Eigene Gedichte BLÖDEL-LYRIK

na-und
na-und
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BLÖDEL-LYRIK
geschrieben von na-und
Das Dackellied

Ich hab so ein Gefühl im Bauch.
Die Sonne lacht, die Salve auch
beim Schützenfest in Undeloh.
Man jauchst hier selten aber froh.

Ein Hundefloh hat Blut gesaugt,
gezielt den Dackel ausgelaugt,
der häufchenmachend Ärger kriegt,
weil dieses fußweglaufend liegt.

So bellt er lautstark Hundelieder.
Den Anfang nur, doch immer wieder.
Sein Herrchen auf die Notdurft stiert,
weil grad der HSV verliert.

Das Herrchen beugt erneut sich nieder,
da muss der dumme Hund schon wieder.
Es beugt der Herr sich nun nicht mehr,
denn Tauben fliegen jetzt einher.

Dahinten wohl Champagner knallt?
Man singt: „Du schöner Westerwald.“

Der Schützenkönig wurd erschossen!
Da hat man Undeloh geschlossen.

miriam
miriam
Mitglied

Re: BLÖDEL-LYRIK
geschrieben von miriam
als Antwort auf na-und vom 28.10.2010, 09:16:48
Auch wenn ich bitterlich weinen musste beim Lesen dieses Dramas: danke dir für diese ungereimt-gereimte Geschichte...

Da du meine Neugier geweckt hast, fahre ich demnächst sicherlich nach Undeloh.

Liebe Grüße

Miriam
na-und
na-und
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Re: BLÖDEL-LYRIK
geschrieben von na-und
als Antwort auf miriam vom 28.10.2010, 10:02:41
Vielleicht übst du dich je auch mal in Blödel-Lyrik?! Könnte vielleicht ja ein kleiner Blödel-Tummelplatz werden.

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miriam
miriam
Mitglied

Re: BLÖDEL-LYRIK
geschrieben von miriam
als Antwort auf na-und vom 28.10.2010, 10:14:15
Werde ich sicherlich tun - eigentlich hatte ich es fast schon begonnen:

Jetzt weiß ich: in Undelohs Gemeinderat,
- Dies habe ich mir grad angesehn -
Welche Partei wie viele Sitze hat:
Es sind CDU - 5 Sitze (dies ist die Spitze)
SPD nur ein Sitz – wie auch die FDP im Rat,
Doch UWG Undeloh hat sogar 2 Sitze...





na-und
na-und
Mitglied

Re: BLÖDEL-LYRIK
geschrieben von na-und
Technik auf dem Lande
Eine Betrachtung

Den Deckel auf, den Deckel zu.
Im Schweinestall brüllt eine Kuh
Erst laut und dann doch ziemlich still,
weil sie Musik von Tschechow will.

Ein Kind spielt Fußball auf dem Hof,
dies finden selbst die Schweine doof.
Der Ball, der läuft, die Nase auch
und überall schwebt Herbsteshauch.

Es brüllt die dumme Kuh, die Frida
modern gestylt, denn sie trägt lila,
Der Bauer schaut der Kuh jetzt zu
und klappt allhier den Deckel zu.

Die Stimmung schwillt und auch der Bach;
der Mann liest jetzt im Almanach.
Den Hebel hin- und hergerückt.
Im Stall der Knecht die Magd beglückt.

Der Bauer blickt zur Kuh erneut.
Doch lacht die jetzt, weil sie sich freut.
Sie hebt den Schwanz mit Wohlgefallen,
lässt frisches Grün zu Boden fallen.

Nun schaltet sich der Stier noch ein
brüllt mit den Kühen im Verein.
Die Ferkel laufen längsgestreift.
der Bauer in den Kasten greift.

Die Hoffrau singt von Kanaan,
da springt die Melkmaschine an.
Der Bauer kratzt sich hinterm Ohr,
Es jault sein Hund aus Labrador.

miriam
miriam
Mitglied

Re: BLÖDEL-LYRIK
geschrieben von miriam
als Antwort auf na-und vom 04.11.2010, 10:11:11
Ach Na-und, jetzt weiß ich endlich, dass ich Folgendes wirklich vernommen habe:

Stimmengewirr

Es bellt die Katz, ich hab's vernommen,
Und fragte mich, wie ist das gekommen?
Dann miaute ein Hund, das klang ungesund,
Als hätt' er 'nen Knochen in seinem Schlund...

Ich ging nun weiter durch die Natur,
Und traf auf ein Pferd - das blökte nur...
Dabei unterhielt es sich mit 'nem Bären,
Der quakte und das noch in allen Ehren...

Es schnurrt nun mein Goldfisch, und zischt 'ne Taube,
Die haust meist im Garten, in unserer Laube....
Ein Häschen fing an zu meckern spontan,
Ich frage mich: was macht die Ziege fortan?


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Lilith
Lilith
Mitglied

Re: BLÖDEL-LYRIK
geschrieben von Lilith
als Antwort auf na-und vom 28.10.2010, 09:16:48
Wo man singt....

Auch ich hatte mal einen kleinen Dackel,
und kam er zu mit mit Schwanzgewackel,
dann sang er zusammen mit mir im Duett:
Ich im Sopran, er im höchsten Falsett.

Als er dann verschwand, dieser Dackel – das Luder,
da fehlte mir einfach ein Sangesbruder.
Ich versuchte nun, in den Ecken die Spinnen
in meine Gesänge mit einzustimmen.

Doch wurde mir deren Gesang bald zuwider:
Sie verhunzten mit ihrem Gebrumm alle Lieder.
Ich beschimpfte sie laut „nun gebt endlich Ruh’!“
Und wandte mich schnell Nachbars Katze zu.

Doch als diese anfing, zu tirilieren,
da mußt’ ich mich meines Gesangs sehr genieren.
So hab’ ich das Singen nun ganz aufgegeben
Und wandere ohne Choräle durchs Leben….
Lilith
Lilith
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Re: BLÖDEL-LYRIK
geschrieben von Lilith
als Antwort auf Lilith vom 04.11.2010, 14:23:52
"tirillieren" schreibt man natürlich mi zwei "l".
cecile
cecile
Mitglied

Re: BLÖDEL-LYRIK
geschrieben von cecile
als Antwort auf Lilith vom 04.11.2010, 20:01:22

und noch eine musikalische Idylle:


Gegen Mitternacht, im karierten Frack,
Spielt der Ferdinand so gern Dudelsack.

Triangelbegleitung, ganz piano
Machen die drei Möpse im Paletot.

Eine Spinne geigt in dur und in moll.
Die Blümchentapete findet das toll.

Und der Uhu draussen im Takte sich wiegt.
So hat jeder das, was er braucht, auch gekriegt!
na-und
na-und
Mitglied

Re: BLÖDEL-LYRIK
geschrieben von na-und
als Antwort auf cecile vom 05.11.2010, 00:17:30
Das tut jetzt schon fast weh .....

Schimmernde Bögen im Regen.
Häuslicher und schiefer Segen.
Liebliche Nacht, die der Tag
einfach zerbrechen vermag.

Qualvolle Enge und Zug,
wo man sich schlechter betrug.
Graugrüne Hoffnung und Qual
fetter, geräucherter Aal.

Hoffnung, bizarr voller Licht
worin das Dasein gebricht.
Schönheit, dir jubel ich zu!
Quietschende Kröte hat Ruh.


Roland

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