Forum Politik und Gesellschaft Diskussion historischer Ereignisse Versöhnen statt spalten - meine Gedanken zum 11. September 2001

Diskussion historischer Ereignisse Versöhnen statt spalten - meine Gedanken zum 11. September 2001

karl
karl
Administrator

Versöhnen statt spalten - meine Gedanken zum 11. September 2001
geschrieben von karl
Der Schock
Ich befand mich im Auto und hörte die Nachricht über den Terroranschlag am 11. September 2001 im Autoradio. An der Arbeitsstelle kam mir ein noch ahnungsloser Kollege entgegen. Ich sagte ihm, soeben habe sich die Welt verändert, es werde nie wieder so sein wie zuvor. Das klingt im Nachhinein natürlich wie eine Platitüde, denn welches Ereignis verändert die Welt nicht? Es gab auch bereits zuvor in der Geschichte einschneidende Ereignisse, z. B. den Überfall auf Polen durch die deutsche Wehrmacht. Diesen kannte ich jedoch nur aus den Geschichtsbüchern. Die Terroranschläge auf das World Trade Center und das Pentagon sind jedoch für mich persönlich das erschütterndste politisch relevante Ereignis meiner bisherigen Lebensspanne.

Eine kleine Gruppe islamistischer Extremisten hatte einen aus ihrer Sicht höchst erfolgreichen, koordinierten, äußerst brutalen Kamikazeüberfall auf die Machtsymbole der USA durchgeführt und neben dem eigenen Tod den Tod von Tausenden von Zivilisten in Kauf genommen. Mir war klar, dass dies ein historischer Wendepunkt sein würde und diese Gewalt viel Gegengewalt hervorrufen würde. Ich war auch erschrocken darüber, dass die Öffentlichkeit, ich eingeschlossen, völlig überrascht wurde von diesem Terrorakt. Zu einer solchen wahnwitzigen Tat gehört immer auch eine Vorgeschichte. Die hatte es auch gegeben, wie sich im Nachhinein herausstellte, aber irgendwie waren frühere Vorkommnisse unter der Bewusstseinsschwelle geblieben, und bei der Aufzählung von Katastrophen, lokalen Kriegen und Terroranschlägen in den täglichen Nachrichten nicht weiter aufgefallen und hatten sich nicht zu einem roten Faden in meinem Kopf verknüpft.

Zwei Kriege als Antwort auf die Terroranschläge
Durch die Terroranschläge wurde der Welt bewusst, dass es eine kleine, aber höchst gefährliche Gruppe religiöser Fanatiker gab, die alles, was nach westlicher Kultur roch, abgrundtief hassten. Die Weltmacht USA musste reagieren und erntete viel Zustimmung (auch die meine) in ihrem Bestreben, sich gegen die Terroristen zur Wehr zu setzen. Aber anstatt alle Kraft auf die Verfolgung der Drahtzieher der Terroranschläge zu verwenden und insbesondere Bin Laden zu stellen, verwendete George Bush die Anschläge, in seinen Augen, die Gunst der Stunde, um gegen zwei Staaten Krieg zu führen. Im Falle von Afghanistan bin ich ihm noch gefolgt, das schien mir begründbar, insbesondere, da die Taliban Bin Laden und seiner al Qaida Schutz gewährten. Der völlig unbegründete Überfall auf den Irak aber, der mit den Anschlägen des 11. Septembers absolut nichts zu tun hatte, war dann jedoch für mich der Sündenfall der westlichen Führungsmacht, die in der Folge der Kriege durch Vorkommnisse, die durch die Namen Abu Gharib, Falludscha, Guantanamo beschrieben werden können, ihr Gesicht verlor und die »westlichen Werte« entwertete. Im Endergebnis (das noch immer nicht wirklich vorliegt) haben die Kriege Hundertausende von Toten produziert mit fragwürdigem politischen Erfolg. Der Terrorismus ist nicht besiegt, kann er überhaupt durch Kriege, also durch noch mehr Terror, bekämpft werden?

