Diskussion historischer Ereignisse Kampf dem Faschismus

sittingbull
sittingbull
Mitglied

Kampf dem Faschismus
geschrieben von sittingbull

nun , an Feierlichkeiten zum 75.Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau
bestand in den letzten Tagen kein Mangel . Kein Mangel auch an wohlfeil zur Schau getragener
Betroffenheit , in mehr oder weniger ernst zunehmenden Sonntagsreden .

jeder Knüppel , bis hinein in die AfD , paradiert auf dem kleinsten , gemeinsamen Nenner gegen Nazis und Antisemitismus ... von einigen , offensichtlich widerwärtigen Querschlägen mal abgesehen ...
insgesamt also ein prima Event , um sich selbst und die Schuldigen aus der Schusslinie zu holen und zu entschulden und freizusprechen .

von Faschismus wird ausdrücklich weniger geredet ... könnte der Begriff doch einen Zusammenhang zu einer gesellschaftspolitischen Gemengelage nahelegen , die den Damen und Herren und ihren Sachverwaltern nicht eben genehm ist .

Nazis hingegen sind irgendwie mörderische Bekloppte , die mit dem Teufel im Bunde , als Geschichtsunfall über das Deutsche Volk hinein brachen .

entsprechend hört man nur Randständig und sehr leise von den Profiteuren und initialen Financies des
Faschismus , seltener noch deren Namen : Quandt , Flick , Thyssen , Krupp , et al. ,,, 
wenig von der IG Farben und deren Kapitalakkumulation im KZ Auschwitz III Monowitz .

von der deutschen Justiz , die nach 1945 mit dem selben Personal einfach da weitermachte , wo sie 1933 angefangen hatte ... war nicht viel zu erwarten . die alten Kameraden wurden verschont und das Spiel konnte weitergehen .

eingehegt von der Angst vor der Systemalternative , der sozialistischen DDR , erfand man flugs die "soziale Marktwirtschaft" , um sie pünktlich zum vorübergehenden Sieg über den Sozialismus 1989 wieder zu beerdigen .

heute treibt die entfesselte Gier des Kapitals , den Klassenkampf wieder zu neuer Blüte und
auch heute wissen die Damen und Herren Faschisten ... nunmehr in feinem Zwirn gewandet ...  wo der Frosch die Locken hat und wie er gegen seine ureigenen Interessen in Stellung gebracht werden kann .

mit dem Antisemitismus hat es sich erledigt ... zumal die deutschen Juden nicht ein zweites Mal totgeschlagen werden können ... also bietet man den Nazis den Muslim , zur kontrollierten Sublimierung
etwaiger systemdivergenten Unstimmigkeiten an .

Kurz gesagt : 

bei aller vordergründiger Trauer um ein Jahrhundertverbrechen ... möchte man über die Ursachen
kein Wort verlieren ... und führt damit den Nutzen der Trauerarbeit ad absurdum .

und ...

gerade lass ich  :

die "Gemeinsame Erklärung der Präsidentin Ursula von der Leyen sowie der Präsidenten Charles Michel und David Sassoli im Vorfeld des 75. Jahrestags der Befreiung von Auschwitz-Birkenau."

dort heisst es :

"Vor 75 Jahren haben die Alliierten das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau befreit (...) Der Preis war unsagbar hoch ..."

tatsächlich hat die Rote Armee der Sowjetunion diesen "unsagbar hohen Preis" bezahlt und die
Menschen aus den Lagern befreit .

würde man es in Deutschland ernst nehmen ... hätte zu den Feierlichkeiten die Rote Fahne der SU im Parlament gehangen haben müssen .

weiter heisst es :

"stimmen wir ein in den Chor derer, die entschlossen sind, nicht zu schweigen, wenn Extremisten und Populisten versuchen, Grenzen zu überschreiten ... "

irgendwelchen "Extremisten und Populisten" also , nicht etwa organisierten Faschisten gilt es 
entgegen zu treten ... 

das kann jeder sein , der sich zu weit aus dem Fenster lehnt ... hier sind vor allem jene gemeint , die
sich den kapitalen Interessen der Damen und Herren entgegenstellen .

in eurem Chor der verlogenen Selbstgefälligkeit , werde ich sicher nicht mitsingen .



