Forum Allgemeine Themen Die Kleine Kneipe Die Kleine Kneipe Nr,. CXLII (Nr. 142)

Die Kleine Kneipe Die Kleine Kneipe Nr,. CXLII (Nr. 142)

Re: Die Kleine Kneipe Nr,. CXLII (Nr. 142)
geschrieben von meli
als Antwort auf omaria vom 10.09.2014, 09:33:48
Mariechen,

einen wunderschönen Pilz hast Du da auf Deinem Blatt!!!

Ich war heute im tiefen Tann und bin erst spät nach Hause gekommen.
Der Hühnersedel wurde gestrichen, denn die Rheinebene lag im Dunst. Dunst muss ich nicht fotografieren, das bekomme ich auch "unscharf" hin...

Statt dessen waren wir dort, wo auch Pilze wachsen..., viele schöne, braune, weiße, gelbe, ja sogar rote mit weißen Punkten...

Wir sind querfeldein durch den Wald gestapft, den einen Berg runter, über einen Bach, der wirklich ein kleines Problem darstellte, das wir aber gut gemeistert haben. Und dann den Berg querfeldein wieder nach oben...
Von Zeit zu Zeit ist es wichtig, die Kondition zu prüfen!!!

Solche Touren sind uns vertraut, wandern wir doch schon Jahre zusammen.
Wir haben mittags mit tollem Panorama gegessen, Hühner und Katze gaben uns eine besondere Vorstellung.

Wir fanden glückliche Kühe und Kälber, die es sich auf riesigem Weidegrund gut gehen ließen, sehr gepflegt und ganz sauber...

Gegen Abend haben wir noch einmal zugeschlagen.
Es war wunderbar in der Abendsonne zu sitzen.

Und ganz zum Schluß kamen noch die kleinen Pferde, die sich ganz zutraulich streicheln ließen, wunderschöne Tiere mit weißen kräftigen Mähnen und dicken Schweifen...

Und jetzt falle ich ins Bett, bin sehr müde, noch warm von der Sonne und durchweht von dem herrlichen Wind, der durch den mittleren Schwarzwald sauste...

Ich denke, ihr schlaft jetzt alle schon, aber morgen ist auch noch ein Tag. Da setze ich dann die Fotos zum Bericht ein.
Jetzt mag ich nimmer...

Gute Nacht!

Meli, gähhhhnt
chris
chris
Mitglied

Re: Die Kleine Kneipe Nr,. CXLII (Nr. 142)
geschrieben von chris
Im September

Schon loht die Rebenlaube
Purpurn am Haus empor,
Und dunkel schaut die Traube
Durchs rote Laub hervor!

Die Immlein sammeln müde
Bei mildem Sonnenschein
Aus der Resedenblüte
Den letzten Honig ein.

Kurz war das Sonnenleben.
Bald wird nun - über Nacht -
Der Todesengel schweben
Und rauben alle Pracht!

Es liegt in diesen Tagen
Ringsum auf Busch und Baum
Wehmütiges Entsagen -
Der Sommer war ein Traum!

Und meine Seele schmerzen
Gefühle, nie gekannt,
Weil auch der Jugend Kerzen
So bald sind abgebrannt!

Karl Friedrich Mezger

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Hallo und guten Morgen Kleine Kneipe!

Der 11.09.2001 wird wohl unvergessen bleiben,
die TV-Berichte haben mir den Atem stocken lassen.
Denken wir an die vielen Menschen, die unschuldig
dort ihr Leben lassen mussten.

Wünsche allen einen schönen Donnerstag!

Chris







chris
chris
Mitglied

Re: Die Kleine Kneipe Nr,. CXLII (Nr. 142)
geschrieben von chris
als Antwort auf chris vom 11.09.2014, 05:57:48



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Re: Die Kleine Kneipe Nr,. CXLII (Nr. 142)
geschrieben von meli
als Antwort auf chris vom 11.09.2014, 05:57:48
Es ist gut, dass Du daran erinnerst.

Und das erinnert mich an das, was ich hier schrieb.

Mal für alle, die es wollen und mögen zum Lesen (klar, wat sollen die auch sonst damit machen!)



