Forum Blog-Kommentare dadsdiary #075 - Jeder, der ich einmal war...

Blog-Kommentare dadsdiary #075 - Jeder, der ich einmal war...

david
david
Mitglied

Die Winterpause ist vorbei
geschrieben von david
dadsdiary meldet sich mit einer kniffligen Frage zurück...

bf
karl
karl
Administrator

Das ist in der Tat knifflig
geschrieben von karl
Wahrscheinlich gibt es im Leben eines jeden Episoden, die er gerne ungeschehen machen möchte. Ob man deshalb damals ein anderer war als heute zweifle ich jedoch an. Man war nur anders als man sein möchte und ist eben facettenreicher als man sich selber zugesteht.

Karl
Traute
Traute
Mitglied

An Buchfreund,
geschrieben von Traute
Das spricht mich an, das Thema hatte ich im Freundeskreis zur Diskussion gebracht.
Ich habe im Gegensatz zu "Früher" nur noch wenige Bücher erworben. Aber der David Precht hatte mich neugierig gemacht. Ein Philosoph, der jungen Generation, mit Überblick in die Ökonomie unserer Zeit.
Zwei Bände habe ich vorerst erworben. Eines,"Wer bin ich und wenn ja, wie viele?" und, "von der Kunst kein Egoist zu sein."
Es kommt mir sehr nahe was er schreibt und wie er zu seinen Schlussfolgerungen kommt.
Ja wie ist es nun, würde ich mir selbst, im Rückblick, zu meinen wegweisenden Entscheidungen, das "gut gemacht", erteilen?
Im großen und ganzen ja. Nur, kann ich mit den heutigen Erfahrungen und den heutigen Kenntnissen, erkennen, wo ich mich selbst in Sackgassen manöverierte. Es ist wie mit der Geschichte, wenn man deren Verlauf betrachtet, ist es ganz leicht zu sehen wo der erste Schritt in die Verstrickung begann.
Der Krieg beginnt ja nicht mit dem ersten Schuss. Er beginnt da, wo aktiv an der Umverteilung gearbeitet wird.
So war es auch mit dem Leben.Im Rückblick, könnte ich sagen, dem Grunde nach richtig, moralisch betrachtet. Aber wenn ich, am Wegweiser angekommen, den anderen Weg genommen hätte, wäre vieles anders geworden.
Die Phasen, wo ich um des Überlebenswillen, mir das "Tägliche Brot", auf nicht redliche Weise von denen holte, die es hatten,müssen die Verantworten, die uns Kinder in dem Alter ohne Obdach und Ernährung, im Freien, den Naturgewalten überließen und das etwa zwei Jahre.Da kam ich mir damals unmoralischer vor als jetzt, wo ich durchschaue, wer das verantworten musste und wer das alles sehenden Auges zuließ, das zig tausende Kinder Unbeschützt im kalten Nachkriegs- Ostpreußen vor aller Augen verhungerten.
Ich würde mir selber über den Weg trauen und bin dankbar, das die Natur mich so ausgestattet hatte, um das zu überleben und mich nun, auch nicht noch schuldig zu fühlen.
Je mehr man weiß, je weitsichtiger wird man,im Vorausschauen und im Rückblick, sagt Traute
und Dankt für das Nachdenkthema, mit freundlichen Grüßen.
david
david
Mitglied

Danke Traute,
geschrieben von david
auch ich bin noch immer am Grübeln...

bf

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