Forum Blog-Kommentare EIN faules Ei.............

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Syrdal
Syrdal
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Jui
geschrieben von Syrdal
war das eine knuddelige Arbeit mit den kleinen Lebensmittelmarken, die nach Ladenschluss "sortenrein" dicht an dicht auf die Zeitung geklebt werden mussten. In der großen Wohnküche der alten Metzgerei mischten sich allabentlich Leimgeruch mit beißenden "Dämpfen" des in die Wand eingebauten Räucherwerkes, in dem an schwarzen Stangen lange und auch ringförmige fette Würste friedlich nebeneinander hingen, umwallt von dickem schwarzgrauem Rauch, der dem Buchenschrot im aufleuchtenden Glutkasten unter den Würsten entstieg. Es war die Zeit, in der bei kargem Licht viele Geschichten aus dem Alltag, über Nachbarn, Kunden und Ortsgauner sowie über Gott und die Welt erzählt wurden.
So hat manch einer unserer Nachkriegsgeneration seine ureigensten Kindheitserfahrungen gemacht, ähnlich dem, wie es finchen so plastisch aus ihrem Erleben beschrieben hat. - Eine wahre, sehr gut nachvollziehbare Geschichte, die ich mit heiterem Vergnügen gelesen habe.
Danke, finchen

Basta
Basta
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hallo finchen
geschrieben von Basta
da kann ich nicht mithalten, markenkleben kenne ich nicht.
wohnte in ein ziemlich kaputtgebomtes haus in "HH" und dank
meiner dänischen mutter kamen "fettpakete" aus dänemark.
"swarzmarkthandel" usw.
leiben gruss
helmut
finchen
finchen
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Ja lieber Syrdal..........
geschrieben von finchen
... auch wenn man heute die Köpfe schüttelt, man arrangierte sich, damals in der DDR.
Erfindungsreichtum und handwerkliches Geschick hatte oberste Priorität..............
Das geht nicht - gab's nicht! ...es wurde nur über eine Lösung nachgedacht!
Nicht von der "löblichen" Partei, nein, als noch selbstständiger Handwerksmeister.
Mein Stiefvater, der Bäckermeister, vertraute mir bedingungslos. Ich konnte schweigen und manche kleine "Kungelei" unter der Hand sehr geschickt erledigen.
Ich schrieb mal eine Geschichte: wie die Hefe zum Bäcker kam - oder so ähnlich. Auch über ein Fahrrad voll Klopapier.
Heute muß ich sagen, diese Zeit hat mich sehr stark gemacht!
Ich bin mit diesem System aufgewachsen, kannte manche Tricks
und erlebte eine tolle Kinderzeit.
Als ich 1953 in den Westen kam..............oweiha, hier war alles schon geordnet, nichts mehr gab es zu umgehen oder auszutricksen.
Ich war ganz betrübt und bekam Heimweh ohne einen Grund dafür angeben zu können. Ich wollte einfach wieder nach Hause...........
Mir fehlte mein eigenes "Reich", die Bäckerei, mein schönes Zimmer, der Laden, die Hefe und überhaupt alles mitsamt den Hühnern und meinem Blumengarten.
1958 sah ich eine Chance - doch zu früh gelacht - in der DDR war ich volljährig, doch in der BRD erst mit 21.
Ich glaube heute noch, daß ich dort geblieben wäre.
Was soll's - das Schicksal hatte anderes mit mir vor.
Ich mußte wieder zurück, die Besuchserlaubnis war abgelaufen.
Lieber Syrdal, jetzt geht mir erst mal die Puste aus - doch diese Geschichte ist noch nicht zu Ende......
Sei lieb gegrüßt und danke für Deine Kommentare, ich freue mich immer, wenn Du schreibst -vorallem das WIE.
Liebe Grüße
Dein Moni-Finchen
finchen
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Lieber Helmut...........
geschrieben von finchen
sei froh, daß Du das nicht kennenlernen mußtest. Keinen Kleister in den Haaren und nießen war auch verboten.....
Das war eben DDR, in der man mittels Lebensmittelmarken und eingeschränktem Konsum dem sogenannten Staat auf die Füße half. Durch den eingeschränkten Verzehr der Produkte förderte man den Staatshaushalt. Ganz klar heißt das: das Volk hungert den "Staat" gesund.
Lies mal in Büchern nach.....40 Jahre DDR, z.B.
Es ist einfach eine einmalige Geschichte eines zweigeteilten Volkes. Traurig aber wahr!
Sei ganz lieb gegrüßt
Dein Moni-Finchen

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