Forum Politik und Gesellschaft Diskussion historischer Ereignisse Versöhnen statt spalten - meine Gedanken zum 11. September 2001

Diskussion historischer Ereignisse Versöhnen statt spalten - meine Gedanken zum 11. September 2001

hugo
hugo
Mitglied

Re: Versöhnen statt spalten - meine Gedanken zum 11. September 2001
geschrieben von hugo
als Antwort auf vom 11.09.2010, 11:35:40
hm ,,,woher mag das kommen das ich so oft das Gefühl habe das unterschwellig mehr anklagende, unverständliche, negative Inhalte aus Beiträgen herausgelesen und geechotet werden, als verständnisvolle Zustimmung zu positiven Teilen ?

und in der großen Politik scheint das auch so zu sein und bei den Annäherungsbemühungen zwischen den Religionen erst recht,,

hugo
Re: Versöhnen statt spalten - meine Gedanken zum 11. September 2001
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf hugo vom 11.09.2010, 11:43:48
hm ,,,woher mag das kommen das ich so oft das Gefühl habe das unterschwellig mehr anklagende, unverständliche, negative Inhalte aus Beiträgen herausgelesen und geechotet werden, als verständnisvolle Zustimmung zu positiven Teilen ?

und in der großen Politik scheint das auch so zu sein und bei den Annäherungsbemühungen zwischen den Religionen erst recht,,

hugo
geschrieben von hugo



hugo, deine Frage wird nur konstruktiv sein, wenn du Beispiele nennst.
Sonst kann ich dir beim Gründeln nach der Ursache deiner Gefühle nicht behilflich sein.

Ganz allgemein gesagt:
Neben so simplen Problemen wie Lesekompetenz und Leseverständnis gibt es auch noch das Problem der Diskussionsfähigkeit.

Ich bin immer bereit, auch Teilaspekten in einer Ausführung öffentlich zuzustimmen, die ich teile. Das solltest du selbst bereits bemerkt haben.
Die Diskussion entsteht allerdings naturgemäß aus den Punkten anderer Sichtweise.
Mit der Feststellung "Ich stimme dir zu" ist ein Diskussionspunkt nämlich dann abgearbeitet und erledigt.

Sorella


hafel
hafel
Mitglied

Re: Versöhnen statt spalten - meine Gedanken zum 11. September 2001
geschrieben von hafel
als Antwort auf karl vom 10.09.2010, 22:05:23
Mit dem 11. September kam die Debatte über den Islam, den "Islamismus" und religiösen Fanatismus. Ab diesem Datum bestimmten die Religionen – und damit die Kulturen- die Agenda. Dabei wurde eine simple Wahrheit neu erkannt: die islamische und westliche Kultur unterscheiden sich bedeutend von einander. Religion, Kultur, Gesellschaft, Traditionen und Lebensformen beider Kulturkreise sind grundverschieden. Was bisher als bekannte Binsenweisheit galt, erwies sich plötzlich als unterschätzte Erkenntnis.

Heute, neun Jahren nach dem 11. September, bleiben Kultur und Religion weiter ein ernst zu nehmendes Thema. Wenn verirrte Evangelikale den Koran verbrennen wollen, ist das einer religiösen Kriegserklärung gleich zu setzen. Und wenn jemand schreibt, muslimische Schüler seien leistungsschwächer als die Einheimischen, geht es auch nur schlicht um Konfrontation religiöser Themen. Es gibt auch viele Beispiele auf der Gegenseite.

Nun mag man zu Recht einwenden, dass die Religion heute ein sekundäres Thema ist. Wirtschaft, Politik, Umwelt, Bildung und Gesundheit seinen zumindest ebenso relevant. Das mag wohl auch richtig sein, aber unser Zeitgeist verkennt dabei, dass Religion außerhalb Europas eine riesengroße Rolle spielt. So wachsen Christentum und Islam besonders stark in Asien, Afrika und Lateinamerika. Auch wenn wir Europäer uns immer weniger zur Religion bekennen, so gilt das nicht für den Rest der Welt. Erst wenn das bei uns richtig erkannt und eingeordnet wird, können wir die richtigen Strategien im "Kampf der Kulturen" finden.

Hier werden allerdings keine Feindbilder und Brunnenvergifter benötigt. Wir brauchen schlicht und einfach ein Verständnis für Geschichte, Ideale, Werte, Sitten und Kultur der eigenen und der anderen Seite.

