Diskussion historischer Ereignisse Insektensterben

sittingbull
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Insektensterben
geschrieben von sittingbull
"Das Bundesumweltministerium warnt vor einem fortschreitenden Insektensterben in Deutschland.

In Teilen des Landes habe sich der Bestand von Insekten seit dem Jahr 1982 um bis zu 80 Prozent (!) verringert, heißt es in einer Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion, über die das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtet.

Es zeichne sich keine Entspannung der Situation ab, "sodass sich die gegenwärtigen Bestandsabnahmen vieler Insektenarten fortsetzen dürften". "
(Spon)

woran mag das liegen ? Rauchen die Insekten etwa zu viel ?
oder ist möglicherweise sogar Passivrauchen das Problem ?

Gut , dass das Rauchverbot diesem Irrsinn Einhalt gebietet und
die Eppendoofer Detox-Tussis wieder entspannt aufs Gaspedal
ihres SUV treten können .

man trifft sich später in "Polettos Winebar" ...
ganz ohne lästige Insekten .

etwas später , so will ich glauben , treffen sich die ungleich besser organisierten Insekten irgendwo anders und bauen ein Land für alle .

eine Welt wo alle Leben dürfen .

sitting bull
pippa
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Re: Insektensterben
geschrieben von pippa als Antwort auf sittingbull vom 16.07.2017 16:18:02
Für diese Feststellung brauchte ich kein Ministerium.

Ich muss doch nur himmelwärts schauen, dann sehe ich, dass es überhaupt keine Schwalben und nur noch vereinzelte Mauersegler gibt.

Gehe ich durch die Feldflur und höre eine einzige Lerche, dann bleibe ich entzückt stehen, weil auch Feldlerchen schon eine Seltenheit sind. War es denn nicht noch vor kurzer Zeit völlig normal in der Feldflur von überall her das Jubeln der Lerchen zu hören?

Wann habt Ihr den letzten Kiebitz gesehen? Wann den letzten Kuckuck gehört? Ich hörte in diesem Jahr noch keinen.

Ich kann nicht all die Vogelarten, die ich schon lange nicht mehr sah, hier aufzählen .Sie sind einfach verschwunden.

Dieses alles hat doch nur einen Grund. Ihnen wurde einfach die Futterbasis entzogen.
Die Landwirtschaft hat es endlich geschafft all die „lästigen“ Insekten tot zu spritzen.

Ob man da wohl noch einmal gegensteuern kann? Ich glaube es nicht.
Das interessiert ja leider auch nur zu wenige Menschen, vermutlich weil sie es noch nicht einmal bemerkt haben.
Pippa
olga64
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Re: Insektensterben
geschrieben von olga64 als Antwort auf pippa vom 16.07.2017 18:25:00
Ich kenne sehr wenige Vögel mit Namen, ist mir auch nicht wichtig, ich geniesse es aber sehr ,wenn sie in der Weide vor meinem Balkon Quartier beziehen und mir morgens und abends ein Konzert spielen, bzw. denke ich oft, sie ratschen einfach zusammen, erzählen sich Witze oder streiten auch zusammen. Wie im richtigen Leben.
Weniger schön ist hier am See die jährliche Mückenplage. Teilweise müssen Restaurants schliessen, weil kein Gast mehr kommt, um sich pausenlos stechen zu lassen. Auch, dass die Wirte an den Tischen MÜckenspray aufstellten und Spezialkerzen, hilft schon lange nichts mehr.
Es hat sich nun eine Bürgerinitiative gegründet (mit Unterschriftenlisten und Demonstration mit Transparenten), die für eine Vernichtungsaktion dieser Mückenschwärme sind. ES gibt wenig Leute, die dagegen sind (ich habe auch unterschrieben). Man kann diese Mücken ja nicht an der "Hand nehmen" und umsiedeln - wohin sollte das auch sein?
Olga
verseau
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Re: Insektensterben
geschrieben von verseau als Antwort auf sittingbull vom 16.07.2017 16:18:02
Sittingbull - Unter „Tierschutz“ „Maikäfer“ vom 13.05.2017 habe ich das Insektensterben und die Auswirkung auf unsere Umwelt aufgegriffen. Es ist wirklich an der Zeit, dass unsere Generation (wir Alten) darüber nachdenken, was wir mit unserer schönen Erde angerichtet haben. Ökonomie ist grossgeschrieben - Ökologie wird fast nie berücksichtigt. Zum Beispiel die Weiterverwendung des Pflanzengiftes Glyphosat, bewilligt von der EU für die nächsten 10 Jahre! Hauptsache der Gewinn stimmt, Massenzuchten werden noch mehr erweitert, verbunden mit grossem Tierleid!
olga64
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Re: Insektensterben
geschrieben von olga64 als Antwort auf verseau vom 17.07.2017 17:41:30
Man könnte vielleich mit den kleineren Dingen beginnen und sich nicht a priori sofort theoretisch den "grossen" Projekten widmen, um dann vorzeitig aufzugeben,weil man denkt: "die da oben machen sowieso was sie wollen und ich als kleiner Mann/Frau habe keinen Einfluss darauf".
Mir fällt z.B. seit langem auf, dass an unserem See Leute im fortgeschrittenen Alter ihre Tüten dabei haben, um dann ihr altes, oft verschimmeltes Brot an die Enten und Fische zu verfüttern. Wenn man sie darauf aufmerksam macht, dass diese Tiere keine Brotfresser sind und sie zudem das Ökosiystem negativ beeinflussen, werden sie umgehend aggressiv und werden ihre Brotbrocken unter Beschimpfungen trotzdem ins Wasser.
Olga
qilin
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Re: Insektensterben
geschrieben von qilin als Antwort auf verseau vom 17.07.2017 17:41:30
Ökonomie ist grossgeschrieben - Ökologie wird fast nie berücksichtigt.

