Forum Kunst und Literatur Fernsehen und Film Die Propagandaschlacht um die Gentechnik

Fernsehen und Film Die Propagandaschlacht um die Gentechnik

clara
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Die Propagandaschlacht um die Gentechnik
geschrieben von clara
So heißt die brandneue Sendung heute Abend 21.45 in der ARD. Untertitel: Wie Politik und Verbraucher manipuliert werden. Leider beginnt sie fast parallel zum Fußballspiel im ZDF, aber Aufnahmegeräte und Internet erlauben ja, sie noch später zu sehen.

Clara
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Re: Die Propagandaschlacht um die Gentechnik
geschrieben von clara
als Antwort auf clara vom 08.07.2014, 16:11:39
Hier also der Link zum Film. Gestern war es zuviel verlangt, ARD zu schauen! Clara
Felide1
Felide1
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Re: Die Propagandaschlacht um die Gentechnik
geschrieben von Felide1
als Antwort auf clara vom 09.07.2014, 14:09:10
Die Dokumentation zeigt was ich schon immer von der Gentechnik halte, es gereicht für die Verbraucher in keiner Weise zum Vorteil. Einzig und allein die Konzerne die diesen Mist herstellen ziehen einen Profit daraus.
Ich hoffe die EU-Bürger und Politiker wehren sich dagegen und gehen auf diese von Amerika ausgehenden Erpressungen nicht weiter ein und stellen auch die Verfütterung von genmanipulierten Futtermitteln ein.

Felide

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det
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Re: Die Propagandaschlacht um die Gentechnik
geschrieben von det
Ich halte das Thema für komplex genug, daß es darauf keine einfachen Antworten gibt. Gentechnik in der Landwirtschaft wirkt erschreckend, weil wir die Produkte direkt oder indirekt essen. Andererseits müssen wir bedenken, wo überall die Gentechnik heute schon sinnvoll eingesetzt wird, z.B. In der Produktion von Insulin. Mir ist die ganze Diskussion um das Thema viel zu sehr emotional aufgeheizt. Als ich vor Kurzen las, daß nicht nur ein Forscher, sondern auch seine Frau und seine Kinder Todesdrohungen von Gentechnik-Gegnern erhielten, da wurde deutlich, wohin es führt, wenn die Beteiligten es zulassen, daß eine Diskussion derartig aufgeheizt wird. Nachdenklich machte mich auch der unten verlinkten Artikel.
Ich weiß nicht so recht, was ich von dieser Technik halten soll. Einerseits kann sie viele Vorteile bieten, andererseits sind die Risiken wohl schlecht abzuschätzen. Die Gentechnik ist ein Beispiel für ein Thema, bei dem Laien sich selbst ein Urteil nur noch "aus zweiter oder dritter Hand" durch lesen von populärwissenschaftlichen Artikeln bilden kann. Fernsehberichte reichen mir jedenfalls nicht.

det
panda
panda
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Re: Die Propagandaschlacht um die Gentechnik
geschrieben von panda
als Antwort auf det vom 10.07.2014, 09:13:34
Die Gen-Forschung ist ein weites Feld , sowohl in Landwirtschaft und damit Nahrungsmittel-Veränderung , wie auch in der Medizin u.a.

Die sicher unbedingt nötige Auseinandersetzung damit wird leider aber nicht nur sachlich-kritisch , sondern auch z.T.fanatisch und radikal geführt.
In unseren zivilisierten , säkularisierten Gesellschaften dient das oft , wie auf anderen gebieten , als " Ersatz-Religion ".

Wenn z.b. Gen-Labore oder Versuchs-Felder gestürmt und verwüstet werden ,und Menschen ( wie im Beitrag dargestellt ) Todes-Drohungen erhalten oder angegriffen werden ,--dann ist das eine moderner Form von Hexen- Jagd .
Diesmal nicht von klerikaler Seite , sondern von selbst-ernannten
fanatischen " Propheten ".
karl
karl
Administrator

Re: Die Propagandaschlacht um die Gentechnik
geschrieben von karl
als Antwort auf det vom 10.07.2014, 09:13:34
Ich halte das Thema für komplex genug, daß es darauf keine einfachen Antworten gibt.
geschrieben von det
Danke det,

diese Aussage trifft es sehr gut. In meiner beruflichen Laufbahn als Neurowissenschaftler wurden die gentechnischen Methoden zunehmend zu einem wesentlichen Mittel der Forschung. Aus den Biowissenschaften ist die Gentechnik nicht mehr weg zu denken. Publikationen in biowissenschaftlichen Zeitschriften ohne die Verwendung gentechnischen Methoden sind inzwischen eine Rarität.

Bei Anwendungen der Gentechnik, ob im medizinischen Bereich oder in der Tier- und Pflanzenzüchtung, würde ich jedes Projekt einzeln bewerten. Es ist völlig ungenügend ein Projekt deshalb zu verteufeln, weil gentechnische Methoden verwendet werden. Eine pauschale Verurteilung der Gentechnik entspringt der Unwissenheit oder einer ideologischen, quasi-religiösen Verblendung.