Dat Meli un die Erinnerung an den 11. September

Ja, gezz is der Tach wieder da, den dat Meli so wat von inne Erinnerung hat. Un dat wird auch so bleiben, da is nix zu machen.

Dat Meli hat an den Tach ärs mittachs auffs Maloche gehen müssen, dat heißt ausschlafen können. Et erinnert sich genau
daran, dat et sehr gut geschlafen hatte.

Die Sonne schien damals in dat schöne Appartement mit Blick von Bett aus auffen Schwazzwald.
Dat Meli reckte und streckte die alten Knochen, stand auf un ging anne Kaffeemaschine.
Damals kam et immer noch an den alten Fernseher vorbei.

Dat Ding wa wirklich schon alt – dat Meli is nich oft vor die Glotze. Dat liest und schreibt und telefoniert un malt, kocht oder macht lieber wat mitti Finger, so mitten Ton zum Kneten un son Kram.

Aber morgens, ma so in dat Frühstücksfernsehen, da kuckt et gern ma rein. Also hat dat Meli auch damals den Knopp gedrückt.

Un dann hat et dat Meli die Beine unter dem Hintern weggezogen.
Dat sank auf den nächsten Stuhl un dachte, „verdammt, bringen die gezz schon am Morgen sonne blöden Katastrophenfilme?
Wer wa denn in meine Bude un hat den Sender an den Kasten verstellt – dat gipt et doch nich!"
Un da war dat Meli noch son bissken fuchtich!

Un dann drang die Stimme zu dat Meli durch un nach un nach kam die grausame Wahrheit in den Kopp.
Dat is nix mit Film, dat is die reale Welt!

Un dat Meli erinnert sich, wie dat sonne Kälte in den Körper bekam. Langsam kroch die durch die Arme un Beine, als wär dat Blut gefroren. Un dä Kopp war schlachartich leer.

Als dat Meli wieder denken konnte, hat et gedacht: Dat is Krieg, dat gibt Krieg.
Un sofort hat dat Meli Angst um die Jungen gehabt.

Dat Meli hat keine große Angst mehr um sich – dat hat ja schon einige Jahre im Sack.
Aber die Jungen doch nich.

Un dann ging schon dat Telefon – un dat erste von den Jungen hing an den Telefon und wa ganz fertich un weinte so schrecklich – un dat Meli hat dat Kind beruhigt, so gut dat ging.
Da blieb nix anderes übrig, als sich sofort durch dat Bad schleudern, in dat Auto un ab zu den Kinderkes.

Un wat passiert? Die Schwiegertochter kommt inne Wehen, die Fruchtblase macht sich auf – un dann kam doch dä lütte Adrian, ein von den vielen Enkeln von dat Meli an den Tach auffe Welt.

Ja, bis zum Mittach haben dann alle zusammen gehockt, sich im Arm gehabt. Dat Meli hat sackweise Ruhe ausgekippt – obwohl dat allet andere als ruhig war. Aber als Alte musste se ja den Überblick behalten.

Un gezz is dat jedes Jahr sonne Vermischung – da is die Erinnerung un gleichzeitig wird Kindergeburtstag gefeiert.
Da is dat Leben un Sterben so dicht zusammen – aber dat Sterben in sonne Sinnlosigkeit – zur falschen Zeit am falschen Ort un wie die Plattheiten so heißen. Die ändern ja auch nix mehr!
Dat macht aber die Menschen auch nich wieder lebendig!

Die Bilder aussen Fernsehen haben sich in dat Hirn eingegraben – da is nix zu machen un irgendwie is dat auch richtich so.
Dat darf nich vergessen werden, wie so vieles nich. Dat wär ein zweites Mal umsonst sterben.
Wat dat Meli immer wieder spürt, is son heftigen Zorn un oft eine große Trauer, dat die Menschheit nich vernünftig wird.

Dat sin die Gefühle, da kann dat Meli nich viel machen.
Auch wenn dat Meli die Analysen zu den furchtbaren Geschehen gelesen hat un dat meiste davon auch versteht – aber dat is der Kopp – un die Gefühle sin in den Bauch.
Dat Meli is außerhalb vonne Maloche mehr Bauchfrau als Koppfrau. Da hat dat
Meli nie nich ein Hehl draus gemacht.
Un deshalb denken Leute manchmal, dat dat Meli son bissken schlicht in dat Hirn is.
Auch heute wird sich dat Meli wieder Zeit nehmen, un den kleinen Enkeljungen gratulieren un Kuchen essen un mit den Kinderkes lachen.