Ja, da hat sich bei Manchen in den letzten 50 Jahren wenig getan - ich erinnere mich, das muss jetzt über 50 Jahre her sein, das Wort 'Ökologie' war damals ziemlich neu, da kam mir eine Gewerkschaftszeitung in die Finger, und darin in einem Fragekasten "Jetzt ist immer von Ökologie die Rede - was ist das eigentlich?" - und die Antwort des 'Fachmanns': "Ökologie ist Aberglauben; sie ist für die Ökonomie, was die Astrologie für die Astronomie ist."
adam
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Re: Insektensterben
geschrieben von adam
Dieses Jahr merke ich das Insektensterben extrem. Natürlich: Früher hat es genervt, wenn man gestochen wurde oder Kuchen und Süßigkeiten attackiert wurden. Aber nun vermisse ich das Surren und Schwirren. Die Ruhe ist geradezu unheimlich. Früher hielt man bei längeren Autofahrten, um die Frontscheibe von zermatschten Insekten zu befreien. Nichts mehr.

Wenn es nicht gelingt, das Sterben aufzuhalten, ja rückgängig zu machen, wird das gewaltige Folgen haben. Bestimmt auch bisher ungeahnte. Nicht nur die Vögel sind bedroht, auch die menschliche Nahrungskette bei Obst und allem, bei dem Insekten für die Bestäubung notwendig sind. Jetzt werde ich an den Spruch erinnert, daß die Natur ohne den Menschen auskommt, aber nicht ohne Ameisen.

--

adam
dutchweepee
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Re: Insektensterben
geschrieben von dutchweepee
Ich fahre jeden Arbeitstag 72 km durch Ostwestfalen - quer durch landwirtschaftlich intensiv genutze Flächen. Wenn ich mir Scheibenreiniger kaufen würde, wäre das rausgeschmissenes Geld, denn dank der lieben Bauern und deren BAYER/MONSANTO-Gifte, tötet meine Windschutzscheibe kein Insekt.

Ich erinnere mich an Urlaubsfahrten in den 70er und 80ern, als mein Vater zuweilen nach ein paar hundert km stoppen musste, weil man vor Insekten nicht mehr durchblickte. Dieser Rückgang ist so offensichtlich, dass es wirklich keine ministerialen Obersten braucht.

Diese Welt wird sterben, denn wie sagt ein altes Sprichwort:

WENN DIE BIENEN STERBEN, STIRBT AUCH DER MENSCH.
karl
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Re: Insektensterben
geschrieben von karl als Antwort auf dutchweepee vom 17.07.2017 19:09:11
Lieber dutch,

das ist in der Tat eine sehr gute Beobachtung, die ich teile. Es gibt deutlich weniger verschmutzte Frontscheiben als noch vor Jahrzehnten und dies ist nicht nur den besseren Scheibenwischern geschuldet.

Glücklicherweise gibt es bei uns im Süden ( und in unserem Garten) noch viele Vögel. Dazu ist es wichtig, nicht jedes Gestrüpp und "Unkraut" zu vernichten, sondern auch Areale von Wildwuchs zu beschützen (gegen Schwiegermütter und Unkraut Ex).

Karl
verseau
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Re: Insektensterben
geschrieben von verseau als Antwort auf olga64 vom 17.07.2017 17:58:58
Guten Abend olga!
Möchte zu Deinem Beitrag noch beifügen, dass man Tieren auf keinen Fall verschimmeltes Brot verfüttern darf!! Gilt auch für andere Produkte! Tiere sind doch keine Abfallcontainer!
Gruss verseau