Forum Blog-Kommentare Für Martha

Blog-Kommentare Für Martha

nnamttor44
nnamttor44
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Liebe Tilli!
geschrieben von nnamttor44
Auch mich hat die Geschichte mit dem Taxifahrer und seiner alten Damen auf ihrer letzten Fahrt sehr berührt. Ich habe in der Stadt meines Elternhauses dort noch meine gerade 90 gewordene Stiefmutter leben, die herzlich und fürsorglich von ihrem eigenen Sohn und seiner Frau sowie den Kindern betreut wird. Sie freut sich immer sehr, wenn ich mich melde oder sie besuche, denn sie ist immer noch sehr gut "im Oberstübchen" beisammen und weiß genau, dass sie einen Urenkel in Verden hat. Auch die jüngste Schwester meiner leiblichen (früh verstorbenen) Mutter wird im Sommer 90 und genießt ihre Lieben ebenso fürsorglich. Auch wenn sie nicht mehr gut sehen und hören kann, ist ihr Verstand doch noch richtig gut! Vergesslichkeit gibt es bei beiden alten Damen kaum.

Um so weniger kann ich das Verhalten heutiger junger Leute manchmal verstehen. Mir begegnete vorhin beim Einkauf ein junger Mann, der zwei Etagen über mir wohnt. So deutlich, wie er wegschaute, wollte er nicht grüßen, obwohl das nur eine Höflichkeitsgeste wäre. Es ist mir bisher nur einmal gelungen, ihn zu grüßen, als er so gar nicht ausweichen konnte. Ich bin froh, solche Menschen nie in meinem eigenen Haus wohnen gehabt zu haben.

Das sind so die kleinen Alltäglichkeiten, die unbedacht manchen das Leben überflüssigerweise schwer machen.

Lieben Gruß sendet Uschi
Mitglied_8586d17
Mitglied_8586d17
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Liebe Tilli,
geschrieben von ehemaliges Mitglied
ja mit Würde alt werden - geachtet werden - bis ins hohe Alter gesund sein - zumindest relativ - das wünschen wir uns alle. Was du zur Jugend schreibst - junge Leute achten das Alter leider nicht mehr so sehr - ich denke, ein bisschen dürfte auch unsere Erziehung daran schuld sein - ist sehr bedenklich. Aber auch ältere achten die Mitmenschen nicht - man muss nur auf dem Bürgersteig lang gehen, Menschen laufen nebeneinander her und achten nicht auf die Entgegenkommenden. Warum das so ist? Ich weiß es nicht. Ich denke mir, warum soll ich mich ärgern? Ich mache dann Platz und denke mir meins.

Die Geschichte hast du schön geschrieben - wie immer mit viel Herz.

Ich grüße dich und Bruno herzlich
Alles Gute
traumvergessen
nnamttor44
nnamttor44
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Diese Oberflächlichkeit
geschrieben von nnamttor44
Entgegenkommender fällt mir schon lange unangenehm auf! Ganz egal, ob es mit dem Rad oder zu Fuß ist! Da ist ein gut breiter Fuß- oder Radweg, Du kommst mit einem Partner einer Vierergruppe (durchaus auch gleichaltrige Leute!!) entgegen und die benutzen die volle Breite ihres Weges, ohne auch nur ein wenig zusammenzurücken oder paarweise hintereinander zu gehen, zu fahren! Verstehe ich bis heute nicht ...