" Wer aber vom Kapitalismus nicht reden will, sollte auch vom Faschismus schweigen ."
(Max Horkheimer)

Antifascista !

sitting bull








 

RE: Kampf dem Faschismus
geschrieben von WoSchi
als Antwort auf sittingbull vom 31.01.2020, 13:20:41

bitte WAS?
Es hat sich Deiner Meinung nach erledigt mit dem Antisemitismus und man  "kann die Juden ja nicht ein zweites Mal totschlagen" ????
Geht`s noch? In welcher rosaroten Kommunistenwolke lebst Du?

JuergenS
JuergenS
Mitglied

RE: Kampf dem Faschismus
geschrieben von JuergenS
als Antwort auf sittingbull vom 31.01.2020, 13:20:41

aus Gründen des mangelnden Zugriffs auf ST wurde meine eigentliche Antwort eleminiert.

Kurz gefasst:

Willst du mit uns kommunizieren oder uns alle als verlogen in einen Topf werfen mit Politikern und dann wieder eine Pause einlegen?

 


Anzeige

Federstrich
Federstrich
Mitglied

RE: Kampf dem Faschismus
geschrieben von Federstrich
als Antwort auf sittingbull vom 31.01.2020, 13:20:41

Ich vermute, du wirst ein Rufer in der Wüste bleiben. Für deine grobkörnigen Befunde reichen die folgenden Antworten allemal:
  • Wenn immer es um Auschwitz geht, geht es immer auch um Zyclon B und den Hersteller IG Farben. Zuletzt gezeigt in der Doku "Ein Tag in Auschwitz" am Dienstag im ZDF.
  • Die DDR war eine "vermeintliche" Systemalternative, keine reale, wie sich frühzeitig zeigte. Deshalb glich das Festhalten an ihr dem Schlagen eines toten Pferdes.
  • Die Rote Armee war Teil der Alliierten. Die anderen Teile haben andere Lager befreit. Warum hier Akkuratesse, wenn sie an anderer Stelle fehlt? (Ein grober Fehler wäre es gewesen, sie hätten "amerikanische Armee" gesagt, wie andernorts kurzzeitig mal geschehen.)
  • "organisierte Faschisten" sind Extremisten, sonst wären sie keine Faschisten. Sagte schon Dimitroff.
.
.

Ach, ich hör' hier mal auf wegen der tendenziellen Perspektivverkürzung.
 
sittingbull
sittingbull
Mitglied

RE: Kampf dem Faschismus
geschrieben von sittingbull
als Antwort auf Federstrich vom 31.01.2020, 15:27:36

Wenn immer es um Auschwitz geht, geht es immer auch um Zyclon B und den Hersteller IG Farben. Zuletzt gezeigt in der Doku "Ein Tag in Auschwitz" am Dienstag im ZDF.


so bringt man sich und andere mit einem "Federstrich" um den Erkenntnisgewinn meiner Überlegungen .


natürlich gibt es immer alles irgendwo und irgendwie zu sehen , zu hören oder zu lesen .
mal zu Unzeiten oder zwischen zwei Ratespielen im TV versteckt , mal als eine Nachricht unter vielen
im Print ... meistens aber ist eh verlass auf das "Wissen a priori" , im durchdeklinierten Rezeptionsverhalten des "mündigen Bürgers" .

sicher , kausal ist die Kette : "Auschwitz" - "Zyclon B" - "IG-Farben" eigentlich jedem bekannt ...
in der Deutung der historischen Wucht dieser Zusammenhänge ... dem Gemeinsinn von Kapitalismus und Faschismus ... wird es schon enger .

