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Biowissenschaften Häufige Fragen zur Genetik

karl
karl
Administrator

Re: Häufige Fragen zur Genetik
geschrieben von karl
als Antwort auf lalelu vom 28.05.2016, 08:13:59
Die logische Schlussfolgerung daraus ist, dass keine „Menschenrasse“ hochwertiger ist als eine andere, dass es also weder „Herrenrassen“ noch „minderwertige Rassen“ gibt. Was sich verändert hat, ist lediglich das äußere Erscheinungsbild. Harald Lesch hat es treffend formuliert: „Über alle Grenzen hinweg verbindet uns viel mehr als uns trennt“.
Liebe lalelu,

Harald Lesch ist sogar noch weiter gegangen. Er hat gesagt, dass heutige Menschen auf der ganzen Welt genetisch gesehen deutlich homogener sind als Schimpansen (obwohl es sehr viel mehr Menschen gibt). Die Herkunft aus einem genetischen Flaschenhals vor etwa 200 000 Jahren (sehr wenige Individuen, das Y-Chromosom ist auf einen Mann und die Mitochondrien-DNA - von Lesch nicht erwähnt - auf 7 Frauen zurückführbar) und die genetische Homogenität aller Homo sapiens ist ein gutes Argument, den Begriff "Rasse" auf den Menschen nicht anzuwenden. Er hat z. B. auch die Funktion der Pigmentierung der Haut erklärt (dunkel ist gut für Sonnenschutz, hell ist gut für Vitamin D Produktion) und gezeigt, dass diese das Wesen, den Kern des Menschen nicht betrifft.

Immer eindrucksvoll dieses Bild:



Karl
Elmos
Elmos
Mitglied

Re: Häufige Fragen zur Genetik
geschrieben von Elmos
als Antwort auf karl vom 28.05.2016, 09:47:37
Hallo,

und die genetische Homogenität aller Homo sapiens ist ein gutes Argument, den Begriff "Rasse" auf den Menschen nicht anzuwenden.
geschrieben von karl


also so weit ich mich aus meinem Studium erinnere wendet man den Begriff "Rasse" doch eh nicht an. Ausser in der Tier und Pflanzenzucht.

Und sogar da kann ein Rassebegriff sehr unterschiedliche Dinge bedeuten. Ich züchte ja Katzen, genauer gesagt Abessinier. Diese unterscheiden sich von einer anderen Rasse (ihrer "Schwesterrasse") quasi nur durch die Fellänge, alle anderen gewünschten Zuchtziele sind quasi identisch. Und dennoch handelt es sich hier um zwei verschiedene Rassen. Genauso wie beispielsweise bei einer Sphynx und einer Exotic Shorthair.
Dabei würde ich denken, dass ein zufällig vorbei kommender Marsianer nicht auf die Idee käme dass die beiden letztgenannten Rassen zu einer Art gehören...

Aber egal. Ich wollte einfach nur anmerken, dass der Begriff "Rasse" eh irgendwie unsinnig ist, egal wie eng der Flaschenhals mal war...

Liebe Grüße
Andrea
karl
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Administrator

nettes Beispiel zur Erbe - Umwelt Problematik
geschrieben von karl
Gerade im Netz gefunden:

Nehmen wir zwei Pflanzen, von denen die eine genetisch so ausgestattet ist, dass sie normalerweise größer und schöner wird als die andere. Jene hat nun das Pech, bei Frau Baudson im Büro zu landen, die nun nicht eben für ihren grünen Daumen berühmt ist; sie erhält gelegentlich einen Schluck kalt gewordenen Kaffee und erlebt ansonsten lange Dürreperioden, die von seltenen, dann aber reichlichen Wasserspenden unterbrochen werden. Die genetisch eigentlich nicht so vorteilhaft ausgestattete Pflanze landet dagegen bei einem Kollegen, der sich rührend um sie kümmert, ihr Mozart vorspielt und sie gelegentlich mit Blumenduschen und Düngestäbchen erfreut. Das Ergebnis: Die "guten Gene" bringen Frau Baudsons Pflanze herzlich wenig, denn am Ende ist die liebevoll umhegte Pflanze des Kollegen viel größer und schöner geworden, und Frau Baudson hat nicht nur eine hässliche und mickrige Pflanze mit schütterem Blattwerk, sondern auch noch ein schlechtes Gewissen. Quelle.
geschrieben von Tanja Gabriele Baudson


Schön anschaulich wird hier, was Förderung vermag.

Karl

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lalelu
lalelu
Mitglied

Re: nettes Beispiel zur Erbe - Umwelt Problematik
geschrieben von lalelu
als Antwort auf karl vom 24.07.2016, 12:23:31
Karl, das Beispiel veranschaulicht sehr gut, was gute Pflege (Förderung) vermag.

Allerdings darf man daraus nicht den Schluss ziehen, dass man mit einer ausgezeichneten Pflege jede unscheinbare Pflanze zu einer üppig wachsenden/blühenden Schönheit aufpäppeln kann.

Genetische Ausstattung plus Pflege sind gleichermaßen wichtig und gemeinsam verantwortlich für das Endergebnis. Würde Frau Baudsons Pflanze ebenso liebevoll umsorgt wie die ihres Kollegen, wäre sie am Ende sicher das schönere Prachtexemplar.

Lalelu
karl
karl
Administrator

Re: nettes Beispiel zur Erbe - Umwelt Problematik
geschrieben von karl
als Antwort auf lalelu vom 24.07.2016, 18:08:06
Das sehe ich auch so, Karl
Elmos
Elmos
Mitglied

Re: nettes Beispiel zur Erbe - Umwelt Problematik
geschrieben von Elmos
als Antwort auf karl vom 24.07.2016, 18:36:57
Hallo,

ich denke mal, was das Pflanzenwachstum angeht, da habt ihr beide Recht. Aber wenn ihr nun die Analogie zur Entwicklung menschlicher "Intelligenz" und "Persönlichkeit" auch meint, so würde ich persönlich denken, dass ihr da dann Menschengehirne mit Topfpflanzen in einen Topf werft, und das nicht so ohne weiteres OK ist.

