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ladybird
ladybird
Mitglied

der "SCHREI"....
geschrieben von ladybird
ist ja so passend, ich möchte glatt mit schreien...
ich fahre jetzt häufig mit öffentlichen Verkehrsmitteln und
muß stehen, weil manche Leute ihre Taschen auf den Sitzen parken oder sowieso nicht aufstehen. Zu sagen traue ich mich nicht, bei dieser Gewaltwilligkeit heute.
"Das schöne Händchen", lieber Syrdal gibt es auch nicht mehr....
Du hast wirklich so viele Beispiele gefunden, mir fallen im Moment keine dazu ein...ja, es geht leider alles dem Bach runter ..
Dein Gedicht ist lesenswert gibt enorme Denk-Anstösse,
mit einem "KNICKS" (habe im Duden nachgesehen)grüßt
ladybird
Tulpenbluete13
Tulpenbluete13
Mitglied

Deine Aufstellung
geschrieben von Tulpenbluete13
lieber Syrdal- könnte man - wie auch schon von "Ladybird"
angedeuted beliebig ergänzen: Mir fällt dabei z.B. das "Stuhlzurechtrücken" beim Hinsetzen der Dame (von mir aus auch "Frau"- denn Damen scheint es auch nicht mehr geben zu dürfen) -oder das "In-den-Mantel-helfen" ein...Fortsetzung folgt.
Du hast leider "sehr" recht- aber wann und wodurch ist dies alles "abhanden" gekommen? (wir haben es doch noch gepflegt und weiter gegegeben?!)) fragt sich- nachendenklich
Angelika
werderanerin
werderanerin
Mitglied

Verloren gegangen...
geschrieben von werderanerin
aber warum nur..., schließlich sind wie doch die Generation, die mit dafür "gesorgt" hat, dass Vieles entweder garnicht erst als "bedeutsam und wertvoll" an unsere Kinder übergeben wurde...oder man hat schlichtweg diese Erziehung nicht genossen..., da müssen wir uns alle wohl selbst an die berühmte Nase fassen...

Ich finde eine herzliches "Hallo oder auch ein freundliches Tschüß" nichts Schlimmes, ich mach das auch so..., denn man war zumindest nicht unhöflich...wie ist doch egal.

Ich habe ja nun genügend Enkel und weiß, wovon ich schreibe und da muss ich mal für viele "wohlerzogene Kids" eine Presche schlagen..., sehr wohl sagt man heute noch "Bitte oder Danke", es ist alles eine Frage der Erziehung !

Die Schnelllebigkeit ist wohl kaum noch aufzuhalten aber auch wir sind immernoch dabei und können manches als
Oma & Opa beeinflussen.

Wenn in einem Bus/Bahn/U-Bahn ein Platz mit Taschen belegt wird und Plätze ziemlich rar sind, frage ich schon mal höflich und es ist mir noch nie passiert, dass die Tasche stehen blieb, liebe Renate...

Kristine

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Syrdal
Syrdal
Mitglied

ladybird, Angelika, Kristine...
geschrieben von Syrdal
...danke für die Einlassung auf dieses Gedicht, respektive auf das sensible und kontrvers diskutierte Thema des sichtbaren Werteverfalls. Freilich ist es wie mit allem, dass man die Dinge nicht verallgemeinern sollte (was aber in einem kurzen Gedicht kaum machbar ist). Und gottlob gibt es immer noch Kinder und Jugendliche, die wohlerzogen sind. Zumindest kann ich das hier im etwas ländlichen Bereich feststellen. In der anonymen Großstadt liegen die Dinge etwas anders... leider!

