Forum Politik und Gesellschaft Diskussion historischer Ereignisse Versöhnen statt spalten - meine Gedanken zum 11. September 2001

Diskussion historischer Ereignisse Versöhnen statt spalten - meine Gedanken zum 11. September 2001

karl
karl
Administrator

Re: Versöhnen statt spalten - meine Gedanken zum 11. September 2001
geschrieben von karl
als Antwort auf vom 11.09.2010, 22:51:19
Ich gehe davon aus, dass der von dir fett geschriebene Satz keine Drohung gegen mich sein soll.
geschrieben von Sorella
Wie kommst Du darauf, was hast Du vor?
Karl
karl
karl
Administrator

Re: Versöhnen statt spalten - meine Gedanken zum 11. September 2001
geschrieben von karl
Obama hat gestern versucht zu versöhnen und nicht zu spalten. Er sagte, die USA würden niemals Krieg gegen den Islam führen und die Anschläge hätte nicht eine Religion, sondern eine Bande von Männern, die Religion pervertieren, durchgeführt.

Ich hoffe, dass seine Worte nicht in dem Geschrei der Fundis beider Seiten untergehen.

Karl
wolfgang
wolfgang
Mitglied

Re: Versöhnen statt spalten - meine Gedanken zum 11. September 2001
geschrieben von wolfgang

--
Wolfgang

Anzeige

adam
adam
Mitglied

Re: Versöhnen statt spalten - meine Gedanken zum 11. September 2001
geschrieben von adam
als Antwort auf karl vom 12.09.2010, 09:00:50
Obama hat gestern versucht zu versöhnen und nicht zu spalten. Er sagte, die USA würden niemals Krieg gegen den Islam führen und die Anschläge hätte nicht eine Religion, sondern eine Bande von Männern, die Religion pervertieren, durchgeführt.

Ich hoffe, dass seine Worte nicht in dem Geschrei der Fundis beider Seiten untergehen.

Karl
geschrieben von karl


@karl,

selbstverständlich kann man gegen eine Religion keinen Krieg führen, ebensowenig kann man eine Religion verbrennen. Das eine ist eine Floskel, das andere eine symbolische Handlung.

Aber Kriege werden gegen Menschen geführt und die Symbolik ist gegen Menschen gerichtet. Wenn ich bei einem religiös motivierten Gewaltakt sterbe, hilft es mir wenig, zu wissen, daß die Mehrheit der Gläubigen dieser Religion den Gewaltakt nicht begangen hätte.

Wir können doch in die eigene Vergangenheit blicken. Der Dreißigjährige Krieg und seinen Folgen kostete etwa 4 Millionen Menschen das Leben, was in etwa einem Viertel der damaligen Bevölkerung entspricht. Ganze Landstriche waren entvölkert. Die Kriege waren "Religionskriege", natürlich machtpolitisch motiviert. Die Mehrzahl der Gläubigen hätte die Kriege sicher nicht geführt.

Der Kolonialisierung in Übersee fielen im Namen der christlichen Religion ganze Völker und Kulturen zum Opfer. Die Überwältigende Mehrheit der christlichen Gläubigen hätte diese Greueltaten nicht begangen, war dazu gar nicht in der Lage.

Obwohl die Gewalt immer einen anderen als einen religiösen Hintergrund hatte, wurden sie den eigenen Menschen als religiös begründet. Siehst Du die Parallenen zur heutigen Zeit?

Es spielt keine Rolle, wie friedlich oder gar harmlos die Mehrzahl der Anhänger einer Religion oder Ideologie sind. Gefährlich sind die Vertreter, die hinter der Deckung der Religion ihre Interessen bündeln und sich aus der friedlichen Mehrheit die Möglichkeiten holen, um diesen Interessen Nachdruck zu verleihen. Stoßen sie dabei auf Widerstand von außen, geben sie das als Bedrohung an die eigene friedliche Mehrheit weiter und nützen die so geschürte Angst/Ressentiments als Berechtigung, um ihrerseits nach außen zu drohen oder gar Gewalt anzuwenden. Es gibt also auch eine innenpolitische Spirale, aus der Gewalt droht. Der Verweis auf die friedliche Mehrheit ist m.E. Augenwischerei, wenn es darum geht, Gewalt abzuwenden.