Ich könnte mir vorstellen, aber das werden wir aus ethischen Gründen hoffentlich niemals herausfinden, dass sich jedes Menschenkind zu etwas sehr wunderbaren und einzigartigem und auch (aus unserer heutigen Sicht) sehr intelligenten entwickeln würde, wenn man es von Anbeginn seiner Existenz optimal fördern würde.
Die Unterschiede am Ende der Entwicklung wären sicherlich da, aber ob sie der Schönheit einen Abbruch täten?

Liebe Grüße
Andrea

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lalelu
lalelu
Mitglied

Re: nettes Beispiel zur Erbe - Umwelt Problematik
geschrieben von lalelu
als Antwort auf Elmos vom 25.07.2016, 06:31:04
Guten Morgen, Andrea,

in einen Topf werfe ich das sicher nicht und, wie ich Karl einschätze, er ganz sicher auch nicht. Meiner Meinung nach sind „Intelligenz“ und „Persönlichkeit“ aber zwei völlig verschiedene Schuhe. Ein Mensch mit einem niedrigen IQ kann ein einzigartiger und liebenswerter Mensch sein mit einer wunderbaren Persönlichkeit, wohingegen eine „Intelligenzbestie“ mit einem hohen IQ ein ausgesprochenes „Ekelpaket“ sein kann.

Mit anderen Worten: der weniger intelligente Mensch kann wesensmäßig der weitaus schönere und wertvollere sein. Das steht für mich außer Frage.

Ich wollte lediglich ausdrücken, dass man auch bei allerbester Pflege (Förderung) aus einem unterdurchschnittlich begabten Menschen keinen hochintelligenten machen kann – jedenfalls mit den bis heute bekannten Möglichkeiten nicht. Ob sich daran in Zukunft möglicherweise etwas ändern wird, wird sich zeigen.

Den Begriff „das schönere Prachtexemplar“ habe ich einzig und allein auf die Pflanze bezogen; ob sie bei guter Pflege auch das „intelligentere Prachtexemplar“ werden könnte, wage ich nicht zu beurteilen.

Lalelu
Edita
Edita
Mitglied

Re: nettes Beispiel zur Erbe - Umwelt Problematik
geschrieben von Edita
als Antwort auf lalelu vom 25.07.2016, 08:09:34

Ich wollte lediglich ausdrücken, dass man auch bei allerbester Pflege (Förderung) aus einem unterdurchschnittlich begabten Menschen keinen hochintelligenten machen kann – jedenfalls mit den bis heute bekannten Möglichkeiten nicht. Ob sich daran in Zukunft möglicherweise etwas ändern wird, wird sich zeigen.
Lalelu


Aber das ist doch auch gar nicht notwendig - denn was besagt
"hochintelligent" im Alltagsleben, ich denke mal nicht viel, in der Regel geht es doch darum, daß ein Mensch die Ressourcen, mit denen die Natur ihn ausgestattet hat, entweder voll ausnutzen zu können oder, wenn da ein Mangel besteht, durch besondere und intensivere Pflege man diesen Mangel auf ein Minimum reduzieren kann!
Im Kopf habe ich gerade die Bilder von den dahinvegetierenden geistig behinderten Kindern damals in Rumänien, die wirklich nur mit der allernötigsten Pflege in Form von nicht verhungern oder verdursten lassen bedient wurden und ansonsten in ihren Betten sich selbst überlassen waren, und als man sie einige Jahre später, nach einer Zeit intensiverer Pflege und Förderung wieder sehen konnte, sie für ihre Verhältnisse enorme Fortschritte hinter sich gebracht hatten, sie konnten sitzen, laufen, sich an Gruppenbetätigungen beteiligen und mit ihrer Umwelt kommunizieren!
Auch wenn die Gene nicht die Besten sind, man kann sie, durch besondere Pflege und Förderung, wie sagt man heute so schön - aufpimpen - bis zu einem gewissen Grad jedenfalls!

Edita
lalelu
lalelu
Mitglied

Re: nettes Beispiel zur Erbe - Umwelt Problematik
geschrieben von lalelu
als Antwort auf Edita vom 25.07.2016, 10:14:23
Auch wenn die Gene nicht die Besten sind, man kann sie, durch besondere Pflege und Förderung, wie sagt man heute so schön - aufpimpen - bis zu einem gewissen Grad jedenfalls!

Edita


Edita, genau DAS ist mein Credo, das fordere ich ständig, und und das habe ich im Verlauf dieses Strangs immer wieder gesagt.

Lalelu
schorsch
schorsch
Mitglied

Re: Häufige Fragen zur Genetik
geschrieben von schorsch
Könnte man z.B. aus einem Idioten mittels Genmanipulation ein Genie machen, dann müsste es folgerichtig doch auch möglich sein, aus einem Genie ein Super-Genie zu machen. Aber dann wäre der Unterschied zwischen den Beiden ja wieder etwa gleich gross?!

Und: Falls es möglich würde, aus allen Menschen Super-Genies zu machen, wer stellt sich dann am Ende noch zur Verfügung, jene Arbeiten zu verrichten, die heute von (Entschuldigung) Idioten verrichtet werden? Schliesslich müssten diese doch zumindest die intelligenten Roboter erschaffen, die nötig wären um........

.....nein, ich will das Thema nicht weiterspinnen! )(

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