Fernsehen und Film Talkshows

heigl
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Talkshows
geschrieben von heigl
Ich weiss, ist ja nur ein Standard-Format, das uns da verschiedene Sender präsentieren. Dennoch ziehe ich oft eine solche Diskussion vor, weil man, gut gefiltert, gut zum gleichen Thema verschiedene Standpunkte hört, das ist für mich mehr Information als eine oder zwei Zeitungen täglich auszulesen oder ähnliches mit TV-Sendern zu tun.
Nur ist die Qualität von solchen Talkrunden, auf einer 10er Bewertungsmatrix 1 bis 10(10 bestes) oft ganz niedrig zu empfinden 2 bis 3.
Besonders nutzlos sind meist Runden, wo mehrere Politiker da sind, besser schon Experten. Manchmal gelingt sogar eine gute Mischung. Die Moderatoren sind auch nicht mit 10 zu bejubeln, weil sie dauernd "Fakten" und internet-Meinungen einstreuen wollen.
Unmittelbarer Anlass für diesen Thread war gestern das meist unselige Hart aber fair, wo der BLÖD-Zeitungs Mensch sich als Meinungs-Diktator aufgeführt hat, unflätig und rücksichtslos weiterredend, ohne das Wort zu haben.
Bei solchen Talkshows gibt es auch sehr viel Leerlauf, langweiliger, weil ja auch ständig Wahlkampf ist, ich betone, vor allem wenn Politiker dabei sind.
Am niveauvollsten finde ich noch den Phönix, oft in der Woche um 22.15. Auch die Moderatoren sind dort besser.

Bin gespannt auf eure Meinung.
kunvivanto
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Re: Talkshows
geschrieben von kunvivanto als Antwort auf heigl vom 11.04.2017 16:31:42
In Talkshows zappe ich höchstens mal aus Versehen rein und bin schnell wieder weg. Mich interessieren nicht Meinungen, sondern Fakten, denn denken kann ich selbst.
Die einzige Ausnahme bildete Nachtcafe unter Backes, aber auch nur bei interessanten Themen. Denn da gab es nicht (nur) Meinungen, sondern individuelle eigene Erfahrungen, was man ja mehr den Fakten zuordnen kann.
heigl
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Re: Talkshows
geschrieben von heigl als Antwort auf kunvivanto vom 11.04.2017 18:05:48
und wie, wo, wann holst du dir fakten, von wem alles?
kunvivanto
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Re: Talkshows
geschrieben von kunvivanto als Antwort auf heigl vom 11.04.2017 18:13:35
Zu aktuellen Themen: Nachrichten, Zeitungen, verschiedener Richtungen
Zu Hintergrund: Bücher, Fachartikel verschiedenster Medien.
Zu beidem: Erweiterung um eigene Recherchen, wo immer es geht, um die Stichhaltigkeit der Fakten gegenzuchecken, damit mir nicht Märchen als Fakten verkauft werden.

Wann:
Zu meinen persönlichen Interessen ständig,
ansonsten wenn mir ein Thema unterkommt, das mir wichtig erscheint.
olga64
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Re: Talkshows
geschrieben von olga64 als Antwort auf kunvivanto vom 11.04.2017 18:05:48
xxxx Die einzige Ausnahme bildete Nachtcafe unter Backes, aber auch nur bei interessanten Themen. Denn da gab es nicht (nur) Meinungen, sondern individuelle eigene Erfahrungen, was man ja mehr den Fakten zuordnen kann.
[/quote]

Diese SEndung scheinen Sie lange nicht mehr "angezappt" zu haben. Denn der Nachfolger von Herrn Backes, Michael Steinbrecher, ist ein sehr guter Moderator. Er lässt seine Gäste aussprechen und stellt sich nicht inden Mittelpunkt der Sendung. Ich sehe die Sendung nach wie vor sehr gerne, weil eigentlich immer ein Thema abgehandelt wird, das mich interessiert.

