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Anthropologie / Psychologie Männer Verhalten sich anders, Frauen auch.

Männer Verhalten sich anders, Frauen auch.
geschrieben von Mareike
Das Brett Anthropologie wird frequentiert.
Wie zu erwarten war, von den Frauen stärker als von den Männern.
Im Themenvergleich konnte ich beobachten, dass sich zu den Themen: "Angst vor Konflikten" und Toleranz kaum Männer äußerten, bei den Themen Rangordnung (!) und Lügen allerdings eine höhere Männerbeteiligung festzustellen ist.

Angeregt durch Karls Anmerkung:

Re: Angst vor Konflikten
geschrieben von karl am 02.12.2012 01:17

Anthropologie/Psychologie heißt dieses neue Brett. Was einige Userinnen hieraus machen, eine persönliche Streiterei, finde ich nicht gut.

Diskutiert doch vielleicht einmal das Thema, warum vor allem Frauen es oft schwer fällt, abstrakt über Fragestellungen zu diskutieren ( es gilt nicht für alle) und stattdessen den persönlichen Streit bevorzugen?

Ist es Sozialisation oder Genetik? Das wäre ein spannendes Genderthema und würde in diese Kategorie passen.

Karl
geschrieben von Karl

Habe ich mal etwas geforscht und stelle hier mal einiges zur Diskussion:

-Verhalten, das Männern in rein männlichen Gruppen zugeschrieben wird.

-Verhalten, das Frauen in rein weiblichen Gruppen zugeschrieben wird.

-Geschlechter- und Machtverhältnisse in Gruppen.

Die Thesen dazu findet Ihr im beigefügten LINK:

Mareike
karl
karl
Administrator

Re: Männer Verhalten sich anders, Frauen auch.
geschrieben von karl
als Antwort auf Mareike vom 02.12.2012, 19:42:48
Liebe Mareike,

jetzt bin ich wirklich einmal gespannt, welche Kreise dieser ins Wasser geworfene Stein ziehen wird Jedenfalls ist dies einmal ein spannendes Thema, das wir in dieser Form noch nicht hatten. Ich warte jetzt erst einmal ab. Ich habe ja bereits eine sicherlich Widerspruch verdienende These formuliert und auch die kontrovers diskutierbare Frage nach der Bedeutung von Sozialisation und Genetik aufgeworfen.

Deine verlinkten Thesen zum unterschiedlichen Verhalten von Frauen und Männern in Gruppen sind jede für sich auch diskutierbar. Ganz sicher dürfen wir nicht in den Fehler verfallen, immer alle Individuen in nur zwei Schubladen zu stecken. Trotzdem wäre es interessant zu diskutieren, ob es so etwas wie sexualdimorphe Verhaltensweisen beim Menschen gibt (vom eigentlichen Sexualverhalten einmal abgesehen).

Beste Grüße, Karl
pschroed
pschroed
Mitglied

Re: Männer Verhalten sich anders, Frauen auch.
geschrieben von pschroed
Hallo Mareike

In den 90ziger als die Frauenquote schon Thema war, wurden in unserem Betrieb Frauen in Führungspositionen eingestellt.

Meine Wennigkeit hatte 2x eine Frau als Vorgesetzte, eine Deutsche sowie eine aus Belgien.

Beide im Alter von circa 35 Jahre.

Persönlich sah ich keinen großen Unterschied in der Art und Denkensweise versuv eines Mannes.

Was mir zwar auffiel wenn es richtig Stress wurde, dann trat bei den Frauen schnell eine relativ grosse Unsicherheit auf.

Peinlich wurde es wenn eine Chefin sich in ein Fragenkatolog festgefahren hatte und das Wesentliche übersah.

Dieses Verhalten findet man natürlich auch bei den Männer, ich vermute sie können dieses aber besser verbergen.

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Es gab aber auch Frauen, welche sich in der Männerdomäne integrierten ohne viel Aufsehen. Sie kannten auch meistens ihren Aufgabenbereich sehr gut.

Frauen können sich genauso gut durchsetzen wie Männer wenn ihr Verhalten und ihr Wissen in ihrem Aufgabenbereich vorhanden ist.

Zicken und Zicker befinden sich auf beiden Seiten

Phil.

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Re: Männer Verhalten sich anders, Frauen auch.
geschrieben von Mareike
als Antwort auf pschroed vom 02.12.2012, 20:10:54
Unsere älteste Tochter, Diplom-Ingenieurin (TH) und
Systemische Beraterin, ist an einer wichtigen Schnittstelle in einem großen Betrieb tätig. Ihr Aufgabenbereich hat mit Organisationsberatung im technischen Umfeld zu tun.
Eine ihrer Beobachtungen ist, dass ihre männliche Kollegen, die naturgemäß in diesem Umfeld zahlenmäßig dominieren, immer im Vorfeld von Besprechungen wissen wollen, wer zu sagen hat.
Es spielt keine Rolle ob Mann oder Frau, es soll aber klar benannt sein. (Klare Organisationsstruktur)
In reinen Frauengruppen ist dies nicht der Fall, organisationsmäßig vom Wesen her somit offener, beweglicher, (?)