Die Gesellschaft wurde durch die Terrorangriffe vom Spaltpilz infiziert.
Die Terroristen wollten die westlichen Gesellschaften treffen und sie haben dies mit anhaltendem "Erfolg" getan. Die Überwachung der Bürger konnte nun in Szene gesetzt und mit der Angst vor Terroranschlägen begründet werden. Durch ihre religiös verbrämte Ideologie haben die Terroristen wie die Kreuzzügler à la Bush zudem die Gräben zwischen den Menschen unterschiedlicher Religionen in den westlichen Ländern und zwischen den westlichen Staaten und der islamischen Welt vertieft. Die Hassprediger beider Seiten dürfen ungehindert daran arbeiten, diese Gräben weiter auszuheben. Dass man sie gewähren lässt, liegt an einem falsch verstandenen Freiheitsbegriff.

Zur Freiheit gehört Verantwortung
Die Freiheitsrechte des Bürgers haben in unserer Gesellschaft aus gutem Grund einen hohen Stellenwert. Leider wird aber oft vergessen, dass zur Freiheit auch ein hohes Maß an Verantwortung gehört, denn sonst endet die Freiheit im Fiasko. Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo seine Freiheit die Freiheit anderer beschneiden würde. Nach Kant gilt der kategorische Imperativ "Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde." In unseren "AGBs" für unseren "virtuell-verbalen" Treff ist dieser kategorische Imperativ in der Form "Für uns endet die Freiheit des Wortes dort, wo andere verletzt werden. Wir werden deshalb z.B. sexistische, Ethnien- und Volksgruppen-diskriminierende Äusserungen sowie Aufrufe zur Gewalt nicht dulden" enthalten.

Morgen, am Jahrestag der Anschläge werden wir in unseren westlichen Demokratien und auch anderswo wieder viele Beispiele beklagen können, wo die Freiheit ohne Verantwortung agiert. Andersdenkende und Andersgläubige werden mit Worten und Taten verletzt werden, s. z. B, die geplante (oder doch abgesagte?) Verbrennung des Korans in Florida. Nach dem Motto "Man wird ja wohl noch sagen können, dass ..." werden wieder unzählige unzulässige verallgemeinernde Urteile über Menschengruppen gesprochen. Gezielt verletzende Karikaturen werden gezeichnet und mit dem Hinweis auf die Freiheitsrechte verteidigt werden. Der kategorische Imperativ wird unbeachtet bleiben.

Versöhnen statt spalten
Ich würde mich freuen, wenn wir die Ziele der Terroristen vom 11. September ad absurdum führen könnten und morgen eben gerade uns nicht an der weiteren Spaltung der Gesellschaft beteiligen würden, sondern uns überlegen, was getan werden muss, um die Gräben zuzuschütten anstatt weiter aufzugraben.

Ich würde mich freuen, wenn morgen im ST nicht kriegerische, sondern konstruktive Themen das Forum beherrschen würden.

Was können wir tun, um real vorhandene Konflikte zu lösen, in der großen Politik wie im eigenen Land oder der eigenen Kommune? In Zusammenarbeit und nicht in Konfrontation!

Karl
Gurkenbieger
Gurkenbieger
Mitglied

Re: Versöhnen statt spalten - meine Gedanken zum 11. September 2001
geschrieben von Gurkenbieger
als Antwort auf karl vom 10.09.2010, 22:05:23
Die Terroranschläge auf das World Trade Center
geschrieben von karl


naja, obs denn wirklich terroranschläge waren lasse ich mal dahingestellt.
fachliche meinungen sagen etwas anderes ...
hauptsache die us-amis haben gründe für ihre kriege.
(das ist meine eigene meinung)
wolfgang
wolfgang
Mitglied

Re: Versöhnen statt spalten - meine Gedanken zum 11. September 2001
geschrieben von wolfgang

