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Aktuelle Themen Welche Ansichten können Philosophen zu "corona" beitragen?

Mart2
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Welche Ansichten können Philosophen zu "corona" beitragen?
geschrieben von Mart2
"SEI SKEPTISCH" von Peter Paul Liessmann
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Edita
Edita
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RE: Welche Ansichten können Philosophen zu "corona" beitragen?
geschrieben von Edita
als Antwort auf Mart2 vom 09.04.2020, 06:39:17

Warum bin ich höchst skeptisch, daß Dich die Ansichten von Philosophen überhaupt nicht interessieren, sondern Du versteckt durch die Hintertüre Zweifel und Mißtrauen bei sowieso schon unsicheren und ängstlichen Leuten schüren willst?
Angesichts des Elends, in das Corona die Menschheit stürzen kann, stehen die Deutschen wie eine Mauer hinter den Entscheidungen die getroffen werden, und das ist gut so!
Und ...... sie müssen auch keine Zweifel haben, daß die Verantwortlichen nach den Wünschen irgendwelcher einflußreicher Familien aus ihrem Dunstkreis, ihre Entscheidungen treffen, so wie es Kanzler Kurz nachgesagt wird!
In der Hinsicht ist es uninteressant was Philosophen zu Corona zu sagen haben, sie haben bis jetzt ein viel wichtigeres Thema, nämlich den RECHTSEXTREMISMUS nicht in ihre Denkschienen aufgenommen, Corona können sie dann auch  getrost außen vor lassen!

Edita
 

Mart2
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RE: Welche Ansichten können Philosophen zu "corona" beitragen?
geschrieben von Mart2
als Antwort auf Edita vom 09.04.2020, 08:02:10

Du darfst meine Motive skeptisch betrachten.

PS
Ich bewundere Liessmann seit langer Zeit und glaube im Gegensatz zu anderen Philosophen zu verstehen, was er sagt. 


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Mart2
Mart2
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RE: Welche Ansichten können Philosophen zu "corona" beitragen?
geschrieben von Mart2
als Antwort auf Edita vom 09.04.2020, 08:02:10

"Der Skeptiker schaut im Wortsinn um sich, und die Vielfalt der unterschiedlichen Erscheinungen und differierenden Meinungen
Erscheinungen und differierenden Meinungen bewegt ihn dazu, sich eines vorschnellen Urteils erst einmal zu enthalten."


Edith du neigt eindeutig nicht zum Skeptizismus.
Aber braucht es in diesen Zeiten Dogmatiker? 
Mareike
Mareike
Mitglied

RE: Welche Ansichten können Philosophen zu "corona" beitragen?
geschrieben von Mareike
als Antwort auf Mart2 vom 09.04.2020, 10:07:01

Viele Menschen bevorzugen diese Haltung des Nicht-Hinterfragens, denn Hinterfragen macht unsicher in vielerlei Hinsicht. Es könnte ja sein, dass dann die Mehrheit sich nicht "konform" verhält, Regeln nicht einhält, damit wo möglich sinnvolle Vorsichtsmaßnahmen nicht berücksichtigt ... Hinzu kommt, dass man dann unter Umständen selber abwägen muss und dann quasi selbst verantwortlich ist, wenn die Entscheidung sich im Nachhinein als Fehlentscheidung erweist ..

Aus meiner Sicht ist ein gesunder Vorbehalt vorzuziehen. Ich wäge zur Zeit ab, welche Vorsichtsmaßnahmen in meiner persönlichen Situation Sinn machen und welche mir unsinnig erscheinen.

Als Beispiel: Eine 80 Jährige aus meinem näheren Umfeld lebt alleine, ist kränklich und depressiv veranlagt. Sie wird erdrückt durch Sorgen um ihren todkranken Sohn der in Berlin lebt und eine MS-kranke Tochter die am Bodensee wohnt. Nur die jüngste Tochter lebt einigermaßen nahe genug um nach dem Rechten zu schauen - ca 30 km entfernt.
Diese Tochter kauft nun einmal in der Woche für die Mutter ein, klingelt, stellt die Waren ab und winkt mal kurz von ferne. Dieses Verhalten ist für mich zu hinterfragen ... wäre da nicht eine andere Variante denkbar?

karl
karl
Administrator

RE: Welche Ansichten können Philosophen zu "corona" beitragen?
geschrieben von karl
als Antwort auf Mareike vom 09.04.2020, 10:32:09

@Mareike,

wenn die Tochter wüsste, dass sie Corona-frei ist, dürfte sie ihre Mutter umarmen. Wenn die Tochter das nicht sicher weiß, ist es richtig, dies nicht zu tun.