Ich persönlich bin der Meinung, dass in Konfliktsituationen Männer eher die Ordnung anstreben: Rangordnung - Frauen haben an erster Stelle das angestrebte Ziel vor Augen und agieren über List und Taktik.

Das wäre soziokulturell zu erklären: Die unterschiedliche Aufgabenbereiche in der Gesellschaft waren und sind mit Sicherheit prägend.

Mareike
karl
karl
Administrator

Re: Männer Verhalten sich anders, Frauen auch.
geschrieben von karl
als Antwort auf Mareike vom 02.12.2012, 22:35:14
Das wäre soziokulturell zu erklären: Die unterschiedliche Aufgabenbereiche in der Gesellschaft waren und sind mit Sicherheit prägend.
Soziokulturelle Effekte spielen sicherlich eine prägende Rolle. Allerdings wirken solche Unterschiede, sollten sie über Hunderte von Generationen oder gar mehr Bestand haben, auch im biologischen Sinne selektiv, d.h. solche anhaltenden soziologischen Sexualdimorphismen werden schließlich genetisch vertieft.

Ich kenne aus dem Tierreich übrigens Fälle, wo die genetischen Unterschiede zwischen den Geschlechtern ( unterschiedliche Anzahl von X-Chromosomen) auch zu unterschiedlichem Territorialverhalten führen. Weibchen bauen bei Auseinandersetzungen keine Rangordnung auf, Männchen dagegen sehr wohl. Bei ihnen führt eine etablierte Rangordnung zu einer Abnahme der Auseinandersetzungen, was wohl auch der Vorteil einer Rangordnung ist.

Übrigens können sich auch im Tierreich Rangordnungen nur etablieren, wenn sich die Individuen individuell wieder erkennen können.

Karl
Re: Männer Verhalten sich anders, Frauen auch.
geschrieben von Mareike
als Antwort auf karl vom 02.12.2012, 22:50:08
... was wohl auch der Vorteil einer Rangordnung ist.

Jetzt wäre es ja spannend zu ergründen, warum das bei Weibchen anders ist.
Sie hatten (haben?) offenbar keinen Vorteil davon.
Weil sie "nur" in der kleinen Gruppe Familie zu sorgen hatten?
Weil die eigene Bedürfnisse und Wünsche für Entscheidungen nicht relevant waren, sind?

Mareike

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Re: Männer Verhalten sich anders, Frauen auch.
geschrieben von Mareike
als Antwort auf karl vom 02.12.2012, 22:50:08
Ich muss nochmal nachfragen: Mit Sexualdimorphismus bezeichnet man deutliche Unterschiede im Erscheinungsbild und Verhalten
zwischen männlichen und weiblichen Individuen der gleichen Art.

Damit ist noch nicht festgelegt, worauf diese Unterschiede zurückzuführen sind?

Und wenn solche anhaltenden soziologischen Sexualdimorphismen schließlich genetisch vertieft werden, kann man dann sagen, dass diese Verhaltensweisen bereits zum Wesen des jeweiligen Geschlechts gehören?

Ich betrete Neuland.

Mareike
karl
karl
Administrator

Re: Männer Verhalten sich anders, Frauen auch.
geschrieben von karl
als Antwort auf Mareike vom 03.12.2012, 10:25:24
Hallo Mareike,

es liegt mir fern, einem vereinfachenden Biologismus das Wort zu reden. Andererseits ist der Mensch nur bei Kenntnis seiner "Geschichte" verstehbar und dazu gehört nun auch einmal die Naturgeschichte.

Es ist legitim zu fragen, falls heute statistische(!) Unterschiede z. B. in der Körpergröße, aber auch im Verhalten zwischen Männern und Frauen messbar sind, ob solche Unterschiede umweltbedingt auftreten oder ob zumindest teilweise sie auch auf eine Variabilität genetischer Faktoren zurück zu führen sind. Bei der Körpergröße verläuft die Diskussion meistens unaufgeregt, während es doch vielen sehr widerstrebt, in Betracht zu ziehen, dass auch Verhaltensunterschied möglicherweise zum Teil auf die unterschiedliche Verteilung genetischer Komponenten zurück zu führen sein könnten.

Eine sorgfältige Abwägung für jedes einzelne Merkmal macht immer Sinn. Es ist jedoch wichtig, dabei zu beachten, dass statistische Aussagen keine Aussagen über Individuen sind. Die jeweilige Breite der Verteilung von Verhaltensmerkmalen bei Frauen oder Männern ist jedenfalls sehr viel größer als der statistische Unterschied zwischen den Geschlechtern.