Aber Kristine, wenn man in der Bahn erst aufmerksam machen muss, dass da eine Tasche auf dem Sitz abgestellt ist und dafür die Leute stehen müssen, ist doch längst etwas kaputt, oder? Und das leicht hingeworfene "Hi" oder "Hallo" ist - nimm es mir bitte nicht übel - eben auch ein Ausdruck von wenig achtender Oberflächlichkeit, auch wenn sich das allenthalben sehr verbreitet hat. Ja, ich weiß, dass es in Hamburg z.B. so Usus ist, das ist aber dort als regionale Besonderheit einzustufen, ähnlich dem dort üblichen "Moin, moin".
Und wie ladybird und Angelik schon sagen, könnte man die angeführten (wenigen) Beispiele noch deutlich erweitern. Wer weiß denn noch, wie man als Pärchen ein Restaurant betritt oder gemeinsam eine Treppe hochgeht, wer hält noch den Stuhl der Dame (huch, "Dame" kennt man ja schon gar nicht mehr!), wer weiß denn, wie man seine Freundin den Eltern vorstellt und wer beim ersten Besuch des neuen Freundes bei den Eltern des Mädchens den Blumenstrauß bekommt... und mit welchen Worten. - Wer kennt sich denn noch aus, wenn zu einem Festmahl an jedem Platz 2 Teller stehen und wo der kleine steht, wesdhalb da drei unterschiedliche Bestecke liegen und je vier Gläser aufgestellt sind... und wann man sich setzen darf, wann wer über was und wie laut spricht... Wer weiß, wann in einem Konzert Beifall gegeben werden darf und wer hilft der Dame noch in den Mantel oder hält die Tür, und wie verhält man sich zu einer Trauerfeier oder schon nur dort, wo ein Trauerzug vorüber kommt. Wer beachtet denn noch, dass es nun mal gesellschaftlich herausgehobene Festlichkeiten gibt (z.B. hohe staatliche Auszeichnungen, Ordensempfang usw.), zu denen der Herr nur im Smoking, die Damen nur im langen Kleid erscheinen kann... Aber viel lapidarer: Wer beachtet, dass man mit der Autohupe eben nicht von der Straße her ruft, statt auszusteigen und die Klingel zu betätigen usw. usw. - Es gibt noch viele "Benimm-Klippen", die bei weitem nicht mehr beachtet werden oder schon völlig vergessen sind.

Wenn dann gefragt wird, woran das liegt, gibt es sicher keine einfache Antwort. Einige wichtige Faktoren sind in der antiautoritären Erziehungsun-"Kultur" der 68er auf Nimmerwiedersehen über Bord gegangen und die damaligen Kinder haben es eben nicht anders gelernt und konnten es somit als Eltern dann auch nicht lehren. Aber auch durch die hohen Anforderungen der Leistungsgesellschaft, die den Eltern heute derart viel abverlangen, dass die Kinder (einfach aus Zeitmangel und Erschöpfung) oft mit sich alleine zurecht kommen müssen und dazu dann noch durch den bei weitem nicht immer guten Einfluss der Medien, dann aber auch durch den jeweiligen Umgang und noch vielem anderem, fällt die erzieherische Vorbildwirkung der Erwachsenen nicht selten recht dürftig aus. Es ist also ein multifaktorielles Problem, das letztlich in seiner Gesamtheit die negativen Veränderungen bewirkt hat, Veränderungen, die in dem Gedicht nur sehr punktuell angeführt sind.

Ich bin sicher, es wird auch wieder Zeiten geben, in denen sich die jungen Leute an die historisch gewachsenen Werte der Altvorderen erinnern, sagt in bester Überzeugung
Syrdal

Werteverfall oder nur Formenveränderung?
geschrieben von kunvivanto
Ich bin im Leben gelegentlich beschissen worden, und die Täter hatten alle "gute Manieren" drauf.
Da ist mir ein hilfsbereiter, ehrlicher Stoffel doch lieber.
Am schlimmsten war meine Schwiegermutter. Die war eine Formen-Fetischistin - und hat mit ihrer Hinterrücks-Hetze meine Ehe zerstört.
Wenn mir also jemand von guten Manieren spricht, werde ich sofort misstrauisch, wie viel Menschlichkeit und Werte denn überhaupt dahinter stecken. Es gibt nach meiner Erfahrung viel zu viele Menschen, die haben nur ihre Manieren, und sonst nichts.
Syrdal
Syrdal
Mitglied

# kunvivanto
geschrieben von Syrdal
Die "Machenschaften" Deiner Schwiegermutter kann ich nicht beurteilen... Aber mit Verlaub, lieber kunvivanto, Hinterrücks-Hetze hat mit höflicher Umgangsform so viel zu tun, wie mein netter Nachbar mit einem Wilddieb in der afrikanischen Savanne... Will sagen, ein jeder sucht sich selbst die Menschen aus, mit denen er sich näher einlässt. Auch eine Schwiegermutter kann man, wenn es denn geboten ist, mit Würde und ohne beleidigend zu werden, auf Abstand halten und sich so ihrem Negativeinfluss entziehen. Man muss halt klare Grenzen schaffen...
Gruß S.


