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Chatterforum ....wegen meines Berufes

OT
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf Urego vom 10.01.2011, 17:54:21
Urego: ...Von der Firma "Stricker". Vielleicht erinnert sich noch jemand. Es war ein Versandhandel.

Naklar, Compadre, damals waren das DIE Räder -
und die hatten so einen schönen Katalog.
Wochenlang hab ich spekuliert, um endlich von den zusammengestoppelten Vollgummireifen runterzukommen.
Stricker

Aber dann gings ('55) in die Lehre nach Düsseldorf.
Und das waren je 90 km jeden Tag hin & her,
04:05 fuhr der erste gelbe Postbus, Mercedes mit den schweren Türen. Gerammelt voll (wegen Pütt) mit Stehplätzen für die Piefkes. Dreimal umsteigen, Dinslaken, Oberhausen, Duisburg (Dampfrösser); und dann noch 20 Minuten laufen. Regen, Kälte, Sturm? Wattissn dette?

Da war kein Fahrrad 'nötig'; denn auch wochenends wurde gelernt.

Mit den alten Rädern konnte man noch freihändig fahren, da stimmte noch der Vorlauf. Mit den heutigen fliegste sofort auf die Schnauze wennde nur daran denkst.
Na und mit dem Tandem wär der Salto mortale sowieso vorgegeben.
Medea
Medea
Mitglied

Re: ....wegen meines Berufes
geschrieben von Medea
In den großen Ferien bin ich mit Freundinnen auf die großen Felder gegangen, Erbsen pflücken -
ich wollte mir ein Paar besonders schöne Stiefel kaufen, die meine Eltern etwas überflüssig fanden.


Erbsen ging ja noch, aber bei den Bohnen habe ich dann gestreikt.

Meine Mutter meinte scherzhaft, was sie mir an belegten Broten, Obst und Tee mitgegeben hätte, wäre teurer gewesen als mein Gesamtverdienst.

Aber ich habe es geschafft, zum Herbst gehörten mir ein Paar wunderschöne Stiefel.


M.

.... und was ist nun mit Baleares?



Urego
Urego
Mitglied

Re: ....wegen meines Berufes
geschrieben von Urego
als Antwort auf Medea vom 11.01.2011, 08:02:11


@ Medea

Das Erbsenpflücken ging ja noch. Wir waren drei Kinder und bekamen etwas Geld, ich glaube, 50,-Pfg pro Reihe. Das Schlimmste für uns Kinder aber war: Wir bekamen ein sogenanntes Deputat. Das hieß für uns drei Säcke Erbsen. Die wurden dann auf dem Handwagen nach Hause gezogen.

Dann ging es los. Die Erbsen mußten alle ausgepuhlt werden. Ich kann mich noch gut an die Schmerzen in den Daumennägeln erinnern. Während wir Kinder auspuhlten, kochten meine Oma und meine Mutter sie in Gläser ein.

Ja, so war das!

Urego

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schorsch
schorsch
Mitglied

Re: ....wegen meines Berufes
geschrieben von schorsch
als Antwort auf Urego vom 11.01.2011, 10:54:55
Erbsen pflücken ist bestimmt viel weniger mühsam als Ähren auflesen auf den damals sehr kurzstoppeligen Feldern. Aber bis zum Winter hatten wir Kinder eine Fusssohle wie eine Schuhsohle. Schuhe gabs erst im Winter!
Urego
Urego
Mitglied

Re: ....wegen meines Berufes
geschrieben von Urego
als Antwort auf schorsch vom 11.01.2011, 11:13:34


@ Schorsch

Ja, so war das. Ich wollte die Leute nicht langweilen. Neben dem Ährenlesen mußten wir auch noch Rüben verziehen, Bucheckern sammeln Kaninchenfutter holen, beim Dreschen helfen und Brennholz aus dem Wald holen. Aber ich habe letztlich gute Erinnerungen daran. Wir hatten nie Langeweile!

Mit den Schuhen, kann ich mich erinnern, das war ja in unserem Sinn. Ich kann mich auch erinnern, daß wir unsere Mutter immer gequält haben, barfuß laufen zu dürfen.