Karl
yuna
yuna
Mitglied

Re: Männer Verhalten sich anders, Frauen auch.
geschrieben von yuna
als Antwort auf Mareike vom 03.12.2012, 10:25:24
Ich versuche mal einen anderen Ansatz, um das Thema aus einer anderen Richtung anzugehen -

Es gibt die Theorie von Simon Baron-Cohen, nach welcher sich die Gehirne der Menschen in "männliche" und "weibliche" Gehirne einteilen lassen sollen. Grundlage der Einteilung sind zwei Quotienten: a) der EQ = Empathie Quotient und b) der SQ = Systematisierungs-Quotient.
Demnach liegt bei weiblichen Gehirnen der EQ höher als der SQ und bei männlichen Gehirnen ist der SQ höher als der EQ. Somit ergeben sich das E-Gehirn (weibliches Gehirn) und das S-Gehirn (männliches Gehirn). Halten sich beide Quotienten die Waage, spricht Baron-Cohen von einem B-Gehirn.
Weiter gibt es noch das "extreme S" und "extreme E" bei welchen die Eigenschaften eines männlichen bzw weiblichen Gehirns sehr stark überwiegen - also vom jeweils anderen kaum etwas vorhanden ist.

Interessant dabei ist, dass Baron-Cohen die jeweiligen Quotienten nicht eindeutig den Männern bzw den Frauen zuschreibt - obwohl er von "männlichen" und "weiblichen" Gehirnen spricht. Tatsächlich gibt es auf beiden Seiten nur einen milden Überhang. Somit ist eine Frau mit einem S-Gehirn ebenso wenig untypisch, wie ein Mann mit einem E-Gehirn.

Wenn man sich die Theorie in einer ruhigen Minute durch den Kopf gehen lässt, kommt man wohl zu dem Schluss, dass uns diese S/E-Brain Geschichte (bei ungestörten Gehirnen) nicht wirklich voranbringt.
Denn im Endeffekt ist immer die Größe die überwiegt entscheidend dafür welchen Gehirntyp man haben soll - so kann mein Gehirn den gleichen EQ-Wert ergeben, wie der eines E-Gehirn-Probanden. Liegt mein SQ aber dennoch höher, bin ich ein S-Typ. Die Bezeichnung "S" lässt dabei keinen Rückschluss mehr auf den Wert meines EQ zu und das obwohl ich möglicherweise genauso empathisch bin wie ein E-Typ.

Gesamt sagt die Theorie also wohl eher etwas darüber aus, welches Verhalten/welche Strategien ich bevorzuge.
Und an diesem Punkt ist alles wieder offen: Was bestimmt darüber, was ich bevorzuge und was nicht? Tatsächlich die Veranlagung meines Gehirns? Oder sind es meine Erfahrungen? Ist es meine Erziehung?

Somit kann die Theorie zumindest eines anscheinend bestätigen: Zielsicher einteilen lassen sich die Gehirne nach Geschlecht nicht.
Wenn sie also genetisch geschlechtsspezifische Unterschiede enthielten, so sind sie nicht fest, sondern wandeln sich im Laufe eines Lebens oder verlieren einfach an Bedeutung.
nasti
nasti
Mitglied

Re: Männer Verhalten sich anders, Frauen auch.
geschrieben von nasti
als Antwort auf pschroed vom 02.12.2012, 20:10:54
Ja, die Männer verhalten sich anders. Ich habe 2 Söhne und jedesmal wenn in Welt kommt eine Krisensituation wie Erdbeben , Tsunami, etc /Japankatastrophe/ , die Männer galoppieren sebstverständlich zur Hilfe. Sie fragen nicht danach wo die Frauen stecken, und Frauen auch ganz selbstverständlich ziehen Sie sich zurück, Sie MÜSSEN auf die Kinder aufpassen....
Aber wie viele müssen es tun? Die meiste Frauen sind heutige Zeit gut ernährt, stark und sportlich, die Kinder sind schon lange von Hause weg oder sind fast erwachsene,also müssen die Frauen sich nicht verstecken, Sie können auch sein Leben opfern für ein Zweck wie in Japan die Hilfsbereite Männer beim Atomkatastrophe.
Interessanterweise kein einziger Man fragt in so eine Situation wo sind die Frauen???? Ist ganz NORMAL das Sie sich verstecken müssen, sind NUR Frauen, Sie spielen eine hilfslose, beängstigte und weinende Rolle, während Sie erwarten von Männer die große Hilfe.....
Und die Männer tun es, die haben es in Genethik eingewurzelt. Wenn ich eine Staatspräsidentin wäre, gebe ich ein starkes Befehl sofort nach der Krisensituation:
Alle Frauen von 18 bis 60 Jahre alt zur Hilfe beim Katastrophen , Ausnahmen sind die echt kranke, oder mit ganz kleine Kindern. Für die großere Kinder kommen die ältere Leute zur Hilfe. Wieviel Männer lassen sein Leben in kriege? Einmal muss das gestoppt werden, die Emanzipation sollte wirklich so funktionieren.....

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