Forum Allgemeine Themen Die Kleine Kneipe Die Kleine Kneipe Nr,. CXLII (Nr. 142)

Die Kleine Kneipe Die Kleine Kneipe Nr,. CXLII (Nr. 142)

Re: Die Kleine Kneipe Nr,. CXLII (Nr. 142)
geschrieben von meli
als Antwort auf kolli † vom 23.07.2014, 19:26:50
Liebe Kolli,

wenn er das ist, kehre ich sofort zu meiner Definition vom August-Käfer zurück und lache mich hier krumm.

Aber deshalb kann man ja trotzdem die Geschichte vom Herrn Sumsemann anschauen...

LG Meli
Re: Die Kleine Kneipe Nr,. CXLII (Nr. 142)
geschrieben von meli
als Antwort auf anjeli vom 23.07.2014, 19:30:44
Ja, das waren die Schlüsselblumen, die gepflückt werden und dann in Freiburg so an der einen oder anderen Ecke zum Verkauf angeboten werden.

Meine Kinder brachten mir immer davon nach Hause, so, wie auch die wilden Narzissen und den Flieder, der dort wächst.

Die Küchenschellen haben sie nie angerührt, das hatten wir sehr schnell bei einem Spaziergang klar...

Meli
omaria
omaria
Mitglied

Re: Die Kleine Kneipe Nr,. CXLII (Nr. 142)
geschrieben von omaria
als Antwort auf meli vom 23.07.2014, 19:21:02
Es ist ein: *Kartoffelkäfer*

Und der war früher (in den 50-gern?) wohl wirklich eine Plage.


Vielleicht haben die damaligen Sammel- und Vernichtungsaktionen gewirkt >
heute ist er eher selten, ja schon fast eine "Rarität",
meinte jedenfalls mein Herr Bruder Biologielehrer!

omaria

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chris
chris
Mitglied

Re: Die Kleine Kneipe Nr,. CXLII (Nr. 142)
geschrieben von chris
als Antwort auf omaria vom 23.07.2014, 19:34:37
Omaria,

ja ich hab auch in den 50ern noch Kartoffelkäfer gesammelt.

SChönen Abend noch an alle.

Chris
anjeli
anjeli
Mitglied

Re: Die Kleine Kneipe Nr,. CXLII (Nr. 142)
geschrieben von anjeli
als Antwort auf omaria vom 23.07.2014, 19:34:37
Meli...

Peterchens Mondfahrt habe ich auch sehr geliebt... und damals im Fernsehen gesehen...
es war gut gemacht und sehr spannend erzählt...



es gibt keine Maikäfer mehr... leider ist das Original nicht verfügbar...

meli... gab es denn in Frankreich keine Schlüsselblumen?

anjeli
Re: Die Kleine Kneipe Nr,. CXLII (Nr. 142)
geschrieben von meli
als Antwort auf anjeli vom 23.07.2014, 20:03:04
Doch, die gab es natürlich...

Aber die Schlüsselblumen gehören in die Kaiserstühler Zeit - in den Vogesen waren es die Sumpfdotterblumen, die die feuchten Wiesen goldgelb färbten...

Pre doré

gewidmet: Susanne, Martina, Georg
1984 - 1995

Sumpfdotterblumen, gold'ne Pracht,
lassen leuchten dieses Tal.
Tagewerk ist nun vollbracht -
verdreckt die ganze Kinderschar.

An der Quelle wird geschrubbt
bis sie alle wieder blinken,
hungrig sitzen an dem Tische
und der Äpfel Saft gern trinken.

Jetzt ist Zeit zum Lachen, Scherzen
bei der Kerzen hellem Schein.
Und mit übervollem Herzen
fallen in Gesang sie ein

Sie vermissen nie den E-Strom,
der hier fehlt in diesem Tal -
wollen lesen, spielen, werkeln,
malen - Bilder ohne Zahl.

Staunen in der Nächte Dunkel
über Sternenbilder - klar,
die hier leuchten hoch am Himmel
zu uns nieder winken gar?

Lieben hier den Hund, die Katzen
und den Esel – keine Frag’!
Auch wenn der in seiner Sturheit
manchmal werden kann zur Plag'.

Diese Jahre - längst vergangen,
Kinder - sind doch Leute nun!
werden ihre Kleinen lieben -
all dies auch mit ihnen tun.

Und die Blumen in dem Tal
werden dort noch lange blühen,
fragen nicht nach Zweck und Sinn.
Und sie leuchten in der Wiese
auch - wenn ich mal nicht mehr bin.

(c) Meli Franzen
2008


Das war Frankreich...

Lang ist's her, doch unvergessen...

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anjeli
anjeli
Mitglied

Re: Die Kleine Kneipe Nr,. CXLII (Nr. 142)
geschrieben von anjeli
als Antwort auf meli vom 23.07.2014, 20:20:20
Meli... ich habe jetzt nachgelesen... was meine Freundin mir erzählte...

die Schlüsselblumen waren an den Hängen des Kaiserstuhls rund um die Weinberge...
(wie du schriebst)

meine Freundin hat Sonntag morgens Maiglöckchen gepflückt und diese am Straßenrad an der Grenze verkauft...

dein Gedicht ist toll... was du über deine Kinder und dich geschrieben hast...

ich war auch wieder bei den Dichtern tätig... habe über August von Platen geschrieben... er gehört auch zu meinen "Fränkischen Fünf"...