Andererseits kann auch mit Gentechnik Unfug angestellt oder sogar kriminelles Handeln unterstützt werden. Gentechnik ist ein sehr vielfältig einsetzbares Werkzeug. Deshalb muss jedes einzelne Projekt kritisch bewertet werden.

Gentechnik kann auch Grundlage von Wirtschaftskriminalität sein und ein Mittel, mit dem sich Firmen Vorteile verschaffen wollen. Man wird aber Autotechnik nicht deshalb verteufeln, weil Autos auch von Kriminellen verwendet werden.

Karl

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clara
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Re: Die Propagandaschlacht um die Gentechnik
geschrieben von clara
als Antwort auf karl vom 10.07.2014, 10:05:06

Bei Anwendungen der Gentechnik, ob im medizinischen Bereich oder in der Tier- und Pflanzenzüchtung, würde ich jedes Projekt einzeln bewerten. Es ist völlig ungenügend ein Projekt deshalb zu verteufeln, weil gentechnische Methoden verwendet werden.
...
Andererseits kann auch mit Gentechnik Unfug angestellt oder sogar kriminelles Handeln unterstützt werden. Gentechnik ist ein sehr vielfältig einsetzbares Werkzeug. Deshalb muss jedes einzelne Projekt kritisch bewertet werden.
...
Gentechnik kann auch Grundlage von Wirtschaftskriminalität sein und ein Mittel, mit dem sich Firmen Vorteile verschaffen wollen.

Karl
geschrieben von karl

Genau so sehe ich es! Gentechnik ist in der Tat sehr komplex, und in der Medizin z. B. kann sie sehr hilfreich sein.
Im Film geht es um das Thema gentechnisch veränderter Nutzpflanzen, also um ein existenziell wichtiges Gebiet. Und es wurde konkret gezeigt, auch von Wissenschaftlern bestätigt, dass es ein Holzweg sein kann, mit diesen Anbaumethoden die Menschheit zukünftig ernähren zu wollen.

Ich meine, es ist deutlich geworden, dass sich Firmen Vorteile verschaffen wollen, gesundheitliche Bedenken der betr. Bevölkerung negieren und sich eine Monopostellung über das Saatgut verschaffen wollen, was später nicht mehr umkehrbar ist. Das ist für mich schon Wirtschaftskriminalität.

Clara
clara
clara
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Re: Die Propagandaschlacht um die Gentechnik
geschrieben von clara
als Antwort auf det vom 10.07.2014, 09:13:34
Fernsehberichte reichen mir jedenfalls nicht.

det
geschrieben von det

Det, hast Du die brachliegenden Felder im Film gesehen, die nicht mehr anbaubar sind, weil die Schädlinge gegen das "gelobte" Spritzmittel resistent geworden sind? Ich glaube nicht, dass dies alles manipuliert wurde, dagegen hätten die Konzerne sicher schon Klagen eingereicht!

Clara
silhouette
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Re: Die Propagandaschlacht um die Gentechnik
geschrieben von silhouette
als Antwort auf karl vom 10.07.2014, 10:05:06
Was du im zweiten und dritten Absatz schreibst, kann ich voll aus eigener Erfahrung bestätigen. Beim vierten fehlen mir die Kenntnisse.

Es gibt heute eine ganze Reihe von gentechnisch hergestellten Medikamenten, die zum Überleben unverzichtbar und tatsächlich auch wirksam sind. Ich zum Beispiel habe von Interferon alpha subjektiv und für mich persönlich mehr profitiert als die herstellende Pharma-Firma. Ohne dieses Mittel wäre ich schon längst an Leberzirrhose oder Leberkrebs gestorben. Dagegen kommt keine Propaganda an, auch nicht die verallgemeinernde Gegenpropaganda wegen des potentiellen oder tatsächlichen Missbrauchs der Gentechnik z.B. in der Landwirtschaft.

gentechnisch hergestellte Medikamente
det
det
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Re: Die Propagandaschlacht um die Gentechnik
geschrieben von det
als Antwort auf clara vom 10.07.2014, 14:07:51
Hi Clara,

ich hätte es wohl deutlicher ausdrücken sollen: mir reicht ein Fernsehbericht als Informationsquelle nicht. Der dient bestenfalls zum "anfüttern", damit ich mir dann aus verschiedenen Quellen Informationen beschaffe. Wie oben schon gesagt halte ich das Thema für viel zu komplex, um darauf eine einfache Antwort wie "Ja" oder "Nein" zu geben. Karl hat sehr richtig ausgeführt, daß es eine Einzelfallbetrachtung geben muß, es sei denn, die Kritiker wären bereit, auch auf die wirklich wertvollen Bereiche der Gentechnik, wie zum Beispiel in der Medizin zu verzichten.

det

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