Bei den anderen Talkshows empfinde ich als grosses PRoblem, dass, egal zu welchem Themenblock, immer die gleichen Leute eingeladen werden, die dann immer das Gleiche sagen. Herr Bosbach und Herr Wendt wurden jetzt ja mal in die Verbannung geschickt; dafür sind Frau Wagenknecht, Herr Lafontaine und andere Dauergäste. Ausreden dürfen die wenigsten, da insbesondere Frau Will grundsätzlich dazwischenfunkt.
Und dann kommt es zu den üblichen Streitereien, was oft sehr entwürdigend rüberkommt.
Nur Markus Lanz hat sich m.E. sehr zum Vorteil geändert. Er lädt oft wirkliche Experten zu Themen ein und gibt ihnen dann auch ein wenig mehr Zeit, ihre Standpunkte darzulegen. Olga
Federstrich
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Re: Talkshows
geschrieben von Federstrich
Ich gestehe, dass ich mit Talkshows nichts Rechtes anfangen kann. Meist stört mich die Sendezeit, aber am allermeisten, dass die Moderatoren nicht genug nachhaken, gerade wenn es am spannendsten werden könnte, und die interessantesten Fragen dadurch unbeantwortet bleiben. Irgendwelche dürren Rechtfertigungen und Begründungen für eine solche Vorgehensweise, wie "Schließlich sind wir hier nicht..." oder "Das würde zu weit führen..." vergraulen mir das Zuhören. Ja, wo sind wir denn dann eigentlich? Was ist der Sinn einer solchen Veranstaltung? Das sind freilich rhetorische Fragen. Die Antworten kennen wir auch. Ich höre mir maximal die Eingangsstatements an und schalte dann ab. Selten halte ich mal bis gegen Ende durch. So bei Anne Will am letzten Sonntag, wo es ein paar Hintergrundinformationen gab, die für mich fehlende Puzzlestücke waren. Leider ist das sehr selten. Ich stimme heigl zu, dass ich am liebsten Experten zuhöre und nicht Politikern.
olga64
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Re: Talkshows
geschrieben von olga64 als Antwort auf Federstrich vom 11.04.2017 18:50:30
Man kann natürlich auch Talkshows nicht unbedingt in Bezug auf der Qualität beurteilen, wenn man sie nur als Fragment sieht und dann abschaltet. Sollte es an den späten Stunden liegen, es erfolgen Wiederholungen z.B. auf Tagesschau 24 (Hart aber fair, Anne Will und Maischberger) oder Phoenis (May Britt Illner). Die gehen alle früher los.
Das Hinterfragen des Moderators (der ja meist in Zeitdruck ist, weil jeder der Gäste was sagen möchte und die Sendezeit begrenzt ist) führt oft zu diesen Unterbrechungen. Wirklich aussagekräftige Menschen gehen gar nicht mehr zu Talkshows, weil ihre Beiträge gekürzt und damit widersprüchlich erfolgen. Kann ich auch verstehen, genau so wie die Tatsache, dass Dinge, die mich interessieren und die ich detaillierter behandelt haben möchte, andere gar nicht interessieren.
Dafür gibt es dann ja Internet, das ich in solchen Dingen in Ruhe befrage. Olga
kunvivanto
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Re: Talkshows
geschrieben von kunvivanto als Antwort auf olga64 vom 11.04.2017 18:44:04
Diese SEndung scheinen Sie lange nicht mehr "angezappt" zu haben.
Stimmt. Früher habe ich sie zusammen mit meiner Frau angesehen, wenn die Themen interessant waren. Durch unsere vorübergehende Trennung wurde das unterbrochen, und dann nicht wieder aufgenommen. Früher Schlaf ist wichtiger.
heigl
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Re: Talkshows
geschrieben von heigl als Antwort auf Federstrich vom 11.04.2017 18:50:30
Ich habe an vielen TS auch vieles auszusetzen, dennoch ist es für mich eine relativ effektive Art der Faktenbeurteilung, die ich selbst vornehmen kann, während die Teilnehmer ihre verbalen Beiträge leisten. Oft stört mich zum Beispiel flegelhaftes Benehmen einzelner oder mehrerer Diskutanten, Abwürgen von Beiträgen, viel zu breites Thema.
Nicht nachvollziehbar ist für mich, dass Minister relativ oft teilnehmen, das erweckt in mir weniger den Eindruck, das Volk direkt einbeziehen zu wollen, als eher zu zeigen, dass eine Diskussion ohne sie nicht sachgerecht wäre.
Natürlich habe ich auch manche auf der Pelle, die zu oft dort erscheinen und freue mich, wenn hochkarätige souveräne Teilnehmer mitmachen.

Eher gut finde ich:

Ave Primor, ehemaliger israelischer Botschafter in Deutschland.

Kornblum, ehemaliger US-Botschafter in D.

Heribert Prantl, SZ-Grande

Einige Politologen

Kanzleramtsminister Altmeier

TRittin

nogo:

Stoiber, der hat zu viele grobe Fehler in Bayern gemacht, schreit herum.

Röttgen, komplizierte Semantik
Federstrich
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Re: Talkshows
geschrieben von Federstrich als Antwort auf olga64 vom 11.04.2017 19:07:24
"Man kann natürlich auch Talkshows nicht unbedingt in Bezug auf der Qualität beurteilen, wenn man sie nur als Fragment sieht und dann abschaltet."
Aber das macht doch auch niemand. In unserer Generation kannst du davon ausgehen, dass eine solche Entscheidung erfahrungsgesättigt ist. Wenn die Erkenntnishoffnung gering ist, ist es auch müßig, nach Wiederholungssendungen zu suchen, die ein Rechtschaffender eh nicht nutzen kann. Es ist schon eine wohlfeile Lesart, die Gesprächsführung von Moderatoren allein mit der Sende- und Verteilung der Redezeit zu begründen. Schade einfach, dass Potenzen des Formats nicht genutzt werden. So aber bleibt in der Tat der frühe Schlaf, wie kunvivanto schreibt und das Internet. Nie war es so einfach, sich zu informieren.