Streifzug kreuz und quer durch die Welt der Poeten

August von Platen starb mit 37 Jahren... er war homosexuell und der erste deutsche Dichter... der die Homosexualität in seine Werke mit einband...
er war sein Leben lang von Suizidgedanken geplagt... litt unter Einsamkeit... war Schwermütig... hatte Depressionen und war dem Alkohol zugetan...



anjeli
Re: Die Kleine Kneipe Nr,. CXLII (Nr. 142)
geschrieben von meli
als Antwort auf anjeli vom 23.07.2014, 21:15:44
Gut, dass Du die Maiglöckchen erwähnst...

Die waren, weil stark giftig, den Kindern auch verboten...

Und sie haben auch die Blumen nicht verkauft, sie brachten sie mir oder auch älteren Menschen im Ort - es war ein kleiner 250-Seelen-Ort, da kannte wirklich jeder jeden...

Im übrigen ist es sehr interessant, was Du zu von Platen schreibst.
Es ist überhaupt eine sehr schöne Sache mit Deinen Poeten...

Meli
chris
chris
Mitglied

Re: Die Kleine Kneipe Nr,. CXLII (Nr. 142)
geschrieben von chris
An den Mond

Füllest wieder Busch und Tal
Still mit Nebelglanz,
Lösest endlich auch einmal
Meine Seele ganz;
Breitest über mein Gefild
Lindernd deinen Blick,
Wie des Freundes Auge mild
Über mein Geschick.

Jeden Nachklang fühlt mein Herz
Froh- und trüber Zeit,
Wandle zwischen Freud' und Schmerz
In der Einsamkeit.

Fließe, fließe, lieber Fluß!
Nimmer werd' ich froh;
So verrauschte Scherz und Kuß
Und die Treue so.

Ich besaß es doch einmal,
was so köstlich ist!
Daß man doch zu seiner Qual
Nimmer es vergißt!

Rausche, Fluß, das Tal entlang,
Ohne Rast und Ruh,
Rausche, flüstre meinem Sang
Melodien zu!

Wenn du in der Winternacht
Wütend überschwillst
Oder um die Frühlingspracht
Junger Knospen quillst.

Selig, wer sich vor der Welt
Ohne Haß verschließt,
Einen Freund am Busen hält
Und mit dem genießt,

Was, von Menschen nicht gewußt
Oder nicht bedacht,
Durch das Labyrinth der Brust
Wandelt in der Nacht.

(Johann Wolfgang von Goethe)

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Re: Die Kleine Kneipe Nr,. CXLII (Nr. 142)
geschrieben von meli
als Antwort auf chris vom 23.07.2014, 22:01:07
Liebe Chris,

nachdem ich Dein bzw. Goethes Gedicht gelesen hatte, fiel mir ein anderes ein, dessen Ursprung ein Wasserfall ist, den ich gut kenne.

Gesang der Geister über dem Wasser

Des Menschen Seele
Gleicht dem Wasser:
Vom Himmel kommt es,
Zum Himmel steigt es,
Und wieder nieder
Zur Erde muß es.
Ewig wechselnd.

Strömt von der hohen,
Steilen Felsenwand
Der reine Strahl,
Dann stäubt er lieblich
In Wolkenwellen
Zum glatten Fels,

Und, leicht empfangen,
Wallt er verschleiernd,
Leisrauschend
Zur Tiefe nieder.

Ragen Klippen
Dem Sturz entgegen,
Schäumt er unmutig
Stufenweise
Zum Abgrund.

Im flachen Bette
Schleicht er das Wiesental hin,
Und in dem glatten See
Weiden ihr Antlitz
Alle Gestirne.

Wind ist der Welle
Lieblicher Buhler;
Wind rauscht von Grund aus
Schäumende Wogen.

Seele des Menschen
Wie gleichst du dem Wasser!
Schicksal des Menschen,
Wie gleichst du dem Wind!

J.W.v.Goethe

Dies Gedicht schrieb er nach oder beim Anblick der Wasserfälle im Lauterbrunner Tal im Berner Oberland.

Vom dortigen Campingplatz aus habe ich viele Bergtouren im Urlaub gemacht und die etwas mildere Form über Tagesausflüge.
Wenn ich weiten Blick benötigte, viel Arbeit hinter mir lassen musste, bin ich hin- und hinaufgefahren in die Eiger-Mönch-Jungfrau Region und habe den Tag dort oben verbracht.

Das Lauterbrunner Tal wird wegen seiner vielen Wasserfälle auch das Tal der 72 Wasserfälle genannt.
Lauterbrunnen inspirierte Tolkien zum Ort Bruchtal...
So in Wikipedia zu lesen...





Schön zu sehen, durch welche Verknüpfungen doch immer wieder Erinnerung geweckt oder neue Unternehmungen geplant werden...

Meli

Wikipedia - Lauterbrunner Tal

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