--
Wolfgang

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adam
adam
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Re: Versöhnen statt spalten - meine Gedanken zum 11. September 2001
geschrieben von adam
als Antwort auf karl vom 10.09.2010, 22:05:23
Durch die Terroranschläge wurde der Welt bewusst, dass es eine kleine, aber höchst gefährliche Gruppe religiöser Fanatiker gab, die alles, was nach westlicher Kultur roch, abgrundtief hassten. Die Weltmacht USA musste reagieren und erntete viel Zustimmung (auch die meine) in ihrem Bestreben, sich gegen die Terroristen zur Wehr zu setzen.
geschrieben von karl


Der Sündenfall 9/11 war eine Kriegserklärung des radikalen Islamismus an die westliche Welt. Er war keine Rache für die Vergangenheit, sondern provokant, Rache herausfordernd, in die Zukunft gerichtet. Diese Provokation ist durch die Rachefeldzüge in Afghanistan und im Irak gelungen. Dem Ergebnis sehen wir uns 9 Jahre später gegenüber: Zwei verlorene Kriege, von denen man von Anfang an wissen mußte, daß sie nicht zu gewinnen sind und der Verlust von moralischen Ansprüchen der westlichen Zivilisation bis weit in die Zukunft.

Der moralische Anspruch gegenüber dem Islamismus war sofort nach Kriegesbeginn in Afghanistan verloren, gegenüber dem Islam verlor er sich nachhaltig, bis weit in die Zukunft, durch die Toten unter der Zivilbevölkerung in den Kriegen in Afghanistan und im Irak.

Der 11. September 2001 war, für sich gesehen, ein beispielloses Verbrechen, dem tausende Menschen sinnlos und barbarisch zum Opfer fielen. Er riß den Islamisten für kurze Zeit die Maske der vorgetäuschten Religiosität vom Gesicht und zeigte, was wirklich im Namen des Islam dahinter steckt: Menschenverachtung und brutaler, tradioneller Machtanspruch, die Vernichtung der Würde des Menschen.

Der moralische Vorsprung des Westens, entstanden aus purem Entsetzen der ganzen Welt über die blanke Tabuverletzung durch den Islamismus, wurde vertan durch den billigen Rachegedanke. Der islamistische Terror hat die Hemmschwelle des Hasses zerschlagen, aber erst durch die Ausübung der Rache wurde diese Hemmschwelle zwischen den Kulturräumen endgültig beiseite geräumt. Die Bush-Administration der USA hat eine Chance für die Welt vertan und die Erklärung der uneingeschränkten Solidarität des Westens war ihr behilflich.

Der Scherbenhaufen, dem wir uns neun Jahre später gegenüber sehen, hat Auswirkungen nicht nur in der Weltpolitik. Auch innenpolitisch sieht sich der Westen vor größten Schwierigkeiten. Ohne die Kriege in Afghanistan und im Irak hätte der Westen an die Toleranz des Islam außen- und innenpolitisch appellieren können. Jetzt kann von Toleranz nicht mehr die Rede sein. Eine Folge der unüberlegten Reaktion auf das Verbrechen des 11. September 2001.

--

adam




karl
karl
Administrator

Re: Versöhnen statt spalten - meine Gedanken zum 11. September 2001
geschrieben von karl
als Antwort auf wolfgang vom 11.09.2010, 07:30:22
@ Gurgenbieger und Wolfgang,

Denken ist immer gut. Es ist auch gut, wenn man nicht immer gleich alles für bare Münze nimmt, was man in Zeitungen liest. Wir hatten die Diskussion der Verschwörungstheorien hier im ST schon zur Genüge. Niemand kann daran Zweifeln, dass die Selbstmordattentäter die Flugzeuge aus eigenem Willen in ihre Ziele gestürzt haben. Eine völlig andere Frage ist, wer im Nachhinein glaubte dies ausnützen zu können. Sicherlich hat die Clique um Bush alle Hemmungen fallen lassen können und sich auf den 11. September berufend in zwei längst geplante und gewollte Kriege stürzen können, aber daraus zu folgern, sie sei auch an der Planung der Anschläge beteiligt gewesen oder habe es geschehen lassen, ist m. E. Unsinn.