Bei internationalen Konflikten ist es sicher eine humane Überlegung, daß Unschuldige der Gewalt zum Opfer fallen werden, letztendlich geholfen hat diese Überlegung noch bei keinem Krieg. Und ist die Spirale der Gewalt erstmal in Bewegung, ist es fast unmöglich, sie wieder zu stoppen.

Die Spirale der Gewalt ist im Gegeneinander der Kulturen bereits in Bewegung, trotz einer überwältigenden, friedlichen Mehrheit der Menschen auf beiden Seiten. Zu stoppen wir sie nur sein durch Veränderung der politischen Zustände, im Inneren der beiden Lager, z.B. muß die Nato wieder als reines Verteidigungsbündnis erkennbar sein, um gegen die Aufrüstung im anderen Lager argumentieren zu können.

Dabei kann es behilflich sein, zu wissen, daß es jede Menge friedfertiger Menschen auf der anderen Seite gibt, entscheidend wird aber sein, wie hoch die eigenen Ideale eingeschätzt werden, die es zu erhalten gilt. In diesem Sinne kann es zur Zeit nur darum gehen, die Grenze zu erkennen, die beide Lager nicht bereit sind aufzugeben und diese Grenze klar zu kennzeichnen. Werden diese Grenzen akzeptiert, kann man reden. Hilfreich sind dabei immer wirtschtschaftliche Interessen, über die Vertrauen aufgebaut werden kann. Entscheidend dabei ist, daß der Handel oft an den Regierungen vorbei geführt werden kann, also zwischen den friedlichen Mehrheiten stattfindet. Das Kennenlernen ist wichtig, über das Ressentiments abgebaut werden.

--

adam
Re: Versöhnen statt spalten - meine Gedanken zum 11. September 2001
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf karl vom 12.09.2010, 08:53:17
Ich gehe davon aus, dass der von dir fett geschriebene Satz keine Drohung gegen mich sein soll.
geschrieben von karl
Wie kommst Du darauf, was hast Du vor?
Karl
geschrieben von Sorella


Ich habe vor, hier weiterhin - wie bisher - meine Meinung zu äußern.
Im Übrigen bin ich der Ansicht, dass ich mich an die AGB halte.
Wenn du diese Ansicht nicht teilst, dann nenne mir bitte das dazugehörige Beispiel.

Sorella


Re: Versöhnen statt spalten - meine Gedanken zum 11. September 2001
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf adam vom 12.09.2010, 11:57:54
...

Die Spirale der Gewalt ist im Gegeneinander der Kulturen bereits in Bewegung, trotz einer überwältigenden, friedlichen Mehrheit der Menschen auf beiden Seiten. Zu stoppen wir sie nur sein durch Veränderung der politischen Zustände, im Inneren der beiden Lager, z.B. muß die Nato wieder als reines Verteidigungsbündnis erkennbar sein, um gegen die Aufrüstung im anderen Lager argumentieren zu können.

Dabei kann es behilflich sein, zu wissen, daß es jede Menge friedfertiger Menschen auf der anderen Seite gibt, entscheidend wird aber sein, wie hoch die eigenen Ideale eingeschätzt werden, die es zu erhalten gilt. In diesem Sinne kann es zur Zeit nur darum gehen, die Grenze zu erkennen, die beide Lager nicht bereit sind aufzugeben und diese Grenze klar zu kennzeichnen. Werden diese Grenzen akzeptiert, kann man reden. Hilfreich sind dabei immer wirtschtschaftliche Interessen, über die Vertrauen aufgebaut werden kann. Entscheidend dabei ist, daß der Handel oft an den Regierungen vorbei geführt werden kann, also zwischen den friedlichen Mehrheiten stattfindet. Das Kennenlernen ist wichtig, über das Ressentiments abgebaut werden.

geschrieben von adam



Hallo adam,

ich finde deinen Beitrag insgesamt sehr gut und würde ihn in allen Punkten unterschreiben.

Im blau gekennzeichneten Bereich sehe ich aber auch gleichzeitig die Problematik:
Wirtschaftliche Interessen können das Vehikel für die Motivation zur Annäherung sein.
In der Praxis sind sie aber auch meist die Ursache für kriegerische Auseinandersetzungen und Unterdrückung.

Ich sehe die Zukunft dort als rosiger, wo nicht mehr die Gewinnmaximierung als das höchste anzustrebende Gut angesehen wird.


