Forum Blog-Kommentare "Gönn` Dir einen Moment der Ruhe ..."

Blog-Kommentare "Gönn` Dir einen Moment der Ruhe ..."

steve
steve
Mitglied

Liebe Alwite
geschrieben von steve
Ephraim Kishon antwortete einmal auf die Frage eines Journalisten „was der Vorteil des Alters sei“ aus Sicht des seinerzeit 85 jährigen Schriftstellers kurz und bündig:

„ich sehe nur einen Vorteil, dass man jung nicht mehr sterben kann!“

PS: aber ganz vertraulich: wir können uns ja mal austauschen, wer von uns älter ist

Steve
Liebe Ela, lieber steve,
geschrieben von ehemaliges Mitglied
statt Monologen, endlich einmal ein Dialog!
wie könnte sonst eine Verständigung entstehen, wenn der andere keine Möglickeit findet,
sich zu erklären. Meist hat man etwas schönes, nützliches für sich selbst entdeckt und möchte es zum Nutzen den anderen mitteilen. Von dir lieber steve, kamen deine Antworten bei an : "Alles was du kannst das kann ich viel besser"! (leicht und fröhlich) Z.B. sang ich einen ganzen Tag lang: I am seeling...bis ich (ein reiner Kopfmensch) einen zweiten Blick riskierte und merkte, daß die von dir ausgewählte Musik zu den Texten, unbewußt etwas in mir angerührt hatte und siehe auch deine Texte kamen jetzt anders bei mir an.

Frei nach Busch:

Mein Kind, es sind allhier die Dinge,
gleichviel, ob große, ob geringe,
im wesenlichen so verpackt,
daß man sie nicht wie Nüsse knackt.

Wie solltest du dich überwinden,
kurzweg die Menschen zu ergründen?
Du kennst sie nur von außenwärts.
Du siehst die Weste, nicht das Herz.

Paßt auf mich!
Jetzt erst fällt mir auf, daß du mit deinen Einträgen, drei Sinne gleichzeitig ansprichst, die Sinne erfaßten es sofort, mein Kopf realisiert es erst im Nachhinein.

Ja, ja ... würde Wilhelm auch dazu sagen.

einen schönen Abend
wünscht Alwite
steve
steve
Mitglied

Liebe Alwite ...
geschrieben von steve
damit Du nicht glaubst ich wäre von allem Weltlichen ab. Ich halt`s mit Hermann Hesse,dem manche so ein Gedicht ja auch nicht zugetraut hätten!

Der Mann von fünfzig Jahren (oder +)

Von der Wiege bis zur Bahre
sind es fünfzig Jahre,
dann beginnt der Tod.
Man verrottet, man versauert,
man verwahrlost, man verbauert
und zum Teufel gehn die Haare.
Auch die Zähne gehen flöten,
und statt daß wir mit Entzücken
junge Mädchen an uns drücken,
lesen wir ein Buch von Goethen.

Aber einmal noch vor´m Ende
will ich so ein Kind mir fangen,
Augen hell und Locken kraus,
nehm´s behutsam in die Hände,
küsse Mund und Brust und Wangen,
zieh im Rock und Höslein aus.
Nachher dann in Gottes Namen
soll der Tod mich holen. Amen.


In diesem Sinne

Steve

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Lieber steve,
geschrieben von ehemaliges Mitglied
daß dir Hermann Hesse liegt, habe ich längst gemerkt.
Daher wohl auch dein Bekenntnis zur Herbstmelancholie.
Sein Leben, seine Gedichte kenne ich fast alle, auch dieses.
Hesse kam ich über Jung in der Psychologie sehr nahe.

L.G. Alwite
Ela48
Ela48
Mitglied

Liebe Alwite und Steve
geschrieben von Ela48
Aha Hermann Hesse..*lächel
Steve, aber du hättest ihm sicherlich so ein Gedicht zugetraut?
Ein besonderes, wenigstens für mich, Foto..
Aufgepaßt..!

Hoffnung(Ela48)


steve
steve
Mitglied

Ela ein sehr schönes Gedicht von Hesse ...
geschrieben von steve
Ich machs heute abend etwas bodenständiger von Hesse:

LG
Steve

Abends gehen die Liebespaare
langsam durch das Feld,
Frauen lösen ihre Haare,
Händler zählen Geld,
Bürger lesen bang das Neuste
in dem Abendblatt.

Kinder ballen kleine Fäuste,
schlafen tief und satt.
Jeder tut das einzig Wahre,
folgt erhabner Pflicht,
Säugling, Bürger, Liebespaare –
und ich selber nicht?

Doch! Auch meiner Abendtaten,
deren Sklav` ich bin,
kann der Weltgeist nicht entraten,
sie auch haben Sinn.

Und so geh ich auf und nieder,
tanze innerlich,
summe dumme Gassenlieder,
lobe Gott und mich,
trinke Wein und phantasiere,
dass ich Pascha wär,
fühle Sorgen an der Niere,
lächle, trinke mehr,
sage ja zu meinem Herzen,
(Morgens geht es nicht)
spinne aus vergangenen Schmerzen
spielend ein Gedicht,
sehe Mond und Sterne kreisen,
ahne ihren Sinn, fühle mich mit ihnen reisen
einerlei wohin.


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Liebe Ela, lieber steve,
geschrieben von ehemaliges Mitglied
es ist erstaunlich wie viele feinsinnge Menschen, Hermann Hesse mitten ins Herz trifft.
Obwohl Zeitgenosse, ist er angenommen und verstanden. Vieleicht gerade deswegen?
Ist es nicht wunderbar, daß Menschen mitten unter uns leben,
die im Stande sind, Empfindungen zu formulieren und so über Worte,
Verbundenheit und Verständnis unter anderen Menschen erzeugen?

L.G. Alwite



steve
steve
Mitglied

Ja unser Hermann Hesse ....
geschrieben von steve
den ich ebenso gerne lese wie R.M. Rilke. Beide haben nicht nur eine wunderbare Sprache, sondern drücken damit Empfindungen, Gefühle vieler Menschen aus, die sie selbst so nicht zum Ausdruck bringen können.

Steve

„Es ist nicht unsere Aufgabe,
einander näherzukommen,
so wenig wie Sonne und Mond
zueinanderkommen oder Meer und Land.
Unser Ziel ist, einander zu erkennen
und einer im anderen das zu sehen
und ehren zu wollen, was er ist:
des anderen Gegenstück und Ergänzung“


(Hermann Hesse; aus: Narziß und Goldmund)
Narziß und Goldmund,
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als ich das Büchlein zu ersten Mal las, empfand ich gleichgeschlechtlicher Liebe rätselhaft. Noch um etwa 1950 glaubten Psychater teils, dies Phänomen heilen zu können. Las hier vor einiger Zeit in einem Kommentar:"Der Mensch ist wandelbar"
und dachte dabei:"Warum ich nicht?" Dumme Frage, bin es, was Ansichten und Einsichten angeht, doch!

L.G. Alwite




Ela48
Ela48
Mitglied

Sorry,
geschrieben von Ela48
habe vergessen dazu zu setzen: Das Foto, ist das original Arbeitszimmer von Hesse.
ER war auch ein wunderbarer Maler..
Ela

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