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Aktuelle Themen Wie gefährlich ist Erdogan für uns?

gerry
gerry
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Wie gefährlich ist Erdogan für uns?
geschrieben von gerry

Wie gefährlich ist Erdogan?
Erdogan wurde 1998, als er noch Bürgermeister Istanbuls war, wegen Volksverhetzung verurteilt.
Während einer öffentlichen Veranstaltung hatte er zuvor (1997) gesagt:

“Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind. Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme und die Gläubigen unsere Soldaten.”

Nun sah er sich bemüßigt, in Deutschland "Aufklärungsarbeit" zu leisten.
Das neue Einwanderungsgesetz betrachtet er als "rassistisch", Integration lehnt er als "Verrat" am Türkentum ab. Die Zuwanderer nennt er vieldeutig "Botschafter einer Zivilisation des Friedens", als sei Deutschland ein unzivilisierter Staat des Unfriedens.
Erdogan nutzt die Fehler und Versäumnisse der deutschen Politik schamlos und gefährlich aus. Er will in Wirklichkeit keine Integration, sondern die Verfestigung eine Parallelgesellschaft. Dabei mißachtet er alle, die sich bisher erfolgreich integriert haben.
Ich schätze mal, wir werden von ihm noch mehr hören.
Das befürchtet Gerry
Re: Wie gefährlich ist Erdogan für uns?
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf gerry vom 12.02.2008, 12:00:34
ich halte erdogan für einen sehr gefährlichen mann und betrachte die von ihm angeheizte diskussion als hetze gegen deutschland. das was in mühseliger kleinarbeit aufgebaut wurde, hat er mit seinem hintern wieder zum einsturz gebracht.
--
plumpudding
mart
mart
Mitglied

Re: Wie gefährlich ist Erdogan für uns?
geschrieben von mart
als Antwort auf gerry vom 12.02.2008, 12:00:34
Eines ist aber sicher - E. hat in der Türkei in kürzerer Zeit mehr Positives auf die Beine gestellt, als alle anderen korrupten Vorgängerregierungen -
Dann hast du in deinem Posting einen gravierenden Abschreibefehler gemacht - E. lehnt Assimilation heftigst ab, nicht aber Integration.
Wobei man allerdings so wie immer die Semantik der türkischen und deutschen Wörter beachten muß.

Ja, und dann sollte man wissen, daß Nationalstolz und Nationalismus in der Türkei nach wie vor zu des Bürgers gesetzlich verankerten Pflichten gehört.

Aber das wird sich sicher ändern, da E. Multikulturalität in Deutschland und in der EU einfordert.

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mart
mart
Mitglied

Re: Wie gefährlich ist Erdogan für uns?
geschrieben von mart
als Antwort auf gerry vom 12.02.2008, 12:00:34
Wie gefährlich ist Erdogan für uns?
geschrieben von gerald



Wer ist "uns"?

Wie gefährlich ist der Gerry?
geschrieben von mart


Bedeutet, daß du akzeptiertermaßen und eindeutig gefährlich bist und nur noch eine Beurteilung der Höhe deines Gefährdungspotentials ausstehe.

Ja, "BZ"- Überschriften haben es in sich!


--
mart
karl
karl
Administrator

Re: Wie gefährlich ist Erdogan für uns?
geschrieben von karl
als Antwort auf gerry vom 12.02.2008, 12:00:34
Integration lehnt er als "Verrat" am Türkentum ab.

Hallo gerry,

das ist eine Verdrehung dessen, was Erdogan gesagt hat. Er hat die Assimilation verteufelt, nicht die Integration. Assimilation ist die Aufgabe der eigenen Identität einer Volksgruppe und wird von einer aufgeklärten Integrationspolitik nicht verlangt. Integration bedeutet, gleichberechtigte Eingliederung in das Gemeinwesen, Anerkennung der dort geltenden einheitlichen Gesetzgebung, aber keinesfall Verzicht auf eigene Identität.

Integration einer Minorität in eine Mehrheitsgesellschaft setzt auch immer voraus, dass die Mehrheitsgesellschaft bereit ist, Eigenheiten einer Minorität, solange sie mit den Gesetzen in Einklang stehen, zu respektieren.

Solches verlangen wir mit gutem Recht von der Türkei in Bezug auf die Aleviten und Kurden. Wir selber haben uns allerdings auch daran zu halten, wenn es um die Eingliederung der türkischen Volksgruppen bei uns geht.
--
karl
hafel
hafel
Mitglied

Re: Wie gefährlich ist Erdogan für uns?
geschrieben von hafel
als Antwort auf gerry vom 12.02.2008, 12:00:34
Ich habe, was Erdogan angeht, eine ähnlich Lesart. Er hat sich leider sehr widersprüchlich ausgedrückt, so dass sich seine Anhänger und Gegner das raussuchen können. was ihnen gerade gefällt. Dieses sehe ich hier auch sehr deutlich im Forum widergespiegelt. Jeder sucht sich die Passagen heraus, die dem eigenen Weltbild entsprechen.

Er hätte besser getan, er hätte auch etwas über Zwangsehen und Frauenrechten gesagt und und und. Gerade das brennt den hier lebenden Türken unter den Nägeln, wie ich gestern gerade wieder von befreundeten Türken gehört habe.

Erdogan wird mit seiner schwammigen Art keinen Zugang zu Europa haben.... die Kritiker haben sich bereits formiert. Der "guten Sache" hat er keinen Dienst geleistet.
--
hafel

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gerry
gerry
Mitglied

Re: Wie gefährlich ist Erdogan für uns?
geschrieben von gerry
als Antwort auf hafel vom 12.02.2008, 14:45:11

--Wenn ich darüber nachdenke,ob ein Land mit diesem Politiker mit solch einem öffentlich geäußerten Gedankengut in die EU aufgenommen werden soll,kommen mir doch heftige Zweifel.

Wieso fordert Erdogan türkischsprachige Schulen und Universitäten in Deutschland und verbietet kurdische, aramanische und griechische in der Türkei?
Er gießt auf seinem Wahlkampftrip hier in Deutschland fleißig Öl aufs Feuer.
Ich bin sicher,er wird von der EU dafür noch einen Denkzettel bekommen.

Wer hier bei uns leben will, der trägt auch Verantwortung und kann sich nicht darauf ausruhen, eine andere Kultur zu haben, die wir gefälligst zu akzeptieren haben. Es hat bisher noch jeder Italiener, Spanier, Grieche, Portugiese usw. seine Kultur beibehalten können, ohne dass es Probleme mit Deutschen gab. Warum ist das mit Türken anders?
Warum sind sie die Einzigen, die das sie aufnehmende Land und ihre Menschen verachten?
Gerry
lotte
lotte
Mitglied

Re: Wie gefährlich ist Erdogan für uns?
geschrieben von lotte
als Antwort auf karl vom 12.02.2008, 14:14:31
ein wenig Argumentationshilfe --- nicht nur für gerry

ich denke, es geht doch augenblicklich vor allem um die Frage, die Erdogan hier aufgeworfen hat. Türkische Schulen und Universitäten in Deutschland. Information / Link

Und - nach wirklich gründlichem Nachdenken - stelle ich mir ganz bewusst die Frage, ob dieses Monopol des Staates so weit auf, wenn auch große Minderheiten, ausgedehnt werden soll.
Auch mir geht es um Integration -- meine Vision ist es, die Parallellgesellschaften hier in Europa zu überwinden - so ähnlich, wie es den USA gelang, einen einheitlichen american way of life - bei allem religiösen, "farblichen" usw Separatismus zu schaffen.


Intergration hat unbestritten von beiden Seiten stattzufinden: von den " Altbürgern" und von den " Neubürgern" - also auch von den türkischstämmigen deutschen (österreichischen) Staatsbürgern.

Und da ja Deutschland ( bei uns hier Österreich) der alle verbindende Staat ist, muss das Hauptkommunikationsmittel die Sprache von beiden Gruppen perfekt beherrscht werden. Auch hat jeder Staat das Hoheitsrecht, Lehrinhalte der Schulen ( wenn auch im weitesten Rahmen) vorzugeben. Diese Lehrinhalte und deren Einhaltung werden überprüft.
Ist diese Überprüfung ( Schulinspektorate) noch gegeben, wenn in der Türkei ausgebildete Lehrkräfte, türkisch unterrichtend, vor Deutschtürken stehen ? Sollen alle Schulinspektoren türkisch lernen?

Ich gebe abschließend noch etwas zu bedenken.


ich lese gerade das Buch

Mehmet, Özay
Fundamentalismus und Nationalstaat
Der Islam und die Moderne

Ohne jetzt in irgendwelche Inhaltsangaben zu verfallen- ein ganz wichtiges Argument, das den Türken selbst Schwierigkeiten bereitet.

Der alte Islam - Gottestaatsideologie - Scharia als auch sekularer Sanktionsapparat - ist immer noch nicht dort angekommen, wo ihn Ata Türk haben wollte,nämlich bei einem Nationalstaat.

Das alte traditionelle Bild der gesellschaftlichen Ordnung des Islam kannte keine Nationalismen.
Der einzelne Muslim war der als Teil der UMA, dem Volk Gottes, nur Gott verpflichtet.
Es bestand/ besteht für Fundamentalisten daher nur eine Loyalität dem Glauben gegenüber und nicht dem Staat .
Diese Loyalität des Bürgers gegenüber dem Staat ist aber hier in der westlichen Welt Teil unseres kulturellen Selbstverständnisses - schließt natürlich Kritik an den herrschenden Verhältnissen mit ein.


Hier liegt - mMn - gerade der Knackpunkt zwischen den frommen, orthodoxen Muslimen und uns.

Und von diesem Ansatzpunkt aus müssen wir "Westler" auch den Fundamentalismus als Gefahr erkennen.
Genau das tut der Autor Özay Mehmed.
--
lotte
gerry
gerry
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Re: Wie gefährlich ist Erdogan für uns?
geschrieben von gerry
als Antwort auf lotte vom 12.02.2008, 14:55:03
Was wäre wenn....Aus dem Hamburger Abendblatt..

Was wäre wenn

2,5 Millionen Deutsche in irgendein Land dieser Welt auswandern würden, weil es dort gutes Geld zu verdienen gäbe. Wenn ein Teil dieser Auswanderer sich dort in die Soziale Hängematte legen und jegliche Integration verweigern würden.
In diesem Land deutsche Kirchen, Geschäfte, Ärzte, Rechtsanwälte Zeitungen, Fernsehen, kurz eine Paralelgesellschaft aufbauen würden. Die Bewohner des Landes als " Schweinefresser und Ungläubige beschimpfen würden.
Was wäre wenn die Bundeskanzlerin dorthin reisen würde und deutsche Schulen und Univeritäten und deutsche Parteien fordern würde?

Was glaubt ihr würde, egal in welchem Land, geschehen?
angelottchen
angelottchen
Mitglied

Re: Wie gefährlich ist Erdogan für uns?
geschrieben von angelottchen
als Antwort auf gerry vom 12.02.2008, 15:15:36
geh mal nach Mallorca und frag die Einheimischen ...
--
angelottchen

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