Ich möchte hier auch wirklich nicht eine Wiederbelebung dieser fruchtlosen und meist sehr emotional geführten Diskussion über Verschwörungstheorien, denn diese Diskussion führt immer wieder gleich zu Lagerdenken und Diskutantenbeschimpfungen. Wichtiger wäre es mir zu diskutieren, was sind die Ursachen für die tiefen Gräben auf dieser Welt und was hat tatsächlich zu geschehen, damit diese überwunden werden können?

Zu der Tiefe der Gräben tragen viele Ursachen bei. Da ist einerseits die Existenz rivalisierender Religionen, es gibt unterschiedliche Politikmodelle und da sind vor allem die wirtschaftlichen Interessen des noch immer dominierenden Westens zu nennen, der andere Regionen auf dieser Erde weiterhin vor allem unter "Nutzaspekten" betrachtet.

Die westlichen Industrienationen haben schwer zu kämpfen, um den Lebensstandard ihrer Bürger zu halten, nachdem das Wachstum, welches zu einem großen Teil auf der Ausbeutung der Resourcen der Länder in der Dritten Welt beruhte, zum Stillstand gekommen ist. Die absehbaren Engpässe an Öl, Uran und seltenen Erden werfen ihre Schatten voraus. Die Verarmung breiter Bevölkerungsschichten in den westlichen Industriestaaten als Folge der globalen Veränderungen vergrößert innerhalb der Gesellschaft die immer schon vorhandenen Gräben zwischen Bevölkerungsgruppen. Einem alten und gut untersuchten Muster zu Folge, sucht jede Gruppe die Ursache für die eigene Misere bei einer anderen Gruppe.

So werden bei uns in Deutschland "die Türken" oder die "Moslems" zur neuen Outgroup (Außengruppe, Sündenbock), über die man sich stellt und sich "besser" fühlen kann. Auf der Gegenseite erzeugt dies natürlich nicht gerade eine verbesserte Integrationsbereitschaft, sondern ebenfalls ein "Wir-Gefühl".

Ich würde mich freuen, wir könnten hier Beiträge sammeln, die eben zeigen, dass es auch anders geht. In meinem Arbeitsumfeld z. B. gibt es Deutsche mit türkischem Migrationshintergrund, die voll integriert und anerkannt sind. Wenn über manche der in letzter Zeit in Umlauf gesetzten und teilweise gerade auch von der sich "deutsch" fühlenden Bevölkerung begeistert aufgenommenen Thesen in unserem Kreis diskutiert wird, ist man peinlich berührt, aber auch wütend über die unzulässigen Pauschalierungen.

Um Gräben in der Gesellschaft zu überwinden, gehört als Voraussetzung sich bewusst zu machen, welche Instinkte uns dazu treiben, sie zu schaffen. Interessant ist es doch, dass wir - auch hier im ST - sehr häufig lesen können "Ja mein Nachbar, der Ausländer, der ist nett, aber ...". Häufig wird er sogar als Kronzeuge für die eigene Meinung zitiert. Es ist auch nicht zufällig, dass ein Herr Sarrazin sich just mit Mitgliedern der Gruppe umgibt, die er angreift. Dies macht ihn sozusagen "unangreifbar". Traurig genug, dass sich Menschen für so etwas hergeben. Die Angegriffenen, die Außengruppe, hingegen ist immer anonym, sie hat kein Gesicht, sie ist abstrakt, ein Konstrukt. Deshalb kann sie auch entmenschlicht werden.

In diesen Zusammenhang gehört auch, dass bekanntermaßen die Fremdenfeindlichkeit dort am größten ist, wo die "Fremden" am seltensten sind. Wie in diversen Zeitungen zu lesen war, ergab die IP-Auswertung von Gästebucheinträgen z. B. bei Plasberg etc., dass eindeutiger Fremdenhass aus Gebieten geäußert wurde, in denen gerade die Häufigkeit von Migranten niedrig ist. Erstaunlich ist ja auch, dass z. B. New York, obwohl von Terroranschlägen islamistischer Extremisten schwer getroffen, wesentlich liberaler ist als z. B. der "Bibelgürtel" in den USA, in dem der Bevölkerungsmix noch nicht angekommen ist.

