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Aktuelle Themen Zur Schweizer Volksabstimmung

sonja47
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Re: Zur Schweizer Volksabstimmung
geschrieben von sonja47
als Antwort auf elefant1954 vom 07.12.2009, 11:37:13
Grösse zeigen und diese Abstimmung bei dem belassen, wie sie nun mal ist!

Wünsche Euch Allen eine besinnliche Adventszeit!

Grüsse an Euch Alle

Sonja
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sonja47
olga64
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Re: Zur Schweizer Volksabstimmung
geschrieben von olga64
als Antwort auf elefant1954 vom 07.12.2009, 11:37:13
Da wir Christen unseren Glauben schon lange nicht mehr mit der Intensität praktizieren, wie z.B. die 1.5 Milliarden Moslems weltweit, dürfte es wenige interessieren, ob und welche Kirchen in Istanbul gebaut werden. Dafür wäre ja auch Herr Ratzinger in Rom zuständig und nicht unbedingt die Kirchengänger, oder?
Ja, belassen sie die Volksabstimmung in der Schweiz und dann bitte auch die nächstfolgenden: Herr Blocher (der Initiator und Besitzer einer grossen Schweizer Chemie-Firma) plant schon die nächsten Schritte, darunter die Abschaffung der sog. Schweizer Freizügigkeit, um die vielen, oft nicht geliebten Deutschen aus dem Lande zu jagen.
Bin mal gespannt, wieviel Applaus bei einem Ja zu diesem Plebiszit die Schweizer dann von den Deutschen erhalten.
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olga64
carlos1
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Re: Zur Schweizer Volksabstimmung
geschrieben von carlos1
als Antwort auf luchs35 vom 06.12.2009, 16:54:22

"....möchte ich nebenbei mal fragen, welche Auslegung des Islam soll nun eigentlich erläutert werden?" luchs35


Hallo Luchs,
bin ganz deiner Meinung, nämlich, dass diese Abstimmung überflüssig war und schädlich dazu. Sie ändert auch sehr wenig, verursacht nur Aufregung.

Deine Frage - so "nebenbei" - wer auslegt, welcher Islam eigentlich gilt, ist wichtig. Die Spaltung der Christenheit seit der Reformation verdeckt die Tatsache, dass es eine Einheit einmal gegeben hat. Jede der großen Konfessionen behauptet von sich im Alleinbesitz der Wahrheit zu sein, die eine mehr die andere etwas weniger. Tatsache ist, dass es mit dem Vatikan eine Instanz gibt, die beansprucht für einen großen Teil der Christenheit, für die Katholiken, in Glaubensfragen eine verbindliche Richtung festzulegen (Dogmatik), durch Auslegung der Heiligen Schrift.

Im Islam ist es anders. Es gibt keine derartige Instanz. Wohl gibt es einflussreiche Institutionen wie etwa die Al Azhar-Moschee in Kairo. Der Koran kann und darf nicht ausgelegt werden. Er ist ausschließlich und ganz und gar Gottes Wort und Befehl. Dies ist wörtlich zu befolgen. Es wäre Gotteslästerung eine Exegese des Koran zu fordern und die Texte auf ihre historischen Bezüge hin zu untersuchen und sie auszulegen. Sie sind direkte Anweisungen, die zu befolgen sind. Ein Infragestellen (Textkritik) wäre Gotteslästerung.

Niemand darf vergessen, dass in den Entwicklungsländern der Islam vielen Menschen einen inneren Halt gibt und ihnen Identität verschafft. Daraus resultiert eine große Empfindlichkeit. Das sollten wir beachten, wenn wir in einen Dialog eintreten. Für einen atheistischen oder aufgeklärten Westler, auch für jemand, der in der westlichen Zivilisation mit ihren Werten (Menschenrechte) aufwuchs ist der Islam fremdartig. Toleranz, die Hinnahme eines möglichen Anderssein ist für den gläubigen Muslim eher ein Fremdwort. Der Islam fordert Unterwerfung. Deshalb ist die Forderung einer Integration für Muslime durchaus eine Unterwerfung unter die fremdartige Wertewelt.