LG Uschi

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Syrdal
Syrdal
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Unsere Zeit...
geschrieben von Syrdal
Liebe tilli, diese Gedanken, die Du so einfühlsam beschrieben hast, haben mich sehr bewegt... Auch ich habe, wie so viele in unseren Jahren, nahezu ohnmächtig den Verfall unserer ethischen Werte, so auch die Achtung vor dem Menschen und vor dem Alter, beobachtet und auch physisch erlebt. Besonders deutlich wurde das in der Großstadt...
Eine Zeitlang lebte ich in einem riesigen Hochhaus in Berlin-Mitte mit 5 Eingängen in der 9. Etage. Dort oben gab es lange Flure, auf dem man kaum jemanden begegnete. Meinen Nachbarn direkt gegenüber meiner Wohnung kannte ich selbst nach 4 – 5 Monaten noch nicht, man war eben anonym. Im Fahrstuhl schwieg man, niemand sah den anderen an und man verschwand wortlos, sobald die gewünschte Etage erreicht war... spurlos, grußlos,anonym – wie ein Wesen von einem anderen Stern... Was nur ist geschehen mit den Menschen?
Und dennoch: Wegen dieser tötenden Anonymität habe ich die Großstadt verlassen und lebe heute in einer klitzekleinen mitteldeutschen Stadt, sehr naturnah und ruhig im Grünen. Das Wichtigste aber ist: Hier gibt es noch Gemeinschaft, Kinder und Jugendliche grüßen auf der Straße, beim Einkauf an der Kasse drängelt niemand und man nimmt sich Zeit, mit den am Kassenband Wartenden und mit der Kassiererin ein nettes Wort zu wechseln. Auch die Nachbarn sind stets zu einem kleinen Plausch aufgelegt... kurz gesagt: Hier gibt es noch das, was man als „Leben in der homogenen Gemeinschaft“ bezeichnen darf bis hin zur gegenseitigen Hilfe.
Als ich vor zwei Jahren durch ein plötzliches Ereignis ins Krankenhaus kam, schickte mir mein Nachbar, mit dem ich bislang zwar freundlichen, aber keinen sehr intensiven Kontakt hatte, ein interessantes Buch mit einer schönen Karte und handschriftlichen Genesungswünschen zu. – Wo gibt es so etwas heute noch?
Ich will damit aber sagen: Es ist noch nicht alles verloren... Noch gibt es in unserem Land Orte, in denen sich die uns von den Altvorderen übermittelten Werte noch immer erhalten haben. Das macht Mut und Zuversicht...
An jedem Morgen bin ich der „Allmacht über uns“ dankbar, in einen neuen Tag gerufen zu werden und ihn erleben zu dürfen. Und an jedem Abend gehört meine Dankbarkeit dem endenden Tag mit all seinen Begegnungen, Erkenntnissen und Erlebnissen. Denn nichts, gar nichts, ist selbstverständlich... alles ist ein Geschenk, so auch Deine Gedanken, liebe tilli, in die Du uns mit Deiner Erzählung mit hinein nimmst.
Danke sagt mit lieben Grüßen
Syrdal
omasigi
omasigi
Mitglied

Deine Gedanken
geschrieben von omasigi
Liebe Tilli,
haben auch mich in ähnlicher Form schon stark beschäftigt.
Die teilweise Rücksichtslosigkeit fällt einem insbesondre auf, wenn man lange weg von Deutschland war.
Es ist wirklich ein Seltenheit, wenn Kinder ihre alten Eltern versorgen und pflegen. Doch wenn ich die bezahlbaren Wohnungseinheiten betrachte, so ist gar kein Raum vorhanden einen pflegebedürftigen Angehörigen auf zu nehmen.
Dein Freundin konnte auf ein erfülltes Leben mit Dankbarkeit zurück blicken. Das wünsche ich Allen hier.

Die bürgerkriegsähnliche Bilder schrecken mich ebenso ab wie Dich.
Die Ideale Welt gibt es einfach nicht. Wir müssen einfach bemüht sein unser Umfeld so gestalten, das wir uns wohlfühlen. Ein lächeln kann dabei sehr hilfreich sein und Wunder bewirken bei einem jungen Gegenüber.
In Ländern wo der Staat nicht alle Lebensbereiche bestimmt sind die Familien jung wie alt auf einander angewiesen.
Es gäbe zu diesem Thema noch viel zu schreiben.
Dir liebe Tilli sage ich danke für diesen Gedankenanstoss.

LG Sigrid
tilli
tilli
Mitglied

Danke nnamtor, traumvergessen, Syrdal, omasigi
geschrieben von tilli
Liebe Uschi
Das was du schreibst ist so wahr. Man könnte noch viele
Beispiele nennen die uns aufregen.

Traumvergessen
Es ist so,dass die Erziehung der Eltern sehr wichtig ist,
ein altes Sprichwort sagt " Zeig mir dein Kind da weiß ich wer du bist".
Jeder muss sein Leben so gestallten, dass er mit seinen Gewissen im Reinen ist.

Syrdal

Deine Worte ,dein Kommentar sind für mich Bestätigung dessen, was auch viele andere so denken wie ich. Ich wohnte auch in einer großen Stadt und solche Momente im Lift, der Treppe, Flur kenne ich sehr gut. Menschen wie Automaten, anonym.
Aber es sind auch viele Menschen die lächeln, egal ob man sich kennt oder nicht. Darum lieber Syrdal lohnt sich noch zu leben, denn wir finden immer jemand der uns versteht.
Das zählt.

Omasigi

Dieses Thema liebe Sigrid ist wie eine Lawine und man kann viel nachdenken. Warum, warum, warum so ist wie es ist.

Du lebst noch in einer anderen Welt. Deine Blogs
haben uns die Menschen deiner Neuen Heimat so vorgestellt, dass man sie so gut erlebt hat, als würden sie bei uns sein. Hilfsbereit, herzlich, nicht verwöhnt von dem Wohlstand, einfach gut. Aber ich glaube , dass wir überall auf der Erde noch gute Beispiele finden können,. die uns die Hoffnung geben, Leben ist doch was Schönes.