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Ach Syrdal
geschrieben von kunvivanto
Sie haben insofern Recht, dass Sie meine Schwiegermutter nicht beurteilen können. Aber mit dem "auf Abstand halten" ist es "etwas schwierig", wenn die Tochter nicht zu ihrem Mann, sondern zur Mutter hält, und ihren Mann so umprogrammieren will, dass er ihrer Mutter doch gefällt, was aber nie geklappt hätte.
Aber das hat sich erst im Lauf der ersten Ehejahre herauskristallisiert, als schon Kinder da waren, und die wollte ich auf keinen Fall im Stich lassen.

"Hinterrücks-Hetze hat mit höflicher Umgangsform so viel zu tun, wie mein netter Nachbar mit einem Wilddieb in der afrikanischen Savanne"
Das ist fraglich. Die Haltung "offiziell hui, heimlich pfui" ist leider weit verbreitet.
Syrdal
Syrdal
Mitglied

...nochmal an kunvivanto
geschrieben von Syrdal
"Aber das hat sich erst im Lauf der ersten Ehejahre herauskristallisiert..." Da kann ich, verehrter Herr kunvivanto, nur mit Schillers geflügeltem Wort aus dem bekannten "Lied von der Glocke" antworten:
Drum prüfe, wer sich ewig bindet,
Ob sich das Herz zum Herzen findet.
Der Wahn ist kurz, die Reu' ist lang.

Ein jeder weiß, dass man nie einzig und allein die geliebte Person heiratet, immer hängt eine ganze Sippe mit dran und wenn da irgend etwas nicht stimmig ist, sollte man v o r der dokumentierten Ehelichung die Finger schnellstens und konsequent zurückziehen. Das mag sehr schmerzhaft sein, ist aber immer noch weit besser und für alle Beteiligten schonender, als ein jahrelanger Dauerstress...
...meint als ein früher auch schon einmal ziemlich "gebranntes Kind"
Syrdal

floravonbistram
floravonbistram
Mitglied

Wir sind die Generation
geschrieben von floravonbistram
der 68er...ich zumindest. Wir wollten uns bestimmten Ordnungen widersetzen und trugen Minikleider, zum Entsetzen der älteren Generation. Wir tanzten Rock'n Roll, Let Kiss,
Twist...drohend hoben sich die Hände und weissagte den Untergang.
Und doch haben wir uns wieder gefangen und wissen, was sich gehört und wann wir was zu tun und zu lassen haben.
Die junge Generation erprobt nun sich und ich weiß, dass mittlerweile viele von denen, die vor 10 Jahren in Jeans ins Theater gingen, heute bereits in Anzug oder Kombi gehen.
Ich freue mich auf jeden Fall mehr an denen, die in Jeans, aber mit Interesse einer Aufführung folgen, als an denen, die, weil es halt chick ist, gelangweilt ihren neuen Schmuck und 10 Tonnen Parfüm ausführen

Und dennoch muss ich Dir recht geben...vielfach verloddern die Menschen, alles ist in, Frauen werden immer nackiger und nennen einen Bindfaden Kleid. Bitte und Danke höre ich in meiner Umgebung auch von jungen Menschen nach wie vor...
Liebe Grüße Flo
Syrdal
Syrdal
Mitglied

-.-.-.-
geschrieben von Syrdal
Ach ja, es ist schon richtig: Zeiten verändern Menschen und Strukturen - es ist ein ewiges Schwingen und das Pendel schlägt mal in diese, mal in jene Richtung recht heftig aus. Wichtig ist, dass das Lot letztlich wieder in das alles bestimmende, in allem beruhigte Zentrum findet.
Es grüßt
Syrdal


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