Die Zeit nach dem Kalten Krieg ist gekennzeichnet durch neue Politiklinien. Huntington (Clash of Civilizations – leider nicht korrekt mit Kampf der Kulturen übersetzt) fasst sie zusammen: „Kultur und die Identität von Kulturen, auf höchster Ebene, prägen heute ….. die Muster von Kohärenz, Desintegration und Konflikt.“

Kulturelle Identität, nichtmehr ideologische Unterscheidungen ökonomischer, ideologischer u. politischer Art ist das wichtigste Unterschiedskriterium. Auf kulturelle Art versuchen Nationen und Völker die elementarste Frage zu beantworten: „Wer sind wir? Die Frage wird auf traditionelle Art und Weise beantwortet, wie sie immer beantwortet wurden: Durch Besinnung auf Dinge, die ihnen am meisten bedeuten. Die Menschen definieren sich über Herkunft, Religion, Sprache, Geschichte, Werte, Sitten und Gebräuche, Institutionen. Sie identifizieren sich mit kulturellen Gruppen: Stämmen, ethnischen Gruppen, relig. Gemeinschaften, Nationen, und, auf weitester Ebene, Kulturkreisen. Menschen benutzen Politik nicht nur dazu, ihre Interessen zu fördern, sondern auch dazu, ihre Identität zu definieren. Wir wissen, wer wir sind, wenn wir wissen, wer wir nicht sind, und gegen wen wir sind.“ ….“In dem Maße, wie Macht und Selbstbewusstsein der nichtwestlichen Gesellschaften zunehmen, pochen sie verstärkt auf ihre eigenen kulturellen Wert und verwerfen jene, die ihnen der Westen „aufgezwungen“ hat. Huntington weist darauf hin, dass es notwendig sei, dass die Mächtigen der Welt eine globale Politik akzeptieren und durchführen, die unterschiedliche Wertvorstellungen berücksichtigt. Die Westler haben sich damit abzufinden, „dass ihre Kultur einzigartig, aber nicht universal ist.“ Huntington, The Clash of Civilizations“, S. 18ff Ausgabe 1997.

Das vielzitierte Buch ist eine vielhundertseitige Begründung der Thesen eines Aufsatzes des Prof. Huntington in der Zeitschrift "Foreign Affairs" aus dem Jahre 1993. Der Verfasser stellte eine Hypothese auf, weil er diese Methode für eine konstruktive Methode des fragens hielt. Der Aufsatzartikel enthielt ein Fragezeichen im Titel (The Clash of Civilizations?), was im allgemeinen übersehen wird. Es handelt sich also nicht um die Weissagung eines allwissenden Propheten für die Zukunft, auch nicht um einen Propagandisten imperialistischer Kriegführung. Huntington meint, dass die Verschiebung oder Verpflanzung einer Kultur in einen anderen Kulturkreis nicht sehr erfolgreich sein werden.

c.


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Re: Zur Schweizer Volksabstimmung
geschrieben von mart1
als Antwort auf carlos1 vom 07.12.2009, 21:12:05
Deine (erg.: luchsis) Frage - so "nebenbei" - wer auslegt, welcher Islam eigentlich gilt, ist wichtig.Die Spaltung der Christenheit seit der Reformation verdeckt die Tatsache, dass es eine Einheit einmal gegeben hat. Jede der großen Konfessionen behauptet von sich im Alleinbesitz der Wahrheit zu sein, die eine mehr die andere etwas weniger.
geschrieben von carlos


Seit “Begründung” des Christentums, was vor allem ein “Verdienst” von Paulus war, gibt es die Klagen um die Verfälschung der wahren Lehre, folgerichtig stammen die ersten Warnungen von Paulus selbst. Die Häresien und die “Ketzereien” begleiteten folgerichtig das Christentum insbesondere als dieses zur Rechtfertigung und zum Machterhalt der herrschenden Kaste ge- und damit mißbraucht wurde....nachzulesen bei Deschner "Kriminalgeschichte des Christentums".

Aber ebenso gab es eine weitgefächerte Exegese des Korans. Auch diese Strömungen, (zu denen wie im Christentum auch Mystiker gehörten, die teilweise nur mit knapper Mühe der Exkommunikation bzw. ärgerem entkamen), die zu einer Hoch-zeit des intellektuellen Islams führten, wurden durch Machthaber, die sich mit Hilfe religiöser Lehren und Indoktrination legimitierten leider sehr konsequent ausradiert.
--
mart1

Es darf nicht übersehen werden, dass jede der monotheistischen Religionen auch heute sehr gewalttätige Strömungen hat; angefangen von evangelikale über jüdische bis eben islamische, meist "fundamentalistische" Menschen, die glauben und denen gesagt wird, dass gerade sie das Werkzeug "Gottes" sind.

Es gilt doch, diejenigen Menschen und Strömungen in allen Ideologien und Religionen zu unterstützen, die sich nicht auf Erden durch unmenschliche Handlungen, die irgendein Gott verlangen würde, einen guten Platz ím Himmel verdienen wollen.

