Forum Allgemeine Themen Aktuelle Themen Zur Schweizer Volksabstimmung

Aktuelle Themen Zur Schweizer Volksabstimmung

Re: Zur Schweizer Volksabstimmung
geschrieben von marina
als Antwort auf schorsch vom 04.12.2009, 11:10:02
Für mich ist noch gar nicht ausgemacht, dass die Mehrheit der Schweizer für dieses Verbot gestimmt hat. Komischerweise wird nämlich so gut wie nie thematisiert, dass sich überhaupt nur 54% der Bevölkerung an der Abstimmung beteiligt haben. Und von diesen 54% haben 57% pro Verbot gestimmt. Eine Schweizerin dieses Forums gab mir als Erklärung an, dass sich ganz sicher vor allem die beteiligt haben, die dieses Ja wollten und die anderen es nicht für nötig hielten, sich zu beteiligen, weil sie nach den vorherigen Umfragen ein anderes Ergebnis erwartet haben.
Was sagt uns das? Dass vielleicht ein ganz großer Teil der SchweizerInnen gar nicht einverstanden ist mit diesem angeblichen Mehrheitsvotum. Was dich, Schorsch, trösten sollte, mich beruhigt es jedenfalls.

Im übrigen bin ich manchmal erstaunt über manch wortreiche Beiträge, die mich am Ende ratlos zurücklassen, weil es mir beim besten Willen nicht gelingt, ein Resümee oder etwas Greifbares herauszukristallisieren, und zurück bleibt die altbekannte Frage: Was wollte der Dichter damit sagen? Bzw. was ist eigentlich sein/ihr eigener Standpunkt (um das missbrauchte Wort „Meinung, zu vermeiden)? Dabei war ich mal ganz gut im Texte-Interpretieren.
Bestimmt liegt es nur an meiner eigenen Unfähigkeit, ich gehe also in mich und versuche, diese meine Unfähigkeit zu ergründen oder, noch besser, zu beheben.
--
marina
george
george
Mitglied

Re: Zur Schweizer Volksabstimmung
geschrieben von george
als Antwort auf marina vom 04.12.2009, 12:38:58
Eine Situationanalyse sollte immer erstmal meinungsfrei sein. !!

Also kann man da auch keine Meinung herausinterpretieren.

Daran scheitern die Meisten.
Die koennen nicht ihre Meinung aussen vor lassen und objectiv analysieren.

Lieben Gruss aus Saigon
George
Re: Zur Schweizer Volksabstimmung
geschrieben von marina
als Antwort auf george vom 04.12.2009, 12:47:04
Lieber George,
Du warst gar nicht gemeint, deine Meinung konnte ich sehr gut herauskristallisieren, zumindest weiß ich, dass sie nicht mit meiner übereinstimmt.
Das macht aber nichts, wir leben in einer Demokratie.
Gruß aus dem Rheinland.
--
marina

Anzeige

george
george
Mitglied

Re: Zur Schweizer Volksabstimmung
geschrieben von george
als Antwort auf marina vom 04.12.2009, 12:49:06
Liebe Marina,
richtig, bin vollkommen Deiner Meinung in Richtung Demokratie.

Sonst habe ich meine persoenliche Meinung hier noch nicht kundgetan, denn, und das kannst Du nicht wissen, ich muss sie alle moegen die "Guten Schurken" und die "Schlechten Schurken" *lach*
Lieben Gruss von Saigon ins Rheinland
George
--
george
EehemaligesMitglied58
EehemaligesMitglied58
Mitglied

Re: Zur Schweizer Volksabstimmung
geschrieben von EehemaligesMitglied58
als Antwort auf marina vom 04.12.2009, 12:38:58
Ja, liebe Marina, das ist so wie mit der letzten wahl in D.
Da sind auch nicht alle hingegangen und nun könnte ja jede partei behaupten:
eigentlich haben wir gewonnen, denn viele unserer wähler sind nicht wählen gegangen, sie dachten wir gewinnen doch sowieso.
Schon erstaunlich welche mühe hier darauf verwandt wird ein vorliegendes demokratisches ergebnis nach seiner fasson zu korrigieren.
--
gram
Re: Zur Schweizer Volksabstimmung
geschrieben von mart1
als Antwort auf george vom 04.12.2009, 12:47:04
Eine Situationanalyse sollte immer erstmal meinungsfrei sein. !!
Also kann man da auch keine Meinung herausinterpretieren.
Daran scheitern die Meisten.
Die koennen nicht ihre Meinung aussen vor lassen und objectiv analysieren.


Eine gr. Schwierigkeit ist natürlich stets der unterschiedliche Wissens- und Informationsstand und die gigantische Breite der angeschnittenen Themen.