Urego
dutchweepee
dutchweepee
Mitglied

Re: ....wegen meines Berufes
geschrieben von dutchweepee
als Antwort auf julchentx vom 10.01.2011, 22:46:27
zitat jule: "Ich habe genauso hart arbeiten muessen und absolut nix umsonst bekommen"

hmm - Ist es schlimm, dass ich mich als Nutznießer der deutschen Teilung oute? Ich habe ab dem 16ten Lebensjahr am Wochenende an der Autobahntankstelle Walsleben gejobt. Die liegt an der Transitstrecke Berlin-Hamburg. Was denkt Ihr, wieviel Trinkgeld die heimreisenden Bundesbürger gegeben haben, wenn man freundlich war oder sogar die Fliegen von der Windschutzscheibe gekratzt hat? Manchmal bekam ich 100 Mark oder mehr auf einmal - die Leute haben einfach in die Tasche gefasst und mir alle Scheine gegeben - wo sollten sie denn auch hin mit dem Zwangsumtausch. Es war doch alles so billig in der DDR, dass man das Geld gar nicht ausgeben konnte. Ein Tausender Trinkgeld am Tag war keine Seltenheit. Das haben wir zu dritt geteilt. Der Minol-Stundenlohn war 5 Mark.

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clara
clara
Mitglied

Re: OT
geschrieben von clara
als Antwort auf ehemaliges Mitglied vom 11.01.2011, 00:25:58

Naklar, Compadre, damals waren das DIE Räder -
und die hatten so einen schönen Katalog.
Wochenlang hab ich spekuliert, um endlich von den zusammengestoppelten Vollgummireifen runterzukommen.

Bei mir war es ein "Vaterland"-Rad, in grün. Ich hatte mir (13 war ich damals) die Kataloge verschiedener Firmen schicken lassen und dann das Rad zusammen gestellt. Ein Preislimit war vorgegeben, deshalb konnte ich mir zu meinem Leidwesen keine Gangschaltung leisten. In meiner Erinnerung ist es immer noch einer meiner schönsten Tage, als ich mein Rädchen am Güterbahnhof abholen konnte! Vorher fuhr ich einen alten geschenkten "Bock" (den hatte ich auch grün angestrichen) mit einem so genannten Gesundheitslenker.

Clara
Re: ....wegen meines Berufes
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf Urego vom 11.01.2011, 12:16:12
Urego: ..Neben dem Ährenlesen mußten wir auch noch Rüben verziehen,

Ich hasse Rebhühner.
Die Biester bleiben sitzen bis de aufn Meter ran bist beim Rübenverziehen.
Und dann 'explodieren' die, wie ne Tretmine.
Das gibt sowas von nem Schreck.

Aber sonst bist Du durch die gleiche Schule wie ich. Langeweile (und TV) gabs wirklich nicht.
Fehlt nur noch, daß Du auch Bucheckern gesammelt hast.
Medea
Medea
Mitglied

Re: ....wegen meines Berufes
geschrieben von Medea
als Antwort auf ehemaliges Mitglied vom 11.01.2011, 13:31:07
Die ganze Familie zog los "in die Bucheckern", denn dafür bekam unsere Mutter das benötigte Öl zum Kochen, Braten und Backen.

Ein mühsames Geschäft, aber ich war dabei.
- gg -

Und vergeßt das Kartoffel stoppeln nicht.

M.

Doch die schlimmste aller Sammeleien, daß war die der ekligen Kartoffelkäfer.

dutchweepee
dutchweepee
Mitglied

Re: ....wegen meines Berufes
geschrieben von dutchweepee
als Antwort auf Medea vom 11.01.2011, 13:45:23
@medea

Wo sind eigentlich die ganzen Kartoffelkäfer und Maikäfer hin? Hab schon jahrelang keinen mehr gesehn. Irgendwelche Juchtenkäfer kommen auf die Titelseite, aber Keiner kümmert sich um den Maikäfer!

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