Sorella



Anzeige

nasti
nasti
Mitglied

Re: Versöhnen statt spalten - meine Gedanken zum 11. September 2001
geschrieben von nasti
als Antwort auf vom 11.09.2010, 22:51:19
ich füge mich einfach ein:

Ich verfolge auch fast jeder Programm mit 11. September. Mein Schmerz damit ist nicht kleiner geworden wie vor 9 Jahren. Die Verschwörung Theorien vertiefen noch mein Leid damit. Wäre das möglich so ein diabolischen Plan schmieden - gleichzeitig die Terroristen mit Flugzeug und angebliche Sprengstoff Explosionen in Zwillings Gebäude?? Wäre das wirklich wegen Mammon so geplant?
Es ist und bleibt in unseren Seele wie ein tiefes Wund, jede menschliche Gedanke erfriert dabei, ich finde es schlimmer wie ein Krieg oder Cholera. Die Welt hat sich plötzlich verändert, in meine Seele und nach fragen der anderen ist ein Riss geblieben, wo sich unangenehme Menschen reingeschlicht hatten seit 11. September.

Nasti
adam
adam
Mitglied

Re: Versöhnen statt spalten - meine Gedanken zum 11. September 2001
geschrieben von adam
als Antwort auf vom 12.09.2010, 12:28:23
Hallo adam,

ich finde deinen Beitrag insgesamt sehr gut und würde ihn in allen Punkten unterschreiben.

Im blau gekennzeichneten Bereich sehe ich aber auch gleichzeitig die Problematik:
Wirtschaftliche Interessen können das Vehikel für die Motivation zur Annäherung sein.
In der Praxis sind sie aber auch meist die Ursache für kriegerische Auseinandersetzungen und Unterdrückung.

Ich sehe die Zukunft dort als rosiger, wo nicht mehr die Gewinnmaximierung als das höchste anzustrebende Gut angesehen wird.


Sorella
geschrieben von sorella


@sorella,

ich schrieb ja von "hilfreich". Sicher ist das kein Allheilmittel und sollte im Zusammenhang mit Ressourcen auch nicht immer einseitig gesehen werde. Klar braucht der Westen Ressourcen, die sich im Besitz von islamischen Staaten oder in Ländern der 3. Welt befinden. Aber der Westen hat ja auch was zu bieten, z.B. was Entwicklung und Technologie anbelangt.

Wir sollten z.B. zukünftig darauf achten, nicht nur einige Emire unermesslich reich zu machen und, wie ähnlich geschehen, Diktatoren goldene Betten, im Gegenzug zu Reichtümern des jeweiligen Landes, zu finanzieren, sondern bestrebt sein, daß die Bezahlung dem Land zugute kommt.

Wo sind die vielen Billionen geblieben, die für Öl bezahlt wurde? Warum ist Dubai pleite, aber nicht sein Emir? Alles ist bestimmt nicht in den Taschen der Ölkonzerne hängen geblieben.

Die Handelsbeziehungen hatte ich aber nur am Rand angesprochen. Das könnte sicher näher diskutiert werden. Mein eigentliches Anliegen war, daß mit Verweis auf eine friedliche Bevölkerung die Probleme weder angegangen, noch gelöst werden können.

--

adam

karl
karl
Administrator

Off topic
geschrieben von karl
als Antwort auf vom 12.09.2010, 12:07:34
@ Sorella,


?? ich verstehe Dich nicht. Ich habe Dir doch nun wirklich nirgends vorgeworfen, die AGBs nicht einzuhalten. Was also sollen diese seltsamen Beiträge deinerseits?

Niemand bestreitet Dir das Recht, hier Deine Meinung zu sagen. Wenn man unbedingt will, scheint man missverstehen zu können, aber ich habe noch einmal alles nachgelesen: Man muss sich schon sehr anstrengen und einen allgemeinen, grundsätzlich gemeinten Satz auf sich persönlich beziehen.

Karl
karl
karl
Administrator

Re: Versöhnen statt spalten - meine Gedanken zum 11. September 2001
geschrieben von karl
als Antwort auf adam vom 12.09.2010, 14:02:01
daß mit Verweis auf eine friedliche Bevölkerung die Probleme weder angegangen, noch gelöst werden können.
geschrieben von adam
Darauf hinzuweisen, würde aber helfen, in der eigenen Bevölkerung die Hysterie zu vermindern und dem Gruppenhass entgegenzuwirken. Früher wurden Kriege nämlich immer auch dadurch vorbereitet, dass der Hass auf die zu Überfallenden geschürt wurde.

Karl

Anzeige