Soll/kann/muß da auf einzelne irrtümlich vertretene Ansichten eingegangen werden, soll das verbessert werden (z.B. dass das NichtderFraudieHandgeben keineswegs eine Mißachtung der Frau ausdrücken soll, sondern eher eine sehr negative Einschätzung der männl. Natur ist; dass zumindest in Marokko Männer in Spitälern ohne weiteres Frauen untersuchen dürfen; dass die im Spital auftretende Familie, der "Clan" zu einer wesentlichen Verpflichtung gehört, die manch einer der "unsrigen" Vereinsamten sich wünschen würde; dass dort, wo man glaubt nicht an- und gehört zu werden, der Ton lauter und fordernder wird .... überall auf der Welt; dass gerade für fundamentalistischte Kreise, was ja wirklich nicht gleichbedeutend mit terroristischen Kreisen ist, das Minarett sogar verpönt ist... zumindest nach Aussagen eines muslim. Uniprof., der für die Ausbildung der österreichischen, moslemischen Religionslehrer zuständig ist; dass der Abscheu vor Schweinsprodukten oder vor Alkohol zumindest als liebenswerte Marotte und nicht als unakzeptables Verhalten gewertet werden könnte; dass die Übernahme des schweizer Rechts in der Türkei durch Atatürk sogar teilweise einen Rückschritt gegenüber den einige Jahre vorher liberalisierten Shariarechten für Frauen bedeutete....) Nun, dieser Satz ist zulang geworden.

Ja nun, was will ich im Wesentlichen ausdrücken?
In Rahmen dieses Forums zuerst eine ordentlich erstellte soziologische Arbeit über die Situation zu erstellen, überfordert jeden und sprengt den Rahmen dieses Forums.
Deshalb ist das Anbieten von als lesenswert erachteten Links eine durchaus sinnvolle Arbeit. Leider werden meiner Erfahrung nach diese nicht bis kaum gelesen. Aber auch diese Sammlung ergibt keine korrekte Situationsanalyse. Darüber sind doch die jeweiligen Verhältnisse in einzelnen Ländern nun doch zu unterschiedlich und leider wird immer vom jeweiligen Umfeld auf das des anderen Landes geschlossen.(z.b. erledigt das Problem der "Haßprediger" die moslemische Gemeinschaft in Österreich in Eigenregie und sehr gut. Die moslem. Religionsbücher sind approbiert. Auch hier gibt es kleinere Probleme, die aber alle in Zusammenarbeit mit der moslem. Gemeinschaft bisher gelöst werden konnten. Auf den Muezinruf kann beim Bau eines Minaretts grundbücherlich verzichtet werden. ...)

Ich lese also in der Schweiz gibt es keine oder kaum größere Problem mit Moslems als mit anderen Menschengruppen. Solange das nicht widerlegt ist, muß ich es als richtig erachten.

Und vor dieser Situationsanalyse, selbst so verkürzt wie diese nun ja wirklich ist, kann ich persönlich sehr wohl meine Ansicht über den Volksentscheid darlegen.


--
mart1

Edit: DAS muß ich aber auch noch anbringen! Gerade bei der Nichtbehandlung von moslemischen Frauen durch Männer müßte sich doch eine Gedanke aufdrängen.... Gibt es tatsächlich derartig viele moslemische Ärztinnen bzw. medizinisch ausgebildete Frauen in moslemische Ländern? Oder werden die Frauen dort in ihrer Not total allein gelassen oder nur von Quacksalberinnen behandelt (Ich will da einmal von Afghanistan absehen.) Was sagt das aber aus über die Bildungsmöglichkeit von Frauen mit oder ohne Kopftuch in diesen Ländern?))

Anzeige

Medea
Medea
Mitglied

Religionsfreiheit - aus dem Grundgesetz streichen .....
geschrieben von Medea
als Antwort auf mart1 vom 04.12.2009, 14:09:46
Sehr lebhaft wird die Diskussion hier geführt und die Meinungen gehen tatsächlich quer Beet, aber wo wird eine Lösungsmöglichkeit erkennbar? Mir scheint eine in Sicht, wenn das Volk/der Souverän, die Parteien, der Bundestag, der Bundesrat, die Justiz den Mut hätten, die Glaubens-/Religionsfreiheit aus unserem Grundgesetz zu streichen - einfach mal weg damit, basta. Der damalige Grund, Glaubensgemeinschaften (siehe Zeugen Jehovas und andere kleinere zu schützen) ist nicht mehr relevant.
Saubere Trennung von Staat und Religion und all dieser Ärger wäre vom Tisch. Unter dem Mäntelchen der Religionsfreiheit wird hier geschachert, gefordert, verlangt, womöglich noch gedroht?,
daß es nur so kracht. Die Väter (und wenigen Mütter) des Grundgesetzes konnten damals nicht im entferntesten ahnen, das ausgerechnet die Religionsfreiheit zum Zankapfel mit islamischen Zuwanderen verkommen würde.
Aus 68er Zeiten fällt mir der Ruf ein: wir wollen frei sein - also dann mal ran und streichen was doch offenbar unfrei macht und ständigem Ärger die Tür öffnet.

