Forum Kunst und Literatur Bildende Kunst München - Kunst im öffentlichen Raum

Bildende Kunst München - Kunst im öffentlichen Raum

Shenaya
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Re: München - Kunst im öffentlichen Raum
geschrieben von Shenaya
als Antwort auf hisun vom 04.09.2012, 12:17:07
Ja, es ist 'sinnliche' Kunst ...
(Danke für die Korrektur, liebe Hisun - bis Oktober ist A. Bostan's Installation noch zu sehen, nicht bis September ...)
olga64
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Re: München - Kunst im öffentlichen Raum
geschrieben von olga64
als Antwort auf JuergenS vom 04.09.2012, 08:53:42
Ein weiteres zweifelhaftes Kunstwerk hat München derzeit zu bieten: die Gegend um die Münchner Freiheit, wo vor einger Woche eine Bombe gesprengt wurde. Es sieht noch immer aus wie ein SChlachtfeld. Aber wie die Schwabinger halt sind - rundherum sind die Cafès wieder geöffnet und man geniesst sein hedonistisches Leben. Das mag ich so an meiner Heimatstadt München. Servus Olga
Shenaya
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Re: München - Kunst im öffentlichen Raum
geschrieben von Shenaya

http://up.picr.de/11726982kg.jpg[/img]

Die Olympischen Spiele von 1972 in München jähren sich zum 40. Mal.

Seit dem 26. August bis zum 11. September 2012, täglich zwischen 16 und 18 Uhr (außer morgen, dem 5. September/Tag des Attentats im Olympiadorf) sind in der Innenstadt Münchens sowie im Olympiapark 40 Akteure unterwegs, um mit ihrer Präsenz und ihren Performances den Zeitgeist von 1972 zu neuem Leben zu erwecken. Sie tragen Kostüme der Designerin Anna Sophie Howoldt in Orange, Gelb, Grün, Himmelblau und Silber – zeitgenössische Interpretationen der Outfits, die damals André Courrèges für die Mitarbeiter der Olympiade entworfen hatte.

Quelle: Pressetext
[i]"1972 – alles schien möglich. Die Zukunft stand weit offen und leuchtete in den Farben des Regenbogens.
Als „heitere Spiele“ konzipiert, schufen die XX. Olympischen Spiele ein neues Deutschlandbild: jung, spontan und gewaltfrei. Nie zuvor hatte es ein so umfassendes visuelles Gesamtkonzept gegeben. Von Architektur und Städteplanung reichte es bis ins kleinste Detail des Corporate Design. Im ganzheitlichen Anspruch ... und in den psychologischen Strategien der Münchner Polizei ging es nicht um Ordnung um jeden Preis, sondern und eine gelöste Atmosphäre. Was sich als Wechsel von einem autoritativen zu einem emanzipatorischen Umgang mit dem öffentlichen Raum und seinen Nutzern ankündigte, fand durch den Anschlag auf die israelischen Sportler ein jähes Ende. Innenpolitische Hardliner gewannen die Oberhand.
Der deutsche Herbst brach herein, eine bleierne Zeit.

... Der kurze historische Augenblick, in dem sich ein Fenster in eine mögliche Zukunft öffnete, wird durch Reconstructing Future wiederbelebt. Dabei gehen die Künstler Dellbrügge & de Moll wie Restauratoren vor, die unter dem Schutt der Geschichte ein kleines Element freilegen und mit frischer Farbe neu zum Strahlen bringen. Die Intervention verweist auf den Verlust einer möglichen Zukunft und macht bewusst, dass gesellschaftliche Wirklichkeit relativ und verhandelbar ist."


Eine tolle Intervention, finde ich und eine liebenswert überwältigende Charmeoffensive von 40 Akteuren, die in diesen Tagen das Straßenbild Münchens beleben und erstaunten Besuchern, Touristen und Einheimischen freundlich erklären, was hier gerade passiert ...

s.a. >>> Reconstructing Future

Heute in der Süddeutschen Zeitung:




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olga64
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Re: München - Kunst im öffentlichen Raum
geschrieben von olga64
als Antwort auf Shenaya vom 04.09.2012, 17:03:13
Als Zeitzeugin kann ich mich noch sehr gut an die olympischen Spiele in München 1972 erinnern; es waren auch die einzigen, bei denen ich wirklich als Zuseherin teilgenommen habe. Allerdings kommt jetzt auch an das Tageslicht, wie stümperhaft sich die Verantwortlichen in Sachen Sicherheit verhalten haben - der frühere Polizeipräsident von München, Herr Mannfred Schreiber, glänzte wohl doch mehr am Tennisplatz im Iphetos.
Wir hatten damals noch eine Karte für einen WEttkampf nach dem Attentat, die wir allerdings verfallen liessen. Im Gegensatz zu den Organisatoren wären wir für einen sofortigen Abbruch der Spiele gewesen - aber auch hier spielte Geld natürlich die Hauptrolle.
Ich erinnere mich auch sehr gut, als heute vor 40 Jahren über dem Haus, wo ich damals wohnte, die Helicopter Richtung Fürstenfeldbruck flogen - wir sahen ihnen vom Balkon aus nach. Am nächsten Morgen wurde dann von den vielen Toten berichtet, verursacht von Männern, die sich Scharfschützen nannten, aber keine waren.
Ich bewundere nach wie vor Frau Spitzer, deren damaliger Mann ums Leben kam und die unermüdlich dafür sorgt, dass dieses Blutbad nicht in Vergessenheit gerät. Ich wünsche ihr noch lange viel Kraft für dieses Werk. Olga
hisun
hisun
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Re: München - Kunst im öffentlichen Raum
geschrieben von hisun
als Antwort auf Shenaya vom 04.09.2012, 17:03:13
.

Reconstructing Future ist ein fantastischer Anlass,
um den Zeitgeist von 1972 wiederzuerwecken.

Es ist wahr,während dieser Sommerfestspiele erlebte ich Deutschland
als jung, aufgestellt, spontan und gewaltfrei. Ich erinnere mich
lebhaft an den Amerikaner Mark Spitz, er gewann sieben
Goldmedaillen und Karin Janz aus der DDR war die erfolgreichste
deutsche Athletin.

Überschattet wurden die Spiele durch die Geiselnahme und Ermordung
israelischer Athleten, die Spiele wurden nach einem Trauertag trotzdem
fortgesetzt. Auch daran erinnere ich mich.

Ebenfalls erinnere ich mich an Silvia Renate Sommerlath, die als
Hostess an diesen Olympischen Sommerspielen den schwedischen
Kronprinzen Carl Gustaf von Schweden kennen lernte.
Die Hochzeit fand 1976 in Stockholm statt.

Shenaya, danke für dieses Erinnern und die Botschaft von Reconstructing.

hisun
.*.
hobbyradler
hobbyradler
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Re: München - Kunst im öffentlichen Raum
geschrieben von hobbyradler
als Antwort auf Shenaya vom 23.07.2012, 14:33:53
Hallo Shenaya,

das sehr interessante Bild deiner wehenden Vorhänge hat mich zu einem Spaziergang von der Münchner Freiheit zum Odeonsplatz veranlasst.

Der Hofgarten, den ich als kleines Juwel empfinde, war heute Menschenleer. Vielleicht lag es an dieser Leere, dass mir die Vorhänge überhaupt nicht gefielen. Sie hingen steif nach unten, und beim Befühlen wirkten sie wie Wachstuch – von italienischer Leichtigkeit weit entfernt.

Sie erinnerten mich eher an Neapel, mit zum Trocknen aus den Fenstern hängender Wäsche. Genauer gesagt - langen Unterhosen.

Dieses „Werk“ als Sieger in der Ausschreibung „Kunst im öffentlichen Raum“ zu küren, erstaunt mich sehr. Geschmack ist halt sehr unterschiedlich.

Ciao
Hobbyradler


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dutchweepee
dutchweepee
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Re: München - Kunst im öffentlichen Raum
geschrieben von dutchweepee
als Antwort auf hobbyradler vom 06.09.2012, 15:39:05
Zum Glück! ...mir gefälts.
hobbyradler
hobbyradler
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Re: München - Kunst im öffentlichen Raum
geschrieben von hobbyradler
Wo: München – Kurt-Haertel-Passage

Titel: Zwischen Sonnentor und Mondplatz
Künstler: Hannsjörg Voth



Erklärung
Britt
Britt
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Re: München - Kunst im öffentlichen Raum
geschrieben von Britt
als Antwort auf hobbyradler vom 06.09.2012, 16:18:06
Hallo hobbyradler

Guter Tipp und noch besserer Link ...
Amüsant fand ich deine Kritik gegenüber der verkleideten Arkaden

Mit Gruß
Britt
Shenaya
Shenaya
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Re: München - Kunst im öffentlichen Raum
geschrieben von Shenaya
als Antwort auf hisun vom 05.09.2012, 02:04:08

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