Es mag deshalb trivial erscheinen, aber es ist trotzdem wichtig: Suchen wir den menschlichen Kontakt und vermeiden wir verallgemeinernde Aussagen über Gruppen. Der menschliche Kontakt zu Migranten würde auch helfen das Sprachproblem derselben zu beheben; denn was hilft der beste Deutschkurs, wenn anschließend keine Deutschen, z. B. in türkischen Vierteln, vorhanden sind, um die Sprache zu sprechen. Ich hatte fünf Jahre auf dem Gymnasium Französisch. Da ich diese Sprache kaum gesprochen habe, kann ich inzwischen höchsten noch einiges verstehen, aber selber reden? Fehlanzeige! Es wird also nicht genügen, für Migranten Sprachkurse anzubieten. Wichtig wird auch sein, dass wir Deutsche auf sie zugehen und sie in Gespräche verwickeln!

Karl
ursula_j
ursula_j
Mitglied

Re: Versöhnen statt spalten - meine Gedanken zum 11. September 2001
geschrieben von ursula_j
als Antwort auf wolfgang vom 11.09.2010, 07:30:22
Wolfgang, danke für deinen Link

hier ein kurzer Auszug

... den Berichten über das Ereignis kamen jeden Tag neue Merkwürdigkeiten, Ungereimtheiten, Widersprüche auf. Und das hat bis heute nicht aufgehört, im Gegenteil. Vieles, was damals im Konjunktiv und mit Fragezeichen formuliert werden musste, hat sich in der Zwischenzeit bestätigt, die Hinweise auf einen "inside job" sind überwältigend - und es braucht kein bestimmtes Gen, sondern nur einen IQ über Zimmertemperatur, um das anhand der offenen Fragen und ungeklärten Widersprüche zu erkennen.

Sehr viel schwieriger ist es dann aber, sich dieser Erkenntnis auch bewusst zu stellen. Denn was sagt es über den Zustand der Politik, der Medien, des Gemeinwesens, wenn 9/11 tatsächlich ein Inside-Job war, wenn unsere gewählten Repräsentanten tatsächlich 3.000 Menschen opfern, um ihre politischen Ziele zu erreichen, und wenn die "vierte Säule der Demokratie" – die freie Presse – tatsächlich über Jahre hinweg eine Verschwörungstheorie als historische Wahrheit verbreitet ? Das ist finster, ungeheuerlich, das kann nicht sein, das darf nicht sein.

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Re: Versöhnen statt spalten - meine Gedanken zum 11. September 2001
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf karl vom 11.09.2010, 10:03:08
Wichtig wird auch sein, dass wir Deutsche auf sie zugehen und sie in Gespräche verwickeln!
geschrieben von karl


Entschuldige bitte Karl, aber dieser Satz lässt für mich den Rest deiner Ausführungen blass zurück. Diese Formulierung zeigt auf eine Sicht von oben nach unten - planmäßiges "in ein Gespräch verwickeln" dokumentiert dominantes Denken.

Selbstverständlich ist das Gespräch so wichtig wie unverzichtbar.
Wir sehen hier im Forum gut, wie es läuft, wenn nur Nichtmuslime ihre Sorgen und Sichtweisen zur Denkweise "der Muslime" oder "der Islamisten" teilen. Ein wichtiger Schritt wäre also, einladend für Gesprächspartner aus dieser Bevölkerungsgruppe zu sein. Die Formulierung "ins Gespräch verwickeln" hat etwas autoritäres und ist nicht einladend.

