es wird den deutschen auch verschwiegen,dass gerade LIBYEN auf deutsche bitte[ausserhalb libyens und deutschlands]politische schritte zu gunsten deutscher interessen unternahm.
heute nach mittag wurde dieser artikel ins arabische uebersetzt.
damit die buerokraten hier wissen worum es geht.
---------------
zum thema ..im thread:
ich muss mich bei vielen stellen erst mal
erkundigen.
und ich muss aus deutschen und libyschen stellen wissen,was eigentlich geschah.
ich muss auch wissen ,wann und wie dieser journalist niklas maak nach tripolis kam.
wer hat ihn eingeladen?
welcher libyer hat ihn begleitet?
hat er so geschrieben oder haben die chefs von frankfurter bzw. spiegel es so gewollt[veraendert]?.
noch dazu werde ich die deutsche firma dazu zwingen vor der libyschen oeffentlichkeit stellung zu nehmen.
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besonders ob diese firma uns LIBYERN frueher oder heute fuer schurken haelt.
eine auslaendische firma,die so vom friedlichen volke libyens denkt,die moechte ich hier in tripolis nicht erblicken.
sie hat bei uns dann nichts zu suchen.
dazu ist es noch verfrueht.
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ich werde es nicht zulassen dass ich milionen bezahle um von einer baufirma beleidigt zu werden.
aber erst muss man sich vergewissern.
fuer jede deutsche firma gibt es 50 nicht-deutsche firmen.
von der qualitaet und qualifikation kann man uns nichts anqwatschen.wir sind nicht mehr in den 60.er jahre.
was die deutschen firmen in LIBYEN seit 25 jahren bauen das kann malysia..oder sued korea schon leisten.
deutsche bau fehler in LIBYEN sind dokumentiert.

------------------------
von diesem bau kann ganz abgesehen werden.
--------------------------
mein urteil ..[meine meinung]..erfolgt hier in diesem thread spaeter.
--
abdu
dmz
dmz
Mitglied

Re: Soll ich oder soll ich nicht ...
geschrieben von dmz
als Antwort auf niederrhein vom 16.07.2007, 20:58:28
< Zitat: ... Wann immer wurde der Nationalismus, das nationale Gefühl etc
< geweckt und gewünscht?
< Welche innen- und außenpolitische Funktion war damit verknüpft?
/
Ich bin durch den Beitrag angeregt worden zu hinterfragen,
wie es denn um die Auspraegung meines (dtsch) Nationalgefuehls bestellt ist;
- persoenliche Nabelschau also.
/
Ich hatte in einem anderen Thread ansatzweise zum Ausdruck gebracht,
dass ich in den 1950er Jahren (Grundausbildung) mehr oder weniger
intensiv zu mir gekommen war
und quasi eine Art Flucht in den Sport angetreten hatte.

/
Der Sport hatte natuerlich das internationale Flair; - er hatte mich beeindruckt.
Der deutsche Leistungssport war zunaechst nicht so dominierend in Erscheinung getreten.
Folglich hatten meine vermeintlichen Vorbilder internationalen Charakter gehabt.
Interesse fuer Deutsche Geschichte und fuer deutsche Politik
war bei uns Schuelern nicht unbedingt erwuenscht gewesen.
Ein bischen Demokratie-Unterweisung.
Es bestand -wie ich spaeter erfuhr- das Bestreben,
alles was dem Aufbau deutschen Nationalgefuehls dienen konnte,
nicht aufkommen zu lassen.
/
Als spaeter 1968 auch in unserem Staedtchen von der linken Studentenschaft
eine Demonstration organisiert worden war,
hatte mich mein Vater aufgrund seiner Lebenserfahrung (Politik/Krieg) quasi ermahnt,
bitte nicht an der Demo teilzunehmen, - was ich auch eher aus Desinteresse nicht getan hatte.
Das mag genuegen, dass bei mir keine bewusstes National-Empfinden entstanden war.
Die Deutsche Sprache als Identitaetsmerkmal mag nur ein schwaches Element fuer
das Entwickeln eines Deutschen Nationalgefuehls gewesen sein,
zumal ich ein Faible fuer die Englische Sprache entwickelte,
- letzteres hatte wiederum zum internationalen Sportgeschehen gepasst.
/
Das daraus sich ergebende Defizit an nationalem Empfinden bei mir
kennzeichnet auch heute meine Einstellung und passt zum
politisch gewollten Stimmungsbild und zum 'Fluchtgedankenspiel' in diesem Lande,
- damals in die Integration des Westbuendnisses und spaeter in die Europaeische Union.
Es ist halt schick in diesem Lande, der "Deutschtuemelei" staendig entgegenzutreten.
Es ist ein wichtiges Element Deutscher Leitkultur
MfGdmz.

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dutchweepee
dutchweepee
Mitglied

Re: Soll ich oder soll ich nicht ...
geschrieben von dutchweepee
als Antwort auf niederrhein vom 16.07.2007, 20:58:28
@bertha

ich habe bislang in zwei staaten mit ausgeprägtem nationalgefühl gelebt - in einem davon war es durch propaganda erzeugt, im anderen über eine jahrhunderte lange geschichte gewachsen.

die ersten 37 jahre meines lebens hieß es immer:

unsere sportler...
unsere wissenschaftler...
unsere landwirtschaft...
unsere erfolge...
unsere DDR...

ich bemerkte aber, daß es nicht in jedem punkt "meins" war. das widersinnige ist, daß ich mich auch heute noch fast persönlich beleidigt fühle, wenn die DDR unter general-anklage gestellt wird, obwohl ich aktiv an ihrem untergang mitwirkte. wenn ich in holland gefragt werde, woher ich komme, anworte ich immer: "uit oost duitsland!"

nun lebe ich in holland und diese 16,5 mio menschen haben einen nationalstolz der jeden rahmen sprengt. ich bin manchmal sogar fast peinlich berührt, wenn die leute im "krugje" vor einem fussballspiel aufstehen und laut die nationalhymne mitsingen mit der hand auf dem herzen.

ich gebe auch zu, daß ich mit vielen tausend menschen auf dem marktplatz von Delft geweint habe, als bei der beerdigung von prins claus eine spitfire und zwei jets über uns das manöver "missing in action" ausführten. mal ganz davon abgesehen, daß die häuser an nationalfeiertagen fast vollständig beflaggt sind.

ich denke, daß nationalstolz wichtig ist, um seine wurzeln zu kennen. das liegt vielleicht in der natur der menschen, die immer in einer form von gens, familie, oder stamm gelebt haben. man darf sich nur nicht wichtiger wähnen, als andere völker á la "deutschland, deutschland über alles!"

MAX FRISCH schrieb: "Der Nationalismus ist das Privileg kleiner Staaten. Kein Mensch hat Angst vor einem nationalistischen Lichtenstein."
Re: Soll ich oder soll ich nicht ...
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf dutchweepee vom 17.07.2007, 01:14:29
@bertha


ich denke, daß nationalstolz wichtig ist, um seine wurzeln zu kennen. das liegt vielleicht in der natur der menschen, die immer in einer form von gens, familie, oder stamm gelebt haben. man darf sich nur nicht wichtiger wähnen, als andere völker á la "deutschland, deutschland über alles!"

MAX FRISCH schrieb: "Der Nationalismus ist das Privileg kleiner Staaten. Kein Mensch hat Angst vor einem nationalistischen Lichtenstein."




Dutchweepee,

genau so ist es. Wobei ich den Wortteil "stolz" lieber durch einen anderen Begriff, wie nationale Identität, nationales Selbstbewußtsein oder Patriotismus ersetzen würde.

Jenseits aller Wünsche nach einer offenen Gesellschaft, braucht eine funktionierende Gemeinschaft, die ohne gesellschaftliche Abspaltungen, Konflikte und gravierende Entsolidarisierungsentwicklungen auskommen soll, ein Mindestmaß an Homogenität, Zusammengehörigkeitgefühl und gemeinsamer Orientierung.

Dies schließt klar definierte Grenzen des internationalen Engagements, sowie eine Definition des Personenkreises, für den das im internationalen Vergleich immer noch komfortabel ausgestattete soziale Netz aufgespannt bleibt, mit ein.

Und dazu gehört ferner auch ein heute verlorengegangenes Geschichts- und Kulturbewußtsein und damit kollektives deutsches Eigenwertgefühl, mit dem Willen - im internationalen Miteinander zwar die großen Probleme gemeinsam anzugehen - aber auch die eigenen deutschen Interessen selbstbewußt zu wahren.

Jedes andere Volk besitzt dieses nationale Selbstbewußtsein, nur bei den Deutschen wurde ein solches in einem langanhaltenden Umerziehungs- und Vergangenheitsbewältigungsprozess durch einen fortwährenden Schuld- und Minderwertigkeitkomplex ersetzt. Dabei haben auch die 68-Linksideologen ganze Arbeit geleistet.

Und dabei sind es häufig gerade jene Gutmenschen, die durch ihr gesichertes Dasein am meisten von den Privilegien unseres Staates profitieren, welche sich in besonderer Weise durch einen krankhaften Deutschenhaß, übersteigerte Fremdenliebe und einen antifaschistischen Betroffenheitskomplex auszeichnen.

"In Wirklichkeit sind die Deutschen nicht besser und nicht schlechter als die anderen Völker". (Armin Mohler: "Vergangenheitsbewältigung").


Telramund
--
telramund
Medea
Medea
Mitglied

Re: Soll ich oder soll ich nicht ...
geschrieben von Medea
als Antwort auf vom 17.07.2007, 09:26:32
Schon vor Jahren schrieb Prof, Geiss von der Uni Bremen über "Die Schwierigkeit, ein Deutscher zu sein".
Leider ist diese Abhandlung längst vergriffen; er setzte sich mit dem Phänomen auseinander, daß es wohl nur den Deutschen Schwierigkeiten bereitet, Nationalstolz zu entwickeln, der bei anderen Völkern zur Selbstverständlichkeit gehört. Deutsche müssen sich nicht verstecken und im Büßergewand unentwegt mea culpa rufen, alles was nach 1945 in Bewegung geriet, ist dazu geeignet, sich wieder seiner - auch mit einem gewissen Stolz - Nationalität bewußt zu werden. Ich kenne die vielen Argumente, die wieder kommen werden, dennoch, der aufrechte Gang ist längst wieder angesagt.

Medea.
eleonore
eleonore
Mitglied

Re: Soll ich oder soll ich nicht ...
geschrieben von eleonore
als Antwort auf Medea vom 17.07.2007, 10:10:15
während der fußball wm letztes jahr, sagte der junge nationalspieler christoph metzelder, /der nicht nur gut fußball spielt, sondern auch sehr gut aussieht :o)/, zu ein reporter:

*auch unsere Generation hat sicher immer die Mahnung dieser zwölf Jahre der NS-zeit im Hinterkopf, aber trotzdem darf das unser leben nicht bestimmen*

ein guter ansatz, finde ich.
--
eleonore

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