Und es gilt, diejenigen, die Menschen zu Unmenschlichkeiten verführen, vielleicht teilweise aus echter Überzeugung aber wohl eher um Macht zu errichten und zu zementieren, als das zu bezeichnen, was sie sind... Verführer und Verbrecher.

Über das, was Unmenschlichkeiten sind, kann es meiner Meinung keine so gr. unterschiedliche Sichtweisen geben, wenn ein friedliches Zusammenleben der Menschen als Ziel im Vordergrund steht.

olga64
olga64
Mitglied

Re: Zur Schweizer Volksabstimmung
geschrieben von olga64
als Antwort auf elefant1954 vom 07.12.2009, 11:37:13
Hallo wir sollten die Ch - Abstimmung akzeptieren und ich finde die Entscheidung völlig richtig.
Ich war 1990 in Istambul und habe persönlich mitbekommen wie Christen dort behandelt werden - verfolgt und teilweise verjagt- es gibt keine Glabensfreiheit z.B. in der Türkei, aber in Deutschland will man sie für ihre Zwecke doch durch setzen.Habe mich damals in einer Griechisch orth.Kirche aufgehalten.Versuchen wir Christen doch mal eine Kirche in Istambul zu bauen. Wir würden für solche Vorhaben nicht einmal Land kaufen können.Wenn wir in D abstimmen könnten wäre die Entscheidung bestimmt auch so augefallen.
--
elefant1954


Haben Sie sich schon mal überlegt, dass einen Unterschied macht, wenn ca 100.000 Christen in der Türkei leben oder einige Millionen Moslems in Deutschland? Welche Bevölkerungsgruppe sollte ein grösseres Anrecht auf Gotteshäuser haben? Doch sicher die Moslems, oder?
Übrigens: Istanbul - Sie sollten diese schöne Stadt wenigstens richtig schreiben. Danke!

--
olga64
EehemaligesMitglied58
EehemaligesMitglied58
Mitglied

Re: Zur Schweizer Volksabstimmung
geschrieben von EehemaligesMitglied58
als Antwort auf olga64 vom 08.12.2009, 15:36:51
Liebste Olga,
seit wann ist denn die religionsfreiheit abhängig von einer bestimmten bevölkerungszahl?
Auch wenn Du Istanbul richtig schreiben kannst, setzt das nicht außer kraft, daß dort die Christen und andere Religionsgruppen, wenn es sie denn gibt, keine rechte besitzen und unterdrückt werden.
--
gram

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olga64
olga64
Mitglied

Re: Zur Schweizer Volksabstimmung
geschrieben von olga64
als Antwort auf EehemaligesMitglied58 vom 08.12.2009, 15:41:41
Es ging doch ursprünglich darum, dass bemängelt wurden, dass zu wenig Kirchen in der Türkei gebaut werden. Und da könnte man doch mal unter Zuhilfenahme der Grundrechenarten dieses Problem auch mathematisch beleuchten, wenn man schon denkt, man ist selbst dafür als Christ verantwortlich und nicht der Ober-Guru im Vatikan?
--
olga64
saphira
saphira
Mitglied

Re: Zur Schweizer Volksabstimmung
geschrieben von saphira
als Antwort auf vom 03.12.2009, 09:44:10

wieso sprichst du MICH an?
verstehe ich irgendwie nicht.


karin2
geschrieben von karin2


--
saphira
Ich habe viele Voten gelesen von diesen Gutmenschen....wenn es nicht zum lachen wäre man könnte weinen.Anders gesagt(und böse)Wenn Dummheit weh täte....welch Geschrei!Niemand in der Schweiz hat etwas gegen die Muslims,sie können Moscheen bauen und ihren Glauben ausüben. Die Minaretten allerdings haben nichts mit dem Glauben zu tun:das ist Machtdemonstration.Das heisst übersetzt:Hier sind wir hier haben wir das Sagen.Ich habe den Koran z.t.gelesen,da steht nichts von Minaretten,nichts von Kopftüchern drin.Zu Schluss noch dies:wenn wir unsere Kirchen in Muslimischen Ländern bauen dürfen,wenn Christen dort nicht mehr verfolgt werden z.B.im Iran und Irak...dann können wir wieder darüber reden.Uebrigens könnte es sein,dass ich etwas wie NEID aus den Voten höre? Nämlich dass viele von Euch gerne die Gelegenheit hätten abzustimmen.
niederrhein
niederrhein
Mitglied

Nur eine Anmerkung und ein Hinweis (nicht nur für Carlos)
geschrieben von niederrhein
als Antwort auf carlos1 vom 07.12.2009, 21:12:05
[...] Der Aufsatzartikel enthielt ein Fragezeichen im Titel (The Clash of Civilizations?), was im allgemeinen übersehen wird. [...]