Sorella


hugo
hugo
Mitglied

Re: Versöhnen statt spalten - meine Gedanken zum 11. September 2001
geschrieben von hugo
als Antwort auf adam vom 11.09.2010, 09:48:42
Der Sündenfall 9/11 war eine Kriegserklärung des radikalen Islamismus an die westliche Welt. Er war keine Rache für die Vergangenheit, sondern provokant, Rache herausfordernd, in die Zukunft gerichtet. (adam)

hm, genau darüber könnte man langanhaltend ausgiebig pro und contra diskutieren

was war Ursache und wo begann die Wirkung, die Reaktion,,,und ich kann mir absolut nicht vorstellen das es vorher keine Anlässe, keine Gründe, keine diesbezüglichen Ankündigungen auf Kommendes, auf zu Erwartendes gab.

Eine solche Rache, einen Anspruch auf eine solch gemeine Untat,,,sowas fällt nicht vom Himmel das muss -so die Geschichte- sehr oft mühevoll erst "verdient" werden.

Nun haben es diejenigen welche es betroffen hat sicher nicht verdient (wie zumeist bei kriegerischen Auseinandersetzungen wenns vor Allem die Zivilbevölkerung betrifft)

vorgestern gabs eine Doku zu den Geschehnissen und da kam ein Satz vor als in der dritten Maschine ein paar beherzte Männer eine Überwältigung der Terroristen plante: "die von einer Überwachungskamera gemachten Aufnahmen sind noch nicht freigegeben." was auch immer das bedeuten bzw bezwecken soll, ich habs nicht verstanden.

sollen denn weiterhin Gründe für ominöse Verdächtigungen (wie bei der Mondlandung usw. -von der ich bis heute annehme das sie tatsächlich stattgefunden hat) vorgehalten werden ??

hugo
karl
karl
Administrator

Re: Versöhnen statt spalten - meine Gedanken zum 11. September 2001
geschrieben von karl
als Antwort auf vom 11.09.2010, 10:47:45
Die Formulierung "ins Gespräch verwickeln" hat etwas autoritäres und ist nicht einladend.
geschrieben von sorella
ich bin gerne bereit, eine andere Formulierung von Dir zu übernehmen, denn die Intention, die Du mir unterstellst, liegt nicht vor. Ich habe übrigens immer den Standpunkt vertreten, dass im Seniorentreff auch Moslems willkommen sind. Leider hatte ich dabei nicht immer die Unterstützung der Mehrheitsfraktion.

Karl
Re: Versöhnen statt spalten - meine Gedanken zum 11. September 2001
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf karl vom 11.09.2010, 11:22:49
"zu versuchen, ins Gespräch zu kommen" - wäre mein Vorschlag.

Aus der Erfahrung heraus, dass dies aus verschiedenen Gründen nicht einfach sein kann,
denn die Türken meines Alltags kommen nicht aus intellektuellen Kreisen - und schon gar nicht die Frauen.
Als ich vor gut 30 Jahren mit dem VW-Bus für einige Wochen die Türkei bereiste, habe ich vorher einen Verständigungsgrundstock in Türkisch mit dem Pferdepfleger unseres Reitstalls erarbeitet. Zum Amüsement seiner kompletten Familie musste ich meine Fortschritte Sonntags immer in seinem Wohnzimmer vorführen.
In seinem ostanatolischen Heimatdorf habe ich damals Einblicke in türkisch-ländlich-östliche Lebens- und Sichtweisen bekommen, die mich bis heute prägen.
Mein Türkisch ist leider inzwischen wie dein Französisch auf einen mickrigen Bestand zusammengeschrumpft. Damals führte es zu der Besonderheit, dass die Konversation komplett mit mir (und nicht mit meinem männlichen Begleiter) geführt werden musste und ich auf diese Art viel Kontakt mit türkischen Männern hatte, die sonst niemals mit einer fremden Frau gesprochen hätten. (Die Erklärung dafür, dass ich mit den Männern das Essen teilen durfte, war: Du bist keine Frau. Du bist westlich. So simpel kann man sich also die Welt sortieren!)

Zur Frage der Mehrheitsfähigkeit von Ansichten:
Wenn die Teilnahme an diesem Forum tatsächlich religionsabhängig sein sollte, weil die Mehrheit der Mitglieder dies befürwortet, dann wären wir hier ja noch weiter zurück, als ich in meinen traurigsten Lesestunden wähnte.

Sorella


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