Medea

-
Medea
Medea
Mitglied

Re: Zur Schweizer Volksabstimmung
geschrieben von Medea
als Antwort auf mart1 vom 04.12.2009, 14:09:46
"Soll/kann/muß da auf einzelne irrtümlich vertretene Ansichten eingegangen werden, soll das verbessert werden (z.B. dass das NichtderFraudieHandgeben keineswegs eine Mißachtung der Frau ausdrücken soll, sondern eher eine sehr negative Einschätzung der männl. Natur ist; dass zumindest in Marokko Männer in Spitälern ohne weiteres Frauen untersuchen dürfen; dass die im Spital auftretende Familie, der "Clan" zu einer wesentlichen Verpflichtung gehört, die manch einer der "unsrigen" Vereinsamten sich wünschen würde; dass dort, wo man glaubt nicht an- und gehört zu werden, der Ton lauter und fordernder wird .... überall auf der Welt; dass gerade für fundamentalistischte Kreise, was ja wirklich nicht gleichbedeutend mit terroristischen Kreisen ist, das Minarett sogar verpönt ist... zumindest nach Aussagen eines muslim. Uniprof., der für die Ausbildung der österreichischen, moslemischen Religionslehrer zuständig ist; dass der Abscheu vor Schweinsprodukten oder vor Alkohol zumindest als liebenswerte Marotte und nicht als unakzeptables Verhalten gewertet werden könnte; dass die Übernahme des schweizer Rechts in der Türkei durch Atatürk sogar teilweise einen Rückschritt gegenüber den einige Jahre vorher liberalisierten Shariarechten für Frauen bedeutete....) Nun, dieser Satz ist zulang geworden."

Wie hübsch das alles klingt liebe Mart -
dann aber erschaffe auch den dazu gehörigen homo sapiens, und es wird Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen sein und ein großes Frohlocken anheben -

aber sind wir beide nicht viel zu große Realisten, um daran glauben zu können ....?

--
medea
carlos1
carlos1
Mitglied

Re: Zur Schweizer Volksabstimmung
geschrieben von carlos1
als Antwort auf dutchweepee vom 04.12.2009, 10:51:40

"Gibt es denn auch ein "Menschenrecht auf Kirchturmbau und Glockengebimmel"? dutschwepee



Hallo Dutch,
Deine Frage ist ein gelutschtes Bonbon. So langsam dreht sich in diesem Themenberiech alles im Kreise. Ich verweise auf meinen Beitrag vom 2.12.09 - 18.25 Uhr. Grundrechte werden nicht schrankenlos gewährt. Das gilt für Kirchtürme und Minarette.

"Kein Mensch regt sich auf, wenn ein Windrad, oder Schornstein gebaut wird - bei nem Minarett drehen alle am Teller." Dutch


Du irrst. Ich weiß, dass bei der Errichtung mehrerer Windräder in einiger Enfernung von hier heftige Proteste vernehmbar waren. Es mussten nach Anlieferung des zu montierenden Materials ein Wachdienst eingerichtet werden, weil Vandalismus befürchtet wurde. Die Windräder können sehr laut werden und sind gut hörbar (Dauerlärm).

Auch Hundegebell stört, Kindergeschrei, das Blöken von Kühen, Zirpen von Grillen, Vogelgezwitscher, das Heulen des Windes. Es gibt vieles, was uns stören kann und wird.

Vor wenigen Tagen hat der Bundesgerichtshof die Zulassung von Klagen wegen Kinder"lärm" an erschwerte Bedingungen geknüpft. Wie furchtbar.

c.
carlos1
carlos1
Mitglied

Re: Religionsfreiheit - aus dem Grundgesetz streichen .....
geschrieben von carlos1
als Antwort auf Medea vom 04.12.2009, 15:04:37
"...den Mut hätten, die Glaubens-/Religionsfreiheit aus unserem Grundgesetz zu streichen - einfach mal weg damit, basta. Der damalige Grund, Glaubensgemeinschaften (siehe Zeugen Jehovas und andere kleinere zu schützen) ist nicht mehr relevant." medea


Hallo Medea, ein Grundrecht zu streichen ist nicht möglich und auch nicht ratsam. Diesen Gedanken solltest du niemals vorbringen.

Damit wäre auch die "saubere Trennung von Staat und Religion" vom Tisch. Diese Trennung von Staat und Kirche wäre rechtlich durchführbar. Aber den ureigensten persönlichen, privaten Bereich des religiösen und politischen Bekenntnisses muss der Staat und die Gesellschaft respektieren. Die Religionen und Konfessionen würden auch nach der Trennung weiter bestehen.

c.

Anzeige