Offenbar bezieht sich der Hinweis mit dem Fragezeichen auf den (vorausgegangenen) Aufsatz, zumindest in den Buchausgaben (englisches Titelbild; deutsche Ausgabe - Titel und auch Titelseite im Buch) findet sich eben diese Fragestellung nicht.

http://lh4.ggpht.com/_0UxhL8QGszQ/Sx58AOvtX8I/AAAAAAAAAr8/MWIGqiEAH4o/s512/buch-kampf-kultur.jpg[/img]





Nur ein kurzer Bezug zu den sehr informativen Zeilen (es ist wohl hier doch nicht der richtige Ort, ausführlicher darauf einzugehen?) ... (Siehe blaue Passagen)


[...] Niemand darf vergessen, dass in den Entwicklungsländern der Islam vielen Menschen einen inneren Halt gibt und ihnen Identität verschafft. [Das galt wohl lange auch für die vorindustriellen Kulturen in Europa] [...] Toleranz, die Hinnahme eines möglichen Anderssein ist für den gläubigen Muslim eher ein Fremdwort. Der Islam fordert Unterwerfung. Deshalb ist die Forderung einer Integration für Muslime durchaus eine Unterwerfung unter die fremdartige Wertewelt. [Ist damit per se eine gesellschaftliche Integration für den gläubigen Muslim unmöglich - es sei denn, er gibt seine Identität als gläubiger Muslim auf?] [...] Die Menschen definieren sich über Herkunft, Religion, Sprache, Geschichte, Werte, Sitten und Gebräuche, Institutionen. Sie identifizieren sich mit kulturellen Gruppen: Stämmen, ethnischen Gruppen, relig. Gemeinschaften, Nationen, und, auf weitester Ebene, Kulturkreisen. [Wird nicht diese kulturelle, gesellschaftliche Identität gleichsam durch den [i]homo consumens, durch das Bild des globalen Konsumenten abgelöst?] Menschen benutzen Politik nicht nur dazu, ihre Interessen zu fördern, sondern auch dazu, ihre Identität zu definieren. [Es wäre ein näherer Betrachtung wert, wo bei welchen gesellschaftlichen Gruppen {deren sozialer Status, Bildung etc.} dies noch stattfindet oder wieder stattfindet.] Die Westler haben sich damit abzufinden, „dass ihre Kultur einzigartig, aber nicht universal ist.“ Huntington, The Clash of Civilizations“, S. 18ff Ausgabe 1997. [Kurioserweise adaptieren nicht wenige Menschen in den verschiedensten afrikanischen, asiatischen Ethnien/Staaten diese westliche Lebensweise in Bezug auf Ernährung, Bekleidung, Medienkonsum, Freizeitverhalten etc., die ihnen - so nicht nur meine Einschätzung - ihre kulturelle, historische Identität nimmt.]



Mit einem freundlichen Gruß

Die Bertha
vom Niederrhein
dutchweepee
dutchweepee
Mitglied

Re: Nur eine Anmerkung und ein Hinweis (nicht nur für Carlos)
geschrieben von dutchweepee
als Antwort auf niederrhein vom 08.12.2009, 17:37:55
Zitat aus Berthas Beitrag: "Kurioserweise adaptieren nicht wenige Menschen in den verschiedensten afrikanischen, asiatischen Ethnien/Staaten diese westliche Lebensweise in Bezug auf Ernährung, Bekleidung, Medienkonsum, Freizeitverhalten etc., die ihnen - so nicht nur meine Einschätzung - ihre kulturelle, historische Identität nimmt."

Kurios und witzig finde ich zum Beispiel, dass die Chinesen anfangen Milchprodukte zu konsumieren, obwohl sie eine komplette Laktose Unverträglichkeit haben. Das kurbelt die Toiletten-Papier-Produktion an, wenn mehr als eine Milliarde Chinesen Dünnpfiff bekommen. Noch schlimmer finde ich, wenn sich Asiaten die Lidfalte wegoperieren lassen, oder farbige Frauen die Haare "blödieren" - nur weil so ein Blondchen in der Coke-Werbung Mode ist.

Frauen lassen sich die Brüste vergrößern, weil Männer das angeblich toll finden. Männer finden auch Bier toll. Warum lassen sich Frauen dann keinen Sixpack Radeberger einpflanzen?

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