noch enger wird es , wenn wir die Geschichte der KriegsVerbrecher der IG-Farben nach 1945 belauern :


" Noch 1955 wurde der in Nürnberg wegen Kriegsverbrechen verurteilte I.G.-Vorstand Friedrich Jähne Aufsichtsratsvorsitzender der Hoechst AG. 1956 übernahm der ebenfalls in Nürnberg verurteilte ehemalige I.G.-Vorstand Fritz ter Meer denselben Posten bei der Bayer AG. Das I.G.-Vorstandsmitglied Carl Wurster, vormals „Wehrwirtschaftsführer“ und Träger des „Ritterkreuzes zum Kriegsverdienstkreuz“, war nach seinem Freispruch in Nürnberg bereits seit 1952 Vorstandsvorsitzender der BASF AG. Neben diesen drei standen an den Spitzen der Nachfolgefirmen etliche weitere Manager, die während des Nationalsozialismus führende Funktionen bei der I.G. Farben bekleidet hatten. "

weiter heisst es :

" Bereits zwanzig Jahre nach der Neugründung von Bayer, BASF und Hoechst war „jedes einzelne der drei Unternehmen […] größer, als die IG-Farben es im Zenit ihrer Geschichte jemals war ."
(IG-Farben)

diese Zusammenhänge zu erkennen ist absolut notwendig , um die Verantwortlichen für den Faschismus
kenntlich zu machen ... sie in ihrer Klassenzugehörigkeit zu verorten und die Kontinuität zu den Herrschaftsstrukturen in der BRD herzuleiten .

Faschismus ist eben nicht irgendeine Form von Extremismus , der die "Mitte der Gesellschaft" bedroht ...
Faschismus ist der "Extremismus der Mitte" ... nur eben eine andere Form bürgerlicher Herrschaft .

sitting bull



 
dutchweepee
dutchweepee
Mitglied

RE: Kampf dem Faschismus
geschrieben von dutchweepee
Faschismus ist die aggressivste Form des Imperialismus (Kapitalismus).

Anzeige

karl
karl
Administrator

RE: Kampf dem Faschismus
geschrieben von karl
als Antwort auf WoSchi vom 31.01.2020, 14:08:27
bitte WAS?
Es hat sich Deiner Meinung nach erledigt mit dem Antisemitismus und man  "kann die Juden ja nicht ein zweites Mal totschlagen" ????
Geht`s noch? In welcher rosaroten Kommunistenwolke lebst Du?
@woschi,

da stimme ich mit Dir völlig überein. Über diese absolut unsensible Aussage sittingbulls kann ich nur verständnislos den Kopf schütteln. Ansonsten werde ich mich an einer Debatte von Schlagwortproduzenten nicht weiter beteiligen. Eine differenzierte Diskussion mit fanatischen Religionsanhängern ist selten möglich und "Kommunismus" wie vertreten von @sittingbull ist als Religion zu betrachten.

Karl
sittingbull
sittingbull
Mitglied

RE: Kampf dem Faschismus
geschrieben von sittingbull
als Antwort auf karl vom 01.02.2020, 11:37:32

Ansonsten werde ich mich an einer Debatte von Schlagwortproduzenten nicht weiter beteiligen. Eine differenzierte Diskussion mit fanatischen Religionsanhängern ist selten möglich und "Kommunismus" wie vertreten von @sittingbull ist als Religion zu betrachten.
(Karl)

okay , Karl ... dass hätte Franz-Josef Wagner von der Bildzeitung sicher nicht besser formuliert ...

ein klitzekleines bischen enttäuscht mich das aber schon .
Wofür haben wir dich schliesslich auf die teure Schule geschickt ?
sicher nicht , um am Ende so einen Blödsinn lesen zu müssen .

dir ist schon klar , nehme ich an , dass du mit der Einordnung meiner Person , als :  
"fanatischer Religionsanhänger" ... den Boden unter deinen Füssen vorübergehend verloren hast .