Doch wir sollten uns dabei nichts vor machen, der "Kampf der Kulturen" ist real. In diesem Kulturkampf "siegt" nur, wer die Herausforderung mutig und selbstbewusst annimmt und dabei aber auch seine eigene Religion und Kultur nicht verleugnet.

Hafel

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karl
karl
Administrator

Re: Versöhnen statt spalten - meine Gedanken zum 11. September 2001
geschrieben von karl
als Antwort auf hafel vom 11.09.2010, 12:13:35
Hier werden allerdings keine Feindbilder und Brunnenvergifter benötigt. Wir brauchen schlicht und einfach ein Verständnis für Geschichte, Ideale, Werte, Sitten und Kultur der eigenen und der anderen Seite.
So sehe ich das auch, hafel. Vielen Dank für diese Aussage.
Doch wir sollten uns dabei nichts vor machen, der "Kampf der Kulturen" ist real. In diesem Kulturkampf "siegt" nur, wer die Herausforderung mutig und selbstbewusst annimmt und dabei aber auch seine eigene Religion und Kultur nicht verleugnet.
Auch hier kann ich Dir zustimmen. Das Verleugnen der eigenen Kultur wäre fatal. Ich würde nur nicht den Begriff "siegen" verwenden, denn dies impliziert, dass jemand "verlieren" muss. Verlieren sollten die Brunnenvergifter und Hassprediger; Kulturen, die miteinander im Wettstreit stehen, können immer aber auch alle gewinnen. Ich jedenfalls erlebe die Vielfalt als eine Bereicherung und nicht als eine Bedrohung.

Karl
Re: Versöhnen statt spalten - meine Gedanken zum 11. September 2001
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf hafel vom 11.09.2010, 12:13:35
...
Hier werden allerdings keine Feindbilder und Brunnenvergifter benötigt. Wir brauchen schlicht und einfach ein Verständnis für Geschichte, Ideale, Werte, Sitten und Kultur der eigenen und der anderen Seite.

Doch wir sollten uns dabei nichts vor machen, der "Kampf der Kulturen" ist real. In diesem Kulturkampf "siegt" nur, wer die Herausforderung mutig und selbstbewusst annimmt und dabei aber auch seine eigene Religion und Kultur nicht verleugnet.

Hafel


Ja Hafel

astrid
astrid
Mitglied

Re: Versöhnen statt spalten - meine Gedanken zum 11. September 2001
geschrieben von astrid
als Antwort auf Gurkenbieger vom 11.09.2010, 06:48:23
Hallo Gurkenbieger,
ich sehe es auch so wie Du.
Natürlich ging es mal wieder um das Öl,
was auch in den Beiträgen mal wieder zur Sprache kam.
Also mal wieder wirtschaftliche Belange und eben die Religion
des Islam's.
Aber seht Euch bitte mal den Text immer unter den Bildern an.
Vielleicht kommt man dann zu einem anderem Denken?

Was mich wunderte, auf eine dieser Seiten, da wird ein Bild
gezeigt, bevor ein Flugzeug in den Tower rast. War es Zufall?
Daran kann man doch wirklich kaum glauben oder???
Stand zufällig Jemand dort und nahm es auf?

LG Astrid


Über die Ereignisse des 11. Septembers 2001 existieren viele Gerüchte. Verschwörungstheoretiker haben diverse Thesen zu den Hintergründen der Anschläge entwickelt und behaupten unter anderem, die amerikanische Regierung hätte von den Angriffen gewusst. In unserer Bildergalerie stellen wir Ihnen einige der populärsten Verschwörungstheorien rund um "9/11" vor.
© dpa
geschrieben von © dpa







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hafel
hafel
Mitglied

Re: Versöhnen statt spalten - meine Gedanken zum 11. September 2001
geschrieben von hafel
als Antwort auf karl vom 11.09.2010, 12:33:45
@ Karl: "Ich würde nur nicht den Begriff "siegen" verwenden"

In der Tat, ich habe eine Zeitlang über die Formulierung "siegen" nach gedacht und sie dann in "Anführungsstriche" gesetzt. Aber ich gebe Dir Recht: zum Siegen gehört auch immer ein Verlierer. "Einsehen" wäre die bessere Formulierung.