Ich bedanke mich für Euren Anteil zu diesen Thema. Das tut so gut zu wissen, dass es Euch gibt.

Viele Grüße Tilli

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Gritt
Gritt
Mitglied

Vielen Dank Tilli
geschrieben von Gritt
Eine Geschichte die mich
sehr berührt hat Tilli, sie hat
mich zu Tränen gerührt !

Dass heute Die Jungen ihre Eltern nicht mehr pflegen können , ist mir klar !
Es gibt immer mehr Menschen , jeder lebt für sich ,
jeder will immer mehr , in unserer Wohlstandsgesellschaft
hat so etwas keinen Platz mehr !

Ich kenne viele tolle Jugendliche die Anstand haben
und sehr behilflich sind !

Die heutige Jugend ist von ihrem Wesen her NICHT respektloser als früher. Sie spiegelt lediglich das Wesen der heutigen Zeit, die geprägt ist von seelischer Kälte, Eltern-Desinteresse, Arbeitslosigkeit, starken Medieneinflüssen und Raubtierkapitalismus. Die jungen Leute müssen sich wehren, sie tun es mit ihren Mitteln

Respekt lässt sich nicht so einfach "vererben". Und wer keine Werte vermittelt, muss sich nicht fragen, wo sie geblieben sind. Erziehung ist mehr, als nur auf Lehrer zu schimpfen und Kinder vor den Fernsehgeräten und PCs zu "parken". Man muss sich mit ihnen beschäftigen, eigene Zeit in die Entwicklung einbringen, Gemeinsamkeiten und Zielvorstellungen entwickeln und vieles mehr. Genau das aber passiert in vielen Familien heute nicht mehr. Und den Schaden daraus haben wir alle. Derartige Fehlentwicklungen lassen sich nicht durch Crashkurse beheben sondern, wenn überhaupt, nur sehr langsam.

Ich bin froh, dass wir noch in einem kleiner Ort wohnen ,
wo doch noch Hallo gesagt wird ,wo es noch menschlich zugeht und wo noch laut gelacht werden darf

Ganz herzlich grüsst dich
Margrit
tilli
tilli
Mitglied

Vielen Dank Gritt
geschrieben von tilli
Ja, viele Menschen glauben, das die Lehrer zuständig sind für die Erziehung, das können sie gar nicht, denn das wichtigste ist im Leben die gute Kinderstube, die man von Zuhause hat.

Aber du hast vollkommen Recht, es sind sehr viele Jugendliche die uns begeistern mit ihren Benehmen, Leistungen in jeder Hinsicht.

Gedanken, begleiten uns. wir sehen es mit anderen Augen.
Bin bald 80 so langsam verliert man die Menschen die man in Herzen immer tragen wird und auch Freunde. Dann kommen Gedanken über alles.

Viele Grüße mit tiefer Dankbarkeit für dein Kommentar

Tilli
floravonbistram
floravonbistram
Mitglied

Liebe Tilli, Du bringst es wieder voll auf den Punkt.
geschrieben von floravonbistram
Das Vorleben der Erwachsenen fehlt heute vielfach. Von wem schauen sich schon die kleinsten Kinder alles ab, natürlich von den Eltern.
Doch Fernsehen, PC sind oftmals wichtiger, als KInder und so lernen es diese nicht anders, als so, wie es ihnen vorgelebt wird.
Kein Wunder, dass sich diese Nichtachtung des Lebenden überall bemerkbar macht.

Doch noch gibt es auch die Familien, die auf Zusammenhalt, Respekt vor dem Anderen bauen und so erlebe ich im Kreise meiner Kinder, Enkel, Nichten, Neffen, deren Kindern und Freunden doch immer wieder den zwar lockeren, unverkrampften, aber auch respektvollen Umgang miteinander und auch mit Alten und Behinderten. In meiner Sippe arbeiten meine Tochter und 2 Nichten in Behinderteneinrichtungen, eine Nichte als Altentherapeutin, eine als Ärztin.

Herzlich grüßt Dich Deine Flo
tilli
tilli
Mitglied

Danke Flora
geschrieben von tilli
du bist wieder da im ST und das ist auch sehr wichtig.
Jeder der Kommentare schreibt, weiß wie schön es ist sich mit anderen Menschen zu unterhalten und seine Empfindungen zu teilen.
Es sind so viele Menschen, die Gutes tun für ältere oder Einsame Menschen.
Das zählt doch auch, darum freue ich mich über die Jugend, die mit ihren Leistungen ein Beispiel für die ANDEREN sein werden.

Danke und grüße Tilli

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