Aber eine Ecke in dat Meli wird dunkel bleiben un manchmal muss et einfach tief Luft holen.

© Meli Franzen
11.09.2009
Clematis
Clematis
Mitglied

Re: Die Kleine Kneipe Nr,. CXLII (Nr. 142)
geschrieben von Clematis
als Antwort auf meli vom 11.09.2014, 09:12:47
ja, liebe Meli und Besucher der Kleinen Kneipe:
eine Ecke in meinem Herzen wird auch dunkel bleiben.

Ich war damals mit einer Freundin Holunderbeeren sammeln für Saft.
Mit unserer Fülle kamen wir zu ihr heim. Ihr Mann schaltete den Fernseher ein, wollte was bestimmtes gucken am Nachmitag, während wir in der Küche die "Fülle" aufräumten, da rief er uns und wir bekamen weiche Knie...

und die Natur beschenkt uns immer noch:
Jahreszeiten(Clematis)


lieben Gruß
Ingeborg-Clematis
omaria
omaria
Mitglied

Re: Die Kleine Kneipe Nr,. CXLII (Nr. 142)
geschrieben von omaria


Guten Morgen!

Die Gedanken wandern...
Erinnerungen werden wach, lassen nicht los!

meli > deine Augen waren gestern Abend wohl wirklich müde,
denn was du als "Pilz" erkanntest, war ein braunes Blatt...

*ALTWEIBER-SOMMER*:


Guten Tag - trotz Wetter, Wehmut und Weltpolitik!

omaria

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anjeli
anjeli
Mitglied

Re: Die Kleine Kneipe Nr,. CXLII (Nr. 142)
geschrieben von anjeli
als Antwort auf omaria vom 11.09.2014, 09:41:36
Guten Morgen in der Kleinen Kneipe...

ich habe heute andere Gedanken als an den 11. September zu denken... heute ist Herberts Beerdigung und ich habe ihn als Freund geschätzt...



Ich habe gestern Fotos aus seiner Heimatstadt... Höhr-Grenzhausen... dort ist er geboren und auch gestorben... gemacht...

sie würden ihm gefallen und er könnte mir zu jedem Gebäude etwas erzählen...

Höhr-Grenzhausen... die Keramikstadt und das Zentrum des Kannenbäcker Landes...

anjeli
chris
chris
Mitglied

Re: Die Kleine Kneipe Nr,. CXLII (Nr. 142)
geschrieben von chris
als Antwort auf omaria vom 11.09.2014, 09:41:36
Meli,

dann Glückwunsch an den Enkel zum 13. Geburtstag.
Der Tag wrd wohl immer mit diesem Geschehen auch
verbunden sein. Meine Schwiegertochter hat auch
Geburtstag, aber die ist schon einige Tage älter.

Ingeborg-Clematis, danke für das Bild und Gedicht.

Omaria auch Dir ein herzliches Danke für die Musik.

Anjeli, das ist verständlich und es ist gut, dass
du Herberts Frau trösten kannst und sie bei ihrem
Gang begleitest.

Piccolotime:

Re: Die Kleine Kneipe Nr,. CXLII (Nr. 142)
geschrieben von meli
als Antwort auf omaria vom 11.09.2014, 09:41:36
Mariechen,

ich denke, wir werden alle dafür sorgen, dass der Tag gut läuft, je nach den gegebenen Umständen...

Ich habe euch letzte Nacht einige Fotos von meiner gestrigen Tour versprochen.

Hier sind sie















Meli
chris
chris
Mitglied

Re: Die Kleine Kneipe Nr,. CXLII (Nr. 142)
geschrieben von chris
als Antwort auf meli vom 11.09.2014, 11:02:46
Meli,

danke für die Schwarzwaldbilder.

Omaria, so ein großes Spinnennetz hab ich lange
nicht gesehen.

Chris

guten Appetit:




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