Hafel
miriam
miriam
Mitglied

Re: Versöhnen statt spalten - meine Gedanken zum 11. September 2001
geschrieben von miriam
Ein Rückblick auf dem 11.9.2001, den man als einigermaßen objektiv ansehen könnte, gelingt mir persönlich heute nicht mehr.

Dafür gibt es mehrere und sehr unterschiedliche Gründe – wobei ich den Eindruck habe, dass die Gesellschaft allgemein seit diesem Datum, viel mehr von Angst beherrscht wird, als vor dem 11.9.

Der Vorschlag von Karl: "Versöhnen statt spalten", ist sehr begrüßenswert.
Doch gewinne ich im laufe der Zeit immer mehr den Eindruck, dass die Angst uns sogar daran hindert, die Hand auszustrecken - als Symbol dieser Versöhnung.

Seit diesem fatalen Datum, hilft es uns wenig, wenn wir uns rational sagen, dass wir oder unsere Familien, durch unsere Lebensgeschichten, nicht zu den potentiellen Opfern eines solchen Anschlags gehören können.

Die Angst ist diffus, weil auch die Zielgruppen solcher grauenhaften Anschläge, diffus geworden sind.
Es sind willkürliche Opfer, die mit einem erkennbaren Motiv der Täter nicht in Zusammenhang gebracht werden können.
Es zählt eher die Zahl der Opfer, als ihre Zugehörigkeit zu einem Kulturkreis, zu einer sozialen Schicht, usw.

Kein Wunder, dass auf so einem Nährboden die Verschwörungstheorien gedeihen, wie man auch hier leider feststellen muss.
Und trotzdem die Anmerkung: ein fast unerklärliches Ereignis durch absurde Kausalitäten erklären zu wollen, kann nur den Konflikt und die Ängste vertiefen und schüren.

Miriam
Re: Versöhnen statt spalten - meine Gedanken zum 11. September 2001
geschrieben von mart1
als Antwort auf miriam vom 11.09.2010, 13:59:29
Aber es ist doch gerade die diffuse Angst, die Verbrecher dieser Art hervorrufen wollen und dadurch auf jeden Fall sich als Sieger ansehen können. Es ist absurd, wenn Menschen sich da hineinhetzen lassen bzw. wenn eine Gesellschaft eine generelle Paranoia entwickelt.

Müßte man sich nicht viel mehr fürchten, wenn man ins Auto steigt?


Zum angesprochenen "Sieg". Wenn sich ein Paar streitet und es geht um Gewinnen oder Verlieren, dann müßte es doch allen klar sein, dass diese Strategie nicht zu einem friedlichen Verhältnis führen kann. Es führt auch zu nichts, wenn gerade an den Punkten, in denen Empfindlichkeiten herrschen, herumgewühlt wird. Gerade das führt doch zu einer Verhärtung der Standpunkte.

Ergo "Kampf der Kulturen": Es geht ganz sicher nicht um Sieg und Niederlage, sondern um das Zusammenleben in einer zunehmend vernetzten Welt. Und wenn den aufklärerischen Strömungen in diesen anderen Kulturen nicht der Wind aus den Segeln genommen wird, ist schon viel geschehen.
Ich las gerade die Ansichten eines Imams in einer Tageszeitung von Saudiarabien, der unter anderem die Trennung von Staat und Kirche als total vereinbar mit dem Islam ansieht, eine erstaunliche Predigt eines Imams in Al Arabica (?), die für meine Ohren erstaunlichst modern klingt. Diese Leute sollte man nicht torpedieren, indem man mit der Tür in Haus fällt und gerade das tut oder lobt oder auszeichnet, was wirklich in dieser Kultur kaum erträglich erscheint.
Um einem Kind das Schwimmen beizubringen, gibt es bessere Wege als sie ins Wasser zu werfen.

schorsch
schorsch
Mitglied

Re: Versöhnen statt spalten - meine Gedanken zum 11. September 2001
geschrieben von schorsch
als Antwort auf karl vom 10.09.2010, 22:05:23
Die beste Art, Versöhnung zu üben statt Spaltung, wäre die Äusserung eines höchsten Imams in NY, man werde auf die Mosche, die auf dem Platz des 11. Septembers gebaut werden soll, über der Eingangspforte in grosser Schrift einmeisseln:

"Wir, die amerikanischen Moslems, schämen uns, dass Glaubensbrüder von uns einen solch mörderischen Anschlag auf die USA gemacht haben".

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