besser wäre es , du sagst uns ... was an meinen Überlegungen so furchtbar falsch ist .

sitting bull



 
RE: Kampf dem Faschismus
geschrieben von marina
als Antwort auf sittingbull vom 01.02.2020, 12:32:28

Wofür haben wir dich schliesslich auf die teure Schule geschickt ?
geschrieben von sittingbull

Manchmal können auch Fundis witzig sein, wer hätte das gedacht?
Übrigens gibt es in Deutschland seit vielen Jahren Schulgeldfreiheit, das sollte auch ein Kommunist wissen. Ist ja schon beinahe eine kommunistische Tradition, oder? 😉
Federstrich
Federstrich
Mitglied

RE: Kampf dem Faschismus
geschrieben von Federstrich
als Antwort auf sittingbull vom 01.02.2020, 11:13:07

Ganz ehrlich, Sitting Bull, ich hätte jetzt nicht gedacht, dass dir meine Antwort so viel Lebenshauch wert ist. Aber ich freue mich, dass du meinen Nick fast richtig gedeutet hast. Mit einem Federstrich verabschiedet man sich nämlich auch ganz wieselflink aus unerquicklichen Diskussionen. Deshalb habe ich ihn gewählt, aus keinem anderen Grund.
Er bezieht sich daher eher auf mich, als dass ich glauben würde, ich würde andere um etwaigen Erkenntnisgewinn bringen. Das ist nun eine ganz abwegige Lesart, aber die ist ja von dir. Ich traue den anderen zu, sich selbst ein Bild zu machen. Dazu brauchen sie mich nicht.

1. Bei den Programmplätzen und Sendezeiten stimme ich dir allerdings uneingeschränkt zu, nur kam eben besagte Doku zur besten Sendezeit um 20:15, wo sogar ich noch kurzzeitig aufnahmebereit bin.

2. Aber beim nächsten Satz bin ich schon nicht mehr deiner Meinung: "sicher , kausal ist die Kette : "Auschwitz" - "Zyclon B" - "IG-Farben" eigentlich jedem bekannt ..."

Das hieße dann bei dir: Auschwitz ist die Ursache von Zyklon B, weil Zyklon B Auschwitz hervorbringt? Für mich ist das keine Kausalkette. Die Ursache von Auschwitz ist eine ganz andere.
Ich weiß jetzt nicht, ob ich solcher Erkenntnisgewinne - wie du sagst - bedarf.

3. Nun schreibst du: "in der Deutung der historischen Wucht dieser Zusammenhänge ... dem Gemeinsinn von Kapitalismus und Faschismus ... wird es schon enger ."

Gemeinsinn heißt: "Verständnis und Einsatzbereitschaft für die Allgemeinheit". Die Wucht dieses Zusammenhangs verstehe ich wirklich nicht. Vielleicht meinst du ja "Gemeinsamkeiten", aber warum schreibst du es dann nicht?

4. Beschreibst du reine Kapitalkonzentrationen, wie sie dem Kapitalismus nunmal inhärent sind, sagst aber nicht, was sie mit einem faschistischen Regime zu tun haben/hatten. Der Zusammenhang von Kapitalismus und Faschismus ist ein anderer. Er besteht nicht in der Kapitalkonzentration. So viel ist sicher.

5. Du schreibst: Faschismus ist der "Extremismus der Mitte"
So lapidar formuliert, würdest du dich aber von der Dimitroff-These verabschieden. Kann ja sein, aber hier bräuchte es etwas mehr Erläuterung, denn dass der Faschismus
"nur eben eine andere Form bürgerlicher Herrschaft" ist, ist nun wieder Dimitroff pur.

Neuere Erkenntnisse der Faschismusforschung scheinst du gar nicht zur Kenntnis zu nehmen. Warum auf diesen Erkenntnisgewinn verzichten? Es würde alles weniger bemoost klingen. Ich will dir dabei mit einem Federstrich gewiss nicht im Wege stehen.


 


Anzeige