Skepsis ist immer gut, aber dies bedeutet ja nicht, dass man seinen Verstand ausschaltet, eher das Gegenteil.

Karl


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Mareike
Mareike
Mitglied

RE: Welche Ansichten können Philosophen zu "corona" beitragen?
geschrieben von Mareike
als Antwort auf karl vom 09.04.2020, 10:45:04

@Karl
Zwischen Umarmen und 2 Meter Abstand halten liegen mE Möglichkeiten.
Unsere Wohnungen sind groß genug, im beschriebenen Fall ist sogar ein Garten vorhanden - was würde denn gegen ein einfühlsames Anwesendsein mit räumlicher 2 Meter Distanz sprechen?

karl
karl
Administrator

RE: Welche Ansichten können Philosophen zu "corona" beitragen?
geschrieben von karl
als Antwort auf Mareike vom 09.04.2020, 10:59:07

M. E. nicht viel. Das ist aber eine Sache zwischen Mutter und Tochter. Ich sehe das an meiner Schwiegermutter, die von uns auch Abstand hält, obwohl wir ja selber in Quarantäne leben. Aber wir sind ihr wegen unserer Wanderungen und Radtouren suspekt. Sie hat die Bilder der sterbenden Menschen in den Krankenhäusern gesehen und weiß, dass die dort nicht besucht werden dürfen. Sie möchte nicht so einsam sterben müssen, sagt sie und redet im Garten nur über größere Distanz mit uns. Das müssen wir respektieren.

Karl

Mareike
Mareike
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RE: Welche Ansichten können Philosophen zu "corona" beitragen?
geschrieben von Mareike
als Antwort auf Mareike vom 09.04.2020, 10:59:07

Ergänzend zu meinem Beitrag:
https://www.kreiszeitung-wochenblatt.de/stade/c-panorama/drastisches-besuchsverbot-in-niedersachsen-gilt-seit-heutigen-samstag-jetzt-rudert-ministerium-schnell-zurueck_a164237

"In einem Punkt schießt die Verordnung jedoch über das Ziel hinaus und muss korrigiert werden", teilt der stellvertretende Pressesprecher des Ministeriums, Oliver Grimm, mit. Aus dem Verordnungstext könne man herauslesen, dass in Niedersachsen fortan auch Besuche zwischen engsten Familienangehörigen nur in sehr wenigen Konstellationen erlaubt seien. Das gelte, so der Verordnungstext, ebenso für den gegenseitigen Besuchen durch engste Freunde. Diese Regelung bezeichnet Grimm nun als "zu weitgehend".

RE: Welche Ansichten können Philosophen zu "corona" beitragen?
geschrieben von WoSchi

.... einen sehr guten philosophischen Beitrag zu diesem Thema hat meiner Meinung nach Albert Camus mit seinem 1947 veröffentlichten Roman "Die Pest" geliefet, denn er schildert alles, was die Menschen bisher mit dem Corona-Virus erlebt haben und beschreibt sehr gut, wie die verschiedenen Menschen unter dem Druck einer tötlichen Seuche ihre charakterlichen Aggregatszustände entwickeln ..  wohl eine der besten Menschenstudien, die man in einem Roman in so geballter Form finden kann ...

Tatsächlich hatte eine SWR-Radiosendung genau diesen Vergleich kürzlich thematisiert. Der Roman-Klassiker von Albert Camus, „Die Pest“, feiert gerade eine Renaissance, vermutlich kein Zufall in Zeiten der Corona-Pandemie. Vor allem in Frankreich und in Italien steigen derzeit die Verkaufszahlen des Buches. Schon der Titel habe Signalwirkung. Bis heute sei „Die Pest“ als Katastrophe am tiefsten im europäischen Bewusstsein verankert, so der Literaturwissenschaftler Prof. Jürgen Ritter von der Pariser Sorbonne in SWR2.

Hier kann man sich die Sendung anhören - es lohnt sich

Zitat wikipedia: „Die Pest“ hat die Philosophie als Basis, geht jedoch über sie hinaus. Camus führt hier das Element der ständigen Revolte gegen die Sinnlosigkeit der Welt ein, wie sie in seinem Essay „Der Mensch in der Revolte“ („l’homme révolté“, 1951) später voll entwickelt wird. Insbesondere kommen aber die Werte Solidarität, Freundschaft und Liebe als möglicher Ausweg hinzu, wenn auch die Absurdität nie ganz aufgehoben werden kann.


 

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