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Aktuelle Themen Wie krank ist unsere Gesellschaft wirklich?

gemella
gemella
Mitglied

Re: Wie krank ist unsere Gesellschaft wirklich?
geschrieben von gemella
als Antwort auf astrid vom 17.07.2008, 17:23:10
Warum pickt ihr euch nur die negativen Dinge raus.
Es gibt so viele glückliche, guterzogene und aufgeschlossenen Kinder. Seht ihr die nicht?

Es gibt natürlich die Ausnahmen und es nützt nichts nur mit offenen Augen durch unsere Gesellschaft zu gehen und zu sagen, die Kinder werden vernachlässigt. Engagiert euch und versucht zu helfen, wenn ihr es könnt.

Falls ihr es könnt.
--
gemella
Re: Wie krank ist unsere Gesellschaft wirklich?
geschrieben von meli
als Antwort auf astrid vom 17.07.2008, 17:23:10

--Ich kann nur sagen, die Kinder- und Jugendpsychiatrien sind voll von Kindern mit allen psychiatrischen Erkrankungen die man sich vorstellen kann.
Die Diagnose Depression oder auch bipolar, also manisch-depressiv ist bitte in allen Bevölkerungsschichten durchgängig vorhanden. Diese Erkrankung ist keine Erkrankung des sozialen Standes. Die besser Verdienenden sind nur nicht in den Landeskrankenhäusern zu finden, sondern eher in den Privatkliniken. Ebenso ist Gewalt gegen Kinder und Frauen in allen sozialen Schichten zu Hause. (Es gibt auch Männer, die der Gewalt ausgesetzt sind)
Die Psychiatrien stecken nicht in den Kinderschuhen. Aber das Schlimme ist, dass häufig erst etwas passieren muss, bevor bemerkt wird.

Natürlich sind die Angestellten und Beamten der Jugendämter überfordert.
Und natürlich ebenso die Mitarbeiter der sozialen Berufe, denn viele Stellen werden gestrichen.

Aber seit wann, bitte, haben die Schwächsten der Gesellschaft eine Lobby?
Wenn man an ihnen verdienen kann, vielleicht, denn es gilt in dieser Ich-Gesellschaft doch immer noch die Frage: Wo liegt der Gewinn?

Eigentlich gehörte so ein Gremium ins Leben gerufen, ein runder Tisch, an dem einmal Strukturen für den Umgang zur Aufdeckung wirklich erarbeitet werden und zwar so, dass sie nicht nur für jedes einzelne Bundesland gelten, sondern flächendeckend.
Warum gibt es keine Schulärztlichen Untersuchungen mehr, die die Kinder wirklich in der Unterwäsche sehen, ebenfalls im Kindergarten?
Weil es Geld kostet!
Für mich sind die Politiker mit ihren Aussagen, wenn wieder einmal ein grauenhafter Fall ans Licht kommt, nicht mehr glaubwürdig.
Allerdings gilt dies auch für viele andere Bereich.
meli
astrid
astrid
Mitglied

Re: Wie krank ist unsere Gesellschaft wirklich?
geschrieben von astrid
als Antwort auf gemella vom 17.07.2008, 18:03:17
Gemella,
weil heute die anderen negativen mehr auffallen.
Hatte es schon öfter hier im Forum geschrieben.
Früher vielen die frechen Kinder auf,weil die
meisten gut erzogen waren. Heute dagegen fallen
die guterzogenen auf,weil das Gro anders ist.

Ich bin immer wieder angenehm überrascht,
wenn ich guterzogenen Jugendlichen begegne.
Was ja nicht so oft vorkommt,ist leider so.

Lieben Gruß,Astrid

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astrid
astrid
Mitglied

Re: Wie krank ist unsere Gesellschaft wirklich?
geschrieben von astrid
als Antwort auf meli vom 17.07.2008, 18:05:53
Wenn man an ihnen verdienen kann, vielleicht, denn es gilt in dieser Ich-Gesellschaft doch immer noch die Frage: Wo liegt der Gewinn?
**************************************
Es muß nicht immer Gewinn sein,was ich mit Ichgesellschaft meinte war,ich ,ich und nochmals ich,
so geht es heute doch zu,egal wo. Ob in Kaufhäusern oder auf der Strasse beim Autofahren.

Warum wohl sind heute soviel Kinder von Depressionen
betroffen,eben weil kein Ansprechpartner da ist,wenn
Sie Jemanden zum Reden brauchen.
Wenn die Eltern von der Arbeit kommen,heißt es doch,
lass mich erst mal in Ruhe,komm in einer halben Stunde
wieder. Dann haben die Kinder entweder schon einen Freund angerufen oder das Thema vergessen,"na mir wird ja doch nicht geholfen,mir hört Niemand zu".Oder die
Kinder sind inzwischen raus gegangen,weil Sie nicht so
lange warten wollen.
Es wird Ihnen zu wenig zugehört.
Da hatten wir es damals schon besser,Mutter war da,
wenn man sie brauchte oder Fragen hatte.

Lieben Gruß,Astrid
arno
arno
Mitglied

Re: Wie krank ist unsere Gesellschaft wirklich?
geschrieben von arno
als Antwort auf astrid vom 17.07.2008, 18:25:19
Hallo, astrid,

ich halte die Überschrift für völlig falsch. Unsere Gesellschaft besteht
nicht nur aus Familien mit Kindern. Es gibt Singels, Senioren und
Seniorinnen, usw..
Außerdem haben sich die Anforderungen an die Familienmitglieder völlig
verändert. Die Politik, die Arbeitswelt und die Schule haben andere Prämissen
gesetzt. Es ist vollkommen normal, wenn einige Familien die Anpassung nicht
schaffen.
Unsere Gesellschaft ist nicht krank, sie paßt sich nur den Veränderungen an!

Viele Grüße
--
arno
Medea
Medea
Mitglied

Re: Wie krank ist unsere Gesellschaft wirklich?
geschrieben von Medea
als Antwort auf gemella vom 17.07.2008, 18:03:17
Gemella
ich bin seit Jahren mitten drin "im Helfen" .....


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morgensonne
morgensonne
Mitglied

Re: Wie krank ist unsere Gesellschaft wirklich?
geschrieben von morgensonne
als Antwort auf eleonore vom 17.07.2008, 10:15:10
eine befreundete Familie nimmt Kinder auf, die schlecht behandelt werden, bis sich geeignete Pflegeeltern finden. Zuletzt hatten sie einen Säugling von drei Monaten. Die Mutter war psychisch nicht in der Lage, das Kind zu versorgen. Der Säugling war drei Monate bei den Freunden und gedeihte prächtig. Gegen den Willen des Jugendamtes und Psychologen, die ja auch Gespräche mit dem Vater führten und diesen ebenfalls nicht für geeignet hielten, sprach der Richter leider das Kind dem Vater zu; allerdings mit der Bedingung, dass sie in ein betreutes Wohnen kommen. Der Vater bestand aber darauf, dass die Mutter, sie waren nicht verheiratet, mit in das Haus zieht. Dieses wurde auch von der Stadt finanziert. Vier Wochen später war das Kind wieder bei den Freunden. Sie haben es aus dem Krankenhaus geholt - es war mit blauen Flecken übersäht. Gott sei Dank wurden die Eltern immmer von Betreuern aufgesucht und auch das Kind begutachtet, sonst wäre wohl Schlimmeres passiert. Niemand konnte die Entscheidung des Richters verstehen.
morgensonne
eko †
eko †
Mitglied

Re: Wie krank ist unsere Gesellschaft wirklich?
geschrieben von eko †
als Antwort auf morgensonne vom 17.07.2008, 21:37:08
Nachdem ich mich durch den ganzen Wust an Beiträgen hindurchgelesen habe, stelle ich fest, dass hier kräftig am eigentlichen Thema vorbeigeredet wurde und man sich gegenseitig in der Schilderung irgendeines Falles, über den man sich so richtig schön aufregen kann, überbietet.

Zunächst einmal finde ich den Titel schon mal total daneben!

Das ist so richtig in aufreißerischer Bildzeitungsmanier geschrieben und nachgefragt. Und ich weiß, wovon ich spreche, denn im Gegensatz zu vielen hier, die sich zwar über die Bildzeitung gerne auskot... würden, sie aber angeblich niiieee gelesen haben, lese ich des Öfteren mal diese Zeitung und kenne deshalb solche reißerischen Aufmacher sehr wohl.

Und dann: Wieso soll unsere Gesellschaft denn krank sein? Da wird doch der Hund in der Pfanne verrückt!!

Unsere heutige Gesellschaft ist nicht gesünder und nicht kränker als die Generationen vorher es auch waren. Allerdings haben sich die Methoden verändert. Während man in unserer Eltern- und Großelterngeneration noch fleißig prügelte und davon überzeugt war, dass das dem Kind nicht schaden kann, wenn es mal eine ordentliche Tracht Prügel bekommt, ist das Pendel heute ins andere Extrem umgeschlagen. Heute bestimmen die Kinder, was gemacht wird und nicht mehr die Eltern. Und so gibt es noch viele Bereiche, die sich gegenüber früheren Generationen völlig verändert haben.

Nun sind die Medien in den vergangenen Jahren jeder Kindstötung nachgegangen und haben sie an die allergrößte Glocke gehängt, derer sie habhaft werden konnten. Und da kann man sich dann auch so richtig schön aufregen darüber, was diese Rabeneltern angestellt haben. Und man selbst kann sich dann an die Brust klopfen und sich selbst beweihräuchern, dass man "so etwas" ja selbst nie tun würde.

Aber dieses an die große Glocke hängen führt auch dazu, dass viele Menschen vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sehen. Es wird so getan - und das geht auch aus den Zuschriften hier hervor - als ob Kindstötungen heutzutage an der Tagesordnung wären. Na, da geht einem doch der Hut hoch! Natürlich ist jedes Kind, das von den Eltern getötet wird, ein Kind zuviel, da gibts kein Vertun, aber angesichts der Millionen von Kindern, die wir - glücklicherweise! - in Deutschland haben, sind das doch Einzelfälle!! Verflixt! Würden getötete Kinder an der Tagesordnung sein, also jeden Tag vorkommen, dann könnte man evtl. von einer kranken Gesellschaft sprechen, aber doch nicht so!! Bitte!!

Ich bin nauch dagegen, davon zu sprechen, dass "die heutige Jugend" insgesamt schlecht und verdorben wäre. Sie hat und hatte in ihren Eltern schlechte Vorbilder. Wenn z.B. in öffentlichen Verkehrsmitteln älteren Menschen kein Platz mehr von jungen Leuten gemacht wird, dann ist doch dafür der Grundstock schon in der Familie gelegt worden, als man die Kinder nicht dazu anhielt, Platz zu machen. Auch das nur ein herausgegriffenes Beispiel.

Fazit: Unsere Gesellschaft ist nicht krank!










miriam
miriam
Mitglied

Re: Wie krank ist unsere Gesellschaft wirklich?
geschrieben von miriam
als Antwort auf eko † vom 17.07.2008, 22:32:04
Nun, das stimmt so nicht ganz, Eko. Ob man nun die Gesellschaft krank oder auch nicht krank nennt: die Fakten bleiben die gleichen.

Auf 3sat wurde in April eine sehr beeindruckende Dokumentation gezeigt von Manfred Karremann, dessen Titel "Auf dem Rücken der Kinder" war.

Die Fakten die da gezeigt wurden werden gerne vertuscht, die Zahl der Kindstötungen die nicht aufgedeckt werden, ist sehr hoch.

Diesem Dokumentarfilm folgte ein Gespräch mit Experten (der Chefarzt einer Kinderklinik, ein Neurobiologe, ein Kriminalhauptkommissar). Der Leiter der Sendung war der bekannte Journalist Gert Scobel.
Gefragt warum er für seine Sendung dieses schwierige Thema sich ausgesucht hat, antwortete er sinngemäß: Weil wir in Deutschland in Bezug auf Kindstötung so zu sagen nur die Spitze des Eisberges in Erfahrung bringen. Den Rest erfährt die Gesellschaft nie.

Übrigens ist der Titel dieses Threads: "Wie krank ist unsere Gesellschaft wirklich?" - also es ist eine Frage, und keine Behauptung.

Freundliche Grüße

Miriam


eko †
eko †
Mitglied

Re: Wie krank ist unsere Gesellschaft wirklich?
geschrieben von eko †
als Antwort auf miriam vom 17.07.2008, 23:24:06
@ miriam:

Ich bleibe dennoch dabei, nämlich, dass das Thema überbewertet wird und das mit der "Spitze des Eisbergs" halte ich ebenso für übertrieben, es ist eine Behauptung, mehr nicht.
Scheinbar gibt es Leute, die solche Horrormeldungen brauchen, um sich künstlich aufzuregen und um sich dann anschließend in der Sonne ihrer eigenen Unschuld zu aalen.
Ist jetzt vielleicht etwas spitz von mir geschrieben, aber ich reihe mich nicht in die Phalanx